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Was siehst du durch dein Fenster?

HINGESCHAUT. (11)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Erstaunlich, was man alles hinter einer Mauer "sehen" kann! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Ich lag nach einer Herz-OP in der Intensivstation. Fensterplatz. Die Herbstsonne beleuchtete wunderschön die Bäume des gegenüberliegenden Waldes – Fichten, glaube ich. Was zwischen dem Fenster und den Bäumen liegt, konnte ich vom Bett aus nicht erkennen. Erst als ich wieder aufstehen durfte, sah ich es: ein Parkplatz.

Während der Tage in diesem Zimmer musste ich immer wieder an eine Geschichte denken, die mich schon beim ersten Lesen beeindruckt hat.

Zwei schwerkranke Männer teilen sich ein Krankenhauszimmer. Beide müssen strenge Bettruhe einhalten. Sie reden viel miteinander, denn das ist ihre einzige Abwechslung. Doch es gibt noch einen täglichen Höhepunkt: Der Mann am Fenster darf sich jeden Nachmittag eine Stunde lang im Bett aufsetzen.

In dieser Stunde erzählt er, was sich draußen abspielt. Er beschreibt den Park am Krankenhaus und den kleinen Teich, auf dem Enten herum­paddeln. Kinder lassen ihre Papierboote zu Wasser. Liebespaare schlendern eng umschlungen am Ufer entlang. Eine Mutter mit Kinderwagen lässt sich von der Herbstsonne wärmen.

Während der Mann erzählt, schließt sein Zimmernachbar die Augen. In seiner Vorstellung entsteht eine bunte, lebendige Welt. Er kann zwar nicht selbst hinausblicken, aber durch die Schilderungen seines Bettnachbarn nimmt er ein wenig an dieser Welt teil. Schon bald erwartet er diese tägliche Stunde voller Sehnsucht.

Eines Morgens stellt die Krankenschwester fest: Der Mann am Fenster ist in der Nacht gestorben.

Nachdem die erste Aufregung und Trauer abgeklungen sind, bittet der andere Patient darum, nun den Platz am Fenster bekommen zu dürfen. Die Schwester schiebt sein Bett hinüber und schüttelt sein Kissen auf, sodass er etwas höher liegt.

Erwartungsvoll dreht er den Kopf zum Fenster. Doch er sieht nichts als eine graue Wand!

Fassungslos fragt er: „Aber warum hat der andere Patient dauernd von diesem Park und dem Ententeich erzählt? Er hat mir Enten und Bäume, Blumen und spielende Kinder beschrieben!“

Die Krankenschwester legt ihm die Hand auf die Schulter und erklärt: „Er hat Ihnen seine Welt geschildert, so wie er sie kannte. Für ihn war nicht die Mauer das Entscheidende, sondern das, was er sich dahinter vorstellte. Übrigens: Dieser Patient war blind!“

Diese Geschichte lässt mich nicht los. Vielleicht auch deshalb, weil ich selbst gerade aus einem Krankenhausfenster schaue. Und weil ich mich frage: Wie oft sehen wir eigentlich nur die Mauer, obwohl es noch etwas anderes zu entdecken gäbe?

Natürlich verschwinden Schwierigkeiten nicht dadurch, dass wir sie anders betrachten. Eine Krankheit bleibt eine Krankheit. Ein Konflikt wird nicht allein durch gute Gedanken gelöst. Und wer auf die Nachrichten schaut, findet genügend Gründe, sich Sorgen um unsere Welt und ihre Zukunft zu machen.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir für möglich halten.

Manche Menschen sehen vor allem Mauern: Hindernisse, Gegensätze, Streit und Probleme. Andere suchen nach Brücken, nach Gemeinsamkeiten und nach Lösungen. Sie nehmen die Schwierigkeiten durchaus wahr, lassen sich aber nicht von ihnen den gesamten Blick verstellen.

Wohl den Menschen, die mehr sehen als Mauern und Konflikte – die auch Brücken und Lösungen entdecken!

