Kategoriearchiv: Jahrestage

Erntedank – noch zeitgemäß?

Für unsere Groß- und Urgroßeltern konnte eine schlechte Ernte über Wohlstand oder Not entscheiden.
Wir leben von der Ernte anderer – und merken es kaum noch. (Foto: analogicus, pixabay.com)

Erntedank. Für viele gehört das Wort irgendwie zum Herbst: geschmückte Kirchen, Körbe mit Äpfeln, Kartoffeln und Kürbissen, vielleicht ein Gottesdienst am Sonntag. Schön – aber auch ein bisschen aus der Zeit gefallen?

Schließlich leben die meisten von uns nicht mehr davon, was auf dem eigenen Feld wächst. Wir gehen in den Supermarkt und finden dort fast alles, was wir brauchen. Erdbeeren im Winter, Bananen aus Südamerika, Tomaten aus Spanien. Die Regale sind voll. Und wenn einmal etwas fehlt, ist das meistens nur eine kurze Irritation.

Unsere Groß- und Urgroßeltern erlebten das anders. Eine schlechte Ernte konnte über Wohlstand oder Not entscheiden. Frost zur falschen Zeit, zu viel Regen oder eine lange Trockenheit waren keine Nachrichten aus der Wetter-App, sondern konnten existenzielle Folgen haben. Man wusste noch sehr unmittelbar: Von der Ernte hängt vieles ab.

Erntedank war deshalb mehr als ein hübscher Brauch. Es war ein Ausdruck der Erleichterung und der Dankbarkeit: Die Ernte ist eingebracht. Wir haben genug zu essen. Wir können dem Winter entgegengehen.

Was ist davon geblieben?

Heute haben wir uns weitgehend von dieser unmittelbaren Abhängigkeit entfernt. Zumindest scheint es so. Denn eigentlich sind wir nach wie vor abhängig – nur sehen wir die Zusammenhänge kaum noch:

  • Hinter einem Brot stehen Getreide, Boden, Regen und Sonne, aber auch die Arbeit eines Landwirts, Maschinen, Transport und viele weitere Menschen.
  • Hinter einem Apfel stehen nicht nur ein Baum und ein Stück Erde, sondern auch Pflege, Wetter, Ernte und Vermarktung.
  • Unser voller Kühlschrank ist das Ergebnis eines riesigen Zusammenspiels.

Vielleicht ist genau das eine moderne Bedeutung des Erntedankfestes: Es erinnert uns daran, dass unser Leben nicht nur aus dem besteht, was wir selbst leisten.

Danken für das, was wir nicht gemacht haben

Das ist auch der ursprüngliche christliche Gedanke des Erntedanks:

  • Der Mensch arbeitet – aber er lässt die Sonne nicht scheinen.
  • Er sät – aber er kann das Wachstum nicht erzwingen.
  • Er kann vieles planen und organisieren, aber längst nicht alles liegt in seiner Hand.

Die Bibel erinnert deshalb immer wieder daran, dass wir Menschen letztlich Empfangende sind. Wir leben von Dingen, die wir uns nicht selbst gegeben haben.

Das kann man sehr religiös verstehen. Man muss es aber nicht. Denn auch wer mit Kirche und Glauben wenig anfangen kann, kennt vermutlich Augenblicke, in denen ihm bewusst wird: Da ist vieles in meinem Leben, das ich nicht selbst gemacht habe.

Menschen, die uns begleiten. Eine Familie. Freundschaften. Gesundheit. Ein Zuhause. Ein Arbeitsplatz. Eine Landschaft, in der wir gerne leben. Ein gutes Gespräch zur richtigen Zeit. Ein Mensch, der uns geholfen hat, ohne etwas dafür zu verlangen. Nichts davon wächst auf einem Feld. Und trotzdem sind es Ernten unseres Lebens.

Vielleicht ist Erntedank heute wichtiger denn je

Früher erinnerte Erntedank daran, dass eine gute Ernte nicht selbstverständlich war. Heute könnte es uns daran erinnern, dass unser ganzes Leben nicht selbstverständlich ist.

