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Warum? / Why? / ¿Porqué?

Erftstadt: Hier wurden 170 Menschen gerettet. (© Rhein-Erft-Kreis).

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Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe gehen uns (meiner Frau und mir) nicht aus dem Sinn. Wir stehen in Kontakt zu Bekannten aus der betroffenen Region und teilen ihre Sorgen. Nachfolgend meine ersten fünf Gedanken zum Thema.

(1) Helfen ja, aber wie?
Als erstes haben wir begonnen, zu beten: Für die Menschen, die Verwandte und Freunde verloren haben (aus Rheinland-Pfalz und NRW werden über 140 Tote und 1300 Vermisste gemeldet); für die Hilfs- und Rettungskräfte (allein in NRW mehr als 19.000); für die Politiker, die sich nun um schnelle Lösungen für die Geschädigten kümmern wollen – zusätzlich zur noch nicht ausgestandenen Pandemie-Krise; für die Versicherungen, dass sie zügig und bereitwillig ihren Pflichten nachkommen. Als zweites haben wir etwas gespendet. Die Aufrufe erscheinen in allen Medien. Dankbar registrieren wir erneut, wie groß in Deutschland die Hilfs- und Spendenbereitschaft bei Katastrophen ist!

(2) Warum lässt Gott das zu?
Diese Frage bleibt bei schweren Naturkatastrophen nie aus. Wenn ich an das Ehepaar denke, das vor den Trümmern ihres Hauses steht, in dem sie nur zwei Monate wohnen konnten, dann kann ich solch eine Frage sehr gut verstehen. Erst recht, wenn nicht nur Immobilien zerstört wurden, sondern Menschenleben. Auf diese Frage habe ich keine Antwort, denn Gott könnte so etwas sehr leicht verhindern. Wie überhaupt das gesamte Leid auf der Welt. Allerdings wäre der Preis dafür sehr hoch und er würde uns nicht gefallen: Er müsste uns dafür zu Marionetten degradieren, weil er ständig eingreifen müsste, um unsere Fehlentscheidungen zu korrigieren. Denn das Leid auf dieser Welt (Hunger, Kriege, viele Naturkatastrophen) ist größtenteils von Menschen verursacht, nicht von Gott.

(3) Spielt der Klimawandel hierbei eine Rolle?
Unbedingt! Denn durch die Erderwärmung nimmt die Verdunstung zu und eine wärmere Atmosphäre nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Starkregenereignisse haben in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich zugenommen. Hinzu kommt die Verlangsamung des Jetstreams, wodurch anhaltende Wetterereignisse begünstigt werden. Wir können unseren Planeten Erde nicht (mehr) retten, aber wir könnten den Zerstörungsprozess etwas verlangsamen. Eine Rettung ist nur vom Schöpfer selbst zu erwarten, der dies ja versprochen hat.

(4) Gibt es Schlimmeres?
Nach der „Jahrhundertflut“ vor 19 Jahren (Elbe-Hochwasser) habe ich mir Gedanken über diese Frage gemacht und etwas zur Frage geschrieben: Wie sicher ist mein Lebenshaus? Ich dachte damals an die Frau, die vor der Ruine ihres Hotels fassungslos stand und dem TV-Reporter sagte: „Dreizehn Jahre umsonst gearbeitet!“ Für einen Menschen, der jahre- oder jahrzehntelang dafür gelebt und geschuftet hat, sein Traumhaus zu bauen, muss es sehr schrecklich sein, zu sehen, wie ein Bagger die paar aufrecht gebliebenen Wände niederreißt. Und für den, dessen Herz an seinem schicken Auto hängt, dürfte es unerträglich sein, es in den Wasserfluten verschwinden zu sehen. Ja, es gibt Schlimmeres, als Haus und Auto zu verlieren, nämlich der Abschied von einem geliebten Menschen. Und noch schlimmer dürfte die unbeantwortete Frage am Ende eines Lebens sein: Wo werde ich die Ewigkeit verbringen?