Solche Menschen sind eine Wohltat. Sie reden Probleme nicht klein, aber sie machen sie auch nicht größer, als sie sind. Sie geben anderen nicht das Gefühl, dass ohnehin alles sinnlos sei. Sie helfen ihnen, wieder einen Schritt nach vorn zu sehen.

Und das können wir im Alltag üben.

  • Wir können einem Menschen zuhören, der bedrückt in die Zukunft blickt.
  • Wir können Mut machen, ohne falsche Versprechungen zu geben.
  • Wir können auf Möglichkeiten hinweisen, die jemand in seiner Sorge gerade nicht erkennt.

Manchmal reicht ein freundliches Wort, ein ehrliches Interesse oder die Erinnerung daran, dass eine schwierige Zeit nicht zwangsläufig das ganze Leben bestimmt.

Vielleicht können wir nicht die Mauer beseitigen, vor der ein anderer steht. Aber wir können ihm helfen, nicht nur auf die Mauer zu schauen.

Besonders Christen haben einen Grund, Hoffnung zu verbreiten. Nicht, weil sie in einer heilen Welt leben würden. Auch sie erleben Krankheit, Enttäuschungen, Abschiede und Ängste. Auch sie sehen die Kriege, die Ungerechtigkeit und die Spannungen unserer Zeit. Doch ihr Blick endet nicht bei dem, was gegenwärtig sichtbar ist.

Der christliche Glaube erzählt von einer Zukunft, in der Gott Leid, Tod und Unrecht überwinden wird. Die Bibel beschreibt diese Hoffnung mit eindrücklichen Bildern: Tränen werden abgewischt, der Tod wird nicht mehr sein, und Schmerz und Geschrei werden ein Ende haben (Offenbarung 21,3–5).

Das ist mehr als der Wunsch, dass irgendwann alles besser werden möge. Es ist die Hoffnung auf Gottes neue Welt – begründet im Vertrauen auf den, der diese Zukunft verspricht.

Natürlich können wir diese Zukunft nicht sehen wie einen Park vor unserem Fenster. Wir können sie auch nicht beweisen wie eine Rechnung. Glaube bedeutet Vertrauen, obwohl noch nicht alles sichtbar ist. Aber genau dieses Vertrauen kann unseren Blick verändern. Es hilft uns, die Gegenwart ernst zu nehmen, ohne sie für die ganze Wirklichkeit zu halten. Wir müssen die Augen vor den Problemen unserer Zeit nicht verschließen. Wir dürfen uns aber weigern, ihnen das letzte Wort über die Zukunft zu überlassen.

Der Glaube öffnet den Blick für eine größere Dimension: für Gottes Treue, für seine Verheißungen und für eine Hoffnung, die über unser begrenztes Leben hinausreicht. Er kann uns davor bewahren, uns von den täglichen Schreckensmeldungen völlig blenden, verwirren oder verunsichern zu lassen.

Das bedeutet nicht, dass Christen immer gelassen wären oder auf jede Frage eine Antwort hätten. Aber sie haben einen Grund, trotz ungelöster Fragen weiterzugehen – und anderen Menschen Mut zu machen.

Vielleicht ist das eine unserer wichtigsten Aufgaben: nicht so zu tun, als gäbe es keine Mauern, sondern anderen zu helfen, über sie hinauszusehen. Denn manchmal verändert sich die Welt nicht sofort. Aber unser Blick auf sie kann sich verändern. Und mit unserem Blick verändert sich oft auch das, was wir anderen weitergeben: Angst oder Zuversicht, Resignation oder Mut, Hoffnungslosigkeit oder Licht.

Dazu passt ein Satz, der mir besonders gefällt: „Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter. Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer. Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht.“ (N.N.)

 

Abstract:
We can learn to discover bridges alongside conflicts, and solutions alongside difficulties. We can encourage people who look to the future with nothing but gloom. Sometimes a single word, a sympathetic ear or a fresh perspective is enough.

Christians have a special reason for this: their hope does not depend on the world already being whole. They trust that God promises a future without suffering and death. This does not mean turning a blind eye to reality. It means taking the present seriously, without regarding it as the whole of reality.

