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Coronavirus: Ist uns noch zu helfen?

Das sind nur zwei kurze Auszüge zum Thema Corona-Demos. Man könnte seitenfüllend zitieren!

Corona-Demos: Tausende demonstrieren in Berlin, Dortmund, München und Stuttgart gegen die Corona-Maßnahmen. Auch in Niedersachsen und Bremen sind Demonstrationen geplant. Politiker warnen vor dem Einfluss von Verschwörungstheoretikern und Extremisten. Ich persönlich habe nichts dagegen, DASS demonstriert wird. Das Problem ist WIE es gemacht wird, WER mit WEM und WARUM.

Heute früh las ich den Kommentar eines Freundes in einem kirchlichen Newsletter. Er gab mir die Erlaubnis, ihn hier zu zitieren. Und kurz danach bekam ich einen Dialog aus Facebook gemailt, der mich sehr nachdenklich stimmte.

„Ich hatte gehofft …“
Ein Kommentar von Jörn Pabst

Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass die Menschen die Zeit der sozialen Distanz zum Nachdenken nutzen. Sich mal Gedanken über das Leben, die sozialen Kontakte, den Umgang miteinander und mit der Welt machen. Und wahrscheinlich haben das viele auch getan. Aber, die große Frage ist, ob und wie sich das in der näheren und weiteren Zukunft auswirken wird. Werden wir nachhaltiger leben wollen? Werden wir mehr Wert auf gute Kontakte legen, weniger oberflächlich an Beziehungen herangehen? Sicher ist vielen bewusst geworden, wie sehr sie Kontakte zu anderen Menschen brauchen. Andern ist vielleicht aber auch klar geworden, wie einfach sie auf bestimmte Kontakte verzichten konnten.

Irgendwie hatte ich mir gewünscht oder darauf gehofft, dass dieser „Neustart“ auch eine Neuausrichtung bringt. Jetzt, wo alles so gaaanz langsam wieder hochfährt, bin ich mir nicht sicher, ob nicht vieles sich wieder so einschleift, wie vorher. Und zusätzlich machen mir die Menschen sorgen, die tatsächlich an die große Verschwörung glauben und dafür auch noch auf die Straße gehen.

Noch viel bedenklicher finde ich es, dass auch in unseren Reihen [also unter Christen], einige auf diesen Zug aufspringen. In den letzten Tagen musste ich mich in den sozialen Medien von vier bis fünf Menschen trennen, weil ich die Kommentare und unreflektierten Posts nicht mehr ertragen habe (keine aus meiner Kirchengemeinde). Was für ein Gottesbild muss ein Mensch haben, wenn er in allem und jedem das Böse und eine Verschwörung sieht? Wenn sein Glaube maßgeblich auf Angst aufbaut und nicht auf Vertrauen? Wenn seine Hoffnung darauf basiert, leben zu können, weil er ein Spezialwissen habe, das andere nicht haben? Wenn jegliche Freiheit fehlt, wie will man es denn dann im Himmel aushalten?

Ich hoffe, dass es Jesus gelingt, die Herzen dieser Menschen zu berühren und dass er ihnen durch seine Liebe, seine Ruhe und seinen Frieden ins Herz geben kann. Sollte er mich dafür brauchen, dann würde ich ihn darum bitten, mich vorher noch mit einer gaaanz großen Portion Geduld auszustatten. Sonst könnte das schwierig werden.

(Jörn Pabst ist Kommunikationsbeauftragter der adventistischen Kirchengemeinde ComingHOME in Darmstadt)


Von einem anderen Freund bekam ich – ebenfalls heute – einen Dialog, den er bei Facebook gefunden hat. Ich befürchte, dass dieser „Austausch“ keine vereinzelt vorkommende Ausnahme sein dürfte.

