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Ein Tag zum Genießen!

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Ein Tag zum Genießen!

Gott beendete seine Schöpfung nicht schon am sechsten Tag, als er fertig war mit seiner „Arbeit“, sondern erst am siebten, als er „ruhte“. Vollendet war diese erste Woche der Erde erst mit dem Sabbat. Diesen Tag heiligte Gott (d. h. er sonderte ihn aus als „seinen“ Tag), um sich über seine Geschöpfe zu erfreuen, besonders über den Menschen, und mit diesem Gemeinschaft zu haben.  Er reservierte diesen Tag sozusagen für sich, um ihn wiederum als einen befreienden Tag den Menschen zurückzugeben.

Bibelgesprächsrunde bei HOPE.TV (Foto: Johannes Feldmann, hope.tv)

Der wöchentliche Sabbat-Ruhetag: Ist er bloß der erste Teil des freien Wochenendes? Was alles meint „Ruhen“, wenn von Gott die Rede ist? Und wie kann die Sabbatruhe die Lebensqualität in hektischer Zeit steigern? Darum ging es in der Folge „Der Ruhe-Tag“ von DIE BIBEL.DAS LEBEN auf HOPE.TV, an der auch ich beteiligt war.

Zwei Aussagen im „Studienheft zur Bibel“, die mich diese Woche besonders angesprochen haben:

Der Sabbat hat etwas von Meditation in einem ganz positiven Sinn: Man ruht aus von den Taten. Da ist Sein wichtiger als Tun. Der Mensch soll erkennen, dass er nicht nur aus Taten lebt, sondern auch aus anderen Quellen. Ruhe dient der Resilienz, soll Feiern ermöglichen, aus dem Alltag herausholen. Im Feiern schöpft man Kraft, bricht mit der Illusion, man könne aus ruheloser Arbeit leben. (S. 69)

Der Sabbat ist ein Geschenk des Befreier-Gottes an sein Volk. Deshalb soll der Sabbat eine Befreiungserfahrung sein. Er ist und bleibt ein tiefer Einschnitt in die wirtschaftlichen Interessen der Eliten, die pausenloses Arbeiten und Effektivität fordern. Der Sabbat stellt ein ganz anderes Verständnis vom Leben dar. Er fordert auf zur Empathie, zum Rollentausch. Er macht alle Menschen gleich. Am Sabbat gibt es keinen Unterschied zwischen Vorgesetzten und Lohnarbeitern. Bis heute dürfen in Israel am Sabbat Kindern keine Befehle erteilt werden. (S. 72)

 


 

A day to enjoy!

God did not finish his creation already on the sixth day, when he was finished with his work, but not until the seventh day, when he “rested”. This first week of the earth was fulfilled only with the Sabbath. God sanctified this day (i.e. he set it apart as “his” day) in order to rejoice over his creatures, especially over man, and to have fellowship with him. He reserved this day for himself, so to speak, in order to give it back to man as a day of celebration.

The weekly Sabbath day of rest: Is it just the first part of the free weekend? What all does “rest” mean when talking about God? And how can Sabbath rest enhance the quality of life in hectic times?
We talk about this in the episode “The Day of Rest” (in German) of THE BIBLE.THE LIFE on HOPE.TV.

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¡Un día para disfrutar!

Dios no concluyó su creación en el sexto día, cuando terminó su “trabajo”, sino en el séptimo, cuando “descansó”. Esta primera semana de la tierra sólo se completó con el sábado. Dios santificó este día (es decir, lo apartó como “su” día) para alegrarse por sus criaturas, especialmente por el hombre, y tener comunión con él. Se reservó este día, por así decirlo, para devolverlo al hombre como un día para celebrar.

El sábado como día de descanso semanal: ¿es simplemente la primera parte del fin de semana libre? ¿Qué significa “descansar” cuando se habla de Dios? ¿Y cómo puede el descanso sabático mejorar la calidad de vida en tiempos agitados?
Hablamos de esto en el episodio “El día de descanso” (en alemán) de LA BIBLIA.LA VIDA en HOPE.TV en el que también yo participé.

Sabbatruhe: Zeitvergeudung?


Ob da, wo heute in Jerusalem die Grabeskirche steht, oder im Gartengrab: Den Sabbat verbrachte Jesus im Grab. Er ruhte – wie einst am Ende der Schöpfungswoche. Dabei gab es noch so viel zu tun! So viele Menschen, die auf Heilung und Heil warteten … in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde! Sabbatruhe: War das nicht Zeitvergeudung?