People who live by hope see further. People who live by love see more deeply. People who live by faith see everything in a different light.

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Resumen
Podemos aprender a descubrir, además de conflictos, también puentes; además de dificultades, también soluciones. Podemos dar ánimos a quienes miran al futuro con preocupación. A veces basta con una palabra, alguien que te escuche o una nueva idea.

Los cristianos tienen una razón especial para ello: su esperanza no depende de que el mundo ya esté perfecto. Confían en que Dios promete un futuro sin sufrimiento ni muerte. Eso no significa cerrar los ojos ante la realidad. Significa tomarse en serio el presente sin considerarlo como toda la realidad.

Las personas que viven de la esperanza ven más allá. Las personas que viven del amor ven más profundamente. Las personas que viven de la fe ven todo bajo una luz diferente.

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Glaube und Wissenschaft: unvereinbar?

Es ist sehr schade, wenn Kindern bereits in der Schule nahegebracht wird, Glaube und Wissenschaft seien unvereinbar. (Foto: Victoria, pixabay.com)

Viele Menschen halten Glaube und Wissenschaft für völlig gegensätzlich und unvereinbar: Der Glaube sei etwas für schlichte Gemüter, für Menschen, die im Gestern, in der Tradition leben. Die Wissenschaft – so deren Meinung – sei dagegen etwas für aufgeklärte, moderne Menschen, die den Verstand nicht an der Kirchengarderobe abgegeben haben.

Tatsache ist, dass Glaube und Wissenschaft oft zwar unterschiedliche Ansätze zur Wahrheitssuche haben, sich aber in vielerlei Hinsicht ergänzen können. Hier sind einige Aspekte:

1. Wissenschaft basiert auf Hypothesen, Theorien und Beweisen, die (nicht immer!) durch Experimente überprüft werden können. Dem Glauben geht es nicht um Beweise, sondern um Sinnfragen, Moral, Ethik und das Transzendente. Das alles liegt außerhalb wissenschaftlicher Methoden, was aber nicht bedeutet, dass man blind glauben muss. Denn einem Vorschuss an Vertrauen folgt in der Regel eine persönliche, bestätigende Erfahrung. Es geht also bei Glaube und Wissenschaft um zwei kompatible, sich ergänzende Perspektiven: Die Wissenschaft versucht, das „Wie?“ zu klären, der Glaube das „Warum?“ und „Wozu?“.

2. Könnte die Wissenschaft zweifelsfrei erklären, wie das Leben auf dem Planeten Erde entstanden ist, so blieben wesentliche Fragen offen:

  • Warum existiert das Leben auf der Erde?
  • Warum gibt es uns Menschen?
  • Worauf ist zurückzuführen, dass Krieg, Krankheit und Leid in die Welt gekommen sind, um zu bleiben?
  • Gibt es einen höheren Sinn im Leben?

Auf diese Fragen gibt nur der Glaube – durch die Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift, der Bibel – nachvollziehbare Antworten.