Wir haben uns daran gewöhnt, vieles als gegeben hinzunehmen. Wir erwarten, dass Wasser aus dem Hahn kommt, Strom aus der Steckdose und Lebensmittel im Supermarkt liegen. Wir planen unseren Alltag Monate im Voraus und ärgern uns, wenn etwas nicht funktioniert.

Dankbarkeit unterbricht diese Selbstverständlichkeit. Sie zwingt uns nicht, alles schönzureden. Es gibt auch in unserem Leben Missernten: Krankheiten, Enttäuschungen, Verluste und Dinge, die anders gekommen sind, als wir gehofft hatten. Aber vielleicht bedeutet Dankbarkeit gerade nicht, dass alles gut ist. Vielleicht bedeutet sie, das Gute nicht zu übersehen, obwohl nicht alles gut ist.

Was bleibt vom Erntedank? Vielleicht braucht Erntedank deshalb gar nicht unbedingt einen großen Erntealtar. Vielleicht reicht manchmal ein Augenblick, in dem wir innehalten und uns fragen:

  • Was ist mir in diesem Jahr geschenkt worden?
  • Was habe ich bekommen, ohne es verdient oder geplant zu haben?
  • Wofür könnte ich einmal ganz bewusst „Danke“ sagen?

Das christliche Erntedankfest gibt darauf eine klare Antwort: Hinter allem Guten steht letztlich Gott als der Geber des Lebens. Wer das glaubt, kann seinen Dank an Gott richten. Wer sich mit dieser Antwort schwertut, kann trotzdem mit der Frage beginnen. Denn vielleicht ist das Wichtigste am Erntedankfest gar nicht die Ernte. Vielleicht ist es das Danken.

 

Abstract:
In the past, the harvest festival (Thanksgiving) served as a reminder that a good harvest was not something to be taken for granted. Today, it could serve as a reminder that our whole life is not something to be taken for granted.
People work – but they cannot make the sun shine.
They sow – but they cannot force growth.
They can plan and organise many things, but by no means everything is in their hands.
The Bible therefore reminds us time and again that we humans are, ultimately, recipients. We live on things that we have not given to ourselves.

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Resumen
Antes, la fiesta de la cosecha nos recordaba que una buena cosecha no era algo que se diera por sentado. Hoy en día, podría recordarnos que toda nuestra vida tampoco es algo que se dé por sentado.
El ser humano trabaja, pero no hace que luzca el sol.
Siembra, pero no puede forzar el crecimiento.
Puede planificar y organizar muchas cosas, pero no todo está en sus manos, ni mucho menos.
Por eso, la Biblia nos recuerda una y otra vez que, en última instancia, los seres humanos somos receptores. Vivimos de cosas que no nos hemos dado a nosotros mismos.

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Ein unruhiger Ruhetag: Karsamstag

Der Betrieb im Tempel lief weiter, als wäre nichts geschehen! (Bild AI-generated)

So einen Sabbat hatten die Feinde und die Freunde Jesu noch nie zuvor erlebt! Für die Priester und Obersten war das ein Sabbat voller Hektik, kein „Sabbat“, d. h. kein Ruhetag. Wie sollten sie auch zur Ruhe finden? Sie dachten sicher über alle möglichen Pläne nach, Schlimmeres (eine Auferstehung!) zu verhindern. Sie feierten den Sabbat nach dem Gesetz, es war aber ein leerer Sabbat, weil sie den Herrn des Sabbats umgebracht hatten!

Die Freunde Jesu versanken in tiefe Trauer, denn sie konnten es nicht fassen, dass ihr Meister (der Messias!), wirklich gestorben war. Über die Frauen, die Jesus begleiteten, schreibt der Evangelist und Arzt Lukas: „Sie [die Frauen] kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lukas 23,56) Die Frauen hatten alles vorbereitet, jetzt gab es für sie nichts mehr zu tun. Außer darüber nachzudenken, ob sie etwas missverstanden hatten.

Und Jesus selbst? Er ruhte am Sabbat im Grab, nach getaner Arbeit. Wie am Ende der Schöpfungswoche. Zeitvergeudung? Keinesfalls: Während Jesus im Grab ruhte, arbeitete der Heilige Geist in den Herzen vieler Menschen weiter (Simon von Kyrene, der Hauptmann, viele Beobachter der Kreuzigung …).

