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Sorglos über den Wolken?

HINGESCHAUT. (3)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Mehr Freiheit ist kaum möglich, aber grenzenlose? (Foto:Leszek Stepien, pixabay.com)

Während unserer jährlichen Urlaube am Bodensee beobachte ich gerne die Flugzeuge, die über uns hinwegziehen. Wegen der Nähe zum Flughafen Zürich sind es mehr als genug. Besonders spannend wird es, wenn ich auf Flightradar nachsehe, woher sie kommen und wohin sie fliegen. Dabei bekomme ich jedes Mal Lust, selbst wieder einmal über den Wolken zu schweben.
Obwohl ich schon unzählige Male geflogen bin, fasziniert mich der Blick aus dem Flugzeugfenster immer wieder: Die Landschaft wird kleiner, Straßen und Häuser verschwimmen zu Linien und Punkten. Was mir am Boden groß und wichtig erscheint, wirkt plötzlich erstaunlich klein.

Fast jedes Mal muss ich dabei an Reinhard Meys berühmtes Lied denken. Er beschreibt darin den Wunsch eines Menschen, der am Flugplatz einem startenden Flugzeug hinterherschaut und selbst gerne mitgeflogen wäre:
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“
„Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen …“
Und schließlich:
„… und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“ (Lied live beim ZDF)

Kurzfassung auf Instagram abrufbar: @edp51
Die „Zerrissene Perlenkette“ bei Überlingen ist eine Gedenkstätte für die 71 Opfer des schweren Flugzeugabsturzes im Jahr 2002. Die Künstlerin Andrea Zaumseil schuf eine neunteilige Plastik aus großen Edelstahl-Kugeln und einem gerissenen Stahlseil im Wald bei Brachenreuthe. Die Kugeln liegen an den Stellen, an denen Trümmer auf den Boden trafen. Sie symbolisieren den abrupt abgebrochenen Lebensfaden der Opfer. (Foto: Thomas Berendes, pd)

Aber wie grenzenlos ist die Freiheit über den Wolken wirklich?
Selbst wer im Cockpit sitzt und ein Flugzeug steuert, ist keineswegs grenzenlos frei. Er muss sich an Navigationsregeln halten, Naturgesetze beachten, den Treibstoff im Blick behalten und auf die Anweisungen der Flugkontrolle reagieren.

Mit Entsetzen denke ich dabei an die Flugzeugkollision von Überlingen im Juli 2002 – nur etwa 20 Kilometer Luftlinie von unserem gewohnten Urlaubsort entfernt. In rund 10.600 Metern Höhe kollidierten kurz vor Mitternacht zwei Flugzeuge. 71 Menschen kamen ums Leben, darunter 49 Kinder. Ausgerechnet dort oben, in dem scheinbar grenzenlosen Himmel, wurde auf erschütternde Weise deutlich: Auch über den Wolken gibt es Grenzen. Und es gibt Gefahren.

Auch Ängste und Sorgen verschwinden natürlich nicht einfach, nur weil wir höher fliegen. Wir nehmen sie mit. Manchmal sitzen sie neben uns im Flugzeug – unsichtbar, aber sehr real. Was allerdings stimmt, ist Reinhard Meys anderer Gedanke: Mit zunehmender Höhe verändert sich unser Blick auf die Dinge. Was uns unten riesig und unüberwindbar erscheint, wird plötzlich klein.

Vielleicht kennen wir das auch aus unserem Alltag. Ein Streit, der uns tagelang beschäftigt, wirkt nach ein paar Wochen schon ganz anders. Eine berufliche Niederlage, die sich zunächst wie eine Katastrophe anfühlt, verliert mit der Zeit an Gewicht. Und manchmal braucht es nur ein wenig Abstand, um zu erkennen: Ich habe gerade etwas viel größer gemacht, als es wirklich war.

Genau hier wird für mich der Gedanke an Gott wichtig. Gott steht nicht nur über den Wolken. Er hat den Überblick, den wir selbst niemals haben können. Er sieht mein ganzes Leben – auch dort, wo ich selbst nur den nächsten Schritt erkennen kann. Das verändert nicht automatisch die schwierigen Situationen. Aber es kann meinen Blick auf sie verändern.

