Kategoriearchiv: Zeitgeschehen

Wovor haben wir eigentlich Angst?

Wie sicher ist mein Job? Wer mit seiner Arbeit unzufrieden ist, wird häufiger krank. Besonders gefährdet sind Beschäftigte, die fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. (Foto: moerschy, pixabay.com)

Wie wird das Leben in Deutschland in ein paar Jahren aussehen? Können wir uns das Wohnen noch leisten? Werden die Renten reichen? Wie sicher ist unser Arbeitsplatz? Und was kommt auf unsere Kinder und Enkel zu?

Solche Fragen beschäftigen viele Menschen. Ein Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ der R+V-Versicherung zeigt, wie groß die Verunsicherung ist.

Die größte Angst haben die Deutschen vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten. 59 Prozent der Befragten nennen dieses Thema. 53 Prozent fürchten Steuererhöhungen und Leistungskürzungen, 52 Prozent eine Überforderung des Staates durch Geflüchtete und 51 Prozent eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage. Für 50 Prozent ist die Sorge groß, dass Wohnen unbezahlbar wird. (Auffällig ist eine andere Entwicklung: Die Angst vor den Folgen des Klimawandels und vor Naturkatastrophen ist im Vergleich zu früher zurückgegangen.)

Die Zahlen zeigen: Viele Menschen blicken mit Sorge in die Zukunft. Und das ist nicht unbedingt verwunderlich. Wir erleben Kriege, politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und tiefgreifende Veränderungen. Dazu kommen die ganz persönlichen Sorgen, die in keiner Statistik vollständig auftauchen: die Angst vor einer Krankheit, vor Einsamkeit, vor dem Verlust eines geliebten Menschen oder vor dem eigenen Älterwerden.

Doch eine Frage sollten wir uns stellen: Wie viel Raum wollen wir unseren Ängsten geben?

Angst ist nicht immer unser Feind

Angst hat einen schlechten Ruf. Dabei ist sie zunächst etwas Sinnvolles. Sie warnt uns vor Gefahren und hilft uns, vorsichtig zu sein. Wer bei Glatteis langsamer fährt, wer für schwierige Zeiten etwas Geld zurücklegt oder sich rechtzeitig um seine Gesundheit kümmert, handelt vernünftig. Angst kann uns also schützen und zum Handeln bewegen.

Schwierig wird es, wenn aus einer Warnung ein Dauerzustand wird. Wenn wir uns ständig ausmalen, was alles passieren könnte. Wenn wir nachts wach liegen, obwohl wir gerade nichts ändern können. Oder wenn wir eine Zukunft, die noch gar nicht eingetreten ist, gedanklich schon als Katastrophe erleben. Dann nimmt uns die Angst etwas, das wir dringend brauchen: die Kraft, den heutigen Tag zu leben.

Viele Menschen blicken mit Sorge in die Zukunft. Und das ist nicht unbedingt verwunderlich. Wie können wir uns vor einer allgemeinen Angststimmung schützen? Kann der Glaube helfen, wenn uns die Sorgen über den Kopf wachsen? (Foto: pd, pixabay.com)
Berechtigte Sorge oder Angstkino?

Wie können wir unterscheiden, ob unsere Angst uns auf eine wirkliche Gefahr aufmerksam macht oder ob unsere Gedanken uns in eine düstere Zukunft führen? Eine einfache Regel lautet: Nimm die Gefahr ernst, aber nicht jede Befürchtung für eine Tatsache.

Dazu können drei Fragen helfen:

1. Was weiß ich wirklich?
Es macht einen Unterschied, ob eine Kündigung angekündigt wurde oder ob wir lediglich befürchten, unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Ob eine ärztliche Untersuchung einen konkreten Verdacht ergeben hat oder ob wir uns die schlimmsten Diagnosen ausmalen.

Natürlich gibt es auch echte Gefahren, deren Ausmaß wir noch nicht kennen. Aber eine Möglichkeit ist noch keine Gewissheit.

2. Was kann ich beeinflussen?

  • Wenn die Kosten steigen, können wir unsere Ausgaben prüfen.
  • Wenn uns die Zukunft unserer Kinder Sorgen macht, können wir für sie da sein.
  • Wenn uns politische Entwicklungen beunruhigen, können wir uns informieren, unsere Meinung äußern und uns engagieren.

Manches liegt allerdings außerhalb unserer Kontrolle. Wir können keinen Krieg allein beenden, keine Wirtschaftskrise verhindern und nicht jede Krankheit abwenden. Es hilft, zwischen beidem zu unterscheiden. Sonst verschwenden wir unsere Kraft damit, Probleme lösen zu wollen, auf die wir keinen direkten Einfluss haben.

3. Was würde ich einem guten Freund raten?
Würden wir ihm sagen, dass er sich schon heute vor allen denkbaren Katastrophen fürchten soll? Oder würden wir ihm helfen, die Lage nüchtern anzuschauen und den nächsten vernünftigen Schritt zu finden? Mit uns selbst dürfen wir ebenso freundlich und realistisch umgehen wie mit anderen.

Wie können wir uns vor einer allgemeinen Angststimmung schützen?

Angst ist ansteckend. Wenn überall von Krisen, Gefahren und drohendem Niedergang die Rede ist, kann leicht der Eindruck entstehen, dass eigentlich alles immer schlimmer wird.

Nachrichten und soziale Medien verstärken diesen Eindruck mitunter. Dramatische Ereignisse ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Eine gute Entwicklung, ein gelöstes Problem oder ein Mensch, der sich für andere einsetzt, schaffen es dagegen oft kaum in die Schlagzeilen. Das bedeutet nicht, dass wir die Augen vor Problemen verschließen sollten. Aber wir sollten darauf achten, welches Bild der Welt in unserem Kopf entsteht.

Ein paar Dinge können dabei helfen:

Nachrichten bewusst dosieren. Wer ständig Meldungen abruft, bekommt nicht unbedingt mehr Orientierung, sondern manchmal nur mehr Unruhe. Es kann guttun, feste Zeiten für Nachrichten einzuplanen und das Smartphone zwischendurch beiseitezulegen.

Zwischen Information und Aufregung unterscheiden. Nicht jede dramatische Überschrift enthält eine neue Erkenntnis. Wir können uns fragen: Was ist tatsächlich passiert? Was ist eine Prognose? Und was ist lediglich eine zugespitzte Meinung?

Den eigenen Blick weiten. Neben den Krisen gibt es Menschen, die helfen, heilen, forschen, Frieden stiften und Verantwortung übernehmen. Es gibt Nachbarschaftshilfe, engagierte Ehrenamtliche, gelungene Versöhnungen und kleine Fortschritte, die selten Schlagzeilen machen. Auch sie gehören zur Wirklichkeit.

Das tun, was heute möglich ist. Vielleicht lässt sich eine finanzielle Frage klären, ein längst überfälliges Gespräch führen oder ein Termin vereinbaren. Manchmal hilft ein Spaziergang mehr als eine weitere Stunde Grübeln. Und manchmal brauchen wir schlicht einen Menschen, dem wir sagen können, was uns bedrückt.

Wir müssen nicht alle Probleme der Welt lösen, um heute etwas Gutes tun zu können.

Was kann der christliche Glaube gegen die Angst tun?

Kann der Glaube helfen, wenn uns die Sorgen über den Kopf wachsen? Ich glaube: ja. Allerdings nicht, weil Christen keine Angst hätten oder weil ihnen alles erspart bliebe. Auch gläubige Menschen erleben Krankheit, Verlust, Enttäuschung und Unsicherheit. Wer behauptet, echter Glaube beseitige alle Angst, macht es Menschen, die leiden, unnötig schwer.