Indem Jesus sich wie ein Weizenkorn in die Erde senken und begraben ließ (vgl. Johannes 12,23f.), nahm er freiwillig die letzte Ohnmacht an, die jedem Menschen eines Tages bereitet ist. Nun konnte er nichts mehr tun, nichts mehr sagen – es war alles in seines Vaters Hand gelegt.

Das trifft nicht allein auf den wöchentlichen Sabbat zu. (Foto: ZPhotoo, pixabay.com)

Von Gott verordnete Ruhe ist immer eine heilsame Ruhe, die etwas bewirkt. Das dürfen bzw. müssen wir auch manchmal erleben: Übergangsphasen, in denen wir nicht die Macher sind, sondern die Ruhenden, die Vertrauenden, die Beter. Weil uns die Kräfte einfach verlassen (z. B. als Rentner). Oder weil unsere Einflussmöglichkeiten (z. B. auf unsere erwachsenen Kinder) sehr begrenzt sind. Oder weil uns Gott in der einen oder anderen Form „aus dem Verkehr zieht“ und wir nur zu ihm beten können: „In deine Hände lege ich mein Lebenswerk, meine Träume, meine Ziele, meine Mühe, meine Erfolge, mein Versagen, meine unerledigten To-Do-Listen. Mach du was Richtiges daraus!“

Der Karsamstag lädt uns ein, uns Gott ganz zu überlassen, die Vergangenheit hinter uns zu lassen, die Zukunft dem Ewigen anzuvertrauen und ihm die Gegenwart zu übergeben. Gott lädt uns ein, bei ihm auszuruhen von all unserer Unruhe. Jeden Sabbat.


 
A restless day of rest: Holy Saturday

Neither the enemies nor the friends of Jesus had ever experienced a Sabbath like this one before! For the priests and leaders, it was a Sabbath full of frenzy—not a “Sabbath” in the true sense of the word, not a day of rest. How could they possibly find rest? They were likely scheming about how to prevent something even worse (a resurrection!) from happening. They observed the Sabbath according to the law, but it was an empty Sabbath—because they had killed the Lord of the Sabbath!

Jesus’ friends sank into deep grief, unable to comprehend that their Master (the Messiah!) had truly died. About the women who followed Jesus, the evangelist and physician Luke writes: “Then they went home and prepared spices and perfumes. But they rested on the Sabbath in obedience to the commandment.” (Luke 23:56) The women had prepared everything—there was nothing more to be done. Except perhaps to wonder whether they had misunderstood something.

And Jesus himself? He rested in the tomb on the Sabbath, after his work was finished—just like at the end of the creation week. A waste of time? By no means: while Jesus rested in the grave, the Holy Spirit continued to work in many hearts—Simon of Cyrene, the centurion, many who had witnessed the crucifixion…

By allowing himself to be buried like a grain of wheat falling into the earth (cf. John 12:23-24), Jesus willingly embraced the ultimate powerlessness that every human being must one day face. He could no longer act or speak—everything was placed in his Father’s hands.

Rest ordained by God is always a healing rest that brings about something good. We, too, may (or must) experience such phases: times of transition when we are no longer the doers, but the ones who rest, who trust, who pray. Because our strength has simply run out (for example, in retirement). Or because our ability to influence (such as over our adult children) is very limited. Or because God, in one way or another, “takes us out of action,” and we can do nothing but pray: “Into your hands I place my life’s work, my dreams, my goals, my efforts, my successes, my failures, my unfinished to-do lists. You make something good out of it!”

Holy Saturday invites us to completely surrender ourselves to God, to leave the past behind, to entrust the future to the Eternal One, and to hand over the present to Him. God invites us to rest in Him from all our restlessness. Every Sabbath.