Ein vielsagender Dialog (aus Facebook)

„Ich glaube nicht an das Virus!“
Ich: „Das ist nicht schlimm – das Virus ist so oder so da, auch wenn Du nicht daran glaubst.“

„Es ist sowieso Teil einer großen Verschwörung!“
Ich: „Wie das? Ich dachte, es sei nicht da?“

„Ist es auch nicht, aber es soll uns Angst machen.“
Ich: „Wieso?“

„Weil man uns impfen will!“
Ich: „Also ich möchte geimpft werden, sobald eine Impfung gegen COVID-19 verfügbar ist.“

„Hast Du Dich auch gegen die anderen 18 impfen lassen?“
Ich: „Welche anderen 18?“

„Na, COVID-19!“
Ich: „Ähm, das ist das Entdeckungsjahr.“

„Das ist nicht entdeckt worden. Gibt es ja auch gar nicht.“
„Bill Gates will uns alle impfen.“
Ich: „Wieso?“

„Er hat die WHO gekauft! 80 % von deren Geld stammen von ihm. Wusstest Du, dass COVID für Impfpass steht? Certification of Vaccination Identification!“
Ich: „Tut es nicht. Und die 80 % kommen von Ken Jebsen und sind falsch, steht im WHO-Jahresbericht. Kann man nachlesen.“

„Aber er will uns alle chippen. Das steht auch in der Johannes-Offenbarung. Glaubst Du dem WHO-Jahresbericht mehr als der Bibel?“
Ich: „Gott hat was über Bill Gates reingeschrieben, aber nicht über das Virus?“

„Ich weiß nicht, was er genau geschrieben hat, musst Du selbst lesen. Sei kein Schaf!“
Ich: „Aber Du hast es nicht gelesen?“

„Nein, aber ich habe darüber gelesen! Bei Leuten, die sich damit auskennen!“
Ich: „Hast Du geprüft, ob das stimmt?“

„Nein. Wieso auch? Das leuchtet doch ein!“
Ich: „Also glaubst Du alles ungeprüft, was einleuchtet?“

„Nein.“
Ich: „Aber das?“

„Nein. Ich hinterfrage alles!“
Ich: „Aber Du hast es doch nicht selbst gelesen?“

„Muss ich auch nicht. Ich habe meine Quellen. Denen vertraue ich.“
Ich: „Und warum möchtest Du Dich nicht impfen lassen?“

„Weil da Gift drin ist!“
Ich: „Aber die Impfung gibt es doch noch gar nicht.“

„Doch klar! Die, die das Virus in Wuhan erschaffen haben, haben das Gegenmittel. Das geht alles von den Chinesen aus.“
Ich: „Das Virus gibt es also doch?“

„Nein.“
Ich: „Wieso gibt es dann schon eine Impfung?“

„Na, das gehört zum Plan.“
Ich: „Welchem Plan?“

„Na, dem von Bill Gates.“
Ich: „Der arbeitet mit den Chinesen zusammen?“

„Ja, und Trump und Putin tun ja ihr Möglichstes dagegen. Aber es hilft nichts.“
Ich: „Was tun die denn?“

„5G aufhalten! Das Land öffnen, gegen die Opposition! Kinder retten!“
Ich: „Was hat jetzt 5G damit zu tun?“

„Damit soll unser Immunsystem geschwächt werden, damit uns das Virus erwischen kann. Die Weltbevölkerung soll dezimiert werden. Kannst Du im Internet nachlesen.“
Ich: „Man kann alles im Internet nachlesen, das sagt noch nichts über den Wahrheitsgehalt aus. Und wie kann ein erfundener Virus unser schwaches Immunsystem ausnutzen?“

„Die retten auch Kinder.“
Ich: „Wovor? Und was ist jetzt mit dem Virus? Erfunden oder nicht?“

„Vor der Folter!“
Ich: „Welcher Folter?“

„Tom Hanks und viele aus der Elite wollen das Kinderblut trinken.“
Ich: „Warum wollen sie das? Und der Virus?“