(5) Ist es zu spät?
Zum Aufhalten des Klimawandels vielleicht, fürs Hinterfragen und Korrigieren der persönlichen Prioritäten sicher nicht. Denn der Schöpfer des Universums hat den Planeten Erde und seine Bewohner nicht aufgegeben. Er sehnt sich danach, unserem Leben einen dauerhaften Sinn zu geben, der nicht auf  Materiellem baut, und ein Lebensziel, das über den Tod hinausreicht. Auf beides ging Jesus Christus beispielsweise in seiner Bergpredigt ein (Matthäusevangelium 5 bis 7).


Why?

The images of the flood disaster move my wife and me. I have been thinking about five questions:

(1) Help yes, but how?
The first thing we started to do was to pray: For the people who have lost relatives and friends; for the relief and rescue workers; for the politicians who now want to find quick solutions for the injured … The second thing we did was to donate something. The appeals appear in all the media. How good that the willingness to help and donate is in Germany so great when disasters occur!

(2) Why does God allow this to happen?
When I think of the couple standing in front of the ruins of their house, in which they could only live for two months, I can understand such a question very well. Even more so when not only property was destroyed, but human lives. I have no answer to this question, because God could very easily prevent such a thing. Like all the suffering in the world. However, he would have to degrade us to puppets for it, because he would have to intervene constantly to correct our wrong decisions. Because the suffering in this world (hunger, wars, many natural disasters) is mostly caused by humans, not by God.

(3) Does climate change play a role in this?
Absolutely! Because global warming increases evaporation and a warmer atmosphere absorbs more moisture. Heavy rain events have increased significantly over the past twenty years. In addition, the jet stream is slowing down, favoring persistent weather events. We cannot save our planet Earth (anymore), but we could slow down the destruction process somewhat. A rescue can only be expected from the creator himself, who has promised this.

(4) Is there anything worse?
For a person who has lived and toiled for years or decades to build his dream house, it must be terrible to stand before the ruins. And for the person whose heart is attached to his fancy car, it must be unbearable to see it disappear in the floodwaters. Yes, there are worse things than losing your house and car, namely saying goodbye to a loved one. And even worse might be the unanswered question at the end of a life: Where will I spend eternity?

(5) Is it too late?
Maybe for stopping climate change, but certainly not for questioning and correcting personal priorities. For the Creator of the universe has not given up on planet Earth and its inhabitants. He longs to give our lives a lasting meaning that is not based on material things, and a goal in life that extends beyond death. Jesus Christ addressed both of these, for example, in his Sermon on the Mount (Matthew’s Gospel 5 to 7).

 abcd


¿Porqué?

Las imágenes del desastre de las inundaciones nos conmueven a mi mujer y a mí. He estado pensando en cinco preguntas:

(1) Ayudar sí, pero ¿cómo?
Lo primero que hicimos fue empezar a orar: Por las personas que perdieron a sus familiares y amigos; por el personal de socorro y rescate; por los políticos que ahora deberán encontrar soluciones rápidas para las víctimas… Lo segundo que hicimos fue donar algo. Los llamamientos aparecen en todos los medios de comunicación. ¡Qué bien que la voluntad de ayudar y donar sea en Alemania tan grande cuando se producen catástrofes!

(2) ¿Por qué lo permite Dios?
Cuando pienso en la pareja frente a las ruinas de su casa, en la que sólo pudieron vivir dos meses, puedo entender muy bien esa pregunta. Más aún cuando no sólo se destruyeron bienes inmuebles, sino también vidas humanas. No tengo respuesta a esta pregunta, porque Dios podría impedirlo muy fácilmente. Como todo el sufrimiento del mundo. Sin embargo, para ello tendría que degradarnos a marionetas, porque tendría que intervenir constantemente para corregir nuestras decisiones erróneas. Porque el sufrimiento en este mundo (el hambre, las guerras, muchas catástrofes naturales) está causado en gran parte por los humanos, no por Dios.

