Schlagwortarchiv: Hoffnung

Wovor haben wir eigentlich Angst?

Wie sicher ist mein Job? Wer mit seiner Arbeit unzufrieden ist, wird häufiger krank. Besonders gefährdet sind Beschäftigte, die fürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. (Foto: moerschy, pixabay.com)

Wie wird das Leben in Deutschland in ein paar Jahren aussehen? Können wir uns das Wohnen noch leisten? Werden die Renten reichen? Wie sicher ist unser Arbeitsplatz? Und was kommt auf unsere Kinder und Enkel zu?

Solche Fragen beschäftigen viele Menschen. Ein Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ der R+V-Versicherung zeigt, wie groß die Verunsicherung ist.

Die größte Angst haben die Deutschen vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten. 59 Prozent der Befragten nennen dieses Thema. 53 Prozent fürchten Steuererhöhungen und Leistungskürzungen, 52 Prozent eine Überforderung des Staates durch Geflüchtete und 51 Prozent eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage. Für 50 Prozent ist die Sorge groß, dass Wohnen unbezahlbar wird. (Auffällig ist eine andere Entwicklung: Die Angst vor den Folgen des Klimawandels und vor Naturkatastrophen ist im Vergleich zu früher zurückgegangen.)

Die Zahlen zeigen: Viele Menschen blicken mit Sorge in die Zukunft. Und das ist nicht unbedingt verwunderlich. Wir erleben Kriege, politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und tiefgreifende Veränderungen. Dazu kommen die ganz persönlichen Sorgen, die in keiner Statistik vollständig auftauchen: die Angst vor einer Krankheit, vor Einsamkeit, vor dem Verlust eines geliebten Menschen oder vor dem eigenen Älterwerden.

Doch eine Frage sollten wir uns stellen: Wie viel Raum wollen wir unseren Ängsten geben?

Angst ist nicht immer unser Feind

Angst hat einen schlechten Ruf. Dabei ist sie zunächst etwas Sinnvolles. Sie warnt uns vor Gefahren und hilft uns, vorsichtig zu sein. Wer bei Glatteis langsamer fährt, wer für schwierige Zeiten etwas Geld zurücklegt oder sich rechtzeitig um seine Gesundheit kümmert, handelt vernünftig. Angst kann uns also schützen und zum Handeln bewegen.

Schwierig wird es, wenn aus einer Warnung ein Dauerzustand wird. Wenn wir uns ständig ausmalen, was alles passieren könnte. Wenn wir nachts wach liegen, obwohl wir gerade nichts ändern können. Oder wenn wir eine Zukunft, die noch gar nicht eingetreten ist, gedanklich schon als Katastrophe erleben. Dann nimmt uns die Angst etwas, das wir dringend brauchen: die Kraft, den heutigen Tag zu leben.

Viele Menschen blicken mit Sorge in die Zukunft. Und das ist nicht unbedingt verwunderlich. Wie können wir uns vor einer allgemeinen Angststimmung schützen? Kann der Glaube helfen, wenn uns die Sorgen über den Kopf wachsen? (Foto: pd, pixabay.com)
Berechtigte Sorge oder Angstkino?

Wie können wir unterscheiden, ob unsere Angst uns auf eine wirkliche Gefahr aufmerksam macht oder ob unsere Gedanken uns in eine düstere Zukunft führen? Eine einfache Regel lautet: Nimm die Gefahr ernst, aber nicht jede Befürchtung für eine Tatsache.

Dazu können drei Fragen helfen:

1. Was weiß ich wirklich?
Es macht einen Unterschied, ob eine Kündigung angekündigt wurde oder ob wir lediglich befürchten, unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Ob eine ärztliche Untersuchung einen konkreten Verdacht ergeben hat oder ob wir uns die schlimmsten Diagnosen ausmalen.

Natürlich gibt es auch echte Gefahren, deren Ausmaß wir noch nicht kennen. Aber eine Möglichkeit ist noch keine Gewissheit.

2. Was kann ich beeinflussen?

  • Wenn die Kosten steigen, können wir unsere Ausgaben prüfen.
  • Wenn uns die Zukunft unserer Kinder Sorgen macht, können wir für sie da sein.
  • Wenn uns politische Entwicklungen beunruhigen, können wir uns informieren, unsere Meinung äußern und uns engagieren.

Manches liegt allerdings außerhalb unserer Kontrolle. Wir können keinen Krieg allein beenden, keine Wirtschaftskrise verhindern und nicht jede Krankheit abwenden. Es hilft, zwischen beidem zu unterscheiden. Sonst verschwenden wir unsere Kraft damit, Probleme lösen zu wollen, auf die wir keinen direkten Einfluss haben.

