Klatschmäuler

Der Rufer, eine Bronzefigur des Bildhauers Karl-Heinz Goedtke, in Lauenburg an der Elbe. (Foto: edp)

Deutsch:
Ein Klatschmaul plaudert auch Geheimnisse aus; darum meide jeden, der seinen Mund nicht halten kann! (Sprüche Salomons 20,19 Hfa)

English:
A gossip betrays a confidence; so avoid anyone who talks too much. (Proverbs of Salomon 20:19 NIV)

Español:
El chismoso traiciona la confianza; no te juntes con la gente que habla de más. (Proverbios de Salomón 20:19 NVI)

Dein Geschenk: Heute!

Wasserviertel “Am Stintmarkt” an der Ilmenau in Lüneburg (Foto: edp)

Deutsch:
Gestern ist bereits Geschichte, morgen ist noch ein Geheimnis, und heute ist ein Geschenk Gottes. Möge er dich heute, morgen und jeden Tag begleiten!

English:
Yesterday is already history, tomorrow is still a secret, and today is a gift from God. May he accompany you today, tomorrow and every day of your life!
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Español:
Ayer ya es historia, mañana es todavía un misterio, y hoy es un regalo del cielo. ¡Que Dios te acompañe hoy, mañana y todos los días de tu vida!
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Die stärkste Macht der Welt

Deutsch:
Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann. Mahatma Gandhi
Die Liebe ist das Größte. Sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Paulus (1 Korinther 13)

English:
Love is the strongest power in the world, and yet it is the most humble you can imagine. Mahatma Gandhi
Love is patient, love is kind. It does not envy, it does not boast, it is not proud. Paul (1st Corinthians 13)
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Español:
El amor es el poder más grande del mundo, y sin embargo es el más humilde que se puede imaginar. Mahatma Gandhi
El amor es paciente, es bondadoso. El amor no es envidioso ni jactancioso ni orgulloso. (1 Corintios 13)
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Kein Abschied? Kein Wiedersehen!

Deutsch:
Leben ohne Kämpfe ist Leben ohne Frieden,
wer nie im Sturm war, freut sich nicht an glatter See.
Leben ohne Trauer ist Leben ohne Hoffnung,
wer keinen Abschied kennt, kennt auch kein Wiedersehn.
(Jürgen Werth, aus dem Musical Josef – Eine Traumkarriere)

Mit dem ersten Teil dieser vierten und letzten Strophe habe ich kaum Erfahrungen: Innere Kämpfe kenne ich wohl, nennenswerte Auseinandersetzungen mit anderen Menschen sind mir (bis jetzt) erspart geblieben. Stürme kenne ich wohl vom Meeresufer aus, war jedoch nie an Bord eines Schiffes o. ä. während eines Sturmes.

Trauer habe ich mehrmals erlebt, vor allem als mein Vater tödlich verunglückte (er war 34, ich 12). Weil er aufgrund eines Stromschlags auf der Stelle (vor meinen Augen) tot war, gab es auch keinen Abschied. Umso mehr freue ich mich aufs Wiedersehen, da er mit uns – meiner Mutter und uns Kindern – die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten hatte, wenn Jesus Christus wiederkommt. So wie es im Glaubensbekenntnis heißt.

Familienangehörige oder Freunde nach langer Zeit wiederzusehen, ist ein herrliches Erlebnis. Besonders wenn man in der Zwischenzeit miteinander verbunden geblieben ist, was heute recht einfach ist.

Kontakt mit seiner Familie halten, das konnte Josef, um den es in diesem Musical von Jürgen Werth geht, nicht. Weder wusste er, wie sich seine Brüder, die ihn als Sklaven verkauft hatten, entwickelten, noch konnte er seinem Vater ein Lebenszeichen übermitteln, der ihn für tot hielt und tief trauerte.

Welch freudiges Wiedersehen war es, als er viele Jahre später seine Brüder zu sehen bekam! Und wie sehr hatten sie sich verändert – das, was sie ihrem Bruder und ihrem Vater angetan hatten, war nicht ohne positive Folgen geblieben. Und was für eine Freude war es, als Josef seinen alten Vater in die Armen schließen und trösten konnte!