(3) ¿Tiene algo que ver con el cambio climático?
Por supuesto. Porque el calentamiento global aumenta la evaporación y una atmósfera más cálida absorbe más humedad. Las precipitaciones intensas han aumentado considerablemente en los últimos veinte años. Además, el Jetstream se está ralentizando, lo que favorece los fenómenos meteorológicos persistentes. No podemos salvar (ya) nuestro planeta, pero podríamos frenar un poco el proceso de destrucción. Sólo podemos esperar un rescate del propio Creador, que lo ha prometido.

(4) ¿Hay algo mucho peor?
Para una persona que ha vivido y se ha esclavizado durante años o décadas para construir la casa de sus sueños, debe ser terrible estar ante las ruinas. Y para alguien cuyo corazón está ligado a su lujoso coche, debe ser insoportable verlo desaparecer en las aguas de la inundación. Sí, hay cosas peores que perder la casa y el coche, es decir, decir adiós a un ser querido. Y aún peor podría ser la pregunta sin respuesta al final de una vida: ¿Dónde pasaré la eternidad?

(5) ¿Es demasiado tarde?
Quizá para detener el cambio climático, pero desde luego no para cuestionar y corregir las prioridades personales. Porque el Creador del universo no ha renunciado al planeta Tierra ni a sus habitantes. Anhela dar a nuestras vidas un sentido duradero que no se base en cosas materiales, y un objetivo en la vida que se extienda más allá de la muerte. Jesucristo abordó ambas cosas en su Sermón de la Montaña, por ejemplo (Evangelio de Mateo 5 a 7).

Ich wählte den Sabbat

Am 3. März 321, also vor genau 1700 Jahren, erklärte Kaiser Konstantin den Sonntag zum Ruhetag. Er ordnete an, dass „am Tag der Sonne [daher der Name Sonntag] alle Richter, ebenso das Volk in den Städten, sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“ sollen.

Hatten die ersten Christen den 7. Tag der Woche, also den biblischen Shabbat, als Ruhetag gemäß dem vierten der Zehn Gebote und nach dem Vorbild von Jesus gefeiert, so gelang es Konstantin mit seinem Gesetz ein doppelter Schachzug:
Einerseits wählte er einen dem Gott gewidmeten Tag, „der sich reichsweit durchgesetzt und mit dem Kaiserkult eng verbunden hatte: ,Sol invictus’, der unbesiegte Sonnengott“. Zugleich kam er „auch anderen entgegen, etwa dem geheimnisumwitterten Mithras-Kult, in dem die Sonne ebenfalls eine wichtige Rolle spielte“ (so der katholische Sender domradio.de, 7.2.2021).

Ich persönlich habe mich vor 60 Jahren entschieden, beim Sabbat der Bibel zu bleiben. Ich habe diesen Tag als eine erfrischende Oase in der Schul- und Studienzeit erlebt, auch später im Beruf und in der Familie. Selbst jetzt als Rentner freue ich mich mit meiner Frau die ganze Woche auf dieses Geschenk Gottes.


I chose the Sabbath
On March 3, 321, exactly 1700 years ago, Emperor Constantine declared Sunday a day of rest. He decreed that “on the day of the sun [hence the name Sunday] all judges, as well as the people in the cities, and the practice of arts and crafts should rest.”

Whereas the first Christians had celebrated the 7th day of the week, i.e. the biblical Shabbat, as a day of rest in accordance with the fourth of the Ten Commandments and following the example of Jesus, Constantine’s law was a double move:
On the one hand, he chose a day dedicated to God, “which had become established throughout the empire and was closely associated with the imperial cult. ‘Sol invictus,’ the unconquered sun god.” At the same time, it “also accommodated others, such as the mysterious cult of Mithras, in which the sun also played an important role” (according to the Catholic broadcaster domradio.de, 7.2.2021).

Personally, I decided 60 years ago to stay with the Sabbath of the Bible. I experienced this day as a refreshing oasis during my school and university years, and also later at work and with my family. Even now as a retiree, I look forward to this gift from God all week with my wife.


