Willkommen zur aktualisierten Wochenseite, heute mit diesen Beiträgen:
- Weit weg kann plötzlich ganz nah werden! – Erinnerungen an den 11. September 2001, als unser Sohn und seine Ehefrau im Flieger über dem Atlantik saßen.
- Teil 18 der Reihe „So schön ist Lüneburg“: Wo die Ilmenau Geschichte schreibt: die Ratsmühle.
- USA: Christlicher Nationalismus. Kann ein Präsident behaupten, von Gott berufen zu sein? Und darf man politische Ziele mit Bibelworten begründen?
- Erinnerung an die Taufe unseres älteren Sohnes vor 21 Jahren.
- Israel feiert das Neujahrsfest (und andere Kurzmeldungen).
Welcome to the updated weekly page, featuring the following articles today:
- A place far away can suddenly feel very close! – Memories of 11 September 2001, when our son and his wife were on a flight over the Atlantic.
- Part 18 of the series ‘Lüneburg is so beautiful’: Where the Ilmenau makes history: the Ratsmühle.
- USA: Christian nationalism. Can a president claim to have been called by God? And is it permissible to justify political aims with biblical passages?
- A reflection on the baptism of our eldest son 21 years ago.
- Coming up: Israel celebrates the New Year.
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Bienvenidos a la página semanal actualizada, hoy con estas contribuciones:
- ¡Lo que está muy lejos puede parecer de repente muy cerca! – Recuerdos del 11 de septiembre de 2001, cuando nuestro hijo y su mujer iban en avión sobre el Atlántico.
- Parte 18 de la serie «Qué bonito es Lüneburg»: Donde el Ilmenau hace historia: el molino Ratsmühle.
- EE. UU.: Nacionalismo cristiano. ¿Puede un presidente afirmar que ha sido enviado por Dios? ¿Y se pueden justificar los objetivos políticos con versículos de la Biblia?
- Recuerdo del bautizo de nuestro hijo mayor hace 21 años.
- Preparándose: Israel celebra el Año Nuevo.
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NINE ELEVEN / 11. SEPTEMBER
Weit weg kann plötzlich ganz nah werden!
11. September 2001.
Meine Frau und ich bekommen noch heute Gänsehaut, wenn wir an diesen Abend vor 25 Jahren zurückdenken. Wir saßen vor dem Fernseher und konnten noch immer nicht fassen, was wir sahen.
New York ist rund 6.000 Kilometer Luftlinie von Lüneburg entfernt. Ziemlich weit weg, oder?
Plötzlich klingelte das Telefon. Unser jüngerer Sohn rief vom Flughafen Frankfurt an – völlig aufgeregt. Da waren wir irritiert: Er ist doch auf dem Weg nach Mexiko! Oder besser gesagt: Er war auf dem Weg nach Mexiko. Weiterlesen
DEUTSCHLAND
So schön ist Lüneburg (18)
Wo die Ilmenau Geschichte schreibt: die Ratsmühle
Man muss nicht weit gehen, um in Lüneburg auf Geschichte zu stoßen. Manchmal reicht ein Spaziergang an der Ilmenau. Im Schatten des Lüneburger Wasserturms steht die Ratsmühle – ein Gebäude, das heute beinahe beschaulich wirkt. Sie ist die vorderste Mühle im Verlauf des Flusses Ilmenau im Stadtgebiet und wurde bereits 1319 erstmals urkundlich erwähnt. Damals wie später nutzte man die Kraft der Ilmenau, um Maschinen anzutreiben. Um 1660 drehten sich hier elf Wasserräder! Weiterlesen
USA
Wenn Gott für die Nation herhalten muss
Kann man Gott auf die Seite einer Nation stellen? Kann ein Präsident behaupten, von Gott berufen zu sein? Und darf man politische Ziele mit Bibelworten begründen?
In den USA ist genau das zunehmend zu beobachten. Unter Donald Trump verbindet sich christliche Symbolik immer stärker mit nationalem Stolz, politischer Macht und dem Anspruch, Amerika wieder zu seinen „christlichen Wurzeln“ zurückzuführen. Gebete für die Nation, Bibeln mit dem Namen des Präsidenten, Gottesdienste mit politischen Botschaften – Religion und Patriotismus verschmelzen.