„Damit sie länger leben!“
Ich: „Woher hast Du das?“

„Xavier Naidoo hat mich darauf gebracht. Er hat das herausgefunden. Er recherchiert da seit 20 Jahren!“
Ich: „Nein, er macht seit 20 Jahren schlechte Musik. Er ist Sänger, kein Journalist oder Wissenschaftler. Und auch nicht Ermittler.“

„Sänger können auch recherchieren!“
Ich: „Und was ist jetzt mit dem Virus?“

„Was soll damit sein?“
Ich: „Na, existiert es, oder nicht?“

„Das kann ich nicht genau sagen. Aber eher nicht. Ich kenne niemanden, der es hat.“
Ich: „Naja, es sind bloß 0,2 % der Bevölkerung in Deutschland infiziert. Die Chance, dass man niemanden kennt, der das Virus hat, ist recht groß.“

„Na also, da haben wir’s!“
Ich: „Was?“

„Na, niemand ist infiziert!“
Ich: „Mit einem Virus, das es nicht gibt?“

„Genau!“
Ich: „Im Ernst, wie kommst Du drauf?“

„Na, hast Du doch gerade eben gesagt!“
Ich: „Wo das?“

„Du hast gesagt, es sind nur 0,2 % infiziert. Das ist doch fast niemand!“
Ich: „Das sind bei über 83 Millionen Deutschen immer noch über 170.000 Menschen!“

„Das stimmt nicht. Das sind nur 0,2. Und außerdem sind das ja nicht alles Deutsche!“
Ich: „Was hat das denn damit zu tun?“

„Na, Du hast doch gesagt: 83 Millionen Deutsche. Da sind doch auch Ausländer dabei!“
Ich: „Nein. Aber was hat das damit zu tun?“

„Ausländer füttern wir mit durch!“
Ich: „Wie kommst Du jetzt drauf?“

„Na, die kriegen den Impfstoff ja kostenlos!“
Ich: „Selbst wenn es so wäre: Du willst ihn doch gar nicht, was schert Dich das?“

„Wenn Ausländer ihn kostenlos bekommen, wieso müssen wir ihn bezahlen?“
Ich: „Musst Du ja nicht. Das ist doch Deine Entscheidung!“

„Ich darf ja nichts mehr, wenn ich mir kein Gift spritzen lasse.“
Ich: „Was darfst Du dann nicht mehr?“

„Rausgehen.“
Ich: „Wer sagt das?“

„Merkel.“
Ich: „Hast Du eine Quelle?“

„Weiß doch jeder.“
Ich: „Also hast Du keine Quelle?“

„Habe ich gelesen.“
Ich: „Wo?“

„Bei jemandem, dem ich vertraue.“
Ich: „Okay. Und wie kommst Du darauf, dass der Impfstoff Gift ist, oder sogar tödlich?“

„Weil ich den Plan kenne.“
Ich: „Welchen Plan?“

„Den Plan, die Bevölkerung zu dezimieren.“
Ich: „Du weißt schon, dass es noch keinen Impfstoff gibt?“

„Jeder weiß, was da drin sein wird.“
Ich: „Wieso haben wir ihn dann noch nicht, wenn jeder das weiß?“

„Gift. Es ist immer Gift drin. Um uns zu kontrollieren. Schon als Kinder!“
Ich: „Du weißt, dass auf Impfstoffen draufsteht, was drin ist, oder?“

„Das glaubst Du?“
Ich: „Es gibt kaum etwas in Deutschland, was so gut kontrolliert wird, wie Medizin.“

„Ja, von Merkel. Was ich davon halte, weißt Du ja.“
Ich: „Merkel kontrolliert Impfstoffe?“

„Nein, aber ihre Handlanger.“
Ich: „Ich weiß nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll.“

„Ich auch nicht. Mit Dir kann man sich nicht vernünftig unterhalten. Das bringt nichts.“
Ich: „Oh, woran meinst Du, könnte das liegen?“

„Ich habe so viele Informationen über alles, was so passiert, und Du bist ein höriges Schlafschaf, das der Elite wirklich alles glaubt. Du solltest besser aufwachen.“

Kein Kommentar meinerseits!

