edp aktuell (2026-08-09)

Diese Woche machen wir einen Ausflug zum Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, das sich in jedem August in ein riesiges violettes Blütenmeer verwandelt. Außerdem: Manchmal habe ich den Eindruck, die Wörter Dienst und Pflicht seien zu Schimpfwörtern geworden. Wer sie verwendet, muss sich fast schon rechtfertigen. Dabei frage ich mich: Kann eine Gesellschaft überhaupt bestehen, wenn niemand mehr dienen oder Pflichten übernehmen möchte? Und: Warum ich denke, dass der Sabbat, den Jesus im Grab verbrachte, der größte Sabbat der Geschichte (das ist der letzte Beitrag der Reihe GEDANKEN ZUM SABBAT). Zum Schluss ein besonderes Lied, passend zum Kommentar übers Dienen.

 

This week we’re taking a trip to the Lüneburg Heath nature reserve, which transforms into a vast sea of purple blossoms every August. Also: Have the words ‘service’ and ‘duty’ become swear words? Can a society survive if nobody is willing to serve or take on responsibilities any more? And: the final part of the THOUGHTS ON THE SABBATH series. To round off, a special song to go with the commentary on service.

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Esta semana nos vamos de excursión a la reserva natural de Lüneburger Heide, que cada agosto se convierte en un enorme mar de flores violetas. Además: ¿Se han convertido las palabras «servicio» y «deber» en palabrotas? ¿Puede sobrevivir una sociedad si ya nadie quiere servir ni asumir responsabilidades? Y: última parte de la serie «REFLEXIONES SOBRE EL SÁBADO». Para terminar, una canción especial que va bien con el comentario sobre el servir.

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DEUTSCHLAND

So schön ist Lüneburg (13)
Ein violettes Naturwunder vor den Toren Lüneburgs
Die Lüneburger Heide ist weit mehr als ein „lila Blütenmeer“. Wer sie nur von Fotos kennt, unterschätzt leicht ihren besonderen Reiz. Gerade ihre Weite, Stille und Ursprünglichkeit machen sie zu einer der faszinierendsten Landschaften Deutschlands. (Alle Fotos: edp, August 2024. Zum Vergrößern anklicken.)
An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken … und zu fotografieren!
Auf Wiedersehen auf der Lüneburger Heide!

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide breitet sich etwa 35 km südwestlich von Lüneburg über 234 qkm aus. Jedes Jahr im August verwandelt sich die Lüneburger Heide in ein riesiges violettes Blütenmeer. Tausende Besucher kommen dann in unsere Region – und das aus gutem Grund. Die Heideblüte gehört zu den schönsten Naturschauspielen Deutschlands.

Dabei ist die Lüneburger Heide eine Landschaft, die eigentlich gar nicht existieren dürfte. Und in der sich genügsame, grau gehörnte Schafe, die sogenannten Heideschnucken, als natürliche Landschaftspfleger betätigen. Weiterlesen

ZEITGEIST

Zivildienstleistende wurden bis zur Aussetzung der Wehrpflicht 2011 u.a. in Krankenhäusern, Jugendhäusern, Altenheimen, im Rettungsdienst bzw. Krankentransport sowie in der Behindertenbetreuung eingesetzt. (Foto KI-gen.)
Wieso sind „Pflicht“ und „Dienst“ plötzlich so negativ?

Manchmal habe ich den Eindruck, die Wörter Dienst und Pflicht seien zu Schimpfwörtern geworden. Wer sie verwendet, muss sich fast schon rechtfertigen. Dabei frage ich mich: Kann eine Gesellschaft überhaupt bestehen, wenn niemand mehr dienen oder Pflichten übernehmen möchte?

Die Diskussion um Wehrdienst, einen sozialen Pflichtdienst oder ein verpflichtendes soziales Jahr wird derzeit oft von einer bemerkenswerten Skepsis gegenüber zwei Begriffen begleitet: Dienst und Pflicht. Manchmal entsteht sogar der Eindruck, als seien beide Wörter grundsätzlich etwas Negatives – als stünden sie für Unfreiheit, Zwang oder einen Rückschritt in vergangene Zeiten. Doch ist das wirklich so?