Der christliche Glaube bietet etwas anderes: eine Perspektive, die über die gegenwärtigen Schwierigkeiten hinausreicht: Ich muss nicht alles selbst in der Hand haben.

Viele unserer Ängste hängen damit zusammen, dass wir die Kontrolle behalten möchten. Wir wollen wissen, was morgen geschieht, wie sich die Dinge entwickeln und ob am Ende alles gut ausgeht. Aber das Leben war noch nie vollständig planbar. Der Glaube erinnert uns daran, dass wir nicht alles tragen und nicht alles selbst absichern müssen.

Jesus sagte einmal: „Sorgt euch nicht um morgen“ (Matthäus 6,34). Das ist keine Aufforderung, die Wirklichkeit zu ignorieren. Es ist eine Einladung, nicht schon heute an den Sorgen von morgen zu zerbrechen.

Ich darf meine Angst aussprechen. Beten muss nicht bedeuten, besonders fromme Worte zu finden. Wir dürfen Gott auch sagen, was uns Angst macht, was wir nicht verstehen und wovor wir uns fürchten. Ein schlichtes Gebet kann lauten: „Gott, ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich habe Angst. Hilf mir, den nächsten Schritt zu erkennen.“

Manchmal verändert ein solches Gebet nicht sofort die äußeren Umstände. Aber es kann helfen, die eigene Angst nicht allein tragen zu müssen.

Meine Hoffnung ist größer als meine Prognose. Der christliche Glaube verspricht nicht, dass die Weltgeschichte immer besser verläuft oder dass unser persönliches Leben von Krisen verschont bleibt. Er gründet seine Hoffnung vielmehr auf die Überzeugung, dass Leid, Unrecht und Tod nicht das letzte Wort behalten werden, weil Gott eine neue Welt aufrichten wird: Wenn Jesus Christus wiederkommt, beginnt die Ewigkeit. Dann herrschen Zustände wie am Anfang im Paradies: kein Leid, keine Schmerzen, kein Tod.

Wer darauf vertraut, muss die Probleme der Gegenwart nicht kleinreden. Er kann ihnen ins Gesicht sehen, ohne ihnen die Macht zu geben, die gesamte Zukunft zu bestimmen.

Persönliches

Ich schreibe diese Zeilen nicht nur als Beobachter. Diese Woche steht mir eine Bypass-Operation am Herzen bevor. Da bekommt das Nachdenken über Ängste und Zukunftshoffnung plötzlich eine sehr persönliche Bedeutung.

Natürlich gehen mir Fragen durch den Kopf. Wie wird die Operation verlaufen? Wie werde ich mich danach fühlen? Was kommt auf mich und meine Frau zu? Ich könnte mich in solchen Fragen verlieren. Aber ich versuche, mich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Ich darf meine Sorgen ernst nehmen, sie aussprechen und Gott anvertrauen. Und ich darf zugleich dankbar sein für die Menschen, die mich im Gebet begleiten – und derer sind viele überall in Deutschland und darüber hinaus. Ich bin auch für die bisherige ärztliche Begleitung dankbar und bete auch für das medizinische Personal, das sich ab dieser Woche um mich kümmern wird.

Mein Glaube nimmt mir nicht jede Unsicherheit. Aber er erinnert mich daran, dass ich auch in dieser Situation nicht allein bin. Vielleicht ist das ein wichtiger Schritt zu mehr Zuversicht: nicht erst dann hoffen zu dürfen, wenn alle Fragen beantwortet sind, sondern mitten in der Unsicherheit Vertrauen zu wagen.

Mutig leben, obwohl nicht alles sicher ist

Zuversicht bedeutet nicht, dass wir sicher sein können, dass alles gut ausgeht. Zuversicht bedeutet, dass wir auch dann leben, handeln und hoffen können, wenn wir nicht alles wissen.

  • Wir dürfen Vorsorge treffen, ohne ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen.
  • Wir dürfen Gefahren ernst nehmen, ohne überall nur Gefahren zu sehen.
  • Und wir dürfen uns über das freuen, was heute schön ist, obwohl wir wissen, dass morgen manches anders sein kann.
  • Manchmal hilft es, den eigenen Blick bewusst vom großen Weltgeschehen auf das Naheliegende zu richten: auf einen Menschen, der uns guttut, auf ein Gespräch, auf die Natur vor unserer Haustür oder auf eine Aufgabe, die wir sinnvoll erledigen können.

Das ist keine Flucht vor der Wirklichkeit. Es ist eine Erinnerung daran, dass unser Leben mehr umfasst als die Krisen, von denen wir täglich hören. Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen: Was könnte alles schiefgehen? Sondern auch: Was ist heute gut? Was kann ich tun? Wem kann ich helfen? Und worauf darf ich vertrauen, selbst wenn ich noch nicht weiß, wie es weitergeht?

 

Abstract:
Many people are looking to the future with concern. And that is not necessarily surprising. How can we protect ourselves from a general sense of anxiety? Can faith help when our worries become overwhelming?

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Resumen
Mucha gente mira al futuro con preocupación. Y eso no es precisamente de extrañar. ¿Cómo podemos protegernos de ese clima general de miedo? ¿Puede la fe ayudarnos cuando las preocupaciones superan nuestra capacidad de afrontarlas?

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Bringt die Widerspruchslösung die Wende?

Organspende-Logo. Sieger eines von DIATRA durchgeführten Wettbewerbs. (Foto: DIATRA, CCL 4.0 int.)
„Organspendeausweis“ bedeutet nicht, dass man Organspender ist. Es bedeutet nur: Ich habe rechtzeitig eine Entscheidung getroffen ...
... denn es gibt fünf Alternativen zum Ankreuzen.

Beim Thema Organspende richten sich viele Blicke nach Spanien: Mit einer Quote von regelmäßig über 50 Spendern pro Million Einwohner verzeichnet Spanien die höchste Spenderzahl weltweit und übertrifft den Durchschnitt der Europäischen Union um mehr als das Doppelte.

Greift die verbreitete Formel „Spanien hat die Widerspruchslösung, deshalb gibt es dort so viele Organspenden“ zu kurz? So ist es: Die Widerspruchslösung ist ein Baustein des spanischen Erfolgs, aber nicht der entscheidende alleinige Grund. Spanien hat seit 1989 ein umfassendes „Spanisches Modell“ aufgebaut, in dem Organisation, Krankenhausstrukturen, Transplantationskoordinatoren, Ausbildung, Qualitätskontrolle und Öffentlichkeitsarbeit zusammenspielen.

1. Der Unterschied zwischen Deutschland und Spanien ist tatsächlich enorm

2024 hatte Spanien 53,9 Organspender pro Million Einwohner; Deutschland kam 2025 auf 11,8 pro Million. Die Jahre sind nicht identisch, aber die Größenordnung zeigt den gewaltigen Unterschied.

Interessant ist aber der Blick auf andere Länder mit Widerspruchslösung. 2024 lagen beispielsweise:
• Portugal: 36,7
• Tschechien: 34,3
• Belgien: 32,8
• Kroatien: 31,0
• Finnland: 28,9
• Frankreich: etwa 28
• Spanien: 53,9

Die Widerspruchslösung führt also keineswegs automatisch zu spanischen Verhältnissen.

2. Was ist das Besondere am spanischen Modell?

Die spanische Nationale Transplantationsorganisation (Organización Nacional de Trasplantes, ONT) selbst betont ausdrücklich, dass das „Modelo Español“ nicht einfach aus der Widerspruchslösung besteht. Es umfasst unter anderem:

  • eine Koordination auf nationaler, regionaler und Krankenhausebene,
  • speziell ausgebildete Transplantationskoordinatoren in den Krankenhäusern,
  • häufig Intensivmediziner als Koordinatoren,
  • eine aktive Suche nach möglichen Organspendern,
  • systematische Qualitätskontrolle des gesamten Spendeprozesses,
  • kontinuierliche Ausbildung des medizinischen Personals,
  • eine zentrale Organisation, die die Abläufe zwischen Krankenhäusern und Transplantationszentren koordiniert.

