edp aktuell (2026-05-10)

Im 4. Beitrag der Reihe „So schön ist Lüneburg“ wird der Platz Am Sande vorgestellt. Im 3. Beitrag über die Zuverlässigkeit der Bibel reisen wir heute nach Cäsarea Maritima nördlich von Tel Aviv am Mittelmeer. Außerdem u.a.: Warum die meisten ultraorthodoxen Juden den Militärdienst ablehnen. Danke für den Besuch!

 

The fourth article in the series ‘Lüneburg: A Place of Beauty’ introduces the historical square Am Sande. In the third article, which explores the reliability of the Bible, we travel today to Caesarea Maritima, north of Tel Aviv on the Mediterranean coast. Also featured: why most ultra-Orthodox Jews refuse to do military service.

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En la cuarta parte de la serie «Qué bonito es Lüneburg» vamos a ver la plaza Am Sande. En la tercera parte sobre la fiabilidad de la Biblia, hoy nos vamos a Cesarea Marítima, al norte de Tel Aviv, en el Mediterráneo. Además, entre otras cosas: por qué la mayoría de los judíos ultraortodoxos rechazan el servicio militar.

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ZUM MUTTERTAG

Links meine Mutter María Prida (1928-2022), rechts meine Schwiegermutter Luise Gelbrich (1922-2009). (Foto: edp, April 2001 in Sagunto, Valencia)
Zwei besondere Mütter

Meine Frau Lydia und ich blicken voller Dankbarkeit zurück auf unsere Mütter: mutig, opferbereit, zwei hart arbeitende, gläubige, betende Frauen!

Was meine Mutter für meinen Bruder und mich geleistet hat, besonders nachdem unser Vater (34) tödlich verunglückte und sie (zunächst allein) als Gastarbeiterin nach Deutschland kam, ist fast unbeschreiblich!

Kaum beschreiben kann man auch die Leistung meiner Schwiegermutter: Sie war zugleich Vater und Mutter für Lydia und ihre vier Geschwister. Trotz schwerer Krankheiten hat sie bis ins Alter hart in der Familiengärtnerei mitgearbeitet. Und bis zu ihrem Tod 2009 haben uns ihre intensiven Gebete begleitet.

Johann Heinrich Pestalozzi wird das Zitat zugeschrieben: „Eine glückliche Mutter ist für die Kinder lehrreicher als hundert Lehrbücher über Erziehung.“ Wie wahr! Wahre Erziehung geschieht durch Beziehung, nicht durch Anleitung.

Gott segne alle Mütter – und Großmütter – dieser Welt!

LÜNEBURG

So schön ist Lüneburg (4)
Ein Platz wie aus einer anderen Zeit: Am Sande
Der Platz am Sande im Mai 2026 (alle Fotos, falls nichts anderes angegeben: edp).

Wer zum ersten Mal durch Lüneburg spaziert, landet früher oder später hier: auf dem Platz Am Sande. Zwischen hohen Backsteingiebeln, alten Kaufmannshäusern und der mächtigen Johanniskirche wirkt der 225 Meter lange und 30 bis 40 Meter breite Platz fast wie eine Filmkulisse. Am Sande gehört zu den schönsten historischen Plätzen Norddeutschlands. Und er ist ein hübsches Fotomotiv, wie meine Fotosammlung belegt: Am Sande bei jedem Stadtbummel, zu jeder Tages- und Jahreszeit! Der Platz ist aber mehr als ein schönes Fotomotiv: Am Sande erzählt die Geschichte vom Aufstieg Lüneburgs zur reichen Salz- und Hansestadt – und genau das macht ihn bis heute so faszinierend. Weiterlesen

ZUVERLÄSSIGKEIT DER BIBEL (3)

Das Mittelmeer ist nicht immer ganz ruhig, aber immer sehr schön. (Foto: 2022)
(Fotos: edp, 2019, 2022)
Cäsarea Maritima „schreibt“ Geschichte

Die Lage direkt am Mittelmeer ist sehr schön und bei jeder Besichtigung der archäologischen Stätte auf halbem Weg zwischen Tel Aviv und Haifa gibt es etwas Neues zu entdecken. Kurz vor der Zeitenwende von Herodes dem Großen gegründet, stattete er sie mit einer Vielzahl von Bauwerken sehr luxuriös aus. Dazu gehörten u.a. ein Theater mit damals ca. 4.000 Plätzen und eine Pferderennbahn (Hippodrom) mit 10.000 Sitzplätzen. Aber die größte Entdeckung war wohl ein Stein, dessen Inschrift tatsächlich Geschichte geschrieben hat. Weiterlesen

ISRAEL

Israel ist eines der wenigen Länder weltweit, in dem Frauen zum Wehrdienst (21 Monate) verpflichtet sind. Sie machen etwas mehr als 40 Prozent der 170.000 aktiven Soldaten in der israelischen Armee aus. Über 5.000 Frauen dienen in Kampfpositionen, die meisten sind in administrativen, technischen oder unterstützenden Funktionen tätig sind. (Foto 2013)
Traditionell waren ultraorthodoxe Männer (Haredim), die in Tora-Schulen studieren, befreit. Diese Ausnahme wurde jedoch vom Obersten Gerichtshof gekippt, weshalb die Armee seit 2024/2025 mit der Einberufung zehntausender Ultraorthodoxer begonnen hat. (Foto: edp, 2013)
Beten statt Kämpfen, Studieren statt Arbeiten? – Über die ultraorthodoxen Juden