3. Viele Wissenschaftler waren und sind gläubig. Hier eine Auswahl aus der Vergangenheit und aus der neueren Zeit:

  • Isaac Newton (1643–1727) – Einer der bedeutendsten Physiker und Mathematiker; gläubiger Christ und Verfasser theologischer Schriften.
  • Johannes Kepler (1571–1630) – Begründer der Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung; sah seine Arbeit als Erforschung der göttlichen Ordnung des Universums.
  • Blaise Pascal (1623–1662) – Mathematiker, Physiker und Philosoph.
  • Gregor Mendel (1822–1884) – Begründer der Genetik und Augustinermönch.
  • James Clerk Maxwell (1831–1879) – Physiker, der für seinen christlichen Glauben bekannt war.
  • Louis Pasteur (1822–1895) – Mikrobiologe und Chemiker, der Gott als Schöpfer des Lebens betrachtete.
  • Michael Faraday (1791–1867) – Physiker und Chemiker, gläubiger Christ aus einer protestantischen Bewegung.
  • Max Planck (1858-1947) – deutscher Physiker und Begründer der Quantenphysik, glaubte an einen allmächtigen, allwissenden, gütigen (wenn auch nicht unbedingt an persönlichen) Gott.
  • Francis Collins (geb. 1950) – Genetiker und Leiter des Human-Genom-Projekts; bekennender Christ und Autor von „The Language of God“.
  • John Polkinghorne (1930–2021) – Physiker und Theologe, der sich mit der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Glauben beschäftigte.
  • Werner Heisenberg (1901–1976) – Quantenphysiker, der sich philosophisch mit Religion auseinandersetzte.
  • Antony Hewish (1924–2021) – Nobelpreisträger in Physik, erklärte sich als Christ.
  • Owen Gingerich (geb. 1930) – Astronom und Wissenschaftshistoriker, der offen über seinen Glauben sprach.
  • Allan Sandage (1926–2010) – Astronom, der zu einem christlichen Glauben fand und ihn mit seiner Forschung in Einklang brachte.
  • Charles Duke (geb. 1935) – amerikanischer Astronaut, der als zehnter Mensch den Mond betrat, betrachtete nicht die Mondlandung als das größte Erlebnis seines Lebens, sondern sechs Jahre später Jesus Christus kennengelernt zu haben: «Auf dem Mond bin ich drei Tage lang gegangen – mit Jesus gehe ich für immer.»
  • Ard Louis (geb. 1970er Jahre) – Physiker und Theologe, bekannt für seine Arbeit über Wissenschaft und Glauben.

Diese lange Liste zeigt, dass man sehr wohl gläubig sein und zugleich wissenschaftlich arbeiten kann.

4. Die Wissenschaft hat methodische Grenzen: Sie kann metaphysische Fragen nicht beantworten. Der Glaube kann ethische Maßstäbe bieten, wo Wissenschaft keine moralischen Antworten geben kann (z. B. Bioethik, KI-Ethik).

5. Ja, es gab im Laufe der Geschichte Konflikte (z. B. das geozentrische Weltbild vs das heliozentrische Modell oder die kirchliche Lehre der unsterblichen Seele des Menschen), aber oft resultierten sie aus gesellschaftlichen, kirchlichen Traditionen, nicht aus inhärenten Widersprüchen zwischen biblisch fundiertem Glaube und Wissenschaft.

Glaube und Wissenschaft können sich gegenseitig inspirieren und ergänzen, wenn sie in ihren jeweiligen Bereichen respektvoll bleiben. Es bedarf beiderseits einer gewissen Größe, Grenzen anzuerkennen, Wissenslücken zuzugeben, Irrtümer zu korrigieren und offen zu sein für neue Erkenntnisse.

 
Faith and Science: Incompatible?

Many people consider faith and science to be completely opposite and irreconcilable. They believe that faith is for simple-minded individuals who live in the past and cling to tradition, whereas science, in their view, is for enlightened, modern people who have not left their reason at the church cloakroom.

The fact is that while faith and science often have different approaches to seeking truth, they can complement each other in many ways. Here are some key aspects:

1. Science is based on hypotheses, theories, and evidence that (though not always) can be tested through experiments. Faith, on the other hand, is not about proof but about questions of meaning, morality, ethics, and the transcendent. These areas lie beyond scientific methods, but that does not mean one must believe blindly. An initial trust is often followed by personal, confirming experiences. In this sense, faith and science represent two compatible, complementary perspectives: Science seeks to answer the „How?“ while faith addresses the „Why?“ and „For what purpose?“

2. Even if science could unequivocally explain how life originated on Earth, fundamental questions would remain unanswered:

– Why does life exist on Earth?
– Why do human beings exist?
– How did war, disease, and suffering come into the world and persist?
– Is there a higher purpose in life?

Only faith—through God’s revelation in the Holy Scripture, the Bible—offers comprehensible answers to these questions.

