Archiv der Kategorie: Nachdenkliches

Warum? / Why? / ¿Porqué?

Erftstadt: Hier wurden 170 Menschen gerettet. (© Rhein-Erft-Kreis).

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Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe gehen uns (meiner Frau und mir) nicht aus dem Sinn. Wir stehen in Kontakt zu Bekannten aus der betroffenen Region und teilen ihre Sorgen. Nachfolgend meine ersten fünf Gedanken zum Thema.

(1) Helfen ja, aber wie?
Als erstes haben wir begonnen, zu beten: Für die Menschen, die Verwandte und Freunde verloren haben (aus Rheinland-Pfalz und NRW werden über 140 Tote und 1300 Vermisste gemeldet); für die Hilfs- und Rettungskräfte (allein in NRW mehr als 19.000); für die Politiker, die sich nun um schnelle Lösungen für die Geschädigten kümmern wollen – zusätzlich zur noch nicht ausgestandenen Pandemie-Krise; für die Versicherungen, dass sie zügig und bereitwillig ihren Pflichten nachkommen. Als zweites haben wir etwas gespendet. Die Aufrufe erscheinen in allen Medien. Dankbar registrieren wir erneut, wie groß in Deutschland die Hilfs- und Spendenbereitschaft bei Katastrophen ist!

(2) Warum lässt Gott das zu?
Diese Frage bleibt bei schweren Naturkatastrophen nie aus. Wenn ich an das Ehepaar denke, das vor den Trümmern ihres Hauses steht, in dem sie nur zwei Monate wohnen konnten, dann kann ich solch eine Frage sehr gut verstehen. Erst recht, wenn nicht nur Immobilien zerstört wurden, sondern Menschenleben. Auf diese Frage habe ich keine Antwort, denn Gott könnte so etwas sehr leicht verhindern. Wie überhaupt das gesamte Leid auf der Welt. Allerdings wäre der Preis dafür sehr hoch und er würde uns nicht gefallen: Er müsste uns dafür zu Marionetten degradieren, weil er ständig eingreifen müsste, um unsere Fehlentscheidungen zu korrigieren. Denn das Leid auf dieser Welt (Hunger, Kriege, viele Naturkatastrophen) ist größtenteils von Menschen verursacht, nicht von Gott.

(3) Spielt der Klimawandel hierbei eine Rolle?
Unbedingt! Denn durch die Erderwärmung nimmt die Verdunstung zu und eine wärmere Atmosphäre nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Starkregenereignisse haben in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich zugenommen. Hinzu kommt die Verlangsamung des Jetstreams, wodurch anhaltende Wetterereignisse begünstigt werden. Wir können unseren Planeten Erde nicht (mehr) retten, aber wir könnten den Zerstörungsprozess etwas verlangsamen. Eine Rettung ist nur vom Schöpfer selbst zu erwarten, der dies ja versprochen hat.

(4) Gibt es Schlimmeres?
Nach der „Jahrhundertflut“ vor 19 Jahren (Elbe-Hochwasser) habe ich mir Gedanken über diese Frage gemacht und etwas zur Frage geschrieben: Wie sicher ist mein Lebenshaus? Ich dachte damals an die Frau, die vor der Ruine ihres Hotels fassungslos stand und dem TV-Reporter sagte: „Dreizehn Jahre umsonst gearbeitet!“ Für einen Menschen, der jahre- oder jahrzehntelang dafür gelebt und geschuftet hat, sein Traumhaus zu bauen, muss es sehr schrecklich sein, zu sehen, wie ein Bagger die paar aufrecht gebliebenen Wände niederreißt. Und für den, dessen Herz an seinem schicken Auto hängt, dürfte es unerträglich sein, es in den Wasserfluten verschwinden zu sehen. Ja, es gibt Schlimmeres, als Haus und Auto zu verlieren, nämlich der Abschied von einem geliebten Menschen. Und noch schlimmer dürfte die unbeantwortete Frage am Ende eines Lebens sein: Wo werde ich die Ewigkeit verbringen?