3. Was würde ich einem guten Freund raten?
Würden wir ihm sagen, dass er sich schon heute vor allen denkbaren Katastrophen fürchten soll? Oder würden wir ihm helfen, die Lage nüchtern anzuschauen und den nächsten vernünftigen Schritt zu finden? Mit uns selbst dürfen wir ebenso freundlich und realistisch umgehen wie mit anderen.

Wie können wir uns vor einer allgemeinen Angststimmung schützen?

Angst ist ansteckend. Wenn überall von Krisen, Gefahren und drohendem Niedergang die Rede ist, kann leicht der Eindruck entstehen, dass eigentlich alles immer schlimmer wird.

Nachrichten und soziale Medien verstärken diesen Eindruck mitunter. Dramatische Ereignisse ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Eine gute Entwicklung, ein gelöstes Problem oder ein Mensch, der sich für andere einsetzt, schaffen es dagegen oft kaum in die Schlagzeilen. Das bedeutet nicht, dass wir die Augen vor Problemen verschließen sollten. Aber wir sollten darauf achten, welches Bild der Welt in unserem Kopf entsteht.

Ein paar Dinge können dabei helfen:

Nachrichten bewusst dosieren. Wer ständig Meldungen abruft, bekommt nicht unbedingt mehr Orientierung, sondern manchmal nur mehr Unruhe. Es kann guttun, feste Zeiten für Nachrichten einzuplanen und das Smartphone zwischendurch beiseitezulegen.

Zwischen Information und Aufregung unterscheiden. Nicht jede dramatische Überschrift enthält eine neue Erkenntnis. Wir können uns fragen: Was ist tatsächlich passiert? Was ist eine Prognose? Und was ist lediglich eine zugespitzte Meinung?

Den eigenen Blick weiten. Neben den Krisen gibt es Menschen, die helfen, heilen, forschen, Frieden stiften und Verantwortung übernehmen. Es gibt Nachbarschaftshilfe, engagierte Ehrenamtliche, gelungene Versöhnungen und kleine Fortschritte, die selten Schlagzeilen machen. Auch sie gehören zur Wirklichkeit.

Das tun, was heute möglich ist. Vielleicht lässt sich eine finanzielle Frage klären, ein längst überfälliges Gespräch führen oder ein Termin vereinbaren. Manchmal hilft ein Spaziergang mehr als eine weitere Stunde Grübeln. Und manchmal brauchen wir schlicht einen Menschen, dem wir sagen können, was uns bedrückt.

Wir müssen nicht alle Probleme der Welt lösen, um heute etwas Gutes tun zu können.

Was kann der christliche Glaube gegen die Angst tun?

Kann der Glaube helfen, wenn uns die Sorgen über den Kopf wachsen? Ich glaube: ja. Allerdings nicht, weil Christen keine Angst hätten oder weil ihnen alles erspart bliebe. Auch gläubige Menschen erleben Krankheit, Verlust, Enttäuschung und Unsicherheit. Wer behauptet, echter Glaube beseitige alle Angst, macht es Menschen, die leiden, unnötig schwer.

Der christliche Glaube bietet etwas anderes: eine Perspektive, die über die gegenwärtigen Schwierigkeiten hinausreicht: Ich muss nicht alles selbst in der Hand haben.

Viele unserer Ängste hängen damit zusammen, dass wir die Kontrolle behalten möchten. Wir wollen wissen, was morgen geschieht, wie sich die Dinge entwickeln und ob am Ende alles gut ausgeht. Aber das Leben war noch nie vollständig planbar. Der Glaube erinnert uns daran, dass wir nicht alles tragen und nicht alles selbst absichern müssen.

Jesus sagte einmal: „Sorgt euch nicht um morgen“ (Matthäus 6,34). Das ist keine Aufforderung, die Wirklichkeit zu ignorieren. Es ist eine Einladung, nicht schon heute an den Sorgen von morgen zu zerbrechen.

Ich darf meine Angst aussprechen. Beten muss nicht bedeuten, besonders fromme Worte zu finden. Wir dürfen Gott auch sagen, was uns Angst macht, was wir nicht verstehen und wovor wir uns fürchten. Ein schlichtes Gebet kann lauten: „Gott, ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich habe Angst. Hilf mir, den nächsten Schritt zu erkennen.“

Manchmal verändert ein solches Gebet nicht sofort die äußeren Umstände. Aber es kann helfen, die eigene Angst nicht allein tragen zu müssen.