Besonders interessant ist die Rolle der Krankenhauskoordinatoren. Sie warten nicht darauf, dass irgendwo ein Organspendeausweis auftaucht. Sie sind in den Krankenhäusern eingebunden und helfen dabei, mögliche Spender überhaupt zu erkennen und den gesamten Prozess professionell zu begleiten.

3. Und was ist mit der Familie?

Man könnte denken: Widerspruchslösung bedeutet, dass die Ärzte einfach Organe entnehmen dürfen, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten nicht widersprochen hat. So funktioniert Spanien in der Praxis nicht. Die spanische ONT erklärt ausdrücklich: Gibt es keine dokumentierte Willenserklärung, wird die Familie einbezogen. Die Organisation geht davon aus, dass Angehörige den Willen des Verstorbenen respektieren.

Das bedeutet: Auch bei der Widerspruchslösung bleibt das Gespräch mit den Angehörigen ein zentraler Bestandteil. Damit wird ein weiterer Punkt deutlich: Entscheidend ist nicht nur, was im Gesetz steht, sondern auch, wie Ärzte, Pflegekräfte und Koordinatoren mit den Angehörigen sprechen.

4. Haben andere Länder die gleiche Erfahrung gemacht?

Nein. Und genau das macht die Sache wissenschaftlich spannend. Untersuchungen über viele Länder zeigen zwar einen Zusammenhang: Länder mit Widerspruchssystemen haben im Durchschnitt höhere Raten an postmortalen Spendern. Eine internationale Untersuchung von 48 Ländern fand beispielsweise höhere Raten verstorbener Spender.

Aber andere Studien kommen zu einer wesentlich vorsichtigeren Einschätzung. Eine Analyse kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der unmittelbare Effekt der gesetzlichen Voreinstellung nur einen relativ kleinen Teil der tatsächlichen Spendeentscheidungen betrifft – insbesondere, weil Angehörige und die konkrete Organisation des Spendeprozesses eine große Rolle spielen.

Das spanische Ergebnis lässt sich deshalb nicht einfach auf das Gesetz reduzieren.

5. Was könnte Deutschland von Spanien lernen?

Vier Punkte springen besonders ins Auge:

1. Organspende wird als Prozess organisiert.
Nicht erst am Ende des Lebens wird gefragt: „Hat der Patient einen Organspendeausweis?“ Das Krankenhaus hat Strukturen, um mögliche Spender frühzeitig zu erkennen.

2. Es gibt professionelle Ansprechpartner.
Die spanischen Transplantationskoordinatoren sind ein wesentlicher Bestandteil des Systems.

3. Die Angehörigen werden nicht als Hindernis betrachtet.
Das Gespräch mit der Familie gehört zum Prozess. Die spanische Erfahrung zeigt, wie wichtig Vertrauen, Kommunikation und professionelle Begleitung sind.

4. Das System wird ständig überprüft.
Spanien hat ein eigenes Qualitätsprogramm entwickelt, mit dem untersucht wird, wo im Prozess mögliche Spender „verloren gehen“.
Und noch etwas ist bemerkenswert: Spanien hat seine hohen Zahlen nicht erst durch die Diskussion um die Widerspruchslösung erreicht. Die entscheidende Entwicklung begann bereits mit dem Aufbau der ONT und des spanischen Modells ab 1989. Die ONT beschreibt einen Anstieg von etwa 14 Spendern pro Million Einwohner damals auf heute mehr als 50.

Fazit

Spanien zeigt nicht, dass die Widerspruchslösung funktioniert. Spanien zeigt vielmehr, was möglich ist, wenn eine Widerspruchslösung in ein funktionierendes System eingebettet wird.

Drei Meinungen dazu und zur Pro- und Contra-Diskussion:
  • Mehr Organspenden erreiche man nicht durch eine Widerspruchsregelung, sondern durch umfassende Aufklärung, niedrigschwellige Registrierungsmöglichkeiten und strukturelle Verbesserungen in den Kliniken, meint der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger, Mitinitiator des eingebrachten Antrags gegen die Widerspruchsregelung.
  • Der SPD-Abgeordnete Stefan Schwarze meint, eine Widerspruchsregelung bedeute weder einen Zwang noch eine Pflicht zur Organspende. Ein „Nein“ werde jederzeit und ohne Begründung verbindlich respektiert.
  • Ich persönlich verstehe die Aufregung um die Debate Zustimmungslösung vs. Widerspruchslösung nicht: Wieso soll die Widerspruchslösung Zwang zur Organspende bedeuten? Wieso soll diese Lösung eine Verletzung der Selbstbestimmung sein? Wieso soll dadurch der Körper im Todesfall zum Objekt des Staates oder der Medizin werden, sodass die persönliche Integrität nicht gewahr bleibt? Wieso soll mit dieser angedachten Regelung aus der Organspende eine „Organabgabe“ unvereinbar mit der Menschenwürde werden? Und last but not least: Wieso soll die Widerspruchslösung eine Belastung für die Hinterbliebene bedeuten?
    (Fast) jeder Mensch kann sich rechtzeitig mit dem Thema befassen und dann per Patientenverfügung und Organspendeausweis seine Entscheidung treffen – unabhängig von der dann geltenden gesetzlichen Regelung. Bisher mussten diejenigen aktiv werden, die spenden wollen, mit der Widerspruchsregelung müssten jene aktiv werden, die sich gegen die Organspende aussprechen. Bei der Einschränkung „fast jeder Mensch kann …“ denke ich an Menschen mit Sprachbarrieren, geringem Bildungsstand oder kognitiven Einschränkungen – in diesen Fällen wäre natürlich eine angemessene, verständliche Aufklärung und Beratung nötig und sicher auch möglich.

Näheres zum Thema:

 

Abstract:
When it comes to organ donation, many eyes turn to Spain: with a rate regularly exceeding 50 donors per million inhabitants, Spain has the highest number of donors worldwide and is more than double the European Union average.
Does the common assumption that ‘Spain has the opt-out system, which is why there are so many organ donations there’ fall short? That is indeed the case: the opt-out system is a key component of Spain’s success, but it is not the sole decisive factor. Since 1989, Spain has developed a comprehensive ‘Spanish model’ in which organisation, hospital structures, transplant coordinators, training, quality control and public relations work together..

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Resumen
Cuando se habla de donación de órganos, muchos miran hacia España: con una tasa que suele superar los 50 donantes por cada millón de habitantes, España registra el mayor número de donantes del mundo y supera en más del doble la media de la Unión Europea.
¿Se queda corta la típica frase de que «España tiene el sistema de presunción de consentimiento, por eso hay tantas donaciones de órganos»? Así es: el sistema de presunción de donante es un pilar del éxito español, pero no es la única razón decisiva. Desde 1989, España ha ido construyendo un «modelo español» integral en el que se combinan la organización, las estructuras hospitalarias, los coordinadores de trasplantes, la formación, el control de calidad y la divulgación.

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Mehr Waffen oder mehr Hoffnung? Wie Frieden wirklich wächst

In einer Welt, die immer mehr in Aufrüstung investiert, scheint das Streben nach Frieden paradox. (Foto: Daniel Hadman, pixabay.com)

Die Welt sehnt sich nach Frieden. Und doch scheint er ferner denn je. Die anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen zeigen auf erschütternde Weise, wie schwer es ist, den Kreislauf von Gewalt und Hass zu durchbrechen. Trotz zahlreicher Friedensverhandlungen, Resolutionen und internationaler Appelle gibt es bisher keine dauerhafte Lösung. Die Zahl der Toten spricht eine grausame Sprache: In der Ukraine sind seit Kriegsbeginn im Februar 2022 laut UN-Schätzungen über 10.000 Zivilisten ums Leben gekommen – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Im Gazastreifen sind es allein seit dem 7. Oktober 2023 rund 53.000 Menschen gestorben, viele davon Kinder.