Vielleicht ist das eine der großen Fragen unseres Lebens: Was erscheint mir gerade riesig – und was ist es tatsächlich wert, so viel Raum in meinem Leben einzunehmen?
Die Bibel lädt uns immer wieder dazu ein, das Leben aus einer größeren Perspektive zu betrachten. Nicht, um unsere Sorgen kleinzureden. Sondern um sie in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Denn wir können Ängste und Sorgen manchmal verdrängen, überspielen oder für eine Weile unter den Teppich kehren. Aber wirklich frei werden wir dadurch nicht. Die Freiheit, von der Reinhard Mey singt, ist deshalb für mich mehr als ein schönes Bild vom Fliegen.

Ich glaube: Wirklich frei werden wir dort, wo wir nicht mehr alles selbst kontrollieren müssen. Wo wir unsere Grenzen akzeptieren – und darauf vertrauen, dass einer den Überblick behält, wenn wir ihn verlieren.

Vielleicht beginnt genau dort eine Freiheit, die tatsächlich grenzenlos ist: eine Freiheit, die nicht darin besteht, keine Grenzen zu haben, sondern darin, innerhalb unserer Grenzen nicht von Angst beherrscht zu werden. Eine Freiheit, die nur eine Grenze kennt: die Liebe. (edp)

 

Abstract:
Limitless freedom above the Clouds?
Whenever I watch planes flying overhead, I am fascinated by the thought of travelling above the clouds. From that height, everything that seems so large and important on the ground suddenly looks tiny and insignificant.
Reinhard Mey’s famous song captures this longing: “Above the clouds, freedom must surely be limitless.” But is it really? Even pilots are bound by rules, nature, fuel and air traffic control. And the tragedy of the 2002 Überlingen mid-air collision, in which 71 people died, reminds us painfully that there are dangers and boundaries even in the seemingly limitless sky.
Our worries do not simply disappear when we rise above them. But distance can change our perspective: problems that seem overwhelming today may look much smaller with time.
For me, this is where faith in God becomes important. God sees the bigger picture when we cannot. True freedom, I believe, does not mean having no boundaries or worries. It means accepting our limits and trusting that we do not have to control everything ourselves. Perhaps that is where a truly limitless freedom begins: not in being free from all boundaries, but in no longer being ruled by fear.

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Resumen
¿Libertad sin límites por encima de las nubes?
Cada vez que veo aviones volando sobre mi cabeza, me fascina la idea de viajar por encima de las nubes. Desde esa altura, todo lo que en tierra parece tan grande e importante de repente se vuelve pequeño e insignificante.
La famosa canción de Reinhard Mey expresa precisamente ese anhelo: «Sobre las nubes, la libertad debe de ser ilimitada». Pero ¿lo es realmente? Incluso los pilotos están sujetos a reglas, a las leyes de la naturaleza, al combustible y a las instrucciones del control aéreo. Y la tragedia de la colisión aérea de Überlingen, en 2002, en la que murieron 71 personas, nos recuerda dolorosamente que incluso en un cielo aparentemente infinito existen límites y peligros.

Nuestras preocupaciones tampoco desaparecen simplemente cuando nos elevamos por encima de ellas. Pero la distancia puede cambiar nuestra perspectiva: los problemas que hoy parecen insuperables pueden adquirir otra dimensión con el tiempo.
Para mí, aquí es donde cobra importancia la fe en Dios. Dios ve el panorama completo cuando nosotros no podemos hacerlo. Creo que la verdadera libertad no consiste en vivir sin límites ni preocupaciones, sino en aceptar nuestras propias limitaciones y confiar en que no tenemos que controlarlo todo. Quizá ahí comienza una libertad realmente ilimitada: no en vivir sin fronteras, sino en no dejar que el miedo gobierne nuestra vida.

 

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Die Tür ist offen. Dauerhaft!

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English / Español

Die Tür ist offen. Dauerhaft!

