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Weit weg kann plötzlich ganz nah werden!

HINGESCHAUT. (5)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Ist das wahr oder fake? Kaum zu fassen, was zu sehen ist! (Foto: Wolfgang Staehle, publ. domain; American Airlines Flight 11 Anflug in den Nordturm des WTC, von automatischer Kamera in Brooklyn aufgenommen)
Plötzlich ist man kein kühler Beobachter mehr! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

11. September 2001.
Meine Frau und ich bekommen noch heute Gänsehaut, wenn wir an diesen Abend vor 25 Jahren zurückdenken.

Schon am Nachmittag hatten wir eine Sitzung des Aufsichtsrats im Verlag in Lüneburg vorzeitig beendet. Einer der Teilnehmer hatte uns die Bilder gezeigt: Passagierflugzeuge, die in die Türme des World Trade Centers flogen. Am Abend saßen meine Frau und ich vor dem Fernseher und konnten noch immer nicht fassen, was wir sahen.

New York ist rund 6.000 Kilometer Luftlinie von Lüneburg entfernt. Ziemlich weit weg, oder?

Plötzlich klingelte das Telefon. Unser jüngerer Sohn rief vom Flughafen Frankfurt an – völlig aufgeregt. Da waren wir irritiert: Er ist doch auf dem Weg nach Mexiko! Oder besser gesagt: Er war auf dem Weg nach Mexiko. Seine Maschine musste vor dem sogenannten „Point of no Return“ kehrtmachen und nach Frankfurt zurückfliegen. Unser Sohn wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, was eigentlich geschehen war.

Seine Aufregung hatte allerdings einen anderen Grund: Seine junge Ehefrau war ebenfalls unterwegs nach Mexiko, denn beide wollten dort ihre Familie besuchen. Nur saß sie aus buchungstechnischen Gründen in einer anderen Maschine. Und von ihr wussten wir nichts.

Wir baten unseren Sohn, nach Hamburg weiterzufliegen und zu uns zu kommen. Und dann begann die verzweifelte Suche nach unserer Schwiegertochter.

Halifax ist die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia in Kanada. Sie liegt an der Ostküste der Nova-Scotia-Halbinsel am Nordatlantik.

Wegen der unterschiedlichen Flugnummern ließ sich stundenlang nicht herausfinden, was mit ihrer Maschine geschehen war. Erst am folgenden Abend kam der erlösende Anruf: Das Flugzeug hatte den „Point of no Return“ bereits überschritten, war weiter nach Westen geflogen und schließlich mit 46 weiteren Maschinen im kanadischen Halifax gelandet.

Die Passagiere waren dort praktisch abgeschnitten. Sie hatten keine Informationen darüber, was geschehen war – geschweige denn, wann und wie es weitergehen würde. Schließlich war der Kapitän des Wartens müde. Er beschloss, einen großen Bogen um den amerikanischen Luftraum zu fliegen und direkt nach Mexiko-Stadt weiterzufliegen.

Wir ermutigten unseren Sohn, nach einer beruhigenden Zwischenphase ebenfalls nach Mexiko zu fliegen. Dort konnte er seine Frau und ihre Familie endlich wiedersehen – und hoffentlich nach all der Aufregung eine schöne gemeinsame Zeit verbringen.

Dieses traumatische Erlebnis hat mir etwas sehr deutlich gemacht: Was sehr weit entfernt geschieht, kann plötzlich ganz nah sein, wenn Menschen, die wir lieben, mittendrin sind und unmittelbar davon betroffen werden.

Zu viel Leid und Gewalt. Frei Haus. Abschalten? (Foto: Tumisu, pixabay.com)
Wenn die Welt ins Wohnzimmer kommt

Heute bekommen wir praktisch alles, was irgendwo auf der Welt geschieht, frei Haus geliefert – oft sogar während wir am Esstisch sitzen. Kriege, Naturkatastrophen, Terroranschläge, Hungersnöte und persönliche Schicksale. Ein Klick genügt, und wir sind dabei.
Die Entfernung kann dabei täuschen. Kiew liegt beispielsweise nur rund 1.500 Kilometer von Hamburg entfernt. Aber selbst wenn ein Ereignis 10.000 Kilometer entfernt stattfindet: Für die Menschen, die es erleben, gibt es kein „weit weg“.