Die Weltgemeinschaft bemüht sich, doch echte, nachhaltige Friedenslösungen bleiben aus. Warum?

Mehr Waffen, weniger Sicherheit
In einer Welt, die immer mehr in Aufrüstung investiert, scheint das Streben nach Frieden paradox. Milliarden fließen in Militärhaushalte, während die Menschen auf den Straßen von Kiew, Gaza oder anderen Krisenregionen um ihr Leben fürchten. Frieden wird mit Stärke verwechselt. Doch kann man echten Frieden mit Gewalt schaffen? Die Geschichte lehrt uns: selten! Jesus hat einen anderen Weg gezeigt.

„Dein Reich komme“ – was bedeutet das eigentlich?
Im Vaterunser, einem der bekanntesten Gebete der Christenheit, beten wir: „Dein Reich komme.“ Das klingt zunächst nach einem fernen Himmel, irgendwann, wenn Jesus Christus wiederkommt. Das ist wahr: Endgültigen, umfassenden Frieden (Shalom) wird es dann für alle Menschen und für immer geben, wenn Jesus Christus am Ende der Zeit sein Reich aufrichtet. Aber dieses Reich Gottes beginnt schon hier und jetzt – in unseren Herzen. Es ist ein Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe.

Jesus sagte lt. Johannes 14,27 (Hfa): „Meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann.“ Es ist ein Frieden, der unabhängig ist von politischen Verhandlungen, Waffenstillständen oder internationalen Verträgen. Es ist ein innerer Friede, der selbst im Chaos bestehen kann. Dieser Frieden beginnt nicht im Kanzleramt oder bei der UNO – er beginnt in mir und in dir.

Frieden im Herzen – auch in stürmischen Zeiten
Vielleicht fragst du dich: Wie kann ich Frieden spüren, wenn die Welt brennt? Wenn Angst und Ohnmacht mich lähmen? Die Antwort liegt in einer tiefen inneren Verbindung zu jemandem, der größer ist als wir selbst. Christen nennen diese Person „Gott“. Doch auch wer nicht an Gott glaubt, kennt das Bedürfnis nach innerem Gleichgewicht, nach Harmonie, nach einem sicheren Ort im Inneren, nach einer Person, der er/sie restlos vertrauen kann.

Jesus sagte in der Bergpredigt (Matthäus 5,9): „Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Frieden beginnt im Kleinen: in einem versöhnten Gespräch, im Verzicht auf Hasskommentare (auch in den sozialen Netzwerken), in der Bereitschaft zuzuhören, statt zu verurteilen.

Eine schlechte und eine gute Nachricht
Die schlechte Nachricht: Wir können nicht allein den Krieg beenden. Die gute Nachricht: Wir können anfangen, Frieden zu leben. Jeder Mensch, ob gläubig oder nicht, kann ein Friedensstifter sein – in seinem Umfeld, seiner Familie, seiner Nachbarschaft, seiner Kirchengemeinde, seiner Stadt. Für Christen ist das kein „Nice to have“, keine nette Zugabe, sondern ein Auftrag. Lasst uns aufhören, auf „die da oben“ zu warten. Lass uns heute anfangen – mit einem friedvollen Herzen, dem Mut zur Versöhnung und einem offenen Blick – für den Nächsten und für Gott .


 
More Weapons or More Hope? How Peace Really Grows

The world longs for peace. And yet, it seems more distant than ever. The ongoing wars in Ukraine and the Gaza Strip show—shockingly—how difficult it is to break the cycle of violence and hatred. Despite countless peace talks, resolutions, and international appeals, there is still no lasting solution. The number of deaths tells a cruel story: Since the war began in February 2022, more than 10,000 civilians have died in Ukraine, according to UN estimates—likely far more in reality. In Gaza, around 53,000 people have died since October 7, 2023—many of them children.

The international community is trying, but true, lasting peace still seems out of reach. Why is that?

More Weapons, Less Security
In a world investing more and more in weapons, the pursuit of peace feels paradoxical. Billions are poured into military budgets while people on the streets of Kyiv, Gaza, and other conflict zones fear for their lives. Peace is mistaken for power. But can real peace be achieved through violence? History tells us: rarely. Jesus showed a different way.

“Your Kingdom Come” – What Does That Actually Mean?
In the Lord’s Prayer, one of the best-known Christian prayers, we say: “Your kingdom come.” At first glance, it sounds like a far-off future in heaven, when Jesus Christ returns one day. And yes, that’s true—true and final peace (shalom) will come for all people, forever, when Christ establishes his kingdom at the end of time. But the kingdom of God already begins here and now—in our hearts. It is a kingdom of peace, justice, and love.

In John 14:27 (Hfa), Jesus says: “I give you my peace—a peace the world cannot give.” This is a peace that doesn’t depend on political deals, ceasefires, or international treaties. It is an inner peace, a peace that can survive even in the midst of chaos. This peace doesn’t start in a government office or at the UN—it starts in you and me.

Peace in the Heart—Even in the Storm
Maybe you’re wondering: How can I feel peace when the world is burning? When fear and helplessness paralyze me? The answer lies in a deep inner connection to someone greater than ourselves. Christians call that someone God. But even those who don’t believe in God know the longing for inner balance, for harmony, for a safe place deep inside—for a person you can trust completely.

In the Sermon on the Mount, Jesus said (Matthew 5:9): “Blessed are the peacemakers, for they will be called children of God.” Peace starts small: In a reconciled conversation. In choosing not to post that hateful comment online. In the willingness to listen rather than to judge.

Bad News—and Good News
The bad news: We cannot end war by ourselves. The good news: We can start living peace—right now. Every person—believer or not—can be a peacemaker. In their relationships, their family, their neighborhood, their church, their city. For Christians, this isn’t just a “nice to have.” It’s a mission. Let’s stop waiting for “those in charge” to fix everything. Let’s start today—with peaceful hearts, with the courage to reconcile, and with eyes wide open—to our neighbor, and to God.


¿Más armas o más esperanza? Cómo crece realmente la paz

El mundo anhela la paz. Y, sin embargo, parece más lejana que nunca. Las guerras en curso en Ucrania y en la Franja de Gaza muestran —de forma desgarradora— lo difícil que es romper el ciclo de violencia y odio. A pesar de incontables negociaciones, resoluciones y llamados internacionales, aún no hay una solución duradera. El número de muertos habla con crudeza: desde que comenzó la guerra en febrero de 2022, más de 10.000 civiles han muerto en Ucrania, según estimaciones de la ONU —probablemente muchos más en realidad. En Gaza, desde el 7 de octubre de 2023, han muerto alrededor de 53.000 personas, muchas de ellas niños.

La comunidad internacional lo intenta, pero la paz real y sostenible sigue sin llegar. ¿Por qué?

Más armas, menos seguridad
En un mundo que invierte cada vez más en armamento, la búsqueda de la paz suena paradójica. Miles de millones se destinan a presupuestos militares, mientras las personas en las calles de Kiev, Gaza y otras zonas en conflicto temen por sus vidas. La paz se confunde con el poder. Pero, ¿se puede lograr la paz verdadera con violencia? La historia nos enseña que rara vez. Jesús mostró otro camino.