3. Many scientists have been and still are believers. Here are some examples from the past and present:

– **Isaac Newton (1643–1727)** – One of the most significant physicists and mathematicians; a devout Christian and author of theological writings.
– **Johannes Kepler (1571–1630)** – Founder of Kepler’s laws of planetary motion; saw his work as an exploration of the divine order of the universe.
– **Blaise Pascal (1623–1662)** – Mathematician, physicist, and philosopher.
– **Gregor Mendel (1822–1884)** – Founder of genetics and Augustinian monk.
– **James Clerk Maxwell (1831–1879)** – Physicist known for his Christian faith.
– **Louis Pasteur (1822–1895)** – Microbiologist and chemist who viewed God as the creator of life.
– **Michael Faraday (1791–1867)** – Physicist and chemist; devout Christian from a Protestant movement.
– **Max Planck (1858–1947)** – German physicist and founder of quantum mechanics, who believed in an almighty, all-knowing, benevolent (though not necessarily personal) God.
– **Francis Collins (b. 1950)** – Geneticist and head of the Human Genome Project; a committed Christian and author of *The Language of God*.
– **John Polkinghorne (1930–2021)** – Physicist and theologian who explored the compatibility of science and faith.
– **Werner Heisenberg (1901–1976)** – Quantum physicist who engaged in philosophical discussions on religion.
– **Antony Hewish (1924–2021)** – Nobel Prize-winning physicist who identified as a Christian.
– **Owen Gingerich (b. 1930)** – Astronomer and historian of science who openly spoke about his faith.
– **Allan Sandage (1926–2010)** – Astronomer who found Christian faith and reconciled it with his research.
– **Charles Duke (b. 1935)** – American astronaut and the tenth person to walk on the moon. However, he considered not the moon landing, but his encounter with Jesus Christ six years later to be the greatest experience of his life: „On the moon, I walked for three days—with Jesus, I walk forever.“
– **Ard Louis (b. 1970s)** – Physicist and theologian known for his work on science and faith.

This extensive list demonstrates that one can be both a believer and a scientist.

4. Science has methodological limits: It cannot answer metaphysical questions. Faith, in turn, can provide ethical standards where science offers no moral answers (e.g., in bioethics or AI ethics).

5. Yes, there have been conflicts throughout history (e.g., the geocentric vs. heliocentric model or the church’s doctrine of the immortal human soul). However, these conflicts often stemmed from social or ecclesiastical traditions rather than inherent contradictions between biblically founded faith and science.

Faith and science can inspire and complement each other if they respect their respective domains. Both require a certain humility—to acknowledge limits, admit gaps in knowledge, correct errors, and remain open to new insights.

¿Fe y ciencia: incompatibles?

Muchas personas consideran que la fe y la ciencia son completamente opuestas e irreconciliables. Creen que la fe es para mentes sencillas, para personas que viven en el pasado y en la tradición. La ciencia, en su opinión, es para personas modernas e ilustradas que no han dejado su razón en el guardarropa de la iglesia.

Lo cierto es que, aunque la fe y la ciencia tienen a menudo enfoques diferentes en la búsqueda de la verdad, pueden complementarse en muchos aspectos. Aquí algunos puntos clave:

1. La ciencia se basa en hipótesis, teorías y pruebas que (aunque no siempre) pueden ser verificadas mediante experimentos. La fe, en cambio, no se ocupa de pruebas, sino de cuestiones de significado, moral, ética y trascendencia. Todo esto está fuera del alcance de los métodos científicos, pero eso no significa que se deba creer ciegamente. Un acto inicial de confianza suele ir seguido de una experiencia personal que lo confirma. Así, la fe y la ciencia representan dos perspectivas compatibles y complementarias: la ciencia busca responder al „¿Cómo?“, mientras que la fe aborda el „¿Por qué?“ y el „¿Para qué?“.

2. Incluso si la ciencia pudiera explicar sin lugar a dudas cómo surgió la vida en la Tierra, quedarían abiertas preguntas fundamentales:

– ¿Por qué existe la vida en la Tierra?
– ¿Por qué existimos los seres humanos?
– ¿Cuál es la causa de la persistencia de la guerra, la enfermedad y el sufrimiento en el mundo?
– ¿Existe un propósito superior en la vida?