Me decidí por el sábado
El 3 de marzo de 321, hace exactamente 1700 años, el emperador Constantino declaró el domingo como día de descanso. Decretó que “en el día del sol [de ahí el nombre del domingo en inglés: Sunday, y en alemán: Sonntag] debían descansar todos los jueces, así como el pueblo en las ciudades, y la práctica de las artes y los oficios”.

Mientras que los primeros cristianos habían celebrado el séptimo día de la semana, es decir, el Shabbat bíblico, como día de descanso de acuerdo con el cuarto de los Diez Mandamientos y siguiendo el ejemplo de Jesús, Constantino logró una doble jugada con su ley:
Por un lado, eligió un día dedicado a Dios, “que se había consolidado en todo el imperio y estaba estrechamente asociado al culto imperial”. ‘Sol invictus’, el dios sol invicto”. Al mismo tiempo, “también daba cabida a otros, como el misterioso culto a Mitra, en el que el sol también desempeñaba un papel importante” (según la emisora católica domradio.de, 7.2.2021).

Personalmente, hace 60 años decidí mantenerme fiel al sábado de la Biblia. Este día lo viví como un oasis refrescante en mis años de escuela y universidad, y más tarde en mi profesión y en la familia. Incluso ahora, como jubilado, me alegro con mi esposa toda la semana a disfrutar de este regalo de Dios.

Wer Wind sät …

Fotos: Jens Junge, Gregory Roose, Matthew Priest – alle pixabay (Collage: edp)In meiner Sprachlosigkeit fiel mir gestern nur zweierlei ein:
In meiner Sprachlosigkeit fiel mir gestern nur zweierlei ein:

1) Das geflügelte Wort aus Goethes Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“, das gebraucht wird, wenn durch eine Handlung oder eine Aussage eine entsetzende Entwicklung außer Kontrolle gerät.

2) Das Sprichwort „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, das auf die Bibelstelle im Buch Hosea (8,7 Hfa und GNB) zurückgeht.

Gott bewahre die US-Bürger vor Schlimmerem! Er möge verblendeten und fehlgeleiteten Menschen die Augen öffnen – in den USA und in dem Land, in dem wir wohnen!


He who sows the wind …
In my speechlessness, I can recall only two things:

1) The winged word from Goethe’s Sorcerer’s Apprentice“: “The spirits I summoned – I can’t get rid of them” used when an action or statement triggers a process that spirals out of control, especially in politics.

2) The proverb “He who sows the wind, will reap the whirlwind,” which is based on the biblical passage in the Book of Hosea (8:7).

God preserve the US citizens from the worst! And he open the eyes of blinded and misguided people – not only in the USA but also in the country where we live!


El que siembra el viento …
Al faltarme las palabras, sólo quiero mencionar dos pensamientos:

1) La conocida frase del Aprendiz de Hechicero de Goethe: “Ya no puedo deshacerme de los espíritus que llamé”, usada cuando una acción o declaración causa que un proceso aterrador se salga de control, especialmente en el terreno de la política.

2) El proverbio “El que siembra el viento cosechará el torbellino”, que se basa en el pasaje bíblico del libro de Oseas (8:7).

¡Dios no permita que la situación de los ciudadanos estadounidenses empeore! ¡Y que abra los ojos de los ciegos y desorientados, en los EE.UU. y también en el país en el que vivimos!

Ein kleines großes Licht!

Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt. Alfred Delp (1907-1945)

Herr, hilf mir, solch eine Person zu sein!


If there was a little more love and goodness, a little more light and truth in the world through a person, his life had meaning. Alfred Delp (1907-1945)  Foto

Lord, help me to be such a person!

 

Si una persona ha conseguido traer un poco más amor y bondad, luz y verdad a este mundo, entonces su vida no ha sido en vano. Alfred Delp (1907-1945)  Foto

¡Dios mío, ayúdame a ser una de esas personas!

Das Fass läuft über!