(5) Ist es zu spät?
Zum Aufhalten des Klimawandels vielleicht, fürs Hinterfragen und Korrigieren der persönlichen Prioritäten sicher nicht. Denn der Schöpfer des Universums hat den Planeten Erde und seine Bewohner nicht aufgegeben. Er sehnt sich danach, unserem Leben einen dauerhaften Sinn zu geben, der nicht auf  Materiellem baut, und ein Lebensziel, das über den Tod hinausreicht. Auf beides ging Jesus Christus beispielsweise in seiner Bergpredigt ein (Matthäusevangelium 5 bis 7).


Why?

The images of the flood disaster move my wife and me. I have been thinking about five questions:

(1) Help yes, but how?
The first thing we started to do was to pray: For the people who have lost relatives and friends; for the relief and rescue workers; for the politicians who now want to find quick solutions for the injured … The second thing we did was to donate something. The appeals appear in all the media. How good that the willingness to help and donate is in Germany so great when disasters occur!

(2) Why does God allow this to happen?
When I think of the couple standing in front of the ruins of their house, in which they could only live for two months, I can understand such a question very well. Even more so when not only property was destroyed, but human lives. I have no answer to this question, because God could very easily prevent such a thing. Like all the suffering in the world. However, he would have to degrade us to puppets for it, because he would have to intervene constantly to correct our wrong decisions. Because the suffering in this world (hunger, wars, many natural disasters) is mostly caused by humans, not by God.

(3) Does climate change play a role in this?
Absolutely! Because global warming increases evaporation and a warmer atmosphere absorbs more moisture. Heavy rain events have increased significantly over the past twenty years. In addition, the jet stream is slowing down, favoring persistent weather events. We cannot save our planet Earth (anymore), but we could slow down the destruction process somewhat. A rescue can only be expected from the creator himself, who has promised this.

(4) Is there anything worse?
For a person who has lived and toiled for years or decades to build his dream house, it must be terrible to stand before the ruins. And for the person whose heart is attached to his fancy car, it must be unbearable to see it disappear in the floodwaters. Yes, there are worse things than losing your house and car, namely saying goodbye to a loved one. And even worse might be the unanswered question at the end of a life: Where will I spend eternity?

(5) Is it too late?
Maybe for stopping climate change, but certainly not for questioning and correcting personal priorities. For the Creator of the universe has not given up on planet Earth and its inhabitants. He longs to give our lives a lasting meaning that is not based on material things, and a goal in life that extends beyond death. Jesus Christ addressed both of these, for example, in his Sermon on the Mount (Matthew’s Gospel 5 to 7).

 abcd


¿Porqué?

Las imágenes del desastre de las inundaciones nos conmueven a mi mujer y a mí. He estado pensando en cinco preguntas:

(1) Ayudar sí, pero ¿cómo?
Lo primero que hicimos fue empezar a orar: Por las personas que perdieron a sus familiares y amigos; por el personal de socorro y rescate; por los políticos que ahora deberán encontrar soluciones rápidas para las víctimas… Lo segundo que hicimos fue donar algo. Los llamamientos aparecen en todos los medios de comunicación. ¡Qué bien que la voluntad de ayudar y donar sea en Alemania tan grande cuando se producen catástrofes!

(2) ¿Por qué lo permite Dios?
Cuando pienso en la pareja frente a las ruinas de su casa, en la que sólo pudieron vivir dos meses, puedo entender muy bien esa pregunta. Más aún cuando no sólo se destruyeron bienes inmuebles, sino también vidas humanas. No tengo respuesta a esta pregunta, porque Dios podría impedirlo muy fácilmente. Como todo el sufrimiento del mundo. Sin embargo, para ello tendría que degradarnos a marionetas, porque tendría que intervenir constantemente para corregir nuestras decisiones erróneas. Porque el sufrimiento en este mundo (el hambre, las guerras, muchas catástrofes naturales) está causado en gran parte por los humanos, no por Dios.