Solo la fe —a través de la revelación de Dios en las Sagradas Escrituras, la Biblia— ofrece respuestas comprensibles a estas preguntas.

3. Muchos científicos han sido y son creyentes. Aquí algunos ejemplos del pasado y del presente:

– **Isaac Newton (1643–1727)** – Uno de los físicos y matemáticos más importantes; cristiano devoto y autor de escritos teológicos.
– **Johannes Kepler (1571–1630)** – Fundador de las leyes del movimiento planetario de Kepler; veía su trabajo como una exploración del orden divino del universo.
– **Blaise Pascal (1623–1662)** – Matemático, físico y filósofo.
– **Gregor Mendel (1822–1884)** – Fundador de la genética y monje agustino.
– **James Clerk Maxwell (1831–1879)** – Físico conocido por su fe cristiana.
– **Louis Pasteur (1822–1895)** – Microbiólogo y químico que consideraba a Dios como el creador de la vida.
– **Michael Faraday (1791–1867)** – Físico y químico; cristiano devoto de un movimiento protestante.
– **Max Planck (1858–1947)** – Físico alemán y fundador de la mecánica cuántica; creía en un Dios todopoderoso, omnisciente y benévolo (aunque no necesariamente personal).
– **Francis Collins (n. 1950)** – Genetista y director del Proyecto Genoma Humano; cristiano confeso y autor de *The Language of God*.
– **John Polkinghorne (1930–2021)** – Físico y teólogo que exploró la compatibilidad entre la ciencia y la fe.
– **Werner Heisenberg (1901–1976)** – Físico cuántico que reflexionó filosóficamente sobre la religión.
– **Antony Hewish (1924–2021)** – Premio Nobel de Física, quien se identificaba como cristiano.
– **Owen Gingerich (n. 1930)** – Astrónomo e historiador de la ciencia que hablaba abiertamente sobre su fe.
– **Allan Sandage (1926–2010)** – Astrónomo que encontró la fe cristiana y la armonizó con su investigación.
– **Charles Duke (n. 1935)** – Astronauta estadounidense y la décima persona en caminar sobre la Luna. Sin embargo, no consideró el alunizaje como la mayor experiencia de su vida, sino su encuentro con Jesucristo seis años después: „En la Luna caminé durante tres días; con Jesús camino para siempre“.
– **Ard Louis (n. década de 1970)** – Físico y teólogo conocido por su trabajo sobre ciencia y fe.

Esta extensa lista demuestra que es completamente posible ser creyente y, al mismo tiempo, dedicarse a la ciencia.

4. La ciencia tiene límites metodológicos: no puede responder preguntas metafísicas. La fe, por su parte, puede proporcionar estándares éticos donde la ciencia no puede ofrecer respuestas morales (por ejemplo, en bioética o ética de la inteligencia artificial).

5. Es cierto que ha habido conflictos a lo largo de la historia (por ejemplo, el modelo geocéntrico versus el modelo heliocéntrico o la doctrina eclesiástica del alma inmortal del ser humano), pero a menudo surgieron de tradiciones sociales o eclesiásticas, más que de contradicciones inherentes entre la fe basada en la Biblia y la ciencia.

Fe y ciencia pueden inspirarse y complementarse mutuamente si respetan sus respectivos ámbitos. Se requiere humildad de ambas partes para reconocer límites, admitir lagunas de conocimiento, corregir errores y estar abiertos a nuevos descubrimientos.

Heilende Grenzen

[nx_spacer size=“10″]Albert Schweitzer (1875-1965) werden die Worte zugeschrieben: „Die Wissenschaft,  richtig verstanden, heilt den Menschen von seinem Stolz; denn sie zeigt ihm seine  Grenzen.“ Umgekehrt gilt: Der Glaube, richtig verstanden, heilt den Menschen von  seiner Verzweiflung, denn er zeigt ihm seine Bestimmung. (Rolf J. Pöhler)

Quelle:  Zeitloses Andachtsbuch  „Atem holen„

 

English:
Healing Limits
Albert Schweitzer is credited with the words: „Science, correctly understood, heals man from his pride; for she shows him his limitations.“ And vice versa, faith, properly understood, heals man of his desperation, because he shows him his destiny. (Rolf J. Pöhler) Picture

Español:
Límites curativos
A Albert Schweitzer se le atribuyen las palabras: „La ciencia, correctamente entendida, cura al hombre de su orgullo, porque le muestra sus límites“. Lo contrario también es cierto: La fe, bien entendida, cura al hombre de su desesperación, porque le muestra su destino. (Rolf J. Pöhler)  Foto

Keine Täler? Keine Berge!