Zurück zu welcher „Normalität“?

Screenshot der Predigtsendung vom HOPE-TV

Der Titel der Predigt machte mich neugierig: „Nicht nur sauber, sondern rein“. Worauf wollte denn der Redner, Pastor Johannes Naether (Hannover), Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Norddeutschland, hinaus? Ich ließ mich überraschen und war am Schluss begeistert von dieser Predigt, die am 2. Mai 2020 im HOPE-TV-Gottesdienst übertragen wurde.

Nach einer kurzen Einführung über die „neue Normalität“ – Hände 20 Sekunden lang waschen, Supermarktbesuch mit zwei Einkaufswägen, Mindestabstand – kam Pastor Naether auf die biblische Grundlage der Predigt zu sprechen, nämlich die Begebenheit, die im Markusevangelium Kapitel 7 berichtet wird: In einer Art „Untersuchungsausschuss“ konfrontieren Abgesandte der damaligen geistlichen Elite Jesus damit, dass seine Schüler sich nicht an die geltenden Vorschriften halten, so z. B. an die rituellen Waschungen vor dem Essen.

Was ist normal? Was ist bindend?
Bei der kontroversen Diskussion, die Jesus führte, sei es ihm nicht um eine Missachtung der fünf Bücher Mose gegangen, sondern vielmehr um die Zusatzvorschriften, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatten („Überlieferungen der Ältesten“ genannt). An dieser Stelle fragte Naether die Zuschauer:

Was ist normal, d. h. in welcher Wirklichkeit leben wir? Was ist für uns bindend? In dieser Zeit spüren und wissen wir, dass alles in Frage gestellt wird. Die gängige Routine ist futsch und Antworten auf (lebens)wichtige Fragen werden von Pressekonferenzen der Regierenden erwartet. Wenn ich von Normalität spreche, dann darf ich davon ausgehen, dass uns Dinge in Fleisch und Blut übergegangen sind, die wir nicht mehr – oder nur ganz, ganz selten – hinterfragen. Aber genau das zu tun, ist die Chance in der Krise.

„Normalität ist ein Zustand, der mir vertraut ist und … Sicherheit vermittelt – ein existentielles Grundbedürfnis!“, führte er weiter aus. Diese Normalität, die wir schaffen und kontrollieren, politisch regulieren und rechtlich klären, wird durch ein Virus plötzlich in Frage gestellt: „Unsicherheit und Mehrdeutigkeit als Begleiter in der Krise – das ist schwer zu ertragen.“

Bezugnehmend auf die Regelungen der Pharisäer (Schüssel, Becher, Krüge), die alle Aufmerksamkeit verlangten und Pflichten regelten, übertrug Naether auf unser persönliches geistliches Leben:

Eine Welt, in der letztlich mein Glaube an Gott, meine Spiritualität in der Gefahr steht, zu einer anstrengenden Pflichtübung zu verkommen, weil ich nur noch darauf aus sein muss, das selbstgebastelte Gebäude der Normalität aufrechtzuerhalten, zu funktionieren. Ansonsten verunreinige ich mich, wenn ich aus der Normalität ausbreche.

Das Fazit von Jesus (indem er Jesaja 29,13 zitiert) könnte deutlicher nicht sein: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ (Markus 7,6) Am Beispiel der Korban-Formel machte er deutlich, „wie trügerisch und voller Heuchelei die so genannte ,Normalität‘ sein kann, ja, wie wir sie sogar pervertieren können“. (Die Juden gestatteten Söhnen, ihren Besitz Gott hinzugeben [Korban] und dann ihren Eltern die Unterstützung unter dem Vorwand zu verweigern, ihre Habe sei nun Gott geweiht.)

