Ein teurer Retter!

Im November 2017 wurde der „Retter der Welt“ für etwa 450 Millionen Dollar (381 Millionen Euro) ersteigert und kommt nun zum arabischen Ableger des Louvre-Museums in Abu Dhabi.

Das Ölgemälde “Salvator Mundi” (Retter der Welt) von Leonardo da Vinci.

Dieser „Retter der Welt“ ist das Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci (1452-1519), das um 1500 entstanden sein soll und Jesus Christus in Öl auf Walnussholz porträtiert. Es ist das mit Abstand teuerste Gemälde der Welt.

Vor 2000 Jahren wurde der Retter der Welt bereits „verkauft“, und zwar für 30 Silberlinge. Genauer gesagt, wurde Jesus von einem seiner Anhänger verraten (Matthäusevangelium 26,12):

Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge.

Dieser hieß Judas und verfolgte dabei vermutlich den Zweck, dass Jesus bei seiner Festnahme seine göttliche Macht einsetzte, um sich selbst und dann auch das jüdische Volk von der Herrschaft der Römer zu befreien. Als Jesus bei seinem vorgesehenen Weg blieb, der ihn schließlich zum Tod am Kreuz führte, „bereute“ Judas seine Tat, gab das Geld (den „Judaslohn“) den Priestern zurück und nahm sich anschließend das Leben.

Da die obersten Priester sich die Hände nicht schmutzig machen wollten, kauften sie damit einen Acker und machten daraus einen Friedhof (Mt 27,7). Auch wenn man die Details über diesen Acker nicht kennt, bildet er die Grundlage zur Schätzung der Höhe des Verrats.

Wie viel Geld waren diese 30 Silbermünzen wert? Experten meinen, dass man damit damals wohl einen Esel hätte kaufen können. Heute könnte der Wert etwa 10.000 Euro entsprechen.

10.000 Euro, 381 Millionen Euro – wie viel ist Jesus Christus wirklich wert? Wie soll man diese Frage beantworten können? Wenn durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz alle Menschen aller Zeiten gerettet werden können (sofern sie sich retten lassen), dann ist der Retter selbst sicher viel mehr wert als 381 Millionen Euro! Berücksichtigen wir aber, dass er nicht nur Mensch, sondern der Sohn Gottes ist, das heißt ein Teil der Gottheit, der Schöpfer und Erhalter des Universums, dann reicht kein Betrag der Welt aus, um seinen Wert zu bemessen.

Wenn ich aber noch bedenke, dass Jesus Christus auch für mich allein gestorben wäre, wenn es nur mich im Universum zu retten gäbe, dann verschlägt es mir die Sprache – aus Bewunderung und Dankbarkeit!

Wieder im Kino: Maria Magdalena

Maria Magdalena salbt Jesus die Füße, Nikolaus Bluntschli, 1559 (1)

Passend zu Ostern kommt wieder ein Film mit biblischen Bezügen in die Kinos: „Die Jüngerin“ mit Maria Magdalena als Hauptfigur. (2) Diese Frau scheint immer wieder eine große Anziehungskraft auf Schriftsteller, Künstler und Filmproduzenten auszuüben. Schon im Film „Die letzte Versuchung“ von Martin Scorsese (1988) spielte sie eine besondere Rolle, auch wenn sie dort als laszive, schmuckbehängte, tätowierte Prostituierte dargestellt wurde.

Wer und wie war Maria Magdalena? War sie die Lieblingsjüngerin Jesu, wie außerbiblische Schriften darstellen, die von ihm besondere Offenbarungen empfing? War sie die „Sünderin“, die Jesus die Füße wusch? (3) Was ist von den Spekulationen zu halten, sie sei die Geliebte oder Ehefrau Jesu gewesen?

Was die Bibel über Maria Magdalena verrät, ist recht nüchtern und aufregend zugleich. Gesichert ist „nur“, dass sie zu den Frauen gehörte, die Jesus begleiteten und für ihn und seine Jünger (Schüler) sorgten, (4) allerdings wird sie nirgendwo als „Jüngerin“ bezeichnet, auch nicht als „Apostelin“. (5) Außerdem erlebte sie die Kreuzigung und half bei der Grablegung von Jesus. Aufregend war, dass Jesus ihr sieben Dämonen ausgetrieben hatte und sie ihm nach seiner Auferstehung als erster Mensch begegnete. (6) Daraufhin bekam sie den Auftrag, den Jüngern die gute Nachricht der Auferstehung ihres Meisters zu überbringen. (7)