Meine Hoffnung ist größer als meine Prognose. Der christliche Glaube verspricht nicht, dass die Weltgeschichte immer besser verläuft oder dass unser persönliches Leben von Krisen verschont bleibt. Er gründet seine Hoffnung vielmehr auf die Überzeugung, dass Leid, Unrecht und Tod nicht das letzte Wort behalten werden, weil Gott eine neue Welt aufrichten wird: Wenn Jesus Christus wiederkommt, beginnt die Ewigkeit. Dann herrschen Zustände wie am Anfang im Paradies: kein Leid, keine Schmerzen, kein Tod.

Wer darauf vertraut, muss die Probleme der Gegenwart nicht kleinreden. Er kann ihnen ins Gesicht sehen, ohne ihnen die Macht zu geben, die gesamte Zukunft zu bestimmen.

Persönliches

Ich schreibe diese Zeilen nicht nur als Beobachter. Diese Woche steht mir eine Bypass-Operation am Herzen bevor. Da bekommt das Nachdenken über Ängste und Zukunftshoffnung plötzlich eine sehr persönliche Bedeutung.

Natürlich gehen mir Fragen durch den Kopf. Wie wird die Operation verlaufen? Wie werde ich mich danach fühlen? Was kommt auf mich und meine Frau zu? Ich könnte mich in solchen Fragen verlieren. Aber ich versuche, mich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Ich darf meine Sorgen ernst nehmen, sie aussprechen und Gott anvertrauen. Und ich darf zugleich dankbar sein für die Menschen, die mich im Gebet begleiten – und derer sind viele überall in Deutschland und darüber hinaus. Ich bin auch für die bisherige ärztliche Begleitung dankbar und bete auch für das medizinische Personal, das sich ab dieser Woche um mich kümmern wird.

Mein Glaube nimmt mir nicht jede Unsicherheit. Aber er erinnert mich daran, dass ich auch in dieser Situation nicht allein bin. Vielleicht ist das ein wichtiger Schritt zu mehr Zuversicht: nicht erst dann hoffen zu dürfen, wenn alle Fragen beantwortet sind, sondern mitten in der Unsicherheit Vertrauen zu wagen.

Mutig leben, obwohl nicht alles sicher ist

Zuversicht bedeutet nicht, dass wir sicher sein können, dass alles gut ausgeht. Zuversicht bedeutet, dass wir auch dann leben, handeln und hoffen können, wenn wir nicht alles wissen.

  • Wir dürfen Vorsorge treffen, ohne ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen.
  • Wir dürfen Gefahren ernst nehmen, ohne überall nur Gefahren zu sehen.
  • Und wir dürfen uns über das freuen, was heute schön ist, obwohl wir wissen, dass morgen manches anders sein kann.
  • Manchmal hilft es, den eigenen Blick bewusst vom großen Weltgeschehen auf das Naheliegende zu richten: auf einen Menschen, der uns guttut, auf ein Gespräch, auf die Natur vor unserer Haustür oder auf eine Aufgabe, die wir sinnvoll erledigen können.

Das ist keine Flucht vor der Wirklichkeit. Es ist eine Erinnerung daran, dass unser Leben mehr umfasst als die Krisen, von denen wir täglich hören. Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen: Was könnte alles schiefgehen? Sondern auch: Was ist heute gut? Was kann ich tun? Wem kann ich helfen? Und worauf darf ich vertrauen, selbst wenn ich noch nicht weiß, wie es weitergeht?

 

Abstract:
Many people are looking to the future with concern. And that is not necessarily surprising. How can we protect ourselves from a general sense of anxiety? Can faith help when our worries become overwhelming?

To translate the current homepage to English, you can use the translation function in your web browser.

Resumen
Mucha gente mira al futuro con preocupación. Y eso no es precisamente de extrañar. ¿Cómo podemos protegernos de ese clima general de miedo? ¿Puede la fe ayudarnos cuando las preocupaciones superan nuestra capacidad de afrontarlas?

Para traducir esta página web al español, puedes usar la función de traducción de tu navegador.