Un inquieto día de descanso: Sábado Santo

¡Nunca antes los enemigos ni los amigos de Jesús habían vivido un sábado como ese! Para los sacerdotes y los jefes, fue un sábado lleno de agitación, no un “sábado” en el verdadero sentido de la palabra, es decir, no un día de descanso. ¿Cómo iban a encontrar descanso? Seguramente estaban ideando todo tipo de planes para evitar algo aún peor (¡una resurrección!). Celebraron el sábado conforme a la ley, pero fue un sábado vacío, porque habían matado al Señor del sábado.

Los amigos de Jesús se sumieron en una profunda tristeza, porque no podían creer que su Maestro (¡el Mesías!) hubiera muerto de verdad. Sobre las mujeres que acompañaban a Jesús, el evangelista y médico Lucas escribe: “Entonces regresaron y prepararon especias aromáticas y perfumes. Y descansaron el sábado, conforme al mandamiento.” (Lucas 23:56) Las mujeres ya lo habían preparado todo, y ahora no les quedaba nada por hacer. Salvo reflexionar si tal vez habían entendido algo mal.

¿Y Jesús mismo? Descansó en la tumba durante el sábado, tras haber terminado su obra. Como al final de la semana de la creación. ¿Pérdida de tiempo? En absoluto: mientras Jesús descansaba en el sepulcro, el Espíritu Santo seguía obrando en los corazones de muchas personas (Simón de Cirene, el centurión, muchos testigos de la crucifixión…).

Al dejarse enterrar como un grano de trigo que cae en la tierra (cf. Johannes 12:23-24), Jesús aceptó voluntariamente la última impotencia que todo ser humano experimentará algún día. Ya no podía hacer nada, ya no podía decir nada —todo había sido puesto en las manos de su Padre.

El descanso ordenado por Dios es siempre un descanso sanador, que produce fruto. Y nosotros también podemos —o debemos— experimentarlo a veces: fases de transición en las que no somos los que hacen, sino los que descansan, los que confían, los que oran. Porque nuestras fuerzas nos han abandonado (por ejemplo, en la jubilación). O porque nuestras posibilidades de influencia (por ejemplo, sobre nuestros hijos adultos) son muy limitadas. O porque Dios, de una u otra forma, “nos saca de circulación” y solo podemos orar: “En tus manos pongo la obra de mi vida, mis sueños, mis metas, mis esfuerzos, mis logros, mis fracasos, mis listas de tareas inconclusas. ¡Haz tú algo bueno con todo eso!”

El Sábado Santo nos invita a entregarnos completamente a Dios, a dejar atrás el pasado, a confiarle el futuro al Eterno, y a poner en sus manos el presente. Dios nos invita a descansar en Él de toda nuestra inquietud. Cada sábado.

Mogelpackungen zu Weihnachten?

Ist überhaupt etwas drin (außer Füllmaterial)?

Der Lieferdienst bringt ein riesiges Paket. Was habe ich nun bestellt, dass die Verpackung so groß ist? Neugierig packe ich aus: Gut gepuffert steckt im großen Karton ein sehr kleine mit der bestellten Ware. „Mogelpackung!“ kommt mir in den Sinn.

Schon etwas Ähnliches erlebt? Etwa beim Einkauf? Große Tüte, viel Luft darin! Oder bei der Bescherung? Wunderschönes Packpapier, aber ein völlig unbrauchbarer Inhalt! Mogelpackungen lösen Enttäuschung aus. Im schlimmsten Fall sogar das Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein.

Mir kommt eine viel gravierende Variante von Mogelpackung in den Sinn: In der Adventszeit schmücken wir unsere Wohnzimmer, den Vorgarten, den Arbeitsplatz in der Firma, die Räume in der Kirche. Die Fassade, die Verpackung stimmt. Und innen? Ist unser Leben eine Mogelpackung?
Die Adventszeit kann sehr anstrengend werden, wenn wir der Verwandtschaft oder den Freunden eine harmonische, friedliche, glückliche Familienwelt vorzugaukeln versuchen, die so intakt nicht ist.

Die Adventszeit kann eine besonders erfüllte Zeit sein, wenn wir uns trauen, mit leeren Händen vor Gott zu erscheinen. Im lauten Geschenkerummel der Weihnachtszeit dürfen wir uns nicht so mitreißen lassen zu glauben, dass wir auch noch Gott beschenken müssen. Er hat unsere Geschenke nicht nötig, denn alles, was wir sind und haben, kommt ja von ihm. Das größte Geschenk an die Menschheit ist sein eigener Sohn, Jesus Christus, gewesen. Seine Geburt als Mensch in Bethlehem ist der Grund, warum wir überhaupt Weihnachten feiern!