Josef erlebte alles, wovon in diesem Lied die Rede ist: Stürme, Trauer und unfreiwillige Trennung, Neid, Kälte und Verleumdung. Aber er erlebte auch, dass Gott ihn nicht verließ, sondern immer wieder Türen öffnete, seine Treue belohnte, ihn mit seinen Fähigkeiten zum Segen für ganze Völker gebrauchte und nicht zuletzt auch als Retter für seine Familie.

Weil Josef in allen schwierigen Situationen seines Lebens die schützende und zum Guten führende Hand Gottes spürte, konnte er seine Brüder trösten, als sie um ihr Leben bangend vor Josef als dem Vizekönig von Ägypten knieten: „Ihr braucht euch nicht zu fürchten. Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn Gott wollte es so! Er hat mich vorausgeschickt, um euch zu retten … Gott hat mich euch vorausgesandt, damit ihr mit euren Familien am Leben bleibt … Nicht ihr habt mich hierhergeschickt, sondern Gott! Er hat mir diese hohe Stellung gegeben: Ich bin der Berater des Pharaos und der Vorsteher seines Reiches.“ (1.Mose/Genesis 45,5-8 Hfa)

Glücklich jeder, der wie Josef erkennt: Ich bin nicht ein Spielball des Zufalls, ein Korken, der auf dem Ozean ziellos umhertreibt, sondern ein von Gott geliebtes, von ihm geführtes und in seiner Hand geborgenes Kind Gottes. Wer das so sehen gelernt hat, kann freudig dem Refrain des Liedes zustimmen: „Wir danken dir Gott für das, was du gibst. Wir danken dir Gott, weil du immer liebst.“

Das Lied auf YouTube / neuere Fassung

English:
Life without struggles is life without peace,
Who never was in the storm, is not glad at smooth sea.
Life without grief is life without hope,
who avoids saying goodbye does not experience the joy of meeting again.
(Jürgen Werth) [picture]

Español:
Una vida sin luchas es una vida sin paz,
quien nunca ha pasado por la tormenta, no apreciará un mar tranquilo.
Una vida sin penas es una vida vacía de esperanza,
quien evita las despedidas no disfrutará de la alegría del reencuentro.
(Jürgen Werth) [Foto]

Keine Kälte? Keine Wärme!

Deutsch:
Leben ohne Kälte ist Leben ohne Wärme,
wer nie gezittert hat, schätzt keinen Unterstand.
Leben ohne Alleinsein ist Leben ohne Liebe,
wer keine Leere kennt, greift kalt nach jeder Hand.
(Jürgen Werth, aus dem Musical Josef – Eine Traumkarriere)

Den ersten Satz kann ich leicht nachvollziehen, wenn ich an die Winter meiner Kindheit denke. Das waren noch Winter! Oder später in der Pfadfinderarbeit: Wie gut tat es, sich nach einer klammen Nacht im Zelt am Frühstückslagerfeuer zu wärmen!

Der zweite Satz in dieser dritten Strophe des Liedes gibt mir mehr zu denken und reizt mich auf Anhieb zum Widerspruch: Leben mit bzw. im Alleinsein ist Leben ohne Liebe, dem könnte ich leichter zustimmen. Aber im Kontext des Liedes ist dieser Satz sicher anders gemeint: Wer das Alleinsein nicht ertragen kann, dem wird es schwerfallen, die Dimensionen der Liebe in der Freundschaft oder in der Partnerschaft zu entdecken.

Auch der Satz mit der Leere hat es in sich. Die Leere auszuhalten, die manchmal über einen kommt, ohne gleich verzweifelt nach der erst besten Hand zu greifen, die sich einem streckt – auch das ist nicht leicht.