“Venga tu Reino” – ¿Qué significa realmente?
En el Padre Nuestro, una de las oraciones más conocidas del cristianismo, oramos: “Venga tu Reino”. A primera vista, parece una promesa lejana, para el cielo, algún día cuando Cristo vuelva. Y sí, es verdad: la paz definitiva y total (shalom) llegará para toda la humanidad cuando Jesucristo establezca su Reino al final de los tiempos. Pero ese Reino de Dios ya comienza aquí y ahora, en nuestros corazones. Es un Reino de paz, justicia y amor.

Jesús dijo en Juan 14:27 (versión Hfa): “Os dejo la paz, mi paz os doy; una paz que el mundo no os puede dar.” Es una paz que no depende de acuerdos políticos, altos al fuego o tratados internacionales. Es una paz interior, que puede existir incluso en medio del caos. Y no empieza en una oficina de gobierno o en la ONU —comienza en ti y en mí.

Paz en el corazón – incluso en tiempos de tormenta
Tal vez te preguntes: ¿Cómo puedo sentir paz cuando el mundo está ardiendo? ¿Cuando el miedo y la impotencia me paralizan? La respuesta está en una conexión profunda con alguien más grande que nosotros mismos. Los cristianos lo llaman Dios. Pero incluso quien no cree en Dios conoce el deseo de equilibrio interior, de armonía, de un lugar seguro en el alma; el anhelo de confiar plenamente en alguien.

Jesús dijo en el Sermón del Monte (Mateo 5:9): “Dichosos los que trabajan por la paz, porque serán llamados hijos de Dios.” La paz empieza en lo pequeño: En una conversación reconciliadora. En no publicar ese comentario lleno de odio. En estar dispuesto a escuchar en lugar de juzgar.

Una mala noticia — y una buena
La mala noticia: no podemos detener la guerra por nosotros mismos. La buena noticia: sí podemos empezar a vivir en paz —ahora mismo. Cada persona, creyente o no, puede ser un pacificador. En su entorno, su familia, su vecindario, su iglesia, su ciudad. Para los cristianos, no es solo una buena idea. Es un llamado. Dejemos de esperar que “los de arriba” lo solucionen todo. Comencemos hoy —con un corazón lleno de paz, con valentía para reconciliarnos y con una mirada abierta— al prójimo y a Dios.

Franziskus: ein passender Name, aber …

Ein sehr empathischer, menschennaher Papst, ist Franziskus gewesen.

Der Name ist tatsächlich Programm gewesen: Franziskus! Aber die (grundsätzlichen) Bezeichnungen für den Papst, die ich seit seinem Tod gehört und gelesen habe, sind aus biblischer Perspektive völlig falsch. Und Aussagen über den Zustand nach dem Tod genauso.

Franz von Assisi, nach dem sich der Papst Franziskus benannt hat, steht für Armut und Einfachheit (er lebte radikal arm und setzte sich für Bedürftige ein), Friedensliebe (er war bekannt für seinen friedlichen Umgang mit allen Geschöpfen, auch mit Feinden) und für den Schutz der Schöpfung (er betrachtete die Natur und alle Lebewesen als Brüder und Schwestern).

Wenn man das betrachtet, kann man beim verstorbenen Papst Franziskus rückblickend bestätigen: Sein Name war Programm. Seine Lebensweise als Papst ist von Bescheidenheit geprägt gewesen: Er lebte bewusst schlicht, fuhr oft in einfachen Fahrzeugen, zeigte sich nahbar und volksnah. Soziale Gerechtigkeit war ihm sehr wichtig: Er setzte sich intensiv für arme, ausgegrenzte und benachteiligte Menschen ein. Themen wie Obdachlosigkeit, Migration, Ausbeutung und soziale Ungleichheit standen im Mittelpunkt seiner Ansprachen. Auch der Schutz der Schöpfung war ihm wichtig, genauso wie der Einsatz für den Frieden. Darüber hinaus bemühte er sich darum, die römische Kurie zu reformieren und transparenter zu gestalten.

Was ich sehr unpassend finde, weil biblisch falsch, hat nicht mit der Person Franziskus zu tun, sondern mit den Titeln, die dem Papst überhaupt verliehen werden. So zum Beispiel „Heiliger Vater“ oder „Pontifex Maximus“. Sie waren in den Nachrichten und Kommentaren zu hören bzw. zu lesen.

Die Bezeichnung „Heiliger Vater“ für eine geistliche Autoritätsperson steht im Widerspruch zu den Worten von Jesus im Matthäusevangelium 23,9. „Ihr sollt niemanden euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel.“ Jesus spricht hier zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, die sich nach Titeln und Anerkennung sehnten, um ihre eigene Ehre zu erhöhen (siehe die Verse 5-7). Sein Anliegen war, die Jünger vor einer falschen Autoritätshaltung und vor der Überhöhung von Menschen zu warnen. Niemand auf Erden soll die Stellung einnehmen, die allein Gott als unserem himmlischen Vater gebührt. Er ist die höchste Autorität und Quelle aller geistlichen Wahrheit.

Noch krasser im Widerspruch zur biblischen Lehre steht der Titel „Pontifex Maximus“: Oberster Brückenbauer. Im antiken Rom war das der höchste Priester im Staatskult. Die Kirche übernahm den Titel später für den Bischof von Rom. Der Papst ist laut diesem Titel der oberste Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Nach der Heiligen Schrift ist aber Jesus Christus der „Oberste Brückenbauer“, und zwar der einzige! So bezeugt es Paulus im 1. Brief an Timotheus (2,5f): „Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen: Das ist Christus Jesus, der Mensch geworden ist.“ (NLB) Daher werden die Gläubigen im Hebräerbrief ermutigt, zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes zu treten (4,16) – direkt, ohne eine Vermittlung von Priestern, Päpsten, Maria oder sogenannten Heiligen. Jesus Christus ist der einzige Mittler zwischen den Menschen und Gott – das ist eine zentrale Glaubensaussage der Bibel!

Wo ist der verstorbene Papst Franziskus jetzt? Heute noch hörte ich in einem TV-Interview einen Priester aus Buenos Aires sagen: „Das Gute ist, dass Franziskus nun bei Gott ist.“ Wirklich? Ist er das? Und ein Kommentator gestern verband die Tatsache, dass Franziskus am Ostermontag eingeschlafen ist, mit der Auferstehung, und sagte, Franziskus wäre nun auferstanden. Wirklich? Stimmt das mit den Aussagen der Heiligen Schrift darüber, was nach dem Tod geschieht? Wo ist denn dort zu lesen, dass ein Teil des Menschen (die sogenannte Seele) bereits beim Tod aufersteht, um bei Gott zu sein, während der Körper im Grab bis zur Auferstehung bleibt, wenn Christus „von dannen kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten“ (Glaubensbekenntnis)? Welchen Sinn hat dieses Richten, wenn die Toten (bzw. deren „Seelen“) bereits entweder bei Gott im Himmel oder in der sogenannten „Hölle“ (wieder eine unbiblische Theorie!) sind?

Die Bibel kennt diese (ursprünglich) platonische Teilung von Leib und Seele nicht. Franziskus ruht nun im Sarg, in wenigen Tag wird er im Grab ruhen. „Eingeschlafen“ ist der passende Begriff: Er schläft bis zur Auferstehung am Ende der Zeit. „Er ruht“ bedeutet, er bekommt nichts von alledem mit, was hier nun im Vatikan bzw. auf Erden geschieht. Und das ist gut so.

Die Worte, die der Prophet Daniel gesagt bekam, gelten auch dem verstorbenen Franziskus: „Du [Daniel] aber, geh deinen Lebensweg bis zum Ende. Dann wirst du ruhen, um aber am Ende der Tage aufzuerstehen und das Erbe, das dir bestimmt ist, zu empfangen.“ (Daniel 12,13 NLB)


 
Francis: A Fitting Name, But…

The name really did become a mission: Francis! But the titles that are generally given to the Pope and that I have heard and read since his death are, from a biblical perspective, completely wrong. And so are many of the statements about the state after death.