(3) ¿Tiene algo que ver con el cambio climático?
Por supuesto. Porque el calentamiento global aumenta la evaporación y una atmósfera más cálida absorbe más humedad. Las precipitaciones intensas han aumentado considerablemente en los últimos veinte años. Además, el Jetstream se está ralentizando, lo que favorece los fenómenos meteorológicos persistentes. No podemos salvar (ya) nuestro planeta, pero podríamos frenar un poco el proceso de destrucción. Sólo podemos esperar un rescate del propio Creador, que lo ha prometido.

(4) ¿Hay algo mucho peor?
Para una persona que ha vivido y se ha esclavizado durante años o décadas para construir la casa de sus sueños, debe ser terrible estar ante las ruinas. Y para alguien cuyo corazón está ligado a su lujoso coche, debe ser insoportable verlo desaparecer en las aguas de la inundación. Sí, hay cosas peores que perder la casa y el coche, es decir, decir adiós a un ser querido. Y aún peor podría ser la pregunta sin respuesta al final de una vida: ¿Dónde pasaré la eternidad?

(5) ¿Es demasiado tarde?
Quizá para detener el cambio climático, pero desde luego no para cuestionar y corregir las prioridades personales. Porque el Creador del universo no ha renunciado al planeta Tierra ni a sus habitantes. Anhela dar a nuestras vidas un sentido duradero que no se base en cosas materiales, y un objetivo en la vida que se extienda más allá de la muerte. Jesucristo abordó ambas cosas en su Sermón de la Montaña, por ejemplo (Evangelio de Mateo 5 a 7).

Lächeln kostet so wenig!

Beides sehr erfrischend: das Wasser und das Lächeln! (Foto: Tri Le, pixabay.com)
Ich wünsche dir, dass du jeden Tag Gründe suchst und findest, aus ganzem Herzen deinen Mitmenschen ein Lächeln zu schenken.

In der Bibel habe ich folgende schöne Sprüche dazu gefunden:

  • „Ein fröhliches Gesicht ist ein Zeichen für ein glückliches Herz.“ (Sirach 13,26)
  • „Ein fröhliches Herz ist die beste Medizin.“ (Sprüche Salomos 17,22)
  • „Ein fröhliches Herz sorgt für guten Appetit und auch für gute Verdauung.“ (Sirach 30,25)

Heute früh las ich folgenden Kommentar eines Freundes in einem kirchlichen Newsletter. Seine Gedanken passen sehr gut zu meinem Thema:

… In „unmaskierte“ Gesichter zu schauen, macht tatsächlich einen Unterschied. Es fehlt mit Maske ein großer Teil der Mimik. Und auch wenn man es den Augen ansieht, wenn jemand lächelt, ist die Freundlichkeit deutlich besser spürbar, wenn man keine Maske trägt. Wie muss das jetzt für kleine Kinder sein, die fremde Menschen bisher immer nur mit Maske gesehen haben und jetzt plötzlich ganze Gesichter sehen?

Heute habe ich die Frage gelesen: Was kostet es eigentlich freundlich zu sein? Mein erster Impuls für eine Antwort war: „Nur ein Lächeln“. Aber dem Autor war aufgefallen, dass viele Menschen einfach stoisch geradeaus schauen und selbst beim Radfahren andere Radfahrer nicht grüßen. Ist Freundlichkeit so wertvoll, dass man sie nicht mehr verschenken kann? Das denke ich nicht: Freundlichkeit vermehrt sich nämlich, wenn man sie verschenkt. Geht mal durch die Stadt und lächelt fremde Menschen an, reflexartig lächeln sie zurück (und wundern sich manchmal hinterher darüber, warum sie gelächelt haben).

Aber ich finde es immer wieder faszinierend, wie leicht sich Freundlichkeit weitergeben lässt. Und in der Regel bricht man sich damit keinen ab, sondern eher das Eis zwischen Menschen. Normalerweise gibt es auch gar keinen Grund unfreundlich zu sein. Selbst Unfreundlichkeit kann man freundlich begegnen. Wobei man es dabei nicht übertreiben sollte, denn sonst fühlt sich der andere vielleicht nicht ernst genommen und reagiert noch massiver.