Zur aktuellen Wochenseite (wird i. d. Regel am Sonntagabend aktualisiert)

Meine Hecke überlebte

HINGESCHAUT. (1)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Man muss Hecken schneiden, damit sie dicht und gesund wachsen. Ein regelmäßiger Schnitt regt die Verzweigung der Triebe an und hält die Pflanze in Form. (Foto: Ray Shrewsberry, pixabay.com)

Immer, wenn ich mich der Gartenhecke widme, muss ich mich an meine „heroische“ Leistung an einem Herbsttag vor fast drei Jahrzehnten erinnern. Am freien Tag war ich stundenlang mit der Hecke beschäftigt und wartete gespannt aufs Urteil meiner Frau. Als sie abends nach Hause kam, war sie entsetzt: Die teilweise meterhohen Sträucher waren zu zentimeterhohen Stümpfen geschrumpft, von den zwei Obstbäumchen war fast nichts mehr zu sehen.

Kurzfassung auf Instagram abrufbar: @edp51

Manchmal muss etwas radikal geschnitten werden
Verständlich, dass ich die Hecke und die beiden Bäumchen im darauffolgenden Frühjahr fast täglich nach Lebenszeichen absuchte. Es dauerte lange, aber am Ende wurde mein Übereifer doch belohnt. Nicht nur, dass an den Sträuchern und Bäumen reichlich frische Triebe nachwuchsen, die sie später noch buschiger machten; ich hatte auch in Sachen Naturgesetze eine äußerst einprägsame Lektion gelernt.

Ob es bei uns Menschen auch so etwas wie einen „radikalen Schnitt“ geben kann, der zu einem heilsamen Anfang führt? Manchmal offenbar schon. Wir kennen solche Schnitte aus dem eigenen Leben.

  • Eine Beziehung zerbricht. Ein Arbeitsplatz geht verloren.
  • Eine Freundschaft endet.
  • Eine Krankheit zwingt uns, bisherige Pläne aufzugeben.
  • Oder wir erkennen irgendwann, dass eine Gewohnheit, eine Einstellung oder ein Lebensstil uns mehr schadet als guttut.

Was wir bisher für selbstverständlich gehalten haben, ist plötzlich nicht mehr möglich.

Solche Einschnitte tun weh. Und während wir mitten darinstecken, können wir uns kaum vorstellen, dass daraus jemals wieder etwas Gutes entstehen könnte. Doch vielleicht ist genau das der Moment, in dem wir nicht nur auf das schauen sollten, was verschwunden ist, sondern auch auf das, was neu wachsen kann.

Ein radikaler Schnitt bedeutet schließlich nicht automatisch das Ende. Beim Beschneiden eines Baumes wird zwar sichtbar etwas weggenommen. Aber gerade dadurch bekommt die Pflanze neue Kraft. Verzweigte, alte oder kranke Äste werden entfernt, damit neue Triebe entstehen können. Was zunächst nach Zerstörung aussieht, kann sich später als Voraussetzung für neues Leben erweisen.

Natürlich lässt sich diese Erfahrung nicht einfach auf jedes menschliche Schicksal übertragen. Nicht jeder Verlust hat einen verborgenen Sinn, und nicht jede schmerzhafte Erfahrung wird sich irgendwann als „gut“ herausstellen. Manche Wunden bleiben lange bestehen. Manche Fragen bekommen wir in diesem Leben nicht beantwortet. Aber eines dürfen wir hoffen: Ein schwieriger Schnitt muss nicht das letzte Kapitel unseres Lebens sein.

Die Bibel findet dafür ein bemerkenswertes Bild. Im Buch Hiob heißt es sinngemäß: „Für einen Baum gibt es immer noch Hoffnung, selbst wenn man ihn gefällt hat; aus seinem Stumpf wachsen wieder frische Triebe.“ (Hiob 14,7) Ich mag dieses Bild. Denn es spricht von Hoffnung, ohne die Realität des Verlustes schönzureden. Der Baum ist gefällt. Es bleibt nur ein Stumpf. Und trotzdem ist noch nicht alles vorbei.

Vielleicht ist das auch eine Botschaft für Menschen, die gerade selbst das Gefühl haben, nur noch aus einem „Stumpf“ zu bestehen: Nach einer Trennung. Nach einem Verlust. Nach einem Scheitern. Nach einer Entscheidung, die alles verändert hat. Oder einfach nach Jahren, in denen vieles anders gekommen ist, als man es sich vorgestellt hatte.

Der christliche Glaube geht noch einen Schritt weiter: Für Gott gibt es keinen hoffnungslosen Fall! Wo wir nur noch einen abgesägten Stamm sehen, sieht Gott möglicherweise schon den ersten neuen Trieb. Das bedeutet nicht, dass morgen plötzlich alles wieder gut ist. Aber es bedeutet, dass wir unsere Geschichte nicht vorschnell für beendet erklären sollten.