Paulus schreibt: „Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken?“ (Römerbrief 8,32 NLB) Wie sollte Gott geizen, wenn er uns das Kostbarste bereits geschenkt hat? Alles andere, das wir zu einem sinnerfüllten hier und heute brauchen, ist „Zugabe“. Ohne Mogelpackung.

Womit können wir nun Gott die größte Freude bereiten? Damit, dass wir ihm unser volles Vertrauen schenken. So stark vertrauen, dass wir ihm auch unsere hässlichen Seiten zeigen und das, was in unserem Leben nicht gelingt. Er weiß es sowieso. Wenn wir an Weihnachten vor Gott dazu stehen, wie unser Leben wirklich ist, werden wir entlastet. Und beschenkt: mit der Motivation und Kraft für einen neuen Anfang – persönlich, familiär und auch in der Beziehung zu Gott.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern sinnvolle Bescherungen – nicht nur bzw. erst zu Weihnachten!

 
Cheat packs for Christmas?

[Shortened] The delivery service brings a huge parcel, but there’s only a small one inside. ‘Cheat pack!’ I think. Something similar happens when I go shopping: big packaging, little content. That makes for disappointment.

During Advent, we often decorate our surroundings perfectly, but what does it look like inside? Is our life perhaps also a deceptive package? Instead of genuine harmony, we often try to simulate a perfect world that doesn’t exist.

However, the Advent season can be fulfilling if we dare to come before God empty-handed. In the hustle and bustle of Christmas, we can remind ourselves that God doesn’t need presents. He has already given us the greatest gift of all – his Son, Jesus Christ. His birth is the reason to celebrate Christmas!

The apostle Paul writes: ‘God did not spare his own Son, but gave him for us all. Will he not then with him also give us everything else?’ (Rom 8:32). God gives us everything we really need as an encore – without any cheating.

We please God most when we trust him, show our weaknesses and are honest with ourselves. This is how we find relief and new strength for our lives.

abc

¿Paquetes trampa para Navidad?

[Abreviado] El repartidor trae un paquete enorme, pero dentro sólo hay uno pequeño. «¡Paquete trampa!», pienso. Algo parecido me pasa cuando voy de compras: gran embalaje, poco contenido. Eso produce decepción.

Durante el Adviento, a menudo decoramos nuestro entorno a la perfección, pero ¿cómo es por dentro? ¿Es acaso nuestra vida también un envoltorio engañoso? En lugar de una armonía auténtica, a menudo intentamos aparentar un mundo perfecto que no existe.

Sin embargo, el tiempo de Adviento puede ser gratificante si nos atrevemos a presentarnos ante Dios con las manos vacías. En el ajetreo de la Navidad, podemos recordarnos a nosotros mismos que Dios no necesita regalos. Ya nos ha dado el mayor regalo de todos: su Hijo, Jesucristo. Su nacimiento es la razón por la que celebramos la Navidad.

El apóstol Pablo escribe: «Dios no escatimó ni a su propio Hijo, sino que lo entregó por todos nosotros. ¿No nos dará también con él todo lo demás? (Rom 8:32). Dios nos da todo lo que realmente necesitamos, sin trampas.

Complacemos más a Dios cuando confiamos en él, mostramos nuestras debilidades y somos sinceros con nosotros mismos. Así encontramos alivio y nuevas fuerzas para nuestras vidas.

Geschenk verweigert!

English / Español

Habt ihr jemals ein Geschenk abgelehnt? Seid ihr mit euren Weihnachtsgeschenken zufrieden? In vielen Städten gibt es seit dem 2. Januar regen Kundenverkehr in den Geschäften. Manche lösen Geschenkgutscheine ein, viele kommen, um Geschenke umzutauschen, die nicht gefallen oder nicht passen. Den Spaniern stehen die Umtauschaktionen noch bevor, denn dort findet erst am 6. Januar (am Tag der heiligen Drei Könige) die größte und teuerste Bescherung des Jahres statt. (Mehr darüber.)