Ich persönlich mag es, wenn man an einen Tag voller freundlicher Gesichter zurückblicken kann, jetzt, da man wieder mehr Menschen trifft und mehr von ihrem Gesicht sieht.

Jörn Pabst
(Kommunikationsbeauftragter der adventistischen Kirchengemeinde ComingHOME in Darmstadt)

Was für eine Erleichterung, die Maske ablegen zu können! (Foto: Alexandra Koch, pixabay.com)

 


Smiling costs so little!

I wish you to look for and find reasons every day, to give a smile to your fellow man from the bottom of your heart.

In the Bible I found the following beautiful sentences about it:

  • “A cheerful face is a sign of a happy heart.” (Sirach 13:26)
  • “A cheerful heart is the best medicine.” (Proverbs 17:22)
  • “A cheerful heart ensures a good appetite and also good digestion.” (Sirach 30,25).

¡Sonreír cuesta tan poco!

Te deseo que cada día busques y encuentres motivos, para regalar una sonrisa al prójimo desde el fondo de tu corazón.

En la Biblia encontré los siguientes hermosos dichos sobre esto:

  • “Un rostro alegre es señal de un corazón feliz.” (Eclesiástico 13:26)
  • “Un corazón alegre es la mejor medicina.” (Proverbios 17:22)
  • “Un corazón alegre mejora el apetito y también la digestión.” (Eclesiástico 30:25)

Etwas mehr Bescheidenheit

(Foto aufgenommen am 27.4.2021 um 22:45 Uhr in Lüneburg)
Diese Woche konnten wir wieder einen wunderschönen „Supermond“ betrachten.* Dabei musste ich an die Worte der dritten Strophe des Abendliedes „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius (1740-1815) denken (sein Gedicht gehört zu den bekanntesten Werken der deutschen Literatur):

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

Was bilden wir uns häufig ein, über etwas oder jemanden genau Bescheid zu wissen! Dabei kennen wir nur die halbe Wahrheit, die Vorderseite der Medaille, das, was für jeden offensichtlich ist. Wie sehr können wir uns dabei täuschen, Situationen fehleinschätzen oder gar Menschen belächeln!

Schon der Apostel Paulus sagte sinngemäß vor 2000 Jahren: Unser Wissen ist bruchstückhaft. Erst in der Ewigkeit werden wir das Ganze erkennen und verstehen (nach 1. Korinther 13,9-10). Etwas mehr Bescheidenheit und Empathie für unsere Mitmenschen täte uns gut.

Übrigens: Auf Wunsch des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt wurde dieses Lied beim Trauergottesdienst anlässlich seiner Beerdigung am 23. November 2015 gesungen.


* Als „Supermond“ wird der Vollmond bezeichnet, wenn er sich in seiner erdnächsten Position (mindestens 367.600 Kilometer) befindet und von der Sonne angestrahlt wird. Das ist kein astronomisch anerkannter Begriff und wurde so im Jahr 1979 vom Astrologen (sic) Richard Nolle benannt.

(Foto: beate bachmann, pixabay.com)

Der tatsächliche sichtbare Größenunterschied ist recht gering, wirkt aber beim Mondaufgang, wenn er sich nahe dem Horizont befindet, größer – ähnlich wie die Sonne, wenn sie auf- oder untergeht.


A little more humility
This week we could again look at a beautiful “supermoon”. This made me think of the words of the third verse of the evening song “Der Mond ist aufgegangen” (The moon has risen) by Matthias Claudius (1740-1815) (his poem is one of the most famous works of German literature).

How often we imagine that we know exactly about something or someone! But we only know half the truth, the front side of the coin, what is obvious to everyone. How much we can deceive ourselves, misjudge situations or even smile at people! Already the apostle Paul said 2000 years ago: Our knowledge is fragmentary. Only in eternity will we recognize and understand the whole (according to 1 Corinthians 13:9-10). A little more humility and empathy for our fellow human beings would be good for us.

By the way: At the request of former German Chancellor Helmut Schmidt, this song was sung at the funeral service on the occasion of his burial on November 23, 2015.