Nein, war es nicht. Warum nicht? Weil Jesus zwar „schlief“, der Heilige Geist aber nicht. D. h. Gott hörte nicht auf zu wirken, und zwar im Herzen vieler Menschen: Beim Hauptmann, dessen Glaube wie eine zarte Pflanze vor ein paar Stunden aufgegangen war; bei dem einen oder anderen Soldaten, der sein Bekenntnis gehört hatte (Mt 27,54). Bei einigen der vielen Beobachter, denn 50 Tage später sollte Petrus das „ernten“, was Jesus gesät hatte – auch durch seinen Tod am Kreuz. Diese Saat begann aufzugehen, während Jesus Pause machte im Grab. Bei Simon von Kyrene, der einen Teil der Via Dolorosa für Jesus das Kreuz trug (Mk 15,21): Was er wohl seiner Familie am Abend erzählte?

Während Jesus ruhte, wirkte der Heilige Geist und brachte die Saat im Herzen dieser Menschen in Bewegung. Indem Jesus sich wie ein Weizenkorn in die Erde senken und begraben ließ, nahm er freiwillig die letzte Ohnmacht an, die uns Menschen widerfährt. Nun konnte er nichts mehr tun, nichts mehr sagen – es war alles in seines Vaters Hand gelegt.

Loslassen können, alles in die Hand eines Größeren, in Gottes Hand legen, darin will ich mich mehr üben. Nicht nur am Sabbat-Ruhetag, sondern täglich. Ich will lernen: Von Gott verordnete Ruhe ist immer heilsame Ruhe, die Gutes bewirkt!

Das dürfen bzw. müssen wir auch manchmal erleben: Übergangsphasen, in denen wir nicht die Macher sind, sondern die Ruhenden, die Vertrauenden, die Beter. Weil uns die Kräfte einfach verlassen (z. B. im Alter). Oder weil wir den Einfluss nicht mehr haben (z. B. auf unsere erwachsenen Kinder). Oder weil uns Gott in der einen oder anderen Form „aus dem Verkehr zieht“ und wir nur mit Jesus beten können: „In deine Hände lege ich mein Lebenswerk, meine Träume, meine Ziele. In deine Hände lege ich meine Mühe, meine Erfolge, mein Versagen, meine unerledigten To-Do-Listen. Mach du etwas Brauchbares daraus!“


Sabbath rest: waste of time?
Jesus spent the Sabbath in the tomb. He rested – as once at the end of the creation week. Yet there was still so much to do! So many people waiting for healing and salvation …

Wasn’t that a waste of time? No, it wasn’t. Jesus was “sleeping”, but the Holy Spirit was not. That is, God did not stop working in the hearts of many people while they were thinking about what they had experienced. Now Jesus could do nothing, say nothing – it was all placed in his Father’s hand.

Letting go, putting everything into the hand of a greater, into God’s hand, I want to be able to do that better. Not only on the Sabbath day of rest, but every day. I want to learn: Rest ordained by God is always healing rest that accomplishes good!


El descanso sabático: ¿una pérdida de tiempo? 
Jesús pasó el sábado en la tumba. Descansó – como ya lo había hecho al final de la semana de la creación. Pero, ¡todavía quedaba muchísimo por hacer! Tanta gente esperando la curación y la salvación…

¿No era este sábado una pérdida de tiempo? No, no lo era. Jesús “dormía”, pero el Espíritu Santo no. Es decir, Dios no dejó de obrar en los corazones de muchas personas mientras pensaban en lo que habían vivido. Ahora no había nada que Jesús pudiera hacer, nada que pudiera decir – todo estaba confiado a las manos de su Padre.

Soltar, poner todo en las manos de uno más grande, en las manos de Dios: quiero aprender a practicarlo mejor. No sólo en el día de descanso del sábado, sino diariamente. Quiero aprender: ¡El descanso que Dios ordena es siempre un descanso saludable, un descanso que nos beneficia!

Ich wählte den Sabbat

Am 3. März 321, also vor genau 1700 Jahren, erklärte Kaiser Konstantin den Sonntag zum Ruhetag. Er ordnete an, dass „am Tag der Sonne [daher der Name Sonntag] alle Richter, ebenso das Volk in den Städten, sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“ sollen.