Bei sehr anspruchsvollen Empfängern landen viele Päckchen direkt in die Kiste „Zum Weiterschenken“. Unausgepackt! Hoffentlich steckt nicht ein teurer, besonders wertvoller Gegenstand in der unauffälligen Verpackung!

Es gibt ein Geschenk, dessen Preis unmöglich zu beziffern ist, das aber von den meisten heutzutage unausgepackt bleibt: die Liebe Gottes, sichtbar, hörbar und fühlbar geworden in einer Person – Jesus von Nazareth. Zuerst als Kind in der Krippe zu bestaunen, später als machtvoller, zum Teil unbequemer Redner zu hören, am Ende als Retter der Welt am Kreuz hängend. Noch neben dem Kreuz nahmen ein Verbrecher und ein römischer Soldat dieses Geschenk Gottes dankbar an und für sie begann ein völlig neues Leben. Das Kreuz war aber für Jesus Christus nicht das Ende. Einige Stunden später auferstanden, ist er nun im Himmel der Ansprechpartner für jeden, der dieses Geschenk der Liebe Gottes gern annimmt, weil er spürt: Ohne Gott endet das Leben im Nichts.

Dass viele dieses Geschenk Gottes an die Menschheit ablehnen würden, ist seit knapp 2000 Jahren in der Bibel zu lesen: Gott wurde Mensch und kam auf die Erde, um unter den Menschen als einer von ihnen zu leben; sehr viele lehnten ihn ab. Jenen aber, die ihn als Retter anerkannten, gab er einen neuen Status: erbberechtigte Königskinder, Kinder des Höchsten im Universum (nach Johannes 1,11-14).

Jesus Christus bezeichnete sich als das Licht der Welt: Wer in unserer orientierungslosen, unruhigen Zeit ihn, das Licht der Welt, ablehnt, gleicht einem Menschen, der die Sonne ausknipst, um mit einer Kerze in der Hand seinen Weg fortzusetzen. Die Annahme eines Geschenks zu verweigern, mag im Alltag berechtigt sein. Im Blick auf das Angebot Gottes hat dieses Verweigern tödliche Folgen!


 

Gift refused!

Are you happy with your Christmas presents? In many cities, there has been a lot of customer traffic in the shops since 2 January. Some are redeeming gift vouchers, many are coming to exchange gifts that they don’t like or don’t fit. In Spain, the exchange campaigns are still to come, as the biggest and most expensive gift-giving of the year does not take place until 6 January (the day of the Three Wise Men). (More here)

For very sophisticated receivers, many presents end up directly in the „To give away“ box. Unwrapped! Hopefully there is not an expensive, particularly valuable item in the inconspicuous packaging!

There is a gift whose price is impossible to quantify, but which remains unwrapped by most people today: the love of God, made visible, audible and tangible in one person – Jesus of Nazareth.
First to be wondered at as a child in the manger, later to be heard as a powerful, sometimes uncomfortable speaker, and finally hanging on the cross as the Saviour of the world. Next to the cross, a criminal and a Roman soldier gratefully accepted this gift from God and a completely new life began for them. But the cross was not the end for Jesus Christ. Resurrected a few hours later, he is now the contact person in heaven for everyone who gladly accepts this gift of God’s love because they feel that without God, life ends in emptiness.

The fact that many would reject this gift from God to humanity has been written in the Bible for almost 2000 years: God became man and came to earth to live among mankind as one of them; very many rejected him. But to those who accepted him as Saviour, he gave them a new status: royal children entitled to inherit, children of the Most High in the universe (according to John 1:11-14).

Jesus Christ described himself as the light of the world: anyone who rejects him, the light of the world, in our disorientated, restless times is like a person who turns off the sun in order to continue on his way with a candle in his hand. Refusing to accept a gift may be justified in everyday life. In view of God’s offer, this refusal has deadly consequences!


 

¡Regalo rechazado!