Das klingt fromm. Doch es stellt sich eine unbequeme Frage: Ist das wirklich christlich?
Der Begriff dafür lautet „christlicher Nationalismus“. Er bezeichnet nicht einfach Christen, die ihr Land lieben oder politisch konservativ denken. Gemeint ist vielmehr die Vorstellung, dass eine bestimmte Nation – in diesem Fall vor allem die USA – in besonderer Weise mit dem christlichen Glauben verbunden sei und deshalb auch politisch nach christlichen Vorstellungen gestaltet werden müsse.
Dabei wird gern auf die Geschichte verwiesen: Amerika sei schließlich von Christen gegründet worden. Doch Historiker und Theologen widersprechen dieser vereinfachten Darstellung. Die Gründung der USA war zwar stark vom Protestantismus geprägt, zugleich aber von der Idee der Religionsfreiheit und der Trennung von Staat und Religion. Die Vereinigten Staaten sollten gerade nicht zu einem Staat werden, der eine bestimmte Religion vorschreibt.
Besonders problematisch wird es, wenn Bibelstellen aus ihrem Zusammenhang gerissen und auf die eigene Nation übertragen werden. Ein Beispiel ist der Vers aus 2. Chronik 7,14: „Wenn mein Volk … sich demütigt … will ich … ihr Land heilen.“ Gemeint ist dort Israel. Im christlichen Nationalismus wird daraus jedoch leicht eine Botschaft an Amerika: Wenn die Amerikaner nur wieder zu Gott zurückkehrten, würde Gott ihre Nation segnen.
Damit wird Amerika unmerklich zum „auserwählten Volk“ – und Gott zum Garanten nationaler Interessen.
Genau hier liegt die eigentliche Gefahr. Denn sobald eine Nation behauptet, auf Gottes Seite zu stehen, entsteht zwangsläufig die Frage: Wer steht dann auf der anderen Seite? Politische Gegner können plötzlich nicht mehr einfach Andersdenkende sein. Sie werden zu Gegnern Gottes, zu Feinden des „christlichen Amerika“.
Noch bedenklicher wird es, wenn sich religiöse Sprache mit militärischer Macht verbindet. Wenn etwa das Vaterunser vor Bildern von Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und Panzern gesprochen wird, entsteht der Eindruck: Auch militärische Stärke könne Teil eines göttlichen Auftrags sein.
Doch Jesus hat kein Land erobert. Er gründete keinen christlichen Staat, stellte keine Armee auf und versprach keiner Nation politische Größe. Sein Reich war ausdrücklich nicht von dieser Welt.
Vielleicht liegt darin der entscheidende Denkfehler des christlichen Nationalismus: Er verwechselt die Nachfolge Jesu mit der Durchsetzung eigener politischer Vorstellungen.
Der amerikanische Theologe Russell Moore bringt es sinngemäß auf den Punkt: Jesus Christus lässt sich nicht benutzen. Nicht für eine Partei, nicht für einen Präsidenten und auch nicht für eine Nation.
Das ist keine ausschließlich amerikanische Frage. Auch bei uns sollten Christen aufmerksam werden, wenn Kreuz und nationale Symbole miteinander verschmelzen, wenn politische Forderungen als Gottes Wille ausgegeben werden oder wenn behauptet wird, eine bestimmte Nation oder Kultur stehe Gott näher als andere.
Denn das Christentum kennt kein „Gott zuerst für uns“. Der Gott der Bibel ist nicht amerikanisch, deutsch oder europäisch.
Vielleicht sollten wir deshalb besonders vorsichtig sein, wenn jemand behauptet, Gott stehe auf unserer Seite. Die entscheidende christliche Frage lautet nämlich nicht: „Auf welcher Seite steht Gott?“ Sondern: „Auf welcher Seite stehen wir – und stehen wir damit wirklich auf der Seite Jesu?“ (Mit KI-Unterstützung verfasst.)