Francis of Assisi, after whom Pope Francis named himself, stood for poverty and simplicity (he lived radically poor and committed himself to the needy), love of peace (he was known for his peaceful dealings with all creatures, even with enemies), and for the protection of creation (he regarded nature and all living beings as brothers and sisters).

Viewed in this light, it can be confirmed in hindsight that for the late Pope Francis, his name was indeed a mission. His way of life as Pope was marked by humility: he consciously lived simply, often used modest vehicles, and showed himself to be approachable and close to the people. Social justice was deeply important to him: he was deeply committed to the poor, the marginalized, and the disadvantaged. Topics such as homelessness, migration, exploitation, and social inequality were central to his speeches. The protection of creation was also important to him, as was the pursuit of peace. Additionally, he worked to reform the Roman Curia and to make it more transparent.

What I find highly inappropriate—because it is biblically incorrect—has nothing to do with the person Francis himself, but with the titles that are generally given to the Pope. For example: “Holy Father” or “Pontifex Maximus.” These were heard or read in the news and commentaries this days.

The title “Holy Father” for a spiritual authority figure contradicts the words of Jesus in the Gospel of Matthew 23:9: “And do not call anyone on earth ‘father,’ for you have one Father, and he is in heaven.” Jesus is speaking here to the scribes and Pharisees who sought titles and recognition to increase their own honor (see verses 5–7). His concern was to warn the disciples against a false attitude toward authority and the elevation of people. No one on earth should assume the position that belongs solely to God as our heavenly Father. He is the highest authority and the source of all spiritual truth.

Even more starkly opposed to biblical teaching is the title „Pontifex Maximus“ —the “Supreme Bridge-Builder.” In ancient Rome, this was the highest priest in the state cult. The Church later adopted the title for the Bishop of Rome. According to this title, the Pope is the supreme mediator between God and mankind. But according to Scripture, Jesus Christ is the “Supreme Bridge-Builder”—and the only one! Paul affirms this in 1 Timothy 2:5–6: “For there is only one God and one mediator between God and mankind, the man Christ Jesus.” Therefore, believers are encouraged in the book of Hebrews to come boldly before the throne of our gracious God (4:16)—directly, without the mediation of priests, popes, Mary, or so-called saints. Jesus Christ is the only mediator between humans and God—this is a central truth of the Bible!

Where is the late Pope Francis now? Just today, I heard a priest from Buenos Aires say in a TV interview: “The good news is that Francis is now with God.” Really? Is he? And a commentator yesterday linked the fact that Francis died on Easter Monday with the resurrection and said Francis had now risen. Really? Is that in line with what Scripture says about what happens after death? Where does the Bible say that a part of the human (the so-called soul) already rises at death to be with God, while the body remains in the grave until the resurrection, when Christ will “come again to judge the living and the dead” (as stated in the Creed)? What is the point of this judgment if the dead (or their “souls”) are already either with God in heaven or in the so-called “hell” (another unbiblical concept!)?

The Bible does not teach this originally Platonic division between body and soul. Francis now lies in a coffin, and in a few days he will rest in the grave. “Fallen asleep” is the fitting term: he sleeps until the resurrection at the end of time. “He rests” means he is unaware of all that is now happening in the Vatican or on earth. And that is a good thing.

The words spoken to the prophet Daniel apply also to the late Francis: “As for you, go your way until the end. You will rest, and then at the end of the days you will rise again to receive the inheritance set aside for you.” (Daniel 12:13)


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Francisco: un nombre acertado, pero…

El nombre realmente fue un programa: ¡Francisco! Pero los títulos que se le conceden al Papa en general, que he escuchado y leído desde su muerte son, desde una perspectiva bíblica, completamente incorrectos. Y lo mismo ocurre con las afirmaciones sobre el estado después de la muerte.

Francisco de Asís, de quien el Papa Francisco tomó su nombre, representa la pobreza y la sencillez (vivió en una pobreza radical y se dedicó a los necesitados), el amor por la paz (era conocido por su trato pacífico con todas las criaturas, incluso con los enemigos) y la protección de la creación (consideraba la naturaleza y todos los seres vivos como hermanos y hermanas).

A la luz de esto, se puede afirmar retrospectivamente sobre el difunto Papa Francisco: su nombre fue su programa. Su estilo de vida como Papa estuvo marcado por la humildad: vivió de forma deliberadamente sencilla, solía desplazarse en vehículos modestos y se mostró cercano y accesible al pueblo. La justicia social fue muy importante para él: se comprometió intensamente con los pobres, marginados y desfavorecidos. Temas como la falta de vivienda, la migración, la explotación y la desigualdad social estuvieron en el centro de sus discursos. También le importaba mucho la protección de la creación, así como el fomento de la paz. Además, se esforzó por reformar la Curia romana y hacerla más transparente.

Lo que encuentro muy inapropiado, por ser bíblicamente incorrecto, no tiene que ver con la persona de Francisco en sí, sino con los títulos que se le conceden al Papa en general. Por ejemplo: “Santo Padre” o “Pontífice Máximo”. Estos títulos se escucharon y leyeron en las noticias y comentarios estos días.

El título “Santo Padre” para una figura de autoridad espiritual contradice las palabras de Jesús en el Evangelio de Mateo 23:9: “Y no llaméis padre a nadie en la tierra, porque uno solo es vuestro Padre, el que está en el cielo.” Jesús se dirige aquí a los escribas y fariseos, quienes ansiaban títulos y reconocimiento para elevar su propia honra (véanse los versículos 5–7). Su intención era advertir a los discípulos contra una actitud de autoridad equivocada y contra la exaltación de las personas. Nadie en la tierra debe ocupar el lugar que sólo le corresponde a Dios como nuestro Padre celestial. Él es la autoridad suprema y la fuente de toda verdad espiritual.

Aún más en contradicción con la enseñanza bíblica está el título “Pontífice Máximo”: el supremo constructor de puentes. En la antigua Roma, era el sumo sacerdote del culto estatal. La Iglesia adoptó posteriormente este título para el obispo de Roma. Según este título, el Papa es el mediador supremo entre Dios y los hombres. Sin embargo, según las Sagradas Escrituras, Jesucristo es el supremo mediador, ¡y el único! Así lo testifica Pablo en la primera carta a Timoteo (2:5–6): “Porque hay un solo Dios y un solo mediador entre Dios y los hombres: Jesucristo hombre.”

Por eso, los creyentes son animados en la carta a los Hebreos a acercarse con confianza al trono de la gracia de nuestro Dios (4:16), directamente, sin la mediación de sacerdotes, papas, María o los llamados santos. Jesucristo es el único mediador entre los hombres y Dios – ¡esto es una afirmación central de la fe bíblica!

¿Dónde está ahora el difunto Papa Francisco? Hoy mismo escuché en una entrevista televisiva a un sacerdote de Buenos Aires decir: “Lo bueno es que Francisco ahora está con Dios.” ¿De verdad? ¿Está allí? Y ayer un comentarista relacionó el hecho de que Francisco muriera un lunes de Pascua con la resurrección, diciendo que Francisco ya ha resucitado. ¿De verdad? ¿Eso concuerda con lo que dicen las Sagradas Escrituras sobre lo que sucede después de la muerte? ¿Dónde dice que una parte del ser humano (el llamado alma) resucita inmediatamente tras la muerte para estar con Dios, mientras el cuerpo permanece en la tumba hasta la resurrección, cuando Cristo “vendrá de nuevo para juzgar a los vivos y a los muertos” (Credo)? ¿Qué sentido tendría ese juicio si los muertos (o sus “almas”) ya están en el cielo con Dios o en el llamado “infierno” (¡otra teoría no bíblica!)?