Jesus sagte in seiner berühmten Bergpredigt (Matthäusevangelium 5,38-39): „Ihr wisst, dass es heißt: ,Auge um Auge, Zahn um Zahn.‘ Ich aber sage euch: Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut! …“ Wer sich nicht auf das Spiel des Angreifers einlässt, der entwaffnet ihn und durchbricht somit die Spirale von Hass und Gewalt. Wer die Worte Jesu lebt, trägt zum Frieden bei, und zwar sowohl dem eigenen inneren als auch dem Frieden in der Welt.

Heute las ich einen aktuellen Kommentar eines Freundes in einem kirchlichen Newsletter. Er gab mir die Erlaubnis, den  Text hier zu veröffentlichen.

„Das Fass läuft über!“
Ein Kommentar von Jörn Pabst

Momentan bin ich mir nicht sicher, ob eins der ehemals mächtigsten Länder der Erde noch die Kurve bekommt oder ob es in voller Fahrt in eine Katastrophe schlittert. Früher haben politische Veränderungen Jahre oder Jahrzehnte gedauert. Jetzt dauert es manchmal nur ein paar Monate und Dinge verändern sich Grundlegend.

Während Deutschland die Pandemie einigermaßen zu überstehen scheint und richtig viel Geld in die Hand nimmt, um die Wirtschaft und damit auch die Einkünfte der Menschen wieder in Schwung zu bringen, zerfleischt sich ein anderes Land gerade selbst. Neben einer gigantischen Zahl an Corona-Toten, Millionen von Arbeitslosen und einer daniederliegenden Wirtschaft kommen jetzt auch noch Unruhen im Volk hinzu, ausgelöst durch rassistische Polizeigewalt. Das scheint der Tropfen gewesen zu sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und anstatt sein Volk zu vereinen, schüttet der Präsident Öl ins Feuer.

Andererseits stehen überall Menschen auf (oder knien sich hin), um auszudrücken, dass sie keine Form von Rassismus und keine Form von Gewalt akzeptieren. Das wiederum gibt Hoffnung. Und wir sollten darüber nachdenken, wie wir uns Rassismus in unserem Land ebenfalls deutlich entgegenstellen können, überall da, wo er uns begegnet.

Anstatt mit einer Bibel vor einer Kirche für ein Foto zu posieren, empfehle ich dem amerikanischen Präsidenten, die Ruhe einer Kirche zu nutzen, um in der Bibel zu lesen. Ich weiß nicht, ob jemanden, der so von sich selbst überzeugt ist, Gottes Botschaft von Liebe und Hoffnung erreicht, aber einen Versuch wäre es wert. Gottes Geist kann auch den verwirrtesten Geist erreichen und verändern. Das ist mein aufrichtiges Gebet.

(Jörn Pabst ist Kommunikationsbeauftragter der adventistischen Kirchengemeinde ComingHOME in Darmstadt)


After all, the old principle “an eye for an eye” makes everyone blind.  Martin Luther King (1929-1968) Foto

Jesus said in his famous Sermon on the Mount (Gospel of Matthew 5:38-39): “You know that it is said: ‘An eye for an eye, a tooth for a tooth.’But I say to you: Do not fight back when someone does evil to you!  …” Whoever does not engage in the game of the attacker disarms him and thus breaks the spiral of hatred and violence. Whoever lives the words of Jesus contributes to peace, his own inner peace and peace in this world.

 

El antiguo principio “ojo por ojo” hace que a fin de cuentas todos queden ciegos. Martin Luther King (1929-1968) Foto

Jesús dijo en su famoso Sermón de la Montaña (Evangelio de Mateo 5:38-39): “Sabéis que se dice: ‘Ojo por ojo, diente por diente’. Pero yo os digo: ¡No os enfrentéis cuando alguien os hace daño! …” Quien no se deja atrapar por el juego del atacante, lo desarma y rompe así la espiral de odio y violencia. Quien practica las palabras de Jesús contribuye a la paz, a su propia paz interior y a la paz de este mundo.