Zugleich kann die ständige Flut schlechter Nachrichten überfordern. Wer jeden Tag mit neuen Bildern von Leid und Gewalt konfrontiert wird, stumpft leicht ab. Manchmal ist die Versuchung groß, einfach abzuschalten: Nachrichten aus, Handy weg – und weiterleben. Das kann durchaus sinnvoll sein. Niemand muss sich permanent mit allem beschäftigen, was in der Welt geschieht.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: nicht wegzusehen, ohne sich vom Leid überwältigen zu lassen.

Ich versuche deshalb, Nachrichten, die mich beschäftigen, in meine Gebete aufzunehmen.

  • Die Menschen, die leiden.
  • Die Angehörigen, die um jemanden bangen oder trauern.
  • Die Rettungskräfte, die helfen.
  • Und auch die Politiker und andere Entscheidungsträger, die Einfluss darauf haben, ob Konflikte eskalieren oder beendet werden.

Dabei geht es nicht darum, Gott über die neuesten Ereignisse zu informieren. Er weiß längst, was geschehen ist – und kennt auch die Dinge, die wir nicht sehen: die Hintergründe, die Motive, die Ängste und die persönlichen Schicksale hinter einer Nachricht.

Das Leid an einen Größeren abgeben. Wohl die bessere Alternative.
Ein noch Größerer hat das letzte Wort

Für mich verändert das Gebet dennoch etwas. Es hilft mir, das Leid nicht einfach nur zu konsumieren. Ich kann es abgeben – und zugleich daran festhalten, dass diese Welt nicht das letzte Wort hat.

Ich glaube daran, dass Gott für Gerechtigkeit sorgen wird und dass er einen dauerhaften Frieden schaffen möchte, der diesen Namen wirklich verdient. Zugegeben: Es dauert lange. Sehr lange. Für uns jedenfalls. Und für Menschen, die unmittelbar von Krieg, Gewalt oder Verlust betroffen sind, muss die Zeit bis dahin oft unendlich lang erscheinen.

Warum greift Gott nicht früher ein? Warum lässt er manches zu? Auf viele dieser Fragen habe ich keine befriedigende Antwort. Vielleicht hilft mir gerade deshalb ein Satz aus dem Buch Jesaja. Gott erinnert uns daran, dass unsere Perspektive begrenzt ist:

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“, sagt der HERR, „und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.“ (Jesaja 55,8.9 NLB)

Das bedeutet für mich nicht, dass ich alles verstehen muss. Aber ich darf darauf vertrauen, dass Gott mehr sieht als ich.

Und dann ist da noch diese Zusage, die Jeremia übermittelt bekam – Worte, die auch heute Hoffnung geben können:

„Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!“ (Jeremia 29,11 Hfa)

Vielleicht ist das eine gute Antwort auf die vielen Nachrichten, die täglich auf uns einstürzen: nicht gleichgültig werden, nicht verzweifeln – sondern hinschauen, mitfühlen, beten und darauf vertrauen, dass Gott das letzte Wort haben wird.

 

Abstract:
How we, as a family, experienced 11 September 25 years ago, when our son and his young wife were on their way to Mexico – on separate flights. His flight had to turn back to Frankfurt, whilst hers continued on …
What happens far away can suddenly feel very close when people we love are right in the thick of it and are directly affected.
What is the best way to deal with the flood of negative news that the media delivers to our doorsteps?

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Resumen
Cómo vivimos como familia el 11 de septiembre de hace 25 años, cuando nuestro hijo y su joven esposa iban de camino a México, cada uno en un avión diferente. Su avión tuvo que dar media vuelta hacia Fráncfort, el de ella siguió su ruta…
Lo que ocurre muy lejos puede estar de repente muy cerca cuando las personas a las que queremos se ven envueltas en ello y se ven directamente afectadas.
¿Cuál es la mejor manera de hacer frente a la avalancha de noticias negativas que nos traen los medios de comunicación directamente a casa?