Ist Europa erst jetzt krank?
Zwischendurch wurden Naethers Ausführungen gesellschaftskritisch:

Zu welcher „gesunden Normalität“ lohnt es sich zurückzukehren?Eine Normalität, die achselzuckend zusieht, wie Männer, Frauen und Kinder während des gesamten Osterfestes hinweg im Mittelmeer treiben und vergeblich auf Rettung hoffen, während die Christenheit die Auferstehung Jesu feiert? Unsere „Normalität“ lässt Menschen ertrinken oder in Lagern misshandeln. War Europa schon vor der Pandemie schwer krank?
Wir bekommen es in Europa nicht hin, 1800 unbegleitete Kinder aus Flüchtlingslagern aufzunehmen, aber mit Frühlingseifer Erntehelfer aus dem Ausland einzufliegen? Kein Problem, um den nationalen Spargelhaushalt aufrechtzuerhalten. Ist das normal? In armen Ländern werden die Särge gestapelt und Leichen mit dem Gabelstapler abtransportiert, aber auf die Idee, einen Schuldenschnitt wirklich umzusetzen, kommt keiner.

Das falsche Leben im vermeintlich richtigen?
Dann wurde Naether persönlich, als er fragte:

Ist es nicht auch legitim zu fragen, ob wir womöglich das falsche Leben im vermeintlich richtigen führen, wenn Partnerschaft, Familie oder auch Single-Dasein sonst nur mit Dauer-Ablenkung zu ertragen ist?
Wie steht es mit Unversöhnlichkeit, Hartherzigkeit, Hochmut? Ich kenne diese Dinge, sie sind mir nicht fremd, und ich will nicht, dass sie zur Normalität meines Lebens werden oder bleiben.

Johannes Naether zitierte die Worte Jesu in Markus 7,20-23: „Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dies Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein.“
Damit leitete er über auf seine Schlussfolgerung: Die schwerwiegendere Verunreinigung steckt tief, ist die des Herzens, und die bekommen wir nicht mit eigenen Bordmitteln in den Griff. Daher fragte er:

Was bedroht die Menschen im Innersten mehr: Covid 19 oder eine „Normalität“, die wir uns ohne Gott zurechtbasteln?

Er lud die Zuschauer ein, ihr Herz vor Jesus auszubreiten. Das wäre der Beginn einer neuen „Normalität“ und der Weg, mit sich selbst im Reinen zu sein.

Mit sich selbst im Reinen
Wenn wir das sagen, denken wir weder an eine aufgeräumte Wohnung noch ans Händewaschen, sondern daran, dass wir uns mit unseren inneren „Baustellen“ auseinandergesetzt haben:

Da hast du vielleicht Vergebung empfangen oder ausgesprochen. Oder du bist durch Gebet und Seelsorge frei geworden von Neid und Bitterkeit. Oder du konntest an dir vielleicht eine neue Freizügigkeit entdecken und denkst solidarischer, mitfühlender und auch mehr fürsorglich.
Vielleicht bist du auch frei geworden von einem ätzenden Zynismus, der in Wirklichkeit nur deine Unsicherheit am Leben kaschiert hat. Jetzt ziehen Güte und Freundlichkeit in dein Herz. Vielleicht konntest du auch einen Neuanfang mit einem Menschen wagen, wo eine bittere Distanz eingetreten war.

Naether verglich den Krisenmodus der Pandemie mit einem Vergrößerungsglas, das die Bruchstellen unserer Gesellschaft oder unseres Lebens sichtbar macht. Und er zeigte sich zuversichtlich, dass Jesus auch diese Krisenzeit nutzen kann, um uns einen Neuanfang zu schenken. Das sei viel besser, als das Alte zu verklären, „denn, wenn in einem halben oder einem Jahr wieder alles ist wie vorher, dann darf man von einer verpassten Chance sprechen“.

Zum Abschluss seiner Predigt ermutigte Johannes Naether die Zuschauer, sich nicht mit der alten Normalität ohne Gott zu begnügen:

Der Weg zu einem neuen Leben, zu einer neuen Normalität, ist der Weg zu Jesus, ist der Weg mit IHM. Die neue Normalität ist ein Herz, in dem Jesus Platz hat – kein Mindestabstand, keine Maske, die du vor ihm tragen musst. Du brauchst dich auch vorher nicht zu desinfizieren oder einem Test unterziehen. Sag einfach JA zu Jesus, und er beginnt ein neues Leben mit dir.