Sehr bewegend muss für sie der Augenblick gewesen sein, als sie – völlig niedergeschlagen und enttäuscht – den Auferstandenen sah, ihn aber nicht erkannte. Erst als Jesus ihren Namen aussprach, wusste sie, wer vor ihr stand. In ihrer unbeschreiblichen Freude wollte sie ihn festhalten, worauf der Auferstandene sagte: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ (8) Interessant ist auch, was sie antwortete, als Jesus sie bei ihrem Namen nannte: Nicht etwa „mein Liebster“, sondern schlicht und ergreifend „mein Lehrer“.

Dass Maria Magdalena und andere Frauen als erste Zeuginnen der Auferstehung in den Evangelien benannt werden, spricht übrigens für die Glaubwürdigkeit des Auferstehungsberichtes: Da in der antiken Welt Frauen nicht als verlässliche Zeugen vor Gericht angesehen wurden, hätte wohl niemand eine Geschichte über Frauen als Zeugen für die Auferstehung Jesu erfunden.

An Maria Magdalena beeindruckt mich ihre Treue und ihr Mut: Sie blieb am Kreuz, als die anderen davonliefen; sie beteiligte sich an der Grablegung, als die Jünger sich ängstlich verkrochen hatten; sie war als Erste am Grab und hatte dann das Vorrecht, den Jüngern mitzuteilen, dass Jesus lebt und somit ihre Enttäuschung, Ohnmacht und Traurigkeit abstreifen durften.

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(1) In der katholischen Tradition wurde Maria Magdalena gleichgesetzt mit der anonymen Sünderin, die Jesus die Füße salbte (Lukas 7,36–50).
(2) Der katholische Sender Domradio fasst das Interview mit einem Filmkritiker zusammen: „Ganz im Geiste der Bibel“. DIE WELT hält den Film für eine bigöttliche Komödie, denn er tue feministisch, „doch spätestens der Abspann zeigt, was hier wirklich gepredigt wird“. Die Süddeutsche Zeitung fasst zusammen: „Rooney Mara [Maria Magdalena] soll Jesu Gefährtin zur feministischen Ikone machen. Aber dafür fehlt diesem Film die Radikalität.“ Das (evangelische) Christliche Magazin pro meint, der Film räume ein Stück weit auf mit dem Bild eines archaischen und patriarchal organisierten Christentums und fordere die Kirchen auf, so manche eigene Praxis zu prüfen.
Offizieller Trailer
(3) Vgl. Lukasevangelium 7,36-50
(4) Lukas 8,1-3
(5) So katholisch.de, bezugnehmend auf die im Abspann zitierte Würdigung Marias als „Apostola Apostolorum“ (Apostelin der Apostel) zuletzt 2016 in einem Dekret der Gottesdienst-Kongregation.
(6) Markus 1,9
(7) Johannes 20,11-18
(8) Johannes 20,17 nach der Einheitsübersetzung; die geläufigere Übersetzung „Berühre mich nicht“ ist vom Kontext her unpassend.

Grenzenlose Entfaltungsmöglichkeiten

Der Volocopter: das Lufttaxi der Zukunft? (Foto: Matti Blume, CCL 4.0)

Am 25. September 2017 flog über Dubai der erste Volocopter: eine von 18 Elektrorotoren angetriebene Drohne, die als autonomes Lufttaxi eingesetzt werden soll. Der Jungfernflug fand allerdings ohne Passagiere statt. Die zweisitzige Drohne aus Bruchsal (Baden) flog erfolgreich acht Minuten lang, die Batterien hätten für 27 Minuten bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gereicht. Mit diesem Minihubschrauber wollen die Hersteller „jedem Menschen den Traum vom Fliegen ermöglichen und modernen Städten helfen, ihre wachsenden Mobilitätsprobleme zu lösen“.

Persönlich bezweifle ich zwar sehr, dass ich jemals freiwillig in so ein wundersames Gefährt einsteigen sollte, aber faszinierend finde ich diese Erfindung dennoch. Meine Großeltern hätten so etwas für unmöglich gehalten. So wie viele Menschen lange geglaubt haben, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik überhaupt nicht fliegen kann (das so genannte Hummel-Paradoxon). Erst im Jahr 1996 wurde experimentell der Nachweis erbracht, dass der Flügelschlag (bis zu 200-mal kreisförmig pro Sekunde) einen tornadoartigen Luftwirbel erzeugt, der der Hummel den nötigen Auftrieb verschafft.