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Zur aktuellen Wochenseite (wird i. d. Regel am Sonntagabend aktualisiert)

Christen nicht verschont

Eine spontane, verständliche Frage, eine sehr mutige Gegenfrage!
Glaube ohne Käseglocke: Auch Christen sind nicht vor Leid gefeit

Christ zu sein bedeutet nicht, damit eine All-inklusiv-Lebensversicherung zu haben. Auch Christen erleben Krankheit, Leid und Tod. So sind zum Beispiel unter den Opfern der Mordserie an über 180 Menschen in Haiti Anfang Dezember 2024 auch zwei Adventisten getötet worden. Einer von ihnen wurde, während er sich auf den Gottesdienstbesuch vorbereitete, aus seinem Haus gewaltsam abgeführt, erstochen und verbrannt. Aufgrund von Hexereivorwürfen gab man ihm und einem zweiten Adventisten die Schuld am Tod des Kindes eines Bandenführers. (In Haiti gibt es eine halbe Million Adventisten in 679 Kirchengemeinden.)

Auch unter den Opfern des schlimmsten Flugzeugabsturzes in Südkorea seit Jahrzehnten, der Ende Dezember 2024 179 Todesopfer forderte, befanden sich mehrere Kirchenmitglieder und Schüler einer adventistischen Mittelschule. In einer Erklärung der koreanischen Kirchenleitung heißt es: „Wir beten, dass alle, die durch diesen Unfall tief betrübt sind, in Gottes Liebe getröstet werden und dass ihre Wunden durch die Hoffnung auf den Himmel geheilt werden.“

Ich las vor wenigen Wochen die Erfahrung von Linda McCabe, die im November 2024 ihren Mann verlor. Er war 41 Jahre alt und starb sechs Wochen nach der Diagnose Speiseröhrenkrebs im Endstadium. Sie empfand während des Trauerprozesses keine Wut auf Gott. Auch stellte sie nicht die „Warum ich?“-Frage. Jahrelang hatte sie geglaubt, Gott würde sie vor negativen Erfahrungen bewahren, wenn sie perfekt lebte. Daher empfand sie Gott als unfair, wenn er etwas Schlimmes zuließ, obwohl sie sich richtig ernährte, kleidete und verhielt. Sie schreibt: „Ich kenne Menschen, die glaubten, dass sie, weil sie ihr Leben lang vegetarisch gegessen haben, Schutz vor Krebs verdient hätten. Dass ein Schlaganfall oder eine notwendige Operation ein Zeichen spiritueller Schwäche oder Sünde sei. Dass das Schlechte nicht passiert wäre, wenn sie nur bei der Rohkost-Diät geblieben oder konsequenter Sport getrieben hätten.“

Im Laufe der Zeit lernte Linda, dass wir kein Spielball des Zufalls auch nicht ein Spielball Gottes sind. Manchmal sind Leidenserfahrungen das Ergebnis unserer eigenen unglücklichen Entscheidungen. Manchmal entstehen sie durch die Grausamkeit, Inkompetenz oder Gier anderer. Aber meistens passiert es einfach, weil wir in einer Welt leben, in der das Böse existiert.

Linda schreibt: „Wenn ich das große Ganze betrachte, sehe ich eine Welt, in der geschätzt wird, dass über 122 Millionen Menschen aufgrund von Katastrophen oder Kriegen ihre Heimat verlassen mussten, und in den Hotlines für häusliche Gewalt täglich mehr als 20.000 Anrufe eingehen. Deshalb kann ich nicht fragen: ,Warum ich?´, wenn mir etwas Schlechtes passiert. Das kann ich einfach nicht. Eher frage ich: ,Warum nicht ich?´“ Und in Bezug auf ein falsches, weitverbreitetes Gottesbild schließt sie ihr Zeugnis mit den Worten ab: „Wenn man nicht glaubt, dass Gott der Puppenspieler ist, der an allen Fäden zieht, dann gibt man ihm auch nicht die Schuld, wenn ein Faden reißt.“

 
Christians also experience suffering

Being a Christian is not life insurance against illness, suffering and death. Here are three examples from the last few weeks that I have learnt about in my church:

In early December 2024, two Adventists were among 180 murder victims killed in Haiti – one of them abducted as he left his home, stabbed and burned to death. They were accused of the death of a child due to witchcraft allegations.

Several Adventist church members were also affected by the plane crash in South Korea that killed 179 people. The church leadership prayed for comfort for the bereaved.

Linda McCabe lost her husband to oesophageal cancer in November 2024. She had long believed that God would protect her from suffering if she lived perfectly. However, she realised that illness or misfortune are not automatically the result of wrong behaviour, but often just happen.