 

Heilende Grenzen

Albert Schweitzer (1875-1965) werden die Worte zugeschrieben: „Die Wissenschaft,  richtig verstanden, heilt den Menschen von seinem Stolz; denn sie zeigt ihm seine  Grenzen.“ Umgekehrt gilt: Der Glaube, richtig verstanden, heilt den Menschen von  seiner Verzweiflung, denn er zeigt ihm seine Bestimmung. (Rolf J. Pöhler)

Quelle:  Zeitloses Andachtsbuch  “Atem holen

 

English:
Healing Limits
Albert Schweitzer is credited with the words: “Science, correctly understood, heals man from his pride; for she shows him his limitations.” And vice versa, faith, properly understood, heals man of his desperation, because he shows him his destiny. (Rolf J. Pöhler) Picture

Español:
Límites curativos
A Albert Schweitzer se le atribuyen las palabras: “La ciencia, correctamente entendida, cura al hombre de su orgullo, porque le muestra sus límites”. Lo contrario también es cierto: La fe, bien entendida, cura al hombre de su desesperación, porque le muestra su destino. (Rolf J. Pöhler)  Foto

Gott gibt uns nicht auf

Während sich die Coronavirus-Pandemie ausbreitet, gibt es zwischen den vielen schlechten Nachrichten auch hoffnungsvolle Lichtblicke. Gesten der Dankbarkeit auf Straßen und Balkonen rühren im medizinischen Bereich Tätige zu Tränen. Künstler veranstalten Hauskonzerte vor laufender Kamera, um denen etwas Abwechslung frei Haus zu liefern, die ihre vier Wände nicht verlassen können bzw. dürfen. Per Kleinanzeige bieten Schüler und Studenten ihre Hilfe beim Einkaufen oder Babysitten an. Privatpersonen machen sich an die heimische Nähmaschine, um einfache Schutzmasken zu nähen. Grenzen übergreifend werden Patienten übernommen, für die es in den Krankenhäusern ihrer Heimat keinen Platz mehr gibt.

Wenn wir (Pastoren, Theologen) über die Merkmale der Endzeit reden, beschränken wir uns häufig auf die Aussagen, die den Verfall der ethischen Werte und das Erkalten der Liebe und Hilfsbereitschaft beschreiben. Wir sollten darauf achten, dass wir nicht zu Schwarzweißmalern werden: Menschen, die nicht in einer bewussten Beziehung zu Gott leben oder den Glauben sogar ablehnen, sind dennoch in der Lage, Gutes zu tun. Und leider gibt es genug bekennende Christen, die sich nicht oder kaum von den Menschen unterscheiden, die ohne Gott leben.

Natürlich sollen Christen für die Gesellschaft das sein, was das Salz für die Suppe ist. Aber Gott sei Dank besteht der Rest der Welt nicht aus Dieben, Mördern, Lügnern, notorischen Egoisten. Gerade im deutschsprachigen Raum ist bei jeder Benefizveranstaltung (meistens in der Adventszeit) die Spendenbereitschaft und Solidarität von Bürgern und Unternehmern beachtenswert.

Im Johannesevangelium 1,9 steht:

[Jesus Christus] war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.

Der Geist Gottes hat sich nicht von der Menschheit zurückgezogen. Die Strahlen der Güte und Freundlichkeit unseres Erlösers, des „wahren Lichtes“, erreichen immer noch jedes Menschenherz. Nicht überall, aber immer wieder, bringen sie die Saiten der Solidarität, Nächstenliebe und Opferbereitschaft zum Schwingen. Leider bewegen diese Strahlen der Liebe Gottes noch nicht häufig genug die Empfänger dazu, sich von diesem Licht zur wahren Quelle der Hoffnung für diese Welt führen zu lassen. Aber solange die Sonne aufgeht – und das tut sie jeden Tag –, dürfen wir unsere Mitmenschen nicht aufgeben. Gott hat sie, hat uns, noch nicht abgeschrieben!