Un poco más de humildad
Esta semana pudimos contemplar de nuevo una hermosa “superluna”. Esto me hizo pensar en las palabras de la tercera estrofa de la canción “Der Mond ist aufgegangen” (La luna ha salido) de Matthias Claudius (1740-1815) (su poema es una de las obras más famosas de la literatura alemana).

¡Cuántas veces pensamos que conocemos perfectamente algo o a alguien, mientras que sólo conocemos la mitad de la verdad, una cara de la moneda, lo que es evidente para todo el mundo. ¡Cuánto podemos engañarnos a nosotros mismos, juzgar mal las situaciones o incluso reírnos de algunas personas! Ya lo dijo el apóstol Pablo hace 2000 años: Nuestros conocimientos son fragmentarios. Sólo en la eternidad reconoceremos y comprenderemos la totalidad (según 1 Corintios 13:9-10). Un poco más de humildad y empatía con nuestros semejantes nos vendría muy bien.

Por cierto: a petición del excanciller Helmut Schmidt, este poema se cantó en su servicio fúnebre el 23 de noviembre de 2015.

Eine Sternstunde des Gewissens

Foto/Gemälde: Luther vor dem Reichstag in Worms (1877 von Anton Alexander von Werner)

„Eine Sternstunde des Gewissens“
So nennt der Germanist Klaus-Rüdiger Mai das, was vor 500 Jahren, am 17. und 18. April 1521, in Worms geschah: der Auftritt des Reformators Martin Luther auf dem Reichstag auf Einladung des Kaisers Karl V.
Luther sollte seine Ansichten darlegen, erwartet wurde von ihm allerdings einen Widerruf seiner Schriften. Nach einer ersten Anhörung am 17. April kam es am 18. April zur entscheidenden Sitzung. Als Johann von Eck, der Vorsitzende des katholischen Kirchengerichts, Luther aufforderte, seine Schriften zu widerrufen und „sein Gewissen fahren zu lassen“, sprach er die bekannten Sätze:

„Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!“ (DAGR, VII, 8)

Luther bestand darauf, „dass es keinen Zwang im Glauben geben darf, dass er als Christ zu seinem Glauben stehen muss, über den die weltlichen Herrscher, letztlich aber auch die Päpste, Kardinäle und Bischöfe keine Gewalt haben“ (Klaus-Rüdiger Mai in IDEA 15/2021).

Ein Tag später kündigte der Kaiser die Reichsacht (den Bann) an – wegen Häresie und Ansinnen, die herrschende Kirche zu reformieren. Damit wurde Luther für „vogelfrei“ erklärt. Um ihn zu schützen, täuschte der sächsische Kurfürst Friedrich einen Überfall vor und ließ den Reformator auf die Wartburg bringen und verstecken. Dort übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche.

Diese Haltung Luthers dem Wort Gottes und seinem Gewissen gegenüber erinnert mich an ein bekanntes Zitat der amerikanischen Schriftstellerin Ellen G. White:


A matter of conscience
500 years ago, the reformer Martin Luther appeared at the Diet of Worms. After an initial hearing on April 17, 1521, the president of the Catholic ecclesiastical court, Johann von Eck, demanded a day later that he recant his writings. Luther refused with the well-known words:

“Unless I am convinced by the testimony of the Scriptures or by clear reason (for I do not trust either in the pope or in councils alone, since it is well known that they have often erred and contradicted themselves), I am bound by the Scriptures I have quoted and my conscience is captive to the Word of God. I cannot and will not recant anything, since it is neither safe nor right to go against conscience. Here I stand, I can do no other. May God help me. Amen!

One day later, Emperor Charles V announced the imperial power (ban) – for heresy and for attempting to reform the ruling church. To protect the reformer, who had been outlawed, the Saxon prince Frederick III organized a mock kidnapping and hid him in the Wartburg castle. There Martin Luther translated the New Testament into German.