- Empfehlenswerte Lektüre dazu mit vielen konkreten Beispielen:
Will Gott das wirklich? | Christliche Nationalisten benutzen den Glauben für ihre politischen Ziele in PRO. Das christliche Medienmagazin, 4/2026
ERINNERUNGEN

Eine unvergessliche Taufe
Am 10. September 2005, also vor 21 Jahren, hatte ich das Vorrecht, unseren älteren Sohn zu taufen. Im Freien: am Reihersee, südöstlich von Lüdershausen (bei Lüneburg). Es war seine eigene Entscheidung, sich taufen zu lassen, um seine Zugehörigkeit zu Jesus Christus öffentlich zu bekunden. Und er hatte sich gewünscht, dass ich ihn taufe. (Seinen jüngeren Bruder hatte ich bereits unweit vom Reihersee ein paar Jahre zuvor ebenfalls taufen dürfen.)
Es war eine wunderschöne Tauffeier, organisiert und begleitet von der Adventistengemeinde. (Adventisten taufen, wie die Baptisten, keine Säuglinge, sondern Erwachsene, und zwar durch Untertauchen ins Wasser, so wie Jesus im Jordan.)
ISRAEL
Jüdisches Neujahr 5787: Rosch ha-Schana
Mit Rosch ha-Schana hat am Abend des 11. September im Judentum das neue Jahr (5787) begonnen. Gefeiert wurde bis zum Abend des 13. September.
Rosch ha-Schana ist nicht nur ein fröhliches Neujahrsfest, sondern zugleich eine Zeit der Besinnung und des Nachdenkens über das eigene Handeln. In den Synagogen wird das Schofar, ein Widderhorn, geblasen – als Ruf zur Umkehr und zur inneren Erneuerung.
Traditionell werden Äpfel und Honig gegessen – als Wunsch für ein süßes und gutes neues Jahr. Auch der Wunsch „Schana towa“ („Ein gutes Jahr“) gehört zu den Bräuchen des Festes. Die zehn Tage zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur gelten als Zeit der Umkehr und Versöhnung.
Mit Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, finden diese „zehn ehrfurchtsvollen Tage“ ihren Höhepunkt.
Weitere Kurzmeldungen Israel betreffend:
- Viele Israelis wollen das Land verlassen
Am Vorabend von Rosch Haschana 5787 kreisen die Gedanken um die Entscheidung von 210.000 Israelis, Israel seit der Bildung der aktuellen Regierung zu verlassen. Hinzu kommt die unbekannte Zahl derer, die das Land verlassen könnten, sollte am 27. Oktober eine ähnliche Regierung gewählt werden. - Entscheidende Wahlen am 27. Oktober
Am 27. Oktober gehen die Israelis zu einer Wahl, die ihre Zukunft maßgeblich prägen könnte. Das Ergebnis könnte darüber entscheiden, ob Israel ein jüdischer und demokratischer Staat bleibt, getreu dem Geist seiner Unabhängigkeitserklärung, oder ein jüdischer Staat unter autokratischer Herrschaft. - Dokumentarfilm erfolgreich und umstritten
Der neue Dokumentarfilm „NAZA“ von zwei Oscar-prämierten israelischen Filmemachern, der die systematische Tötung palästinensischer Zivilisten während Israels Offensive im Gazastreifen schildert, feierte am Donnerstag bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere und erhielt rekordverdächtige 25 Minuten stehende Ovationen. NAZA, ein hebräisches Militärkürzel für „Kollateralschaden“ ist eine britische Produktion, die in Zusammenarbeit mit der Tageszeitung The Guardian entstanden ist. Israels Militär hat den im Dokumentarfilm erhobenen Vorwürfen widersprochen. Über Angriffe im Gazastreifen hätten immer Menschen entschieden, nicht Maschinen.
Einige bisherige Serien:
- So schön ist Lüneburg (Übersicht, mehrteilig)
- Gedanken zum Sabbat (Übersicht, 9 Beiträge)
- So schön ist es am Bodensee (Übersicht, 4 Teile)
- Barcelona: Vier Tage ohne Hektik
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