With millions of refugees and victims of domestic violence in mind, she doesn’t ask ‘Why me?’, but ‘Why not me?’. Her conclusion: if you don’t see God as a puppeteer, you don’t blame him when a thread breaks.

Los cristianos también experimentan el sufrimiento

Ser cristiano no es tener un seguro de vida contra la enfermedad, el sufrimiento y la muerte. He aquí tres ejemplos de las últimas semanas de los que me he enterado en mi iglesia:

A principios de diciembre de 2024, dos adventistas figuraban entre las 180 víctimas de asesinato en Haití: uno de ellos fue secuestrado al salir de su casa, apuñalado y quemado hasta la muerte. Fueron acusados de la muerte de un niño por acusaciones de brujería.

Varios miembros de la Iglesia Adventista también se vieron afectados por el accidente aéreo ocurrido en Corea del Sur, en el que murieron 179 personas. Los dirigentes de la iglesia oraron para consolar a los afligidos.

Linda McCabe perdió a su marido a causa de un cáncer de esófago en noviembre de 2024. Durante mucho tiempo creyó que Dios la protegería del sufrimiento si vivía perfectamente. Sin embargo, se dio cuenta de que la enfermedad o la desgracia no son automáticamente el resultado de un mal comportamiento, sino que a menudo simplemente suceden.

Pensando en millones de refugiados y víctimas de la violencia doméstica, no se pregunta «¿Por qué yo?», sino «¿Por qué no yo?». Su conclusión: si no ves a Dios como un titiritero, no le culparás cuando se rompa un hilo.

Ganz gewiss!

English / Español

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) ist ein bedeutender evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer gewesen. Am 19. Dezember 1944 schrieb er aus einem Gestapo-Gefängnis in einem Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer das Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das weltberühmt und auch vielfach vertont wurde.

Ohne Gerichtsverhandlung wurde er ins Konzentrationslager Flossenbürg verlegt, wo er zum Tode durch den Strang verurteilt und am 9. April 1945 im Alter von nur 39 Jahren hingerichtet wurde.

Hier der vollständige Text:
Von guten Mächten treu und still umgeben,behütet und getröstet wunderbar,so will ich diese Tage mit euch lebenund mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,noch drückt uns böser Tage schwere Last,ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelendas Heil, für das Du uns bereitet hast.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,die Du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.


 

And certainly on every new day

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) was an important Lutheran theologian and resistance fighter. On 19 December 1944, he wrote the poem „Wonderfully protected by good powers“ from a Gestapo prison in a letter to his fiancée Maria von Wedemeyer, which became world-famous and was also set to music many times.

He was transferred to Flossenbürg concentration camp without a trial, where he was sentenced to death by hanging and executed on 9 April 1945 at the age of just 39.

The last stanza of the poem reads:
Wonderfully protected by good powers,
we confidently await whatever may come.
God is with us in the evening and in the morning
and certainly on every new day.


 

Y ciertamente en cada nuevo día

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) fue un importante teólogo protestante y combatiente de la resistencia. El 19 de diciembre de 1944 escribió desde una prisión de la Gestapo el poema „Maravillosamente protegido por las buenas potencias“ en una carta a su prometida Maria von Wedemeyer, que se hizo mundialmente famoso y al que también se puso música en numerosas ocasiones.

Fue trasladado al campo de concentración de Flossenbürg sin juicio previo, donde fue condenado a morir en la horca y ejecutado el 9 de abril de 1945 con sólo 39 años.

La última estrofa del poema dice así:
Maravillosamente protegidos por buenos poderes,
esperamos con confianza lo que venga.
Dios está con nosotros cuando anochece y al amanecer
y ciertamente en cada nuevo día.

Viel zu jung!?

So stellen sich Christen auf den Philippinen die Begegnung des Engels mit der jungen Maria vor. (Foto: Verkündigungsbasilika in Nazareth, Mai 2017, edp)

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Was qualifizierte Maria, Jesu Mutter zu werden? *

Im Grunde genommen sprach eher einiges dagegen, Maria die Aufgabe zu übertragen, nicht nur Jesus auf die Welt zu bringen, sondern ihn auch zu erziehen: Sie war sehr jung; man schätzt ihr Alter auf 16 (plus/minus). Lukas 1,26 NLB: „Gott sandte den Engel Gabriel nach Nazareth, in eine Stadt in Galiläa, zu einem Mädchen, das noch Jungfrau war. Sie hieß Maria und war mit einem Mann namens Josef verlobt, einem Nachfahren von David …“ Außerdem war sie arm (vgl. Lukas 2,24 mit Leviticus 12,8).