Wir leben in einer Gesellschaft, die Freiheit hoch schätzt. Das ist ein großes Gut. Gleichzeitig wird manchmal übersehen, dass Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammengehören. Eine Gemeinschaft kann auf Dauer nur funktionieren, wenn Menschen nicht ausschließlich ihre Rechte kennen, sondern auch bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Das Wort Dienst bedeutet zunächst nichts anderes, als seine Fähigkeiten für einen anderen Menschen oder für die Gemeinschaft einzusetzen. Wer bei der Feuerwehr mitarbeitet, im Rettungsdienst tätig ist, Kranke pflegt, Kinder unterrichtet oder sich ehrenamtlich engagiert, leistet Dienst. Kaum jemand würde diese Menschen deshalb gering schätzen – im Gegenteil. Wir bewundern ihren Einsatz und danken ihnen dafür (meistens!).

Auch das Wort Pflicht hat heute einen schweren Stand. Dabei erfüllen wir ständig Pflichten: Eltern sorgen für ihre Kinder, Autofahrer halten sich (mehrheitlich) an Verkehrsregeln, Arbeitnehmer erledigen ihre Aufgaben, Bürger zahlen Steuern und respektieren (überwiegend) die Gesetze. Diese Pflichten schränken unsere Freiheit zwar ein Stück weit ein, schaffen aber gleichzeitig die Grundlage dafür, dass wir sicher und friedlich miteinander leben können.

Natürlich muss sorgfältig darüber diskutiert werden, ob und in welcher Form ein Wehrdienst oder ein sozialer Pflichtdienst sinnvoll ist. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Aber die Begriffe Dienst und Pflicht selbst verdienen es nicht, pauschal in ein negatives Licht gerückt zu werden.

Aus christlicher Sicht erhalten beide Worte sogar eine besondere Würde. Jesus sagte einmal: Ich bin nicht gekommen, um mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen (siehe Markus 10,45). Für ihn war Dienen kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck echter Größe. Wer anderen hilft, verliert nichts von seiner Würde – er gewinnt an Menschlichkeit.

Auch die Bibel kennt den Gedanken der Verantwortung. Der Apostel Paulus schreibt: „Einer trage des anderen Last“ (Galater 6,2). Eine Gesellschaft, in der jeder nur auf sich selbst schaut, wird auf Dauer kalt und zerbrechlich. Eine Gesellschaft dagegen, in der Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, bleibt solidarisch und lebenswert.

Wir sollten die Begriffe Dienst und Pflicht nicht negativ konnotieren. Sie erinnern uns daran, dass wir Teil einer größeren Gemeinschaft sind. Nicht jede Pflicht macht Freude. Nicht jeder Dienst ist leicht. Aber gerade dort, wo Menschen bereit sind, sich für andere einzusetzen, entstehen Vertrauen, Zusammenhalt und Hoffnung.

Nach meiner Einschätzung stehen wir hier vor einer der großen Herausforderungen unserer Zeit. Wir sprechen viel über unsere Rechte, aber eine Gesellschaft lebt nicht allein von dem, was jeder für sich beansprucht. Sie lebt vor allem von dem, was Menschen bereit sind, füreinander einzubringen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was steht mir zu?, sondern auch: Was kann ich beitragen? Jesus hat diese Haltung vorgelebt. Sein Leben war kein Leben des Forderns, sondern des Dienens. Ich denke, das ist bis heute eines der stärksten Gegenmittel gegen Egoismus und Gleichgültigkeit. Denn eine Welt, in der jeder nur an sich denkt, wird ärmer. Eine Welt dagegen, in der Menschen Verantwortung übernehmen und einander dienen, entspricht viel mehr der Vorstellung und der Zielsetzung Gottes für die Menschheit.

Sich nur bedienen lassen: Kann das ein Lebensmotto sein? (Bild KI-gen.)

NACHDENKLICHES

Der größte Sabbat der Geschichte

Nach der Kreuzigung ruhte Jesus. Er schlief ganz fest. Tot im Grab. Dabei hätte es noch so viel zu tun gegeben! So viele Menschen, die auf Heil und Heilung warteten … in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde! Sabbatruhe: Wie konnte er sich das „leisten“? Wie gelang es ihm, loszulassen? Weiterlesen

LIED

Folgendes Lied, „Ich, der Herr von Erd und All“, wurde vor wenigen Tagen bei einem Benefizkonzert zu Gunsten des Ambulanten Kinderhospizes München vorgetragen. Weil immer wieder die Frage gestellt wird „Bin ich meines Bruders Hütter?“, finde ich es sehr passend zum oberen Kommentar übers Dienen.

Einige bisherige Serien:

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Elí Diez-Prida online
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