Tag 9: Die deutsche Karawane zieht weiter

Freitag, 2. Juni 2017.  Für mindestens eine Person war das der absolute Höhepunkt der Reise: die (zeitweise wilde) Fahrt mit dem Jeep durch die Wüste und das Kamelreiten im Wadi Rum!

Ein Wadi ist ein ausgetrockneter Flusslauf, der nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Wadi Rum ist das größte Wadi in Jordanien (Regen gibt es hier von Oktober bis in den März). Seine Felswände bestehen aus Sandstein und Granit. Als Schutzgebiet mit einer Länge von etwa 100 Kilometern und einer Breite von etwa 60 Kilometern (74.000 Hektar) und auf ca. 800 Meter Höhe wurde es 2011 zum Weltkulturerbe durch die UNESCO erklärt. Die Wüstenlandschaft ist atemberaubend. Die riesigen, ockerfarbenen Felsbrocken erheben sich 600 Meter hoch aus der Talebene wie Inseln aus einem Meer aus rotem Sand. Hier organisierte der britische Sprachforscher, Agent, Archäologe und Militärberater Lawrence von Arabien (1888-1935) den legendären Arabischen Aufstand gegen die Osmanen, eindrucksvoll im Spielfilm Lawrence von Arabien (1962) in Szene gesetzt. (Quellen: Wikipedia; Jerusalem, Israel, Petra & Sinai, Dorling Kindersley; Reiseführer Israel-Jordanien, Nelles-Verlag)

Ein paar Wenige standen noch vor 6 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu erleben – ein erhabenes Ereignis!

Kurz vor 9 Uhr warteten fünf Jeeps auf uns, bis auf einen nicht gerade die neuesten Modelle, aber fahr- und wüstensandtauglich. Die Fahrer hatten regelrecht Spaß am Beschleunigen und daran, sich gegenseitig zu überholen und wir genossen den Fahrtwind. An der ersten Station wartete eine Beduinengruppe mit ihren Kamelen darauf, um den mutigsten unter uns einen Kamelritt anzubieten – die Nachfrage war so groß, dass Nachschub angefordert wurde. Und so machte sich die deutsche Karawane auf den Weg, begleitet und später überholt von den nun fast leeren Jeeps. Manchem fiel es leichter, aus dem Schaukel-Wüstentaxi auszusteigen, als sich vom geduldigen Tier zu verabschieden!

Einen ähnlichen Andrang gab es am Ziel der Fahrt bzw. der Kameltour, als es hieß, Seidentücher und ähnliche Kostbarkeiten im großen Beduinenzelt zu kaufen – nach der obligatorischen Preisverhandlung versteht sich. Wael, unser Reisleiter, konnte sich nicht an eine vergleichbare Reit- und Einkaufsfreudigkeit bei anderen Gruppen erinnern. Die Beduinen freuten sich sehr darüber.

Bis zur letzten Station unserer Reise, Aqaba am Roten Meer, hätten wir von Wadi Rum aus etwa drei Tage per Kamel gebraucht: mit dem Bus brauchten wir für die 40 Kilometer nicht einmal eine Stunde.

Mit ca. 100.000 Einwohnern ist Aqaba Jordaniens einzige Hafenstadt am Roten Meer. Haupteinnahmequellen sind der Export von Phosphatdünger und der Tourismus. Hierbei sind die berühmten Korallenriffe ein beliebtes Ziel für Taucher und Schnorchler. Das wollten wir einen Tag später testen. Heute gab es nur noch einen kleinen Stadtrundgang, der in der Wechselstube begann, uns über den Markt führte und in einer Konditorei endete, in der nicht einer der süßen Verführung widerstehen konnte.

Ergänzende Fotos von 2013 und 2015 folgen!

Zur Vertiefung:

 

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edp – Eine Denk-Pause