Adventisten studieren zurzeit weltweit den Hebräerbrief aus dem Neuen Testament und unterhalten sich darüber im Bibelgespräch (gewöhnlich vor der Predigt; während der Corona-Pandemie gibt es Ausnahmen). Im Studienheft wurde dieser Woche das schöne Lied „Mutig komm ich vor den Thron“ [Gottes] zitiert.

Ist das nicht selbstverständlich, dass wir zu jeder Zeit durch das Gebet die Nähe Gottes aufsuchen dürfen? Nein, ist es nicht, denn als Sünder würden wir die Gegenwart des heiligen Gottes nicht eine Sekunde ertragen. So durfte im Volk Israel niemand den heiligsten Raum der Kultstätte betreten, ausgenommen der Hohepriester, und das einmal im Jahr (am sogenannten Yom Kippur).

Eine der vielen guten Nachrichten des Hebräerbriefes lautet: Jesus Christus hat uns durch seinen Tod die „Brücke“ zurück zum Vater gebaut. Weil er unsere Sünden auf sich genommen hat, dürfen wir die Nähe Gottes aufsuchen – so häufig und so lange wir wollen. Ohne irgend einen Mittler (außer Jesus Christus selbst).

Dieser freie Zugang, diese „Öffnung“ würde zu alttestamentlichen Zeiten die Gläubigen jubeln lassen. Wie aber empfinden wir? Haben wir uns vielleicht daran gewöhnt, sodass dieser direkte Zugang zu Gott zur Selbstverständlichkeit geworden ist?


 

The door is open. Permanently!

Adventists around the world are currently studying the Epistle to the Hebrews from the New Testament and talking about it in the Bible discussion groups (usually before the sermon; there are exceptions during the Corona pandemic). In this week’s study booklet, a beautiful song was quoted. (Free translation of a part of the song see the photo.)

Is this not obvious, that we may seek out the nearness of God at any time through prayer? No, it is not, for as sinners we would not bear the presence of the holy God for a second. Thus, among the people of Israel, no one was allowed to enter the holiest room of the place of worship, except the high priest, and that once a year (on what is called Yom Kippur).

One of the many good messages of the Letter to the Hebrews is: Jesus Christ has built the „bridge“ back to the Father for us through his death. Because he took our sins upon himself, we are allowed to seek God’s nearness – as often and as long as we want. Without any mediator (except Jesus Christ himself).

This free access, this „opening“ would have made believers rejoice in Old Testament times. And yet, how do we feel? Have we perhaps become accustomed to it, so that we take for granted this direct access to God?

 abcd


 

La puerta está abierta. Permanentemente.

Los adventistas de todo el mundo están estudiando actualmente la Epístola a los Hebreos del Nuevo Testamento y conversando sobre ella en sus cultos. En el folleto de estudio de esta semana, se citó una hermosa canción, de la que una parte cito en esta foto.

¿No es evidente que podemos acudir a la presencia de Dios en cualquier momento a través de la oración? No, no lo es, porque como pecadores no soportaríamos la presencia del Dios santo ni un segundo. Así, en el pueblo de Israel, nadie podía entrar en el lugar santísimo, excepto el sumo sacerdote, y eso sólo una vez al año (en el llamado Yom Kippur).

Uno de los muchos y buenos mensajes de la Carta a los Hebreos es: Jesucristo ha construido el „puente“ de regreso al Padre a través de su muerte en la cruz. Porque él tomó nuestros pecados sobre sí mismo, podemos acudir a la presencia de Dios – tan a menudo y tanto tiempo como queramos. Sin ningún mediador (excepto el propio Jesucristo mismo).

Este libre acceso, esta „apertura“ habría hecho regocijarse a los creyentes en los tiempos del Antiguo Testamento. Y nosotros, ¿cómo nos sentimos? ¿Acaso nos hemos acostumbrado a ello, de modo que este acceso directo a Dios se ha convertido en algo obvio?

Fliehen vor Gott?