This stand of Luther toward the Word of God and his conscience reminds me of a famous quote by the American writer Ellen G. White:


Un asunto de conciencia
Hace 500 años, el reformador Martín Lutero compareció en la Dieta de Worms. Tras una primera audiencia el 17 de abril de 1521, el presidente del tribunal eclesiástico católico, Johann von Eck, le exigió un día después que se retractara de sus escritos. Lutero se negó con las conocidas palabras:

“A menos que no esté convencido mediante el testimonio de las Escrituras o por razones evidentes —ya que no confío en el Papa, ni en su Concilio, debido a que ellos han errado continuamente y se han contradicho— me mantengo firme en las Escrituras a las que he adoptado como mi guía. Mi conciencia es prisionera de la Palabra de Dios, y no puedo ni quiero revocar nada reconociendo que no es seguro o correcto actuar contra la conciencia. ¡No puedo hacer otra cosa; esta es mi postura! ¡Que Dios me ayude! Amén!

Un día después, el emperador Carlos V anunció el poder imperial (prohibición) – por herejía y por intentar reformar la iglesia gobernante. Para proteger al reformador, que había sido declarado proscrito, el príncipe sajón Federico III organizó un secuestro simulado y lo escondió en el castillo de Wartburg. Allí Martín Lutero tradujo el Nuevo Testamento al alemán.

Esta actitud de Lutero hacia la Palabra de Dios y su conciencia me recuerda una famosa cita de la escritora estadounidense Ellen G. White:

Kein leeres Gerede

Der Apostel Paulus schrieb den Christen in Griechenland (Korinth): Wäre Christus nicht auferstanden, dann hätten wir nur leeres Zeug geredet, euer Glaube wäre nichts wert und ihr würdet noch bis zum Hals in euren Sünden stecken. Doch – Gott sei Dank – ist Christus von den Toten auferstanden!

Markus Spieker kommentiert: „Wenige Jahre später wird Paulus für diese Überzeugung seinen Kopf auf einen Henkerblock legen. Es kann gar kein Zweifel bestehen: Paulus ist entweder völlig wahnsinnig, wogegen seine imposante Lebensleistung spricht, oder er ist sich zu hundert Prozent sicher, dass Jesus höchst lebendig das Grab verlassen hat.“ (JESUS. Eine Weltgeschichte, S. 513)

ER LEBT, viele, auch ich, haben ihn ERLEBT! Und weil er lebt, werden wir auch mit ihm leben. Für immer!


No empty talk
The apostle Paul wrote to the Christians in Greece (Corinth): If Christ had not risen, we would have been talking nothing but empty talk, your faith would be worth nothing and you would still be up to your neck in your sins. But – thank God – Christ has risen from the dead!

Markus Spieker comments: “A few years later Paul will lay his head on an executioner’s block for this conviction. There can be no doubt at all: Paul is either completely insane, against which his imposing life achievement speaks, or he is one hundred percent sure that Jesus has left the grave most alive.” (JESUS. Eine Weltgeschichte, p. 513)

He lives, many, including me, have experienced him! And because he lives, we will also live with him. Forever!


¡Nada insulso! 
El apóstol Pablo escribió a los cristianos de Grecia (Corinto): Si Cristo no hubiera resucitado, sólo habríamos predicado frases insulsas, vuestra fe no valdría absolutamente nada y seguiríais metidos hasta el cuello en vuestros pecados. Pero – gracias a Dios – ¡Cristo resucitó de los muertos!

Markus Spieker comenta: “Unos años más tarde, Pablo pondrá su cabeza en el madero de un verdugo por esta convicción. No cabe la menor duda: Pablo o está completamente loco, lo que su impresionante historial desmiente, o está cien por cien seguro de que Jesús salió vivo de la tumba.” (JESUS. Eine Weltgeschichte, p. 513)

Jesús vive, muchos, incluido yo, lo han experimentado. Y porque Él vive, nosotros también viviremos con Él. ¡Para siempre!

Sabbatruhe: Zeitvergeudung?


Ob da, wo heute in Jerusalem die Grabeskirche steht, oder im Gartengrab: Den Sabbat verbrachte Jesus im Grab. Er ruhte – wie einst am Ende der Schöpfungswoche. Dabei gab es noch so viel zu tun! So viele Menschen, die auf Heilung und Heil warteten … in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde! Sabbatruhe: War das nicht Zeitvergeudung?