Aber drei besondere Eigenschaften waren schließlich ausschlaggebend: ihr absolutes Vertrauen zu Gott, ihr Mut und ihre Demut.
Sie traute Gott Unmögliches zu, denn sie sollte schwanger werden, ohne eine sexuelle Beziehung zu einem Mann gehabt zu haben (siehe Lukas 1,34).
Mutig war sie auch, denn wie sollte sie den Leuten erklären, dass sie nicht von Joseph, sondern von Gott (vom Hl. Geist) schwanger geworden war? Sie ging das Risiko ein, für verrückt gehalten zu werden!
Da eine Verlobung damals juristisch einer heutigen Verheiratung gleichzusetzen war, musste sie damit rechnen, für eine Ehebrecherin gehalten und entsprechend behandelt zu werden. (Deswegen wollte Josef zunächst die Verlobung stillschweigend auflösen, um ihr die Schande zu sparen. Matthäus 1,29)
Die Nachricht ihrer Berufung, war kein „Lottogewinn“, eher eine schlechte Nachricht. Eine junge, unverheiratete Frau, die schwanger wird, befand sich in einer katastrophalen Lage. War der Vater des Kindes nicht bereit, sie zu heiraten (in diesem Fall der „Stiftvater“), blieb sie wahrscheinlich ein Leben lang unverheiratet. Wurde sie von ihrem Vater verstoßen, dann blieb ihr nur das Betteln oder die Prostitution, um den Lebensunterhalt zu verdienen!
• Ihre Reaktion beweist nicht nur Vertrauen, sondern Demut. Sie antwortete nicht etwa so: „Das ist aber fein, dass Gott mich entdeckt hat!“, sondern: „Mir, seiner Dienerin, hat er Beachtung geschenkt, und das, obwohl ich gering und unbedeutend bin.“ (Lukas 1,48 Hfa)

Gott handelte schon immer sehr unkonventionell: Weder Alter noch Geschlecht noch gesellschaftlicher Stand waren für ihn entscheidend, wenn es darum ging, Menschen eine besondere Aufgabe anzuvertrauen; denn „Gott beruft nicht die Begabten, sondern begabt die Berufenen“ (unbekannt).

* Fragen und Themen, die sich aus der Reihe „Auf den Spuren Jesu in Israel“ ergeben haben.

Hier, am Marienbrunnen, soll der Engel Maria angekündigt haben, dass sie die Mutter Jesu werden sollte. (Foto: Nazareth, Mai 2017, edp)
So könnte es in einer Zimmermannswerkstatt zur Zeit Jesu ausgesehen haben. (Foto: Nazareth Village, Mai 2022, edp)


 

What qualified Mary to become Jesus‘ mother?

Abstract
Some things spoke against it: Mary was very young (around 16?) and she was also poor. But what God particularly appreciated about her was her absolute trust in God, her courage and her humility.
God has always acted very unconventionally: neither age nor gender nor social standing were decisive for him when it came to entrusting people with a special task; for „God does not call the gifted, but gifted the called“ (unknown).


 

¿Qué cualificaba a María para ser la madre de Jesús?

Resumen
Algunas cosas estaban en contra: María era muy joven (¿alrededor de 16 años?) y también era pobre. Pero lo que Dios apreciaba especialmente de ella era su confianza absoluta en Dios, su valentía y su humildad.
Dios siempre ha actuado de forma muy poco convencional: ni la edad, ni el sexo, ni la posición social eran decisivos para Él a la hora de confiar a las personas una tarea especial; porque „Dios no llama a los dotados, sino que dota a los llamados“ (desconocido).

 

Ist jemand da, der mich sieht?

English / Español

  • Kennst du das Gefühl, gebraucht aber nicht geschätzt zu werden?
  • Fragst du dich manchmal, ob du dich in wichtigen Situationen richtig entschieden hast?
  • Dauert dir das Warten – z. B. auf die Hilfe Gottes – zu lange?
  • Hat sich in deinem Leben eine große Hoffnung zerschlagen?

