edp aktuell (2026-08-16)

Willkommen auf meiner aktualisierten Wochenseite! Diesmal mit folgenden Beiträgen:

  • Teil 1 der neuen Serie Hingeschaut. Was ich vor einigen Jahren beim Schneiden meiner Gartenhecke gelernt habe.
  • Teil 14 der Serie So schön ist Lüneburg. Diesmal ein Ausflug zur herrlichen Natur am Lopausee, 25 Minuten von Lüneburg entfernt.
  • Kommentar zur (für mich entsetzlichen) Aussage des Patriarchen Kyrill, die sowjetische Atombombe sei ein Ausdruck von Gottes Gnade.
  • Kritische Beobachtung zur gerade in Polen eingeweihten größten Marienstatue Europas: Braucht der Glaube Riesenmonumente?
  • Nachdenkliches: Was eine Rose alles bewirken kann (von Rainer Maria Rilke).
 

Welcome to my updated weekly web page! This time featuring the following items:

  • Part 1 of the new series ‘Hingeschaut’. What I learnt a few years ago whilst trimming my garden hedge.
  • Part 14 of the series ‘So schön ist Lüneburg’. This time, a trip to the stunning countryside around Lake Lopausee, 25 minutes from Lüneburg.
  • A commentary on Patriarch Kirill’s (to me, appalling) statement that the Soviet atomic bomb is an expression of God’s grace.
  • A critical observation on Poland’s largest statue of the Virgin Mary, which has just been unveiled: Does faith need giant monuments?
  • Meditation: What a rose can make happen (by Rainer Maria Rilke).

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¡Bienvenidos a mi página web actualizada de esta semana! Esta vez con estos artículos:

  • Parte 1 de la nueva serie «Hingeschaut». Lo que aprendí hace unos años al podar el seto de mi jardín.
  • Parte 14 de la serie «Qué bonito es Lüneburg». Esta vez, una excursión a la preciosa naturaleza del lago Lopausee, a 25 minutos de Lüneburg.
  • Comentario sobre la (para mí espantosa) declaración del patriarca Kirill de que la bomba atómica soviética es una expresión de la gracia de Dios.
  • Reflexión crítica sobre la estatua de la Virgen María más grande de Polonia, que acaba de inaugurarse allí: ¿Necesita la fe monumentos gigantes?
  • Reflexión: «Lo que una rosa puede significar» (de Rainer Maria Rilke).

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ERLEBTES

Hingeschaut. (1)
Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Man muss Hecken schneiden, damit sie dicht und gesund wachsen. Ein regelmäßiger Schnitt regt die Verzweigung der Triebe an und hält die Pflanze in Form. (Foto: Ray Shrewsberry, pixabay.com)
Manchmal muss etwas radikal geschnitten werden
Kurzfassung auf Instagram abrufbar: @edp51

Immer, wenn ich mich der Gartenhecke widme, muss ich mich an meine „heroische“ Leistung an einem Herbsttag vor fast drei Jahrzehnten erinnern. Am freien Tag war ich stundenlang mit der Hecke beschäftigt und wartete gespannt aufs Urteil meiner Frau. Als sie abends nach Hause kam, war sie entsetzt: Die teilweise meterhohen Sträucher waren zu zentimeterhohen Stümpfen geschrumpft, von den zwei Obstbäumchen war fast nichts mehr zu sehen.

Verständlich, dass ich die Hecke und die beiden Bäumchen im darauffolgenden Frühjahr fast täglich nach Lebenszeichen absuchte. Es dauerte lange, aber am Ende wurde mein Übereifer doch belohnt. Nicht nur, dass an den Sträuchern und Bäumen reichlich frische Triebe nachwuchsen, die sie später noch buschiger machten; ich hatte auch in Sachen Naturgesetze eine äußerst einprägsame Lektion gelernt.

Ob es bei uns Menschen auch so etwas wie einen „radikalen Schnitt“ geben kann, der zu einem heilsamen Anfang führt? Weiterlesen

DEUTSCHLAND

So schön ist Lüneburg (14)
Der Lopausee in Amelinghausen
Der Lopausee ist ein Stausee östlich von Amelinghausen in der Lüneburger Heide. Durch einen Damm wird hier seit 1973 die Lopau zu einem See mit einer Größe von ca. 12 ha gestaut. (Alle Fotos, wenn nichts anderes angegeben: edp, Mai 2025 und April 2026. Anklicken zum Vergrößern.)

Nur etwa 25 Minuten von Lüneburg entfernt liegt in Amelinghausen der Lopausee – eingebettet in Wald, Heide und viel Natur. Ein wunderbarer Ort zum Abschalten, Durchatmen und Spazierengehen.

Rund 2,2 Kilometer ist der Weg einmal um den See. Nicht zu lang, nicht zu anstrengend – aber lang genug, um immer wieder neue Ausblicke aufs Wasser und die Landschaft zu genießen.  Weiterlesen

KOMMENTAR

Was für eine Entgleisung! (Foto KI-gen.)
Atombombe = Gotteswerk?!