Nein, war es nicht. Warum nicht? Weil Jesus zwar „schlief“, der Heilige Geist aber nicht. D. h. Gott hörte nicht auf zu wirken, und zwar im Herzen vieler Menschen: Beim Hauptmann, dessen Glaube wie eine zarte Pflanze vor ein paar Stunden aufgegangen war; bei dem einen oder anderen Soldaten, der sein Bekenntnis gehört hatte (Mt 27,54). Bei einigen der vielen Beobachter, denn 50 Tage später sollte Petrus das „ernten“, was Jesus gesät hatte – auch durch seinen Tod am Kreuz. Diese Saat begann aufzugehen, während Jesus Pause machte im Grab. Bei Simon von Kyrene, der einen Teil der Via Dolorosa für Jesus das Kreuz trug (Mk 15,21): Was er wohl seiner Familie am Abend erzählte?

Während Jesus ruhte, wirkte der Heilige Geist und brachte die Saat im Herzen dieser Menschen in Bewegung. Indem Jesus sich wie ein Weizenkorn in die Erde senken und begraben ließ, nahm er freiwillig die letzte Ohnmacht an, die uns Menschen widerfährt. Nun konnte er nichts mehr tun, nichts mehr sagen – es war alles in seines Vaters Hand gelegt.

Loslassen können, alles in die Hand eines Größeren, in Gottes Hand legen, darin will ich mich mehr üben. Nicht nur am Sabbat-Ruhetag, sondern täglich. Ich will lernen: Von Gott verordnete Ruhe ist immer heilsame Ruhe, die Gutes bewirkt!

Das dürfen bzw. müssen wir auch manchmal erleben: Übergangsphasen, in denen wir nicht die Macher sind, sondern die Ruhenden, die Vertrauenden, die Beter. Weil uns die Kräfte einfach verlassen (z. B. im Alter). Oder weil wir den Einfluss nicht mehr haben (z. B. auf unsere erwachsenen Kinder). Oder weil uns Gott in der einen oder anderen Form „aus dem Verkehr zieht“ und wir nur mit Jesus beten können: „In deine Hände lege ich mein Lebenswerk, meine Träume, meine Ziele. In deine Hände lege ich meine Mühe, meine Erfolge, mein Versagen, meine unerledigten To-Do-Listen. Mach du etwas Brauchbares daraus!“


Sabbath rest: waste of time?
Jesus spent the Sabbath in the tomb. He rested – as once at the end of the creation week. Yet there was still so much to do! So many people waiting for healing and salvation …

Wasn’t that a waste of time? No, it wasn’t. Jesus was “sleeping”, but the Holy Spirit was not. That is, God did not stop working in the hearts of many people while they were thinking about what they had experienced. Now Jesus could do nothing, say nothing – it was all placed in his Father’s hand.

Letting go, putting everything into the hand of a greater, into God’s hand, I want to be able to do that better. Not only on the Sabbath day of rest, but every day. I want to learn: Rest ordained by God is always healing rest that accomplishes good!


El descanso sabático: ¿una pérdida de tiempo? 
Jesús pasó el sábado en la tumba. Descansó – como ya lo había hecho al final de la semana de la creación. Pero, ¡todavía quedaba muchísimo por hacer! Tanta gente esperando la curación y la salvación…

¿No era este sábado una pérdida de tiempo? No, no lo era. Jesús “dormía”, pero el Espíritu Santo no. Es decir, Dios no dejó de obrar en los corazones de muchas personas mientras pensaban en lo que habían vivido. Ahora no había nada que Jesús pudiera hacer, nada que pudiera decir – todo estaba confiado a las manos de su Padre.

Soltar, poner todo en las manos de uno más grande, en las manos de Dios: quiero aprender a practicarlo mejor. No sólo en el día de descanso del sábado, sino diariamente. Quiero aprender: ¡El descanso que Dios ordena es siempre un descanso saludable, un descanso que nos beneficia!