¿Estás contento con tus regalos de Navidad? En muchas ciudades aquí en Alemania, desde el 2 de enero hay mucha afluencia de clientes en las tiendas. Algunos están canjeando cheques regalo, muchos vienen a cambiar regalos que no les gustan o no les quedan bien. Para los españoles, las devoluciones o intercambios están aún por llegar, ya que allí la mayor y más cara entrega de regalos del año no tiene lugar hasta el 6 de enero (día de los Reyes Magos). (Más aquí)

Para los agraciados más refinados, muchos paquetes acaban directamente en el cajón „Para regalar“. Sin desenvolver. Esperemos que en el discreto envoltorio no haya un artículo caro o especialmente valioso.

Hay un regalo cuyo precio es imposible de cuantificar, pero que la mayoría de la gente sigue sin desenvolverlo: el amor de Dios, hecho visible, audible y tangible en una persona: Jesús de Nazaret.
Primero para ser contemplado como bebé en un pesebre, más tarde para ser escuchado como un orador poderoso, a veces incómodo, y finalmente colgado de la cruz como el Salvador del mundo. Junto a la cruz, un criminal y un soldado romano aceptaron agradecidos este regalo de Dios y comenzó para ellos una vida completamente nueva. Pero la cruz no fue el final para Jesucristo. Resucitado unas horas después, ahora es la persona de contacto en el cielo para todos los que aceptan de buen grado este regalo del amor de Dios porque sienten que sin Él, la vida termina en la nada.

El hecho de que muchos rechacen este regalo de Dios a la humanidad está escrito en la Biblia desde hace casi 2000 años: Dios se hizo hombre y vino a la tierra a vivir entre los hombres como uno de ellos; muchos le rechazaron. Pero a los que le aceptaron como Salvador, les dio un nuevo estatus: hijos reales con derecho a heredar, hijos del Altísimo en el universo (según Juan 1:11-14).

Jesucristo se describió a sí mismo como la luz del mundo: quien le rechaza a Él, la luz del mundo, en nuestros tiempos desorientados e inquietos es como quien apaga el sol para seguir su camino con una vela en la mano. Rechazar un regalo puede estar justificado en la vida cotidiana. Tratándose de la oferta de Dios, ¡este rechazo tiene consecuencias mortales!

Ganz gewiss!

English / Español

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) ist ein bedeutender evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer gewesen. Am 19. Dezember 1944 schrieb er aus einem Gestapo-Gefängnis in einem Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer das Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das weltberühmt und auch vielfach vertont wurde.

Ohne Gerichtsverhandlung wurde er ins Konzentrationslager Flossenbürg verlegt, wo er zum Tode durch den Strang verurteilt und am 9. April 1945 im Alter von nur 39 Jahren hingerichtet wurde.

Hier der vollständige Text:
Von guten Mächten treu und still umgeben,behütet und getröstet wunderbar,so will ich diese Tage mit euch lebenund mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,noch drückt uns böser Tage schwere Last,ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelendas Heil, für das Du uns bereitet hast.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,die Du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.


 

And certainly on every new day

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) was an important Lutheran theologian and resistance fighter. On 19 December 1944, he wrote the poem „Wonderfully protected by good powers“ from a Gestapo prison in a letter to his fiancée Maria von Wedemeyer, which became world-famous and was also set to music many times.

He was transferred to Flossenbürg concentration camp without a trial, where he was sentenced to death by hanging and executed on 9 April 1945 at the age of just 39.

The last stanza of the poem reads:
Wonderfully protected by good powers,
we confidently await whatever may come.
God is with us in the evening and in the morning
and certainly on every new day.


 

Y ciertamente en cada nuevo día

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) fue un importante teólogo protestante y combatiente de la resistencia. El 19 de diciembre de 1944 escribió desde una prisión de la Gestapo el poema „Maravillosamente protegido por las buenas potencias“ en una carta a su prometida Maria von Wedemeyer, que se hizo mundialmente famoso y al que también se puso música en numerosas ocasiones.

Fue trasladado al campo de concentración de Flossenbürg sin juicio previo, donde fue condenado a morir en la horca y ejecutado el 9 de abril de 1945 con sólo 39 años.