Lies doch mal meine Predigt „Gott übersieht dich nicht“! Sie ist zwei Jahre alt, aber in 2023 ziemlich aktuell. Das Oratorium dazu (Englisch mit deutschen Untertiteln) ist wunderschön! Vielleicht bekommst du dadurch etwas Trost und Mut, weiter zu kämpfen, weiter zu vertrauen.

=> Links zum Text der Predigt und zum Oratorium


 

  • Do you know the feeling of being needed but not appreciated?
  • Do you sometimes wonder if you have made the right decision in important situations?
  • Does waiting – e.g. for God’s help – take too long?
  • Has a great hope in your life been dashed?

Read my sermon „God does not overlook you“! It’s two years old, but quite topical in 2023. The oratorio (in English) is beautiful! Maybe it will give you some comfort and courage to keep fighting, to keep trusting.

=> Links to the text of the sermon and the oratorio


 

  • ¿Conoces la sensación de ser necesitado pero no apreciado?
  • ¿Te preguntas a veces si has tomado la decisión correcta en situaciones importantes?
  • ¿Te cuesta trabajo el esperar -por ejemplo, a la ayuda de Dios?
  • ¿Se ha desvanecido una gran esperanza en tu vida?

¡Lee mi sermón „Dios no te pasa por alto“! Tiene ya dos años, pero es muy actual en 2023. ¡Y el oratorio (en inglés con subtítulos en español) es precioso! Quizá te dé consuelo y valor para seguir luchando, para seguir confiando.

=> Enlaces al texto del sermón y al oratorio

Gott kennt den ganzen Weg

Foto: Kleinwalsertal, Simon, pixabay.com

English / Español

Das neue Jahr ist noch jung, daher poste ich dieses Zitat von Dietrich Bonhoeffer*:

Gott kennt den ganzen Weg, wir wissen nur den nächsten Schritt und das letzte Ziel.

Ein wirklich ermutigendes Wort bei aller Ungewissheit aufgrund der aktuellen Weltsituation. Ich wünsche allen Besuchern meiner Homepage ein neues Jahr voller Zuversicht und Gottvertrauen!

* Der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) kämpfte gegen Hitler und den Nationalsozialismus – ohne Waffen. Besonders wichtig waren ihm die Bergpredigt, die Nachfolge Jesu und dass Denken, Reden und Tun übereinstimmen. Er wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Vier Monate zuvor sandte er seiner Verlobte das inzwischen vertonte und sehr geschätzte Gedicht Von guten Mächten treu und still umgeben.

(Quelle des Zitats: Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937-1940, DBW Band 15, Seite 507)


 

God knows the whole way

The new year is still young, so I post this quote from Dietrich Bonhoeffer*:

God knows the whole way, we only know the next step and the final destination.

A truly encouraging word in the face of all the uncertainty due to the current world situation. I wish all visitors to my homepage a new year full of confidence and trust in God!

* The theologian Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) fought against Hitler and National Socialism – without weapons. The Sermon on the Mount, the following of Jesus and the concordance of thinking, speaking and doing were especially important to him. He was executed in the Flossenbürg concentration camp on April 9, 1945. Four months earlier, on December 19, 1944, he sent his fiancée the poem By loving forces wonderfully sheltered, which has since been set to music and is highly esteemed.


 

Dios conoce todo el camino

El nuevo año aún es joven, así que pongo esta cita de Dietrich Bonhoeffer* online:

Dios conoce todo el camino, nosotros sólo conocemos el siguiente paso y el destino final.

Una cita realmente alentadora frente a toda la incertidumbre debida a la situación mundial actual. ¡Deseo a todos los visitantes de mi página web un nuevo año lleno de confidencia y confianza en Dios!

* El teólogo Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) luchó contra Hitler y el Nacional Socialismo – sin armas. El Sermón de la Montaña, el discipulado y la concordancia de pensar, hablar y actuar eran especialmente importantes para él. Fue ejecutado el 9 de abril de 1945 en el campo de concentración de Flossenbürg. Cuatro meses antes, el 19 de diciembre de 1944, envió a su prometida el poema Von guten Mächten treu und still umgeben, que ha sido musicalizado y es muy apreciado.