Am 30. April 2026 berichtete der Deutschlandfunk in der Sendung „Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft“ über den Kampf der streng-orthodoxen Juden („Haredim“ genannt, hebräisch: die Gottesfürchtigen) gegen die Wehrpflicht in Israel.
Der Bericht erinnerte mich an die Durchfahrt durch das Ultraorthodoxen-Viertel Mea Shearim in Jerusalem samt den Erklärungen unserer Reiseleiterin. Bei dem, was ich sah und hörte, fühlte ich mich in eine Parallelwelt versetzt: Die Männer tragen meist schwarze Anzüge, Hüte und Schläfenlocken. Frauen tragen Röcke und zeigen nach der Hochzeit ihre Haare nicht mehr (tragen Perücke oder Kopftuch). Keinen Fernseher oder Internetzugang (koschere Handys. Strikte Shabbat-Heiligung (kein Licht einschalten, kein Fahren mit Auto, Bus, Bahn, nicht kochen, keine Blumen gießen …). Diese und weitere Regeln dienen der Wahrung der Reinheit und der Abgrenzung von der modernen, säkularen Gesellschaft.

Mea Shearim ist eines der ältesten Stadtviertel Jerusalems außerhalb der Altstadt. Es wird hauptsächlich von ultraorthodoxen Juden bewohnt. (Foto: edp, 2022)

Vollzeitstudium statt Erwerbsarbeit
Es fiel mir schwer zu verstehen, warum 55-60 Prozent der ultraorthodoxen Männer nicht arbeiten gehen, sondern sich dem Vollzeitstudium des Talmud und der Thora in einer Jeschiwa (jüdische Hochschule) widmen, während der Staat und der Verdienst ihrer berufstätigen Frauen für den Familienunterhalt sorgen. (Im Durchschnitt bringt eine ultraorthodoxe Frau 6,7 Kinder zur Welt. Die Armut unter der ultraorthodoxen Bevölkerung in Israel liegt bei circa 50 Prozent.)
Nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts wurde gezielt eine neue Generation von Gelehrten aufgebaut. Gleichzeitig hat sich daraus eine soziale Norm entwickelt, die bis heute in bestimmten Gemeinschaften fortbesteht. Das lebenslange Studium religiöser Texte gilt als besonders wertvoll, teilweise sogar als höchste Form religiöser Praxis. Allerdings ist das Bild nicht einheitlich: In den letzten Jahren ist in Teilen der ultraorthodoxen Bevölkerung ein wachsender Trend zu beobachten, dass Männer zunehmend einer Erwerbstätigkeit nachgehen – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen.

Warum kein Militärdienst?
Nach der Zerstörung vieler religiöser Zentren nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa wurde das Studium des Talmud und der Thora bewusst gefördert, um die religiöse Gelehrsamkeit wieder aufzubauen. Aus zunächst kleinen Ausnahmen entwickelte sich im Laufe der Zeit ein breiteres gesellschaftliches Phänomen. Nun hat das höchste israelische Gericht 2024 entschieden, dass die bisherige Befreiung vom Wehrdienst für Ultraorthodoxe illegal ist und sie zum Militärdienst eingezogen werden müssen.
Ein generelles Verbot von Militärdienst enthalten die religiösen Texte nicht. Ein Grund zur Ablehnung liegt für viele in der religiösen Lebensweise: Das Leben in der Armee ist oft schwer mit den strengen religiösen Vorschriften vereinbar – etwa in Fragen von Speisegesetzen, Gebetszeiten oder Geschlechtertrennung. Darüber hinaus sehen viele Haredim das intensive Studium der religiösen Schriften als einen eigenen Beitrag zum Schutz des Volkes: nicht physisch, sondern geistig.

Die innenpolitische Auseinandersetzungen
Haredim sind in Israel eine wachsende politische Kraft. Während einige Gruppen den zionistischen Staat ablehnen, nutzen andere den politischen Einfluss, um religiöse Bildung und Befreiungen vom Militärdienst für Tora-Studenten zu sichern.
Zur Verschärfung der innerpolitischen Auseinandersetzungen in Israel schrieb Klaus-Dieter Lehmann 2023 auf politikkultur.de: „Die Charedim arbeiten gegen die liberale Verfasstheit des Staates und seiner zentralen Institutionen. Sie beanspruchen die Deutungshoheit über das Verhältnis Religion und Politik, sie wollen definieren, wer als Jude in Israel anerkannt wird. Ein weiteres Konfliktfeld sind die Sonderrechte der Charedim … Während die Säkularen die Trennung von Religion und Staat fordern, erwarten die Charedim vom Staat die Förderung religiöser Werte. Es mehren sich die Befürchtungen, Israel befinde sich auf dem Weg zu einem »religiösen Staat«“.

Die Ablehnung des Militärdienstes und die starke Fokussierung auf religiöses Studium sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus religiöser Überzeugung, historischer Erfahrung und sozialer Struktur. Die Haredim betrachten sich als die authentischsten Bewahrer der jüdischen Tradition.

ERMUTIGUNG

 

Elí Diez-Prida online
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