(Foto: Flugplatz Lüneburg, edp)

[nx_spacer size=“5″]Wohin kann ich gehen, um dir zu entrinnen, wohin fliehen, damit du mich nicht siehst? Steige ich hinauf in den Himmel – du bist da. Wenn ich in Gefahr bin, mich von dir zu entfernen, dann bring mich zurück auf den Weg zu dir! (Psalm 139,7.8.24 GNB) / (edp)

Ein sehr schönes Lied zum Psalm 139:

[nx_spacer size=“5″]English:
Where can I go to escape you? Where can I flee to so you won’t see me? If I go up into the sky – you’re there. If I am in danger of moving away from you, then bring me back on the way to you! (Psalm 139:7,8,24) (Foto)

Español:
¿A dónde podría ir para escapar de ti? ¿A dónde podría huir para que no me veas? Si subiera al cielo, allí estás tú. ¡Si estoy en peligro de alejarme de ti, entonces tráeme de vuelta a tu camino! (Salmo 139:7,8,24) (Foto)

Gesucht: Geborgenheit!

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Gott ist kein Boss auf der Suche nach Arbeitskräften. Er ist ein Adler, der nach Menschen sucht, die unter seinen Flügeln Zuflucht finden. (John Piper)

Zu diesem schönen Spruch fallen mir zwei Bibelworte ein, eines von Jesus , das er auf dem Ölberg mit dem Blick auf die Stadt Jerusalem sprach,  das andere aus dem  Buch Deuteronomium (5. Mose):

O Jerusalem, Jerusalem, du Stadt, die Propheten ermordet und Gottes Boten steinigt! Wie oft wollte ich deine Kinder zusammenrufen, wie eine Henne, die ihre Küken unter ihren Flügeln birgt, doch ihr habt es nicht zugelassen. (Matthäus 23,37 NLB)

Wie ein Adler, der seinen Jungen das Fliegen beibringt, über ihnen schwebt und sie auffängt, seine Schwingen ausbreitet und sie auf seinen Flügeln in die Höhe trägt, so führte der Herr sie [die Israeliten].  (5. Mose 32,11.12 NLB)

 

English:
God is not an employer looking for employees. He is an Eagle looking for people who will take refuge under his wings. (John Piper) (Foto)

Español:
Dios no es un jefe buscando empleados. Él es un águila buscando personas que quieran encontrar refugio bajo sus alas. (John Piper) (Foto)

Dein Geschenk: Heute!

Wasserviertel „Am Stintmarkt“ an der Ilmenau in Lüneburg (Foto: edp)

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Deutsch
:
Gestern ist bereits Geschichte, morgen ist noch ein Geheimnis, und heute ist ein Geschenk Gottes. Möge er dich heute, morgen und jeden Tag begleiten!

English:
Yesterday is already history, tomorrow is still a secret, and today is a gift from God. May he accompany you today, tomorrow and every day of your life!
Picture

Español:
Ayer ya es historia, mañana es todavía un misterio, y hoy es un regalo del cielo. ¡Que Dios te acompañe hoy, mañana y todos los días de tu vida!
Foto

Wo ist Gott (nicht)?

Foto: Kapa65, pixabay


Deutsch
:
Wenn wir Fragen: „Wo ist Gott?“, dann ist das, als würde ein Fisch fragen: „Wo ist Wasser?“ oder ein Vogel: „Wo ist Luft?“ Denn es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist. N. N.
Gott ist jedem von uns ja so nahe! Durch ihn allein leben und handeln wir, ja, ihm verdanken wir alles, was wir sind. (Apg 17,27-28 Hfa)

English:
When we ask, “Where is God?” it’s like a fish asking, “Where is water?” or a bird asking, “Where is air?” For there is no place where God is not. N. N.
God is so close to all of us! Through him alone we live and act, yes, we owe everything we are to him. (Acts 17:27-28) [picture]

Español:
Cuando preguntamos: “¿Dónde está Dios?”, es como si un pez preguntara: “¿Dónde está el agua?” o un pájaro: “¿Dónde está el aire?” Porque no existe ni un lugar en el que Dios no esté. N. N.
Dios está tan cerca de todos nosotros! Sólo gracias a él vivimos y trabajamos, sí, a él le debemos todo lo que somos. (Hechos d. los Apóstoles 17:27-28) [Foto]