[nx_spacer size=“10″]
Deutsch
:
Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge.
Wer nie ganz unten war, schaut gleichgültig ins Tal.
Leben ohne Zweifel ist Leben ohne Glauben.
Wer niemals sucht und fragt, dessen Antworten sind schal.
(Jürgen Werth, aus dem Musical Josef – Eine Traumkarriere)

Wir, meine Frau und ich, fühlen uns sehr wohl in der Lüneburger Heide. Landschaftlich fehlen uns nur die Berge, daher (aber nicht nur deswegen) fahren wir gern nach Bayern. Nur die Berge? Natürlich auch die Täler, die gehören ja wohl dazu. Nicht nur in topographischer Hinsicht, sondern auch im realen Leben!

Davon singt Jürgen Werth in der zweiten Strophe seines Liedes „Leben ohne Schatten“. Es geht um Höhen und Tiefen, die wohl in keinem Lebenslauf fehlen dürften. Wer aber seine Tiefs zu schnell vergisst, wird – wenn er denn wieder in Hochstimmung ist – die Hochs für selbstverständlich halten. Und er wird nicht sehr viel Empathie jenen gegenüber aufbringen, denen es gerade schlecht geht.

Ähnlich ist es mit Glauben und Zweifeln. Wer glaubt, wird niemals aufhören, zu suchen. Weil Glaube mehr ist als das bloße Fürwahrhalten von Dogmen, von Lehrsätzen. Glauben heißt vertrauen. Vertrauen aber muss ein Leben lang wachsen. Und im Vertrauen erleben wir Höhen und Tiefen.

Wanderer erleben immer wieder, wie aufregend es ist, einen Gipfel im Gebirge zu erklimmen: Wenn man meint, höher ginge es gar nicht, entdeckt man, dass sich dahinter noch höhere Gipfel verbergen, die erklommen werden wollen. Ähnlich verhält es sich mit dem Glauben: Es wird nie der Zeitpunkt eintreten, da wir sagen können: „Fertig! Ich glaube nun genug! Mein Vertrauen kann sich nicht steigern!“

Wir bleiben Suchende und Fragende, wenn wir den Glauben ernst nehmen. Auch diesbezüglich sind Martin Luthers Worte sehr zutreffend: „Wir sind Bettler, das ist wahr!“

Das Lied auf YouTube / neuere Fassung

(3. Strophe folgt im nächsten Beitrag)

 

English:
Life without valleys is life without mountains.
Those who have never been at the bottom look indifferently into the valley.
Life without doubt is life without faith.
He who never seeks and asks, his answers are stale.
(Jürgen Werth) [picture]

Español:
Una vida sin valles es una vida sin montañas.
Quien nunca ha estado en lo más profundo mira con indiferencia hacia el valle.
Una vida sin dudas es una vida sin fe.
Quien nunca busca y pregunta, sus respuestas son rancias.
(Jürgen Werth) [Foto]

Ich werde gesehen


Deutsch
: Glaube heißt nicht, Gott zu sehen, aber zu wissen, dass Gott mich sieht. Das reicht mir. Oswald Chambers
English:  To believe does not mean to see God, but to know that God sees me. That is all I need. Oswald Chambers (picture)
Español:  La fe no significa ver a Dios, sino saber que Dios me ve a mí. Eso me basta. Oswald Chambers (foto)

Gott sieht uns nicht nur, er liebt uns. Würde er uns einen Brief schreiben, was könnte darauf stehen? Vielleicht Folgendes.