Apropos Leere: Ich denke dabei an den Spruch des Kirchenvaters Augustinus: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht, O Gott, in Dir.“ Es ist so, als hätte Gott von Anfang an eine Art „Vakuum“ im Menschen „eingepflanzt“, welches nur vom Schöpfer selbst „gefüllt“ werden kann. Das würde erklären, warum so viele Menschen jahre- oder gar ein Leben lang rastlos auf der Suche sind, um ihre innere Leere zu füllen, dabei nach jeder Hand greifend. Bis sie eines Tages Gott auf irgendeiner Weise begegnen und ihn so erleben, dass ihr verzweifeltes Rennen und Suchen ein Ende, ihr Ziel findet.

Danke, Herr, dass du dich finden lässt! Danke, dass wir in der Begegnung mit dir die Geborgenheit finden, nach der wir uns sehnen. Und die Wärme, um die kalten Zeiten unseres Lebens zu überstehen!

Das Lied auf YouTube / neuere Fassung

(4. Strophe folgt im nächsten Beitrag)

 

English:
Life without coldness is life without warmth,
who has never trembled does not appreciate a refuge.
Life without loneliness is life without love,
who knows no emptiness, reaches cold for every hand.
(Jürgen Werth) [picture]

Español:
Una vida sin frío es una vida sin calor,
quien nunca tembló no sabe apreciar un refugio.
Una vida sin soledad es una vida sin amor,
quien no conoce el vacío, se aferra frío de cada mano.
(Jürgen Werth) [Foto]

Keine Täler? Keine Berge!

Deutsch:
Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge.
Wer nie ganz unten war, schaut gleichgültig ins Tal.
Leben ohne Zweifel ist Leben ohne Glauben.
Wer niemals sucht und fragt, dessen Antworten sind schal.
(Jürgen Werth, aus dem Musical Josef – Eine Traumkarriere)

Wir, meine Frau und ich, fühlen uns sehr wohl in der Lüneburger Heide. Landschaftlich fehlen uns nur die Berge, daher (aber nicht nur deswegen) fahren wir gern nach Bayern. Nur die Berge? Natürlich auch die Täler, die gehören ja wohl dazu. Nicht nur in topographischer Hinsicht, sondern auch im realen Leben!

Davon singt Jürgen Werth in der zweiten Strophe seines Liedes „Leben ohne Schatten“. Es geht um Höhen und Tiefen, die wohl in keinem Lebenslauf fehlen dürften. Wer aber seine Tiefs zu schnell vergisst, wird – wenn er denn wieder in Hochstimmung ist – die Hochs für selbstverständlich halten. Und er wird nicht sehr viel Empathie jenen gegenüber aufbringen, denen es gerade schlecht geht.

Ähnlich ist es mit Glauben und Zweifeln. Wer glaubt, wird niemals aufhören, zu suchen. Weil Glaube mehr ist als das bloße Fürwahrhalten von Dogmen, von Lehrsätzen. Glauben heißt vertrauen. Vertrauen aber muss ein Leben lang wachsen. Und im Vertrauen erleben wir Höhen und Tiefen.

Wanderer erleben immer wieder, wie aufregend es ist, einen Gipfel im Gebirge zu erklimmen: Wenn man meint, höher ginge es gar nicht, entdeckt man, dass sich dahinter noch höhere Gipfel verbergen, die erklommen werden wollen. Ähnlich verhält es sich mit dem Glauben: Es wird nie der Zeitpunkt eintreten, da wir sagen können: „Fertig! Ich glaube nun genug! Mein Vertrauen kann sich nicht steigern!“

Wir bleiben Suchende und Fragende, wenn wir den Glauben ernst nehmen. Auch diesbezüglich sind Martin Luthers Worte sehr zutreffend: „Wir sind Bettler, das ist wahr!“

Das Lied auf YouTube / neuere Fassung

(3. Strophe folgt im nächsten Beitrag)

 

English:
Life without valleys is life without mountains.
Those who have never been at the bottom look indifferently into the valley.
Life without doubt is life without faith.
He who never seeks and asks, his answers are stale.
(Jürgen Werth) [picture]

Español:
Una vida sin valles es una vida sin montañas.
Quien nunca ha estado en lo más profundo mira con indiferencia hacia el valle.
Una vida sin dudas es una vida sin fe.
Quien nunca busca y pregunta, sus respuestas son rancias.
(Jürgen Werth) [Foto]