English:
God does not give up on us
As long as the sun rises, we should not give up on our fellow human beings. God hasn’t written us off yet! Picture

Español:
Dios no se rinde
Mientras continúe saliendo el sol, no podemos dar por perdidos a nuestros semejantes. Dios sigue cortejándoles… ¡a ellos y a nosotros!  Foto

Der Frühling fällt nicht aus

(Fotos: edp, Lüneburg, März 2020)
In der Tageszeitung ist die ABSAGEN-Kolumne wegen des Coronavirus jeden Tag ziemlich lang.

Es gibt aber vieles, das niemals abgesagt werden wird: der Frühling, das Gebet, die Vergebungsbereitschaft Gottes, seine Gnade, die Herzlichkeit unter seinen Kindern, die Opferbereitschaft …

Warum nicht?

Solange die Erde besteht, soll es immer Saat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht geben. (1. Mose 8,22 Hfa)

 

 

Not canceled is…
In the daily newspaper the cancelations column because of the corona virus is quite long.  But there are many things that will never be canceled: springtime, prayer, God’s readiness to forgive, his grace, the cordiality among his children, the willingness to sacrifice…

And why not?

As long as the earth lasts, there will always be a time to plant and a time to gather the crops. As long as the earth lasts, there will always be cold and heat. There will always be summer and winter, day and night. (Genesis 8,22 NIRV)

 

No se cancela …
Cada día la lista de espectáculos cancelados a causa del coronavirus que sale en el periódico es muy larga. Pero hay muchas cosas que nunca se cancelarán: la primavera, la oración, la disposición de Dios a perdonar, su gracia, la cordialidad entre sus seguidores, la disposición a la solidaridad y al sacrificio…

¿Y porqué no?

Mientras la tierra exista, habrá siembra y cosecha, frío y calor, verano e invierno, y días y noches. (Génesis 8:22 NIV)

Vorbeugen … und beten!

Die West- bzw. Klagemauer in Jerusalem. (Foto: edp, 2013)
In diesen Tagen breitet sich die Sorge wegen der Coronavirus-Pandemie rasant aus. Wenn man die Nachrichten einschaltet, ist fast nur noch davon die Rede. Dies aber dauernd zu tun ist nicht ratsam, sonst wird man leicht depressiv. Gerade wir als Christen dürfen und sollten uns in dieser Zeit im Gebet an Gott wenden.

Durchs Beten werden wir ruhiger, weil unser Vater im Himmel unsere Not kennt und unsere Ängste versteht und auffängt. Zu wissen, dass er diese Welt immer noch in seinen Händen hält ­­– auch das unserer Kinder, Familien, Freunde, Gemeinden –, wird unsere Herzen mit seinem Frieden erfüllen.

Beten macht nicht die empfohlenen Vorsorgemaßnahmen überflüssig (das wäre vermessen!), aber es bewirkt das, was kein Medikament und kein Desinfektionsmittel leisten kann: Wir verbinden unsere Not, unsere Hilflosigkeit und Schwachheit mit der Quelle der Kraft, der Liebe, des Trostes. Und damit signalisieren wir Gott, dass wir ihm mehr vertrauen als der Medizin, der Politik, der Wissenschaft.

Anders formuliert: In einer Zeit, in der so viele Menschen Gott und den Glauben als überholt und überflüssig betrachten (und dementsprechend gott-los leben), ehren wir den Schöpfergott, indem wir uns in dieser Krise an ihn wenden und ihm unser volles Vertrauen aussprechen.