La Biblia no conoce esta división (originalmente platónica) entre cuerpo y alma. Francisco reposa ahora en el ataúd, y en unos días descansará en la tumba. “Se ha dormido” es la expresión adecuada: duerme hasta la resurrección al final de los tiempos. “Descansa” significa que no tiene conocimiento de lo que está ocurriendo ahora en el Vaticano o en la Tierra. Y eso está muy bien así.

Las palabras que recibió el profeta Daniel también se aplican al difunto Francisco: “Y tú, Daniel, persevera hasta el fin de tu vida. Descansarás, y luego, al final de los tiempos, resucitarás para recibir la herencia que te espera.” (Daniel 12:13)

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Warum ist Trump so beliebt bei den Evangelikalen?

Warum ist er so beliebt bei den Evangelikalen? (Foto: Pete Linforth, pixabay.com)

In meinem Wochenrückblick 2024-40 (online am 6.10.) stellte ich eine Frage: „Kann mir jemand erklären, warum Donald Trump in vielen konservativen Kreisen trotz der aufgeführten Faktoren, die ihn rechtlich, moralisch und politisch disqualifizieren, diesen großen Rückhalt genießt?“ Leider habe ich keine Antwort von den Besuchern meiner Homepage bekommen. Aus diesem Grund habe ich ChatGPT gefragt.

Nachfolgend die vollständige Antwort auf meine Frage:

Woran liegt es, dass Trump so beliebt bei den Evangelikalen ist?
Antwort vom 24.10.2024 via ChatGPT

Die Beliebtheit von Donald Trump bei Evangelikalen in den USA mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, da sein persönliches Verhalten und sein Lebensstil in vielerlei Hinsicht den moralischen Werten der Evangelikalen widersprechen. Es gibt jedoch mehrere Gründe, die erklären, warum so viele Evangelikale Trump unterstützen:

1. Politische und gesellschaftliche Prioritäten
Für viele Evangelikale sind politische Themen wie der Schutz des ungeborenen Lebens (Abtreibung), Religionsfreiheit und die Verteidigung traditioneller Familienwerte von zentraler Bedeutung. Trump hat sich während seiner Präsidentschaft entschieden gegen Abtreibungen ausgesprochen, insbesondere durch die Ernennung konservativer Richter zum Obersten Gerichtshof, die maßgeblich dazu beigetragen haben, das wegweisende Urteil Roe v. Wade, das das Recht auf Abtreibung garantierte, zu kippen. Dies gilt als einer der größten Erfolge der konservativen Bewegung.

2. Gerichtsernennungen
Eine der Hauptleistungen Trumps aus evangelikaler Sicht war seine Ernennung von drei konservativen Richtern zum Obersten Gerichtshof. Diese Ernennungen haben das Gericht auf Jahrzehnte hin nach rechts verschoben und schaffen die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit den Werten der Evangelikalen stehen, insbesondere in Bezug auf Abtreibung, Religionsfreiheit und LGBTQ+-Rechte.

3. Schutz der Religionsfreiheit
Trump hat sich stark dafür eingesetzt, die Religionsfreiheit zu betonen. Dies ist für Evangelikale von besonderer Bedeutung, da sie oft befürchten, dass ihre religiösen Überzeugungen in einer zunehmend säkularen Gesellschaft unterdrückt werden könnten. Er versprach, Maßnahmen zu ergreifen, die es Gläubigen erlauben, ihren Glauben offen auszuleben, ohne staatliche Repressalien befürchten zu müssen.

4. Die Wahrnehmung als „Verteidiger“
Viele Evangelikale sehen Trump als jemanden, der „ihre Werte“ gegen den als feindselig empfundenen Liberalismus verteidigt. Sie sehen in ihm einen Mann, der nicht unbedingt ihren Lebensstil teilt, aber bereit ist, aggressiv für ihre Anliegen zu kämpfen. Für viele Anhänger ist Trump ein „unvollkommener Führer“, aber jemand, der den „rechten“ Kampf gegen eine Kultur führt, die sie als bedrohlich empfinden. Das berühmte Zitat von Trump: „Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue jemanden erschießen und würde keinen Wähler verlieren“, verdeutlicht, wie sehr seine Basis ihn als Verteidiger ihrer Anliegen wahrnimmt – unabhängig von seinen persönlichen Fehlern.

5. Das Gefühl der Verfolgung
Viele Evangelikale in den USA haben das Gefühl, dass ihre religiösen Ansichten in den Mainstream-Medien und in der Politik zunehmend marginalisiert und lächerlich gemacht werden. Trump hat diese Gefühle der Verfolgung verstärkt, indem er betont hat, dass traditionelle Werte angegriffen werden und dass er derjenige sei, der die Gläubigen und ihre Kultur gegen den „Kulturkrieg“ der Linken verteidigt.

6. Prophetische Unterstützung
Einige evangelikale Führer haben Trump sogar als eine von Gott gesandte Figur dargestellt, die, trotz ihrer offensichtlichen Fehler, Gottes Plan umsetzt. Es gibt Parallelen zu biblischen Figuren wie König David oder dem persischen König Kyrus, die trotz moralischer Fehltritte oder Heidentums von Gott benutzt wurden, um seine Zwecke zu erfüllen. Diese Vorstellung gibt Trump in den Augen vieler Gläubigen eine „spirituelle Legitimation“, unabhängig von seinen persönlichen Verfehlungen.

7. Nationalismus und Christentum
Viele Evangelikale unterstützen eine Vorstellung von „christlichem Nationalismus“, bei der sie die USA als eine christliche Nation betrachten, die durch liberale Einflüsse bedroht ist. Trump hat durch seine „America First“-Rhetorik und seinen nationalistischen Ansatz einen Rahmen geschaffen, in dem sich diese Sichtweise bestätigt fühlt. Seine Versprechen, die „amerikanischen Werte“ zu schützen, sind für viele evangelikale Wähler eng mit ihrer religiösen Identität verbunden.

8. Die Rolle der Medien
Konservative Medien, insbesondere Fox News und evangelikale Medienkanäle, haben eine Schlüsselrolle gespielt, um Trump als einen starken Verteidiger der konservativen Werte zu positionieren. Diese Kanäle bieten eine positive Darstellung seiner Politik und minimieren oder ignorieren oft seine moralischen und persönlichen Skandale. Dies verstärkt das Bild von Trump als jemandem, der „auf ihrer Seite steht“.

Fazit
Die Unterstützung der Evangelikalen für Trump lässt sich also weniger durch seine persönliche Moral erklären, sondern vielmehr durch die politische und kulturelle Rolle, die er spielt. Für viele Evangelikale ist Trump ein „Werkzeug“ für ihre langfristigen Ziele in Bezug auf Abtreibung, Religionsfreiheit und den Schutz der traditionellen Familie, selbst wenn er persönlich nicht die moralischen Werte repräsentiert, die sie privat vertreten. Seine Bereitschaft, ihre Agenda durchzusetzen, hat ihm eine treue Anhängerschaft innerhalb dieser Gruppe gesichert.

Die Honeckers beherbergen?