La última estrofa del poema dice así:
Maravillosamente protegidos por buenos poderes,
esperamos con confianza lo que venga.
Dios está con nosotros cuando anochece y al amanecer
y ciertamente en cada nuevo día.

1,5 Millionen Kinder!

Abgebrochene, unterschiedlich hohe Stelen erinnern an die 1,5 Millionen (!) ermordeten Kinder. (Alle Fotos: edp)

English / Español

Heute (18.4.2023) findet der diesjährige Gedenktag für die Märtyrer und Helden des Holocaust (Yom HaShoah) statt. An der Eröffnungszeremonie gestern Abend in Yad Vashem nahmen u.a. Kinder von Überlebenden und deren Familien teil. (In Israel leben zzt. 147.199 Holocaust-Überlebende.) Sechs Fackeln erinnerten an die sechs Millionen ermordeten Juden. Heute Morgen ertönte landesweit eine Sirene zwei Minuten lang: Alles stand still, auch die Fußgänger blieben stehen, die Autos hielten am Straßenrand.

Sechsmal habe ich inzwischen die Gedenkstätte Yad Vashem besucht, am meisten hat mich die Gedenkstätte für die Kinder bewegt: Im Freien erinnern abgebrochene, unterschiedlich hohe Stelen an die 1,5 Millionen (!) ermordeten Kinder.

Dann, in der völlig dunklen Halle, sieht man im Gewölbe einen Sternenhimmel, der durch fünf Kerzen und Spiegel entsteht. Die tausendfache Spiegelung erzeugt eine enorme Größe – symbolisch für die riesige Anzahl der ermordeten Kinder. Die Stille wird nur durch eine Tonbandstimme unterbrochen: Sie liest die Namen, das Alter und den Geburtsort der Kinder vor. Pausenlos. Ungefähr drei Monate braucht das Endlosband, um alle Namen wiederzugeben.


 

1.5 million children!

Today (18.4.2023) is this year’s Day of Remembrance for the Martyrs and Heroes of the Holocaust (Yom HaShoah). The opening ceremony last night at Yad Vashem was attended by, among others, children of survivors and their families took part. (There are currently 147,199 Holocaust survivors living in Israel.) Six torches commemorated the six million Jews murdered. This morning, a siren sounded throughout the country for two minutes: everything stood still, even pedestrians stopped, cars parked at the side of the road.

In the meantime, I have visited the Yad Vashem Memorial six times. I was most moved by the memorial for the children: outside, broken stelae of varying heights remind us of the 1.5 million (!) murdered children. Then, in the completely dark hall, you see a starry sky in the vault created by five candles and mirrors. The thousandfold reflection creates an enormous size – symbolic of the huge number of murdered children. The silence is only interrupted by a recorded voice: it reads out the names, ages and birthplaces of the children. Without a break. It takes about three months for the endless tape to play back all the names.


 

¡1,5 millones de niños!

Hoy (18.4.2023) es el Día del Recuerdo de los Mártires y Héroes del Holocausto (Yom HaShoah) de este año. A la ceremonia de apertura, celebrada anoche en Yad Vashem, asistieron, entre otros, hijos de supervivientes y sus familias. (Actualmente viven en Israel 147.199 supervivientes del Holocausto.) Seis antorchas recordaron a los seis millones de judíos asesinados. Esta mañana, una sirena sonó en todo el país durante dos minutos: todo se detuvo, incluso los peatones se pararon, los coches se detuvieron al borde de la carretera.

Ya he visitado seis veces Yad Vashem, el Centro Mundial de Conmemoración de la Shoá. Me conmovió sobre todo el memorial de los niños: en el exterior, estelas rotas de distintas alturas recuerdan al millón y medio (!) de niños asesinados. Luego, en la sala completamente a oscuras, se ve un cielo estrellado en la bóveda creado por cinco velas y espejos. El reflejo mil veces mayor crea un tamaño enorme, simbólico del inmenso número de niños asesinados. El silencio sólo es interrumpido por una voz grabada: lee en voz alta los nombres, edades y lugares de nacimiento de los niños. Sin pausa. La interminable cinta tarda unos tres meses en reproducir todos los nombres.