Eine Aussage aus der Spitze der russisch-orthodoxen Kirche hat mich ziemlich erschüttert: Patriarch Kyrill hat am 3. August 2026 die Entstehung der sowjetischen Atombombe als Ausdruck von „Gottes Gnade und Barmherzigkeit“ bezeichnet. Die russischen Atomwaffen seien ein „Schild für das Vaterland“. Bei einer Ansprache in einem Kloster bei Sarow, einem Zentrum des russischen Atomprogramms, stellte Kyrill zudem einen Zusammenhang mit den Gebeten des Heiligen Seraphim von Sarow her.

Das ist mehr als eine politische Aussage. Es ist eine theologische Deutung – und genau deshalb ist sie so problematisch. Denn wie kann eine Waffe, deren Einsatz in kürzester Zeit ganze Städte vernichten und unzählige Menschen töten kann, als Ausdruck von Gottes Gnade bezeichnet werden?

Jesus lehrt etwas völlig anderes. „Selig sind, die Frieden stiften“ (Matthäus 5,9). Er fordert seine Nachfolger auf, ihre Feinde zu lieben, dem Bösen nicht mit Bösem zu begegnen und Gewalt nicht zum Maßstab ihres Handelns zu machen.

Man kann über die Notwendigkeit staatlicher Verteidigung und über die schwierige Frage der nuklearen Abschreckung diskutieren. Aber eines sollte klar sein: Eine Atombombe zum Gotteswerk zu erklären, lässt sich überhaupt nicht mit dem Geist Jesu vereinbaren.

Wo Waffen der Massenvernichtung religiös verklärt werden, wird nicht nur Politik mit Religion vermischt. Es besteht auch die Gefahr, dass menschliche Macht den Namen Gottes für sich beansprucht.

KRITISCH BEOBACHTET

Marienstatue in Konotopie, Polen, 2026 (Foto: Pko / Wikimedia Common, CC BY-SA 4.0)
Glauben riesengroß?

In Polen ist gerade ein religiöses Monument der Superlative eingeweiht worden: In Konotopie bei Thorn steht jetzt Europas größte Marienstatue. Einschließlich des Sockels ist sie 55,6 Meter hoch, die Statue selbst misst gut 40 Meter. Rund 23 Millionen Euro soll das Bauwerk gekostet haben.

Der Unternehmer Roman Karkosik, der die Statue gemeinsam mit seiner Frau gestiftet hat, erklärte, er habe sie „aus Dankbarkeit gegenüber Maria“ errichten lassen. Nun hofft die Gemeinde auf Touristen und Pilger.

Doch eine Aussage in der Berichterstattung finde ich besonders bemerkenswert: Der Dominikanerpater Pawel Guzynski bezeichnete die riesige Statue als „King Kong auf dem Feld“ und sprach von einem „Tanz um das goldene Kalb“ – einer Anspielung auf die biblische Geschichte von der Götzenverehrung.

Das ist mehr als eine polemische Bemerkung. Denn Jesus selbst hat seinen Glauben nicht mit Monumenten, Macht und äußerem Glanz verbunden. Er sagte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)

Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage nicht, wie groß eine Statue ist. Sondern: Wie groß ist unser Vertrauen auf Gott – auch dann, wenn wir nichts Großes vorzeigen können?

Ein 55-Meter-Monument kann beeindrucken. Aber Glaube braucht keine gigantische Statue, um groß zu sein.

NACHDENKLICHES

Was eine Rose alles bewirken kann!
Dem Herzen schenken, nicht nur der Hand

Von einem Kollegen habe ich folgenden Text bekommen, der mich sehr berührt hat. Es geht um ein Erlebnis von Rainer Maria Rilke (österr. Erzähler, 1875-1926).

Rilke ging in Paris mit einer Freundin spazieren. Jedes Mal begegneten sie einer alten Bettlerin. Sie saß immer am selben Platz, hielt ihren Kopf geneigt und nahm stumm, ohne jedes Zeichen von Dankbarkeit, die Geldstücke der Passanten entgegen.

Auch die Freundin legte ihr jedes Mal ein paar Münzen in die Hand, Rilke aber gab ihr nichts. Auf die vorsichtige Frage seiner Begleiterin, warum er denn nichts gebe, antwortete der Dichter nur: „Man müsste ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.“

Am nächsten Tag kommt er mit einer Rose. Und die junge Frau freut sich schon über die unerwartete Aufmerksamkeit; er aber legt die Rose schweigend in die Hand der alten Bettlerin. Und nun geschieht etwas Merkwürdiges: Die alte Frau steht auf, greift nach seiner Hand, küsst sie und geht mit der Rose davon. Eine Woche lang bleibt sie verschwunden. Dann sitzt sie wieder an ihrem Stammplatz, stumm wie zuvor.

„Wovon mag sie in dieser Woche wohl gelebt haben?“ fragt die Freundin, und er antwortet: „Von der Rose!“

Wovon leben wir? Was ist uns wichtig? Was geben wir weiter?

Einige bisherige Serien:

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Elí Diez-Prida online
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