Coronavirus: Ist uns noch zu helfen?

Das sind nur zwei kurze Auszüge zum Thema Corona-Demos. Man könnte seitenfüllend zitieren!

Corona-Demos: Tausende demonstrieren in Berlin, Dortmund, München und Stuttgart gegen die Corona-Maßnahmen. Auch in Niedersachsen und Bremen sind Demonstrationen geplant. Politiker warnen vor dem Einfluss von Verschwörungstheoretikern und Extremisten. Ich persönlich habe nichts dagegen, DASS demonstriert wird. Das Problem ist WIE es gemacht wird, WER mit WEM und WARUM.

Heute früh las ich den Kommentar eines Freundes in einem kirchlichen Newsletter. Er gab mir die Erlaubnis, ihn hier zu zitieren. Und kurz danach bekam ich einen Dialog aus Facebook gemailt, der mich sehr nachdenklich stimmte.

„Ich hatte gehofft …“
Ein Kommentar von Jörn Pabst

Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass die Menschen die Zeit der sozialen Distanz zum Nachdenken nutzen. Sich mal Gedanken über das Leben, die sozialen Kontakte, den Umgang miteinander und mit der Welt machen. Und wahrscheinlich haben das viele auch getan. Aber, die große Frage ist, ob und wie sich das in der näheren und weiteren Zukunft auswirken wird. Werden wir nachhaltiger leben wollen? Werden wir mehr Wert auf gute Kontakte legen, weniger oberflächlich an Beziehungen herangehen? Sicher ist vielen bewusst geworden, wie sehr sie Kontakte zu anderen Menschen brauchen. Andern ist vielleicht aber auch klar geworden, wie einfach sie auf bestimmte Kontakte verzichten konnten.

Irgendwie hatte ich mir gewünscht oder darauf gehofft, dass dieser „Neustart“ auch eine Neuausrichtung bringt. Jetzt, wo alles so gaaanz langsam wieder hochfährt, bin ich mir nicht sicher, ob nicht vieles sich wieder so einschleift, wie vorher. Und zusätzlich machen mir die Menschen sorgen, die tatsächlich an die große Verschwörung glauben und dafür auch noch auf die Straße gehen.

Noch viel bedenklicher finde ich es, dass auch in unseren Reihen [also unter Christen], einige auf diesen Zug aufspringen. In den letzten Tagen musste ich mich in den sozialen Medien von vier bis fünf Menschen trennen, weil ich die Kommentare und unreflektierten Posts nicht mehr ertragen habe (keine aus meiner Kirchengemeinde). Was für ein Gottesbild muss ein Mensch haben, wenn er in allem und jedem das Böse und eine Verschwörung sieht? Wenn sein Glaube maßgeblich auf Angst aufbaut und nicht auf Vertrauen? Wenn seine Hoffnung darauf basiert, leben zu können, weil er ein Spezialwissen habe, das andere nicht haben? Wenn jegliche Freiheit fehlt, wie will man es denn dann im Himmel aushalten?

Ich hoffe, dass es Jesus gelingt, die Herzen dieser Menschen zu berühren und dass er ihnen durch seine Liebe, seine Ruhe und seinen Frieden ins Herz geben kann. Sollte er mich dafür brauchen, dann würde ich ihn darum bitten, mich vorher noch mit einer gaaanz großen Portion Geduld auszustatten. Sonst könnte das schwierig werden.

(Jörn Pabst ist Kommunikationsbeauftragter der adventistischen Kirchengemeinde ComingHOME in Darmstadt)


Von einem anderen Freund bekam ich – ebenfalls heute – einen Dialog, den er bei Facebook gefunden hat. Ich befürchte, dass dieser „Austausch“ keine vereinzelt vorkommende Ausnahme sein dürfte.