Unser jüngerer Sohn formulierte es so in einem Brief an die Gemeinde, die er leitet: „Es gibt keinen Anlass, Panik zu verbreiten; die Maßnahme, unsere Gottesdienste auszusetzen, ist rein vorsorglicher Natur. Wissend, dass unsere vorsorglichen Möglichkeiten sowieso nur begrenzt sind und wir letzten Endes alles in Gottes Hand legen und uns von ihm getragen wissen dürfen. Gerade jetzt in diesen bewegten Tagen mögen wir auf seinen Schutz, seine Verheißungen vertrauen und auch untereinander und nach Orientierung suchenden Menschen um uns herum Mut und Zuversicht machen.“

Das Lied von Christoph Zehendner „Er hört dein Gebet“ ermutigt uns, die Nähe Gottes zu suchen, wenn die Dunkelheit sich um uns breitet: „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet. Wenn dich Furcht befällt, vor der langen Nacht, hört er dein Gebet.“ Wir brauchen dazu keine speziellen Orte (wie die Klagemauer in Jerusalem), keine Formen (wie die Gebetsriemen, den Gebetsmantel etc.) und auch keine Mustergebete. Selbst wenn uns die Worte fehlen: Er weiß, was uns bewegt, er weiß, wie wir es meinen, denn er kennt uns, seine Kinder, sehr gut. Und darum hört er gern unser Gebet!

Hier kann man drei verschiedenen Versionen des Liedes hören/sehen:

English:
When the burden of the world troubles you, He hears your prayer. When you are afraid of the long night, He hears your prayer. (Christoph Zehendner) Picture

Español:
Cuando la situación del mundo te preocupa, Él escucha tu oración. Cuando tienes miedo de la larga noche, Él escucha tu oración. (Christoph Zehendner)    Foto

En estos días, la preocupación por la pandemia del coronavirus se está extendiendo rápidamente. Si pones las noticias, no se oye o se ve casi nada más. Pero no es aconsejable hacerlo constantemente, de lo contrario ésto nos va a deprimir. Especialmente nosotros, como cristianos, podemos y debemos recurrir a Dios en oración durante este tiempo difícil.

El orar nos tranquiliza, porque nuestro Padre en el cielo conoce nuestra situación y entiende y capta nuestros miedos. Saber que Él continúa sosteniendo este mundo en sus manos, incluyendo a nuestros hijos, familias, amigos, iglesias, llenará nuestros corazones con su paz.

La oración no hace innecesarias las medidas preventivas recomendadas (¡eso sería presuntuoso!), pero logra lo que ningún medicamento o desinfectante puede conseguir: Conectar nuestra necesidad, nuestra impotencia y debilidad con la fuente de fuerza, amor y consuelo. Y con esto mostramos a Dios que confiamos en él más que en la medicina, la política, la ciencia.

En otras palabras: En una época en la que tanta gente considera que Dios y la fe son obsoletas y superfluas, honramos al Dios Creador dirigiéndonos a él en esta crisis y expresando nuestra plena confianza en él.

Nuestro hijo menor lo expresó así en una carta a la iglesia que dirige: “No hay razón para sembrar el pánico; la medida de suspender nuestros servicios de culto es de naturaleza puramente preventiva. Sabiendo que nuestras posibilidades de precaución son limitadas de todos modos y que al final lo mejor es poner todo en manos de Dios y dejarnos llevar por Él. Especialmente ahora, en estos días tan revueltos, podemos confiar en su protección, en sus promesas, y también podemos darnos ánimo y confianza unos a otros y a los que nos rodean que buscan orientación.”

La canción de Christoph Zehendner “Él escucha tu oración” nos anima a buscar la presencia de Dios cuando la oscuridad se extiende a nuestro alrededor: “Cuando la situación del mundo te preocupa, Él escucha tu oración. Cuando tienes miedo de la larga noche, Él escucha tu oración”. No necesitamos lugares especiales (como el Muro de los Lamentos en Jerusalén), formas concretas (como las correas de oración, la capa de oración, etc.) o modelos de oraciones para esto. Aunque nos falten las palabras: Él sabe lo que nos preocupa, sabe lo que queremos decir, porque nos conoce a nosotros, sus hijos, muy bien. ¡Y por eso le gusta escuchar nuestra oración!