Es gibt fast keine menschliche Erfindung, für die es nicht längst in der Natur einen Prototyp, ein Vorbild gegeben hat! Wenn wir über das staunen, was menschliche Intelligenz zustande bringt, dann staunen wir letztlich (ob wir es merken oder nicht) über den Schöpfergott, der uns Menschen mit Intelligenz, Phantasie und Kreativität ausgestattet hat.

Einmal sagte Jesus seinen Schülern Folgendes (Matthäusevangelium 19,26):

Bei Gott sind alle Dinge möglich. 

Diese Aussage sollte uns aufhorchen lassen: Wenn der Mensch mit den von Gott verliehenen Fähigkeiten in der Lage ist, fast Unglaubliches zu leisten, wie viel mehr könnten wir vollbringen, wenn wir unserem Schöpfer freie Hand in unserem Leben ließen? Ist es nicht kurzsichtig und vermessen, nur das zu glauben, was wir erklären oder beweisen können? Wer sind wir denn, die als Geschöpfe meinen, die Dimensionen und Möglichkeiten des Schöpfers des Universums abstecken zu können?

Man kann es auch so formulieren: Grenzenlos sind die Entfaltungsmöglichkeiten und die Brauchbarkeit eines Menschen, der seinem Gott alles zutraut und sich ihm ohne Wenn und Aber mit Leib und Seele zur Verfügung stellt. Ich will das gern vertrauensvoll tun!

Wo ist der Himmel?

Erst als mich eine ältere Frau meiner Kirchengemein­de auf dieses Bibelwort aufmerksam machte, erkannte ich, welch schöner Gedanke sich dahinter verbirgt. “Solltest du mich eines Tages beerdigen”, sagte sie zu mir, “dann bitte ich dich, in der Trauer­feier über Psalm 17,15 zu sprechen“. Was steht dort?

Ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde. 

Dieser Wunsch verriet, wie sehr diese Frau Jesus liebte: Im Blick auf ihren Tod war es ihr größter Wunsch, bei der Auferstehung das Gesicht von Jesus zu sehen. Nicht die goldenen Straßen oder die perlen­besetzten Tore, nicht die köstlich gedeckten Tische oder die herrlichen Früchte an den Bäumen des Le­bens, nein: Jesus zu sehen, wie er wirklich ist, das war die tiefe Sehnsucht ihres Herzens.

Welche Bilder kommen mir beim Wort “Himmel” in den Sinn? (Foto: Kanenori, pixabay)

Ist das auch meine Sehnsucht?, fragte ich mich dar­aufhin. Sicher, ich freue mich auf ein Leben ohne Leid und Tod, in Frieden und Harmonie mit Menschen und Tieren. Wir dürfen uns berechtigterweise auf die herr­lichen Wohnungen freuen, die Jesus für seine Kinder vorbereitet (Johannes 14,2-3). Aber alle Vorzüge und Schön­heiten der künftigen Heimat der Erlösten wären wert­los, wenn Jesus nicht dort wäre. Der Himmel ist da, wo Jesus ist! Himmlisch werden sich nur Menschen dort fühlen können, die Jesus so innig lieben wie die­se alte Glaubensschwester. Sie ist mir ein Vorbild.

Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberzuste­hen hatte sich einst Mose gewünscht. Gott konnte es nicht erfüllen: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht“, gab er Mose zur Antwort (2 Mo 33,20). Auf eine ande­re Art und Weise wurde Gott später doch sichtbar: als menschgewordener Gott in der Person Jesu. So konn­te dieser seinem Schüler Philippus sagen: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (Johannes 14,9)

Durch den täglichen „Sichtkontakt“ mit Jesus (im Beten, beim Lesen seiner Worte und der Berichte sei­ner Taten) werden wir schon jetzt verändert, denn das, womit wir uns beschäftigen, prägt uns immer mehr. Wie wird es dann sein, wenn er wiederkommt! Johannes, ein anderer Schüler, schrieb: „Wenn wir schon jetzt Kinder Gottes sind, was werden wir erst sein, wenn Christus kommt! Dann werden wir ihm ähnlich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er wirk­lich ist.“ (1. Johannes 3,2 Hoffnung für alle-Übersetzung)

Dann werden unser Staunen über Gott und unsere Dankbarkeit ins Unermessliche steigen!