Ein vielsagender Dialog (aus Facebook)

„Ich glaube nicht an das Virus!“
Ich: „Das ist nicht schlimm – das Virus ist so oder so da, auch wenn Du nicht daran glaubst.“

„Es ist sowieso Teil einer großen Verschwörung!“
Ich: „Wie das? Ich dachte, es sei nicht da?“

„Ist es auch nicht, aber es soll uns Angst machen.“
Ich: „Wieso?“

„Weil man uns impfen will!“
Ich: „Also ich möchte geimpft werden, sobald eine Impfung gegen COVID-19 verfügbar ist.“

„Hast Du Dich auch gegen die anderen 18 impfen lassen?“
Ich: „Welche anderen 18?“

„Na, COVID-19!“
Ich: „Ähm, das ist das Entdeckungsjahr.“

„Das ist nicht entdeckt worden. Gibt es ja auch gar nicht.“
„Bill Gates will uns alle impfen.“
Ich: „Wieso?“

„Er hat die WHO gekauft! 80 % von deren Geld stammen von ihm. Wusstest Du, dass COVID für Impfpass steht? Certification of Vaccination Identification!“
Ich: „Tut es nicht. Und die 80 % kommen von Ken Jebsen und sind falsch, steht im WHO-Jahresbericht. Kann man nachlesen.“

„Aber er will uns alle chippen. Das steht auch in der Johannes-Offenbarung. Glaubst Du dem WHO-Jahresbericht mehr als der Bibel?“
Ich: „Gott hat was über Bill Gates reingeschrieben, aber nicht über das Virus?“

„Ich weiß nicht, was er genau geschrieben hat, musst Du selbst lesen. Sei kein Schaf!“
Ich: „Aber Du hast es nicht gelesen?“

„Nein, aber ich habe darüber gelesen! Bei Leuten, die sich damit auskennen!“
Ich: „Hast Du geprüft, ob das stimmt?“

„Nein. Wieso auch? Das leuchtet doch ein!“
Ich: „Also glaubst Du alles ungeprüft, was einleuchtet?“

„Nein.“
Ich: „Aber das?“

„Nein. Ich hinterfrage alles!“
Ich: „Aber Du hast es doch nicht selbst gelesen?“

„Muss ich auch nicht. Ich habe meine Quellen. Denen vertraue ich.“
Ich: „Und warum möchtest Du Dich nicht impfen lassen?“

„Weil da Gift drin ist!“
Ich: „Aber die Impfung gibt es doch noch gar nicht.“

„Doch klar! Die, die das Virus in Wuhan erschaffen haben, haben das Gegenmittel. Das geht alles von den Chinesen aus.“
Ich: „Das Virus gibt es also doch?“

„Nein.“
Ich: „Wieso gibt es dann schon eine Impfung?“

„Na, das gehört zum Plan.“
Ich: „Welchem Plan?“

„Na, dem von Bill Gates.“
Ich: „Der arbeitet mit den Chinesen zusammen?“

„Ja, und Trump und Putin tun ja ihr Möglichstes dagegen. Aber es hilft nichts.“
Ich: „Was tun die denn?“

„5G aufhalten! Das Land öffnen, gegen die Opposition! Kinder retten!“
Ich: „Was hat jetzt 5G damit zu tun?“

„Damit soll unser Immunsystem geschwächt werden, damit uns das Virus erwischen kann. Die Weltbevölkerung soll dezimiert werden. Kannst Du im Internet nachlesen.“
Ich: „Man kann alles im Internet nachlesen, das sagt noch nichts über den Wahrheitsgehalt aus. Und wie kann ein erfundener Virus unser schwaches Immunsystem ausnutzen?“

„Die retten auch Kinder.“
Ich: „Wovor? Und was ist jetzt mit dem Virus? Erfunden oder nicht?“

„Vor der Folter!“
Ich: „Welcher Folter?“

„Tom Hanks und viele aus der Elite wollen das Kinderblut trinken.“
Ich: „Warum wollen sie das? Und der Virus?“