Hatten die ersten Christen den 7. Tag der Woche, also den biblischen Shabbat, als Ruhetag gemäß dem vierten der Zehn Gebote und nach dem Vorbild von Jesus gefeiert, so gelang es Konstantin mit seinem Gesetz ein doppelter Schachzug:
Einerseits wählte er einen dem Gott gewidmeten Tag, „der sich reichsweit durchgesetzt und mit dem Kaiserkult eng verbunden hatte: ,Sol invictus’, der unbesiegte Sonnengott“. Zugleich kam er „auch anderen entgegen, etwa dem geheimnisumwitterten Mithras-Kult, in dem die Sonne ebenfalls eine wichtige Rolle spielte“ (so der katholische Sender domradio.de, 7.2.2021).

Ich persönlich habe mich vor 60 Jahren entschieden, beim Sabbat der Bibel zu bleiben. Ich habe diesen Tag als eine erfrischende Oase in der Schul- und Studienzeit erlebt, auch später im Beruf und in der Familie. Selbst jetzt als Rentner freue ich mich mit meiner Frau die ganze Woche auf dieses Geschenk Gottes.


I chose the Sabbath
On March 3, 321, exactly 1700 years ago, Emperor Constantine declared Sunday a day of rest. He decreed that “on the day of the sun [hence the name Sunday] all judges, as well as the people in the cities, and the practice of arts and crafts should rest.”

Whereas the first Christians had celebrated the 7th day of the week, i.e. the biblical Shabbat, as a day of rest in accordance with the fourth of the Ten Commandments and following the example of Jesus, Constantine’s law was a double move:
On the one hand, he chose a day dedicated to God, “which had become established throughout the empire and was closely associated with the imperial cult. ‘Sol invictus,’ the unconquered sun god.” At the same time, it “also accommodated others, such as the mysterious cult of Mithras, in which the sun also played an important role” (according to the Catholic broadcaster domradio.de, 7.2.2021).

Personally, I decided 60 years ago to stay with the Sabbath of the Bible. I experienced this day as a refreshing oasis during my school and university years, and also later at work and with my family. Even now as a retiree, I look forward to this gift from God all week with my wife.


Me decidí por el sábado
El 3 de marzo de 321, hace exactamente 1700 años, el emperador Constantino declaró el domingo como día de descanso. Decretó que “en el día del sol [de ahí el nombre del domingo en inglés: Sunday, y en alemán: Sonntag] debían descansar todos los jueces, así como el pueblo en las ciudades, y la práctica de las artes y los oficios”.

Mientras que los primeros cristianos habían celebrado el séptimo día de la semana, es decir, el Shabbat bíblico, como día de descanso de acuerdo con el cuarto de los Diez Mandamientos y siguiendo el ejemplo de Jesús, Constantino logró una doble jugada con su ley:
Por un lado, eligió un día dedicado a Dios, “que se había consolidado en todo el imperio y estaba estrechamente asociado al culto imperial”. ‘Sol invictus’, el dios sol invicto”. Al mismo tiempo, “también daba cabida a otros, como el misterioso culto a Mitra, en el que el sol también desempeñaba un papel importante” (según la emisora católica domradio.de, 7.2.2021).

Personalmente, hace 60 años decidí mantenerme fiel al sábado de la Biblia. Este día lo viví como un oasis refrescante en mis años de escuela y universidad, y más tarde en mi profesión y en la familia. Incluso ahora, como jubilado, me alegro con mi esposa toda la semana a disfrutar de este regalo de Dios.

Ruhen und Genießen!

Foto: Rainer Sturm, pixelio.de


Deutsch
: Mit dem Alter wird der Aufstieg beschwerlicher, dafür der Ausblick umso schöner! Am Sabbat genießen wir den Ausblick!
English:  With age, the climbing becomes more difficult, but the outlook all the more beautiful! On the Sabbath we enjoy the panorama! (picture)
Español:  Con la edad, el ascenso se hace más difícil, pero la vista es aún más hermosa. ¡En sábado disfrutamos de la panorámica! (foto)

Ein Bibelwort zum Thema Sabbat aus dem Buch Jesaja (58,13-14 Hfa):

Achtet den Sabbat als einen Tag, der mir geweiht ist und an dem ihr keine Geschäfte abschließt! Er soll ein Feiertag für euch sein, auf den ihr euch freut. Entweiht ihn nicht durch eure Arbeit, durch Geschäfte oder leeres Geschwätz! Achtet ihn vielmehr als einen Tag, der mir, dem HERRN, gehört. Wenn ihr das tut, werde ich die Quelle eurer Freude sein.