Das Ehepaar Margot und Erich Honecker (links) mit dem Gastgeber-Ehepaar Uwe und Sigrid Holmer. (Die Schauspieler v.l.n.r.: Barbara Schnitzler, Edgar Selge, Hans-Uwe Bauer, Steffi Kühnert.) © ZDF/Conny Klein

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Vergesst nicht, Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, denn auf diese Weise haben einige Engel beherbergt, ohne es zu merken! (Hebräer 13,2 – Neues Leben Bibel)

Dieses Bibelwort kam mir sofort in den Sinn, als der Angriffskrieg gegen die Ukraine die größte Flüchtlingswelle nach dem letzten Weltkrieg auslöste. Die Aufnahmebereitschaft der Menschen in Deutschland, aber auch und besonders in Polen, Ungarn und Moldawien ist überwältigend. Menschen stellen Gästezimmer, Teile ihrer Häuser, Ferienwohnungen, Kirchenräume und vieles mehr zur Verfügung. Auch wenn häufig der gegenteilige Eindruck entsteht: Die Nächstenliebe ist in dieser Welt nicht gänzlich erloschen!

Sicher sind diese Flüchtlinge, überwiegend Frauen mit ihren Kindern, deren Männer zur Verteidigung der Heimat in ihrem Land blieben, nicht mit Engeln gleichzusetzen, oder? Ausschließen würde ich vorsichtshalber nichts. Fest steht: Wer diese Hilfesuchende gastfreundlich aufgenommen hat, hat Jesus als Gast aufgenommen (Matthäusevangelium 25,35).

Stell dir aber vor, ein Ehepaar klopft an deiner Tür und bittet darum, für ein paar Wochen aufgenommen zu werden. Und dieses Ehepaar ist … Erich Honecker mit seiner Frau Margot! Wie würdest du reagieren?

Das ist tatsächlich so geschehen: im Januar 1990. Nachdem sie entmachtet worden waren und die Mauer gefallen war, waren Erich und Margot Honecker praktisch obdachlos, denn die Regierungssiedlung in Wandlitz wurde aufgelöst. Die Modrow-Regierung bot dem ehemaligen Diktatorenpaar keinen Schutz. Einzig beim evangelischen Pastor Uwe Holmer und seiner Familie, die, wie viele andere, unter dem DDR-Regime gelitten hatten, fanden die Honeckers Zuflucht.

Erich und Margot Honecker stehen vor dem Pfarrhaus. Pastor Holmer, seine Frau Holmer und Sohn Kornelius öffnen die Tür. © ZDF/Conny Klein

Zehn Wochen lang verbrachte der gestürzte DDR-Staatsratsvorsitzende mit seiner Frau im Wohnhaus des Leiters der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal vor den Toren Berlins. Sie aßen an einem Tisch mit der Pfarrersfamilie, Holmer und Honecker gingen zusammen spazieren usw.

Honecker und Holmer unterhalten sich auf dem Weg zum See. © ZDF/Conny Klein

Angefeindet wurde der Geistliche reichlich. Dennoch bereut der inzwischen über 90-Jährige nicht, dem Ehepaar Honecker Kirchenasyl gewährt zu haben. „Wir wollten einen Neuanfang ohne Hass und Verachtung“, sagte Holmer in einem Gespräch.

Erich Honecker und seine Frau Margot sitzen in der Kirche. © ZDF/Conny Klein

Nein, einen Engel beherbergte er nicht. Aber er lebte die Bitte des Vaterunsers: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.“ (Matthäusevangelium 6,12 NLB)

Zu solch einer Handlungsweise kann man sich nicht zwingen, sie muss vom Herzen kommen. Wie der Wünsch, Flüchtlingen zeitweise eine Zuflucht mit Familienanschluss zu bieten. Beides bewirkt der Geist Gottes, denn Er ist die Liebe!

  • Der Film „Honecker und der Pastor“ wird im ZDF am Montag, 21. März 2022, 20.15 Uhr, gezeigt. Er ist seit dem 14. März 2022 für ein Jahr in der ZDF-Mediathek abrufbar. Mich und meine Frau hat er sehr beeindruckt!


 

Hosting the Honecker couple?

Do not forget to show hospitality to strangers, for by so doing some people have shown hospitality to angels without knowing it. (Hebrew 13:2 NIV)

These words came to mind when I saw how the war against Ukraine provoked the largest wave of refugees since the last world war. People’s willingness to accept refugees is impressive. They make available guest rooms, parts of their houses, holiday flats and much more.

Well, these refugees, mostly women with their children, are no angels, are they? I wouldn’t rule that out. Also it is quite certain: Those who are taking in those who need help, are receiving Jesus as a guest (Gospel of Matthew 25:35).

But imagine that a married couple knocks on your door and asks to be hosted for a few weeks. And this couple is… Erich Honecker with his wife Margot! How would you react?

That’s what happened in January 1990: after they were deprived of power and the Wall fell, Erich and Margot Honecker were left practically homeless. The Modrow government offered the former dictator no protection. Only the Protestant pastor Uwe Holmer and his family, who, like many others, had suffered under the GDR regime, gave them refuge. For ten weeks they stayed in his house on the outskirts of Berlin. They ate at the same table as the pastor’s family, Holmer and Honecker went for walks together, and so on.

Holmer received a lot of hostility. However, the man in his 90s has no regrets about granting asylum to the Honecker couple. „We wanted a new beginning without hatred and contempt,“ Holmer said in an interview.

No, he did not host an angel. But he lived the petition of the Lord’s Prayer: „And forgive us our trespasses, as we also have forgiven those who trespass against us„. (Gospel of Matthew 6:12)

  • The film „Honecker und der Pastor“ will be shown on ZDF on Monday, 21 March 2022 at 8.15 pm. It is available in the ZDF media library from 14 March 2022 for one year. My wife and I were very impressed by it.

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¿Hospedar al matrimonio Honecker?

No os olvidéis de practicar la hospitalidad, pues gracias a ella algunos, sin saberlo, hospedaron ángeles. Hebreos 13:2

Estas palabras me vinieron a la mente al ver cómo la guerra contra Ucrania provocó la mayor oleada de refugiados desde la última guerra mundial. La disposición de la gente a aceptar refugiados es impresionante. Ponen a su disposición habitaciones de huéspedes, partes de sus casas, pisos de vacaciones y mucho más.

Bueno, estos refugiados, en su mayoría mujeres con sus hijos no son ángeles ¿verdad? Yo no lo descartaría. Also es muy seguro: Los que están acogiendo a quienes necesitan ayuda, están recibiendo a Jesús como huésped (Evangelio de Mateo 25:35).

Pero imaginad que un matrimonio llama a vuestra puerta y pide ser acogido durante unas semanas. Y esta pareja es… ¡Erich Honecker con su esposa Margot! ¿Cómo reaccionarías?

Eso es lo que ocurrió en enero de 1990: Después de que se les privara del poder y de que cayera el Muro, Erich y Margot Honecker se quedaron prácticamente en la calle. El gobierno de Modrow no ofreció ninguna protección a la antigua pareja del dictador. Sólo el pastor protestante Uwe Holmer y su familia, que, como muchos otros, habían sufrido bajo el régimen de la RDA, les dio refugio. Durante diez semanas se alojaron en su casa a las afueras de Berlín. Comían en la misma mesa que la familia del pastor, Holmer y Honecker salían a pasear juntos, etc.

Holmer recibió mucha hostilidad. Sin embargo, este hombre de más de 90 años no se arrepiente de haber concedido asilo al matrimonio Honecker. „Queríamos un nuevo comienzo sin odio ni desprecio“, dijo Holmer en una entrevista.

No, no albergaba un ángel. Pero vivió la petición del Padre Nuestro: „Y perdona nuestras ofensas, como nosotros también hemos perdonado a los que nos ofenden“. (Evangelio de Mateo 6:12)

  • La película „Honecker und der Pastor“ se proyectará en la ZDF el lunes 21 de marzo de 2022, a las 20.15 horas. Está disponible en la mediateca de la ZDF desde el 14 de marzo de 2022 por un año. Nos ha impresionado mucho a mí y a mi mujer.