„Damit sie länger leben!“
Ich: „Woher hast Du das?“

„Xavier Naidoo hat mich darauf gebracht. Er hat das herausgefunden. Er recherchiert da seit 20 Jahren!“
Ich: „Nein, er macht seit 20 Jahren schlechte Musik. Er ist Sänger, kein Journalist oder Wissenschaftler. Und auch nicht Ermittler.“

„Sänger können auch recherchieren!“
Ich: „Und was ist jetzt mit dem Virus?“

„Was soll damit sein?“
Ich: „Na, existiert es, oder nicht?“

„Das kann ich nicht genau sagen. Aber eher nicht. Ich kenne niemanden, der es hat.“
Ich: „Naja, es sind bloß 0,2 % der Bevölkerung in Deutschland infiziert. Die Chance, dass man niemanden kennt, der das Virus hat, ist recht groß.“

„Na also, da haben wir’s!“
Ich: „Was?“

„Na, niemand ist infiziert!“
Ich: „Mit einem Virus, das es nicht gibt?“

„Genau!“
Ich: „Im Ernst, wie kommst Du drauf?“

„Na, hast Du doch gerade eben gesagt!“
Ich: „Wo das?“

„Du hast gesagt, es sind nur 0,2 % infiziert. Das ist doch fast niemand!“
Ich: „Das sind bei über 83 Millionen Deutschen immer noch über 170.000 Menschen!“

„Das stimmt nicht. Das sind nur 0,2. Und außerdem sind das ja nicht alles Deutsche!“
Ich: „Was hat das denn damit zu tun?“

„Na, Du hast doch gesagt: 83 Millionen Deutsche. Da sind doch auch Ausländer dabei!“
Ich: „Nein. Aber was hat das damit zu tun?“

„Ausländer füttern wir mit durch!“
Ich: „Wie kommst Du jetzt drauf?“

„Na, die kriegen den Impfstoff ja kostenlos!“
Ich: „Selbst wenn es so wäre: Du willst ihn doch gar nicht, was schert Dich das?“

„Wenn Ausländer ihn kostenlos bekommen, wieso müssen wir ihn bezahlen?“
Ich: „Musst Du ja nicht. Das ist doch Deine Entscheidung!“

„Ich darf ja nichts mehr, wenn ich mir kein Gift spritzen lasse.“
Ich: „Was darfst Du dann nicht mehr?“

„Rausgehen.“
Ich: „Wer sagt das?“

„Merkel.“
Ich: „Hast Du eine Quelle?“

„Weiß doch jeder.“
Ich: „Also hast Du keine Quelle?“

„Habe ich gelesen.“
Ich: „Wo?“

„Bei jemandem, dem ich vertraue.“
Ich: „Okay. Und wie kommst Du darauf, dass der Impfstoff Gift ist, oder sogar tödlich?“

„Weil ich den Plan kenne.“
Ich: „Welchen Plan?“

„Den Plan, die Bevölkerung zu dezimieren.“
Ich: „Du weißt schon, dass es noch keinen Impfstoff gibt?“

„Jeder weiß, was da drin sein wird.“
Ich: „Wieso haben wir ihn dann noch nicht, wenn jeder das weiß?“

„Gift. Es ist immer Gift drin. Um uns zu kontrollieren. Schon als Kinder!“
Ich: „Du weißt, dass auf Impfstoffen draufsteht, was drin ist, oder?“

„Das glaubst Du?“
Ich: „Es gibt kaum etwas in Deutschland, was so gut kontrolliert wird, wie Medizin.“

„Ja, von Merkel. Was ich davon halte, weißt Du ja.“
Ich: „Merkel kontrolliert Impfstoffe?“

„Nein, aber ihre Handlanger.“
Ich: „Ich weiß nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll.“

„Ich auch nicht. Mit Dir kann man sich nicht vernünftig unterhalten. Das bringt nichts.“
Ich: „Oh, woran meinst Du, könnte das liegen?“

„Ich habe so viele Informationen über alles, was so passiert, und Du bist ein höriges Schlafschaf, das der Elite wirklich alles glaubt. Du solltest besser aufwachen.“

Kein Kommentar meinerseits!