Pusten! Pusten?

Deutsch: Mit dem Wind, den man selber macht, lassen sich die Segel nicht füllen. Karl Heinrich Waggerl (English:  You can’t fill your sails with the wind you make yourself. Español:  No puedes llenar tus velas con el viento que haces tú mismo.)

Womit lassen sich denn die Segel füllen? Mit welchem Wind?

Menschen, die Jesus Christus nachfolgen, haben die Antwort auf diese Frage in seinem Leben und in seinen Predigten gefunden: Der Heilige Geist, der Geist Gottes, ist derjenige, der alles bewirkt, was wir nicht können:

  • Jesus konnte lebensnah, verständlich und zugleich tiefgründig und mit Autorität predigen und lehren, weil der Geist ihm dazu die Weisheit gab (Lukas 4,18-21).
  • Jesus heilte Kranke und befreite von Dämonen Besessene ebenfalls durch den Geist Gottes dazu befähigt (Matthäus 12,28).
  • Jesus versprach seinen Nachfolgern, dass der Heilige Geist sie weiterführen in der Erkenntnis der Wahrheit und auch trösten würde (Johannes 14,15-26).
  • Jesus lehrte, dass der Heilige Geist wie der Wind wehen und wirken kann, sich aber nicht von Menschen steuern oder etwas diktieren lässt (Johannes 3,8).
  • Jesus betonte – wie später auch seine Schüler –, dass ein Mensch sich selbst nicht radikal (d. h. von der Wurzel her) aus eigener Kraft ändern kann, der Geist Gottes aber neue Menschen aus uns machen kann (Johannes 3,5-6; Titus 3,5). Die Folgen dieser Änderung – wie ein liebevolles und geduldiges Wesen, Friede, Freundlichkeit, Güte, Treue etc. – werden auch vom Geist Gottes bewirkt, und werden daher „Frucht“ des Geistes genannt (Galater 5,22-23).
  • Als Jesus seine Schüler beauftragte, weltweit die gute Nachricht der Befreiung von der Sünde und der Liebe Gottes zu verbreiten, gab er ihnen auch das Versprechen, dass der Heilige Geist sie dazu befähigen und begleiten würde (Apostelgeschichte 1,8).

In der Tat: Mit dem Wind, den ich selber machen könnte, würde ich weder mich noch andere von der Stelle bewegen. Aber der Geist Gottes kann das und noch viel mehr – wenn ich es zulasse und ihn darum bitte.

„Ich bestehe nur aus Egoismus“

Ihr erstes Fotoshooting: Was wird aus beiden, dem jungen Model und dem jungen Fotografen, werden? Wer und was wird sie prägen? Welche Vorbilder werden sie sich aussuchen? (Foto: Bess-Hamiti, pixabay)

„Ein Modezar verlässt die Welt“, so lautete eine der Schlagzeilen nach dem Tod des Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Da ich mich auf diesem Gebiet nicht auskenne, wusste ich nicht viel über diesen talentierten und erfolgreichen Menschen, der darin groß war, sich selbst zu inszenieren und auch zu provozieren.

Beim Lesen einiger Spruchsammlungen, die es von ihm gibt, gefiel mir dieses Zitat gut: „Persönlichkeit fängt dort an, wo der Vergleich aufhört.“ Es gefällt mir deswegen gut, weil ich es für gefährlich halte, sich mit anderen zu vergleichen: Die Gefahr dabei ist groß, dass man überheblich oder depressiv wird, je nachdem, mit wem man sich vergleicht.

Andere Sprüche von ihm machten mich aber sehr nachdenklich: „Ich interessiere mich nur für mich selbst und mein Spiegelbild.“ „Ich bestehe nur aus Egoismus. Ich bin keine Opfernatur.“ „Ich leide an einer Überdosis meiner selbst.“

Welch ein Kontrast zur Person, die ich am meisten bewundere und mein lebenslanges Vorbild ist: Jesus Christus! Über ihn schrieb Paulus den Christen in Philippi:

Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben. Nehmt euch Jesus Christus zum Vorbild: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich … Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz. Philipper 2,3–8 (Hoffnung für alle)

Jesus Christus „klebte“ nicht an seinem Thron im Himmel. Dienen war seine Lebensmaxime. Mit seinen Worten verletzte er nicht, sondern richtete auf. Für die Schwächsten in der Gesellschaft empfand er tiefstes Mitleid, ehrte sie und gab ihnen Lebensmut und Lebenssinn.

Jesus Christus ist der Einzige, auf den wir als Vorbild blicken können, ohne depressiv werden zu müssen. Denn wir brauchen ihn nicht zu kopieren – und könnten es gar nicht. Seine Erniedrigung erhöht uns Sünder zu wertvollen Kindern Gottes. Seine Vollkommenheit bedeckt unsere Schwäche. Seine Liebe verändert unser Wesen und motiviert uns, so zu leben und zu lieben wie er, weil er in uns leben und durch uns lieben kann und will.

Ganz tief? Ganz hoch!

Deutsch: Gott führt nicht alle denselben Weg. Und vielleicht steht gerade derjenige, der meint, er wandle ganz in der Tiefe, sehr hoch in den Augen Gottes. Teresa von Ávila
English:  God does not lead all the same way. And perhaps it is the one who thinks he is walking in the depths, very high in the eyes of God. Teresa of Ávila
Español:  Dios no conduce a todos por el mismo camino. Y quizás está quien piensa que va caminando por un valle profundo, muy alto a los ojos de Dios. Teresa de Ávila

Ungenießbar!

Deutsch: Wer nicht verzichten kann, kann nicht genießen. Wer aber so auf das Verzichten fixiert ist, dass er das Genießen vergisst, der wird ungenießbar. Anselm Grün
English:  Whoever is not able to abstain, will not be able to enjoy. But he who is so obsessed with self-sacrifice that he forgets to enjoy, will become unbearable. Anselm Grün
Español:  Quien no es capaz de abstenerse, no conseguirá disfrutar. Pero quien está tan obsesionado con la abnegación que se olvida de disfrutar, se volverá insoportable. Anselm Grün