  • Vielleicht braucht es manchmal Geduld.
  • Vielleicht einen Menschen, der uns begleitet.
  • Vielleicht den Mut, etwas Altes loszulassen.
  • Vielleicht einen neuen Anfang, den wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
  • Und vielleicht braucht es einfach die Hoffnung, dass aus einem scheinbaren Ende tatsächlich wieder etwas wachsen kann.

Ich denke dabei manchmal an meine völlig verstümmelte Gartenhecke von damals. Meine Frau hatte allen Grund, über meinen „Radikalschnitt“ entsetzt zu sein. Aber die Natur war geduldiger als wir. Unter der Erde war das Leben längst weitergegangen. Und irgendwann zeigte es sich wieder – zuerst ganz unscheinbar, dann immer kräftiger.

Vielleicht ist das eine der schönsten Lektionen, die uns ein Garten geben kann: Nicht alles, was abgeschnitten aussieht, ist tot. Ob das auch für unser Leben gilt?

 

Abstract:

Sometimes something needs to be cut back radically — I learned that decades ago from my garden hedge. What looked like destruction at the time produced new, vigorous shoots the following spring.

Our lives also experience such radical cuts: breakups, losses, illness, failure, or necessary changes. Such setbacks hurt, and at first we often cannot see any meaning in them. But an ending does not necessarily mean the end of our story. Just as with a tree, removing what is old can create room for something new.
The Bible says: “There is still hope for a tree” (Job 14:7).

Not every loss has a hidden meaning, and some wounds remain for a long time. But the Christian faith says that no one is beyond hope in God’s eyes. Not everything that looks cut off is dead — perhaps new life is already growing underneath.

To translate the current homepage to English, you can use the translation function in your web browser.

Resumen
A veces es necesario hacer una poda radical; eso lo aprendí hace décadas con el seto de mi jardín. Lo que entonces parecía una destrucción hizo que, en primavera, brotaran nuevos y vigorosos tallos.

También en nuestra vida hay «podas radicales»: separaciones, pérdidas, enfermedades, fracasos o cambios necesarios. Estos golpes duelen y, al principio, muchas veces no logramos encontrarles ningún sentido. Pero un final no tiene por qué significar automáticamente el final de nuestra historia.

Como ocurre con un árbol, eliminar lo viejo puede crear espacio para algo nuevo. La Biblia dice: «Siempre hay esperanza para un árbol» (Job 14:7). No toda pérdida tiene un sentido oculto, y algunas heridas permanecen durante mucho tiempo. Pero la fe cristiana afirma que, para Dios, no existe ningún caso sin esperanza. No todo lo que parece cortado está muerto; quizá debajo ya está creciendo una nueva vida.

Para traducir esta página web al español, puedes utilizar el traductor integrado en tu navegador.

Zur aktuellen Wochenseite (wird i. d. Regel am Sonntagabend aktualisiert)

Vorsicht: Hobby-Gärtner in action!

Elí wagt sich an die Hecke. Ob das gut ausgeht? (Foto: 21.2.2024)

English / Español

Vorsicht: Hobby-Gärtner in action!

Unser Gärtner hat seine wohlverdiente Rente angetreten. Daher durfte/musste ich mich diese Woche dem Beschnitt der Gartenhecke widmen, denn der 1. März steht vor der Tür. Die Hecke ist meterhoch, daher leistet eine Teleskop-Baumschere gute Dienste. Mein Können als Gärtner ist allerdings sehr bescheiden.

Immer, wenn ich mich der Gartenhecke widme, muss ich mich an meine „heroische“ Leistung an einem Herbsttag vor über 25 Jahren erinnern. Am freien Tag war ich stundenlang mit der Hecke beschäftigt und wartete gespannt darauf, was meine Frau von meiner Leistung halten würde. Als sie abends nach Hause kam, war sie entsetzt! Sie wollte nicht glauben, was sie sah: Die teilweise meterhohen Sträucher waren zu zentimeterhohen Stümpfen geschrumpft, von den zwei Obstbäumchen war fast nichts mehr zu sehen.

Verständlich, dass ich die Hecke und die beiden Bäumchen im darauffolgenden Frühjahr fast täglich nach Lebenszeichen absuchte. Es dauerte lange, aber am Ende wurde mein Übereifer doch belohnt. Nicht nur, dass an den Sträuchern und Bäumen reichlich frische Triebe nachwuchsen, die sie später noch buschiger machten; ich hatte auch in Sachen Naturgesetze und Wunder der Schöpfung eine äußerst einprägsame Lektion gelernt.

Nach dieser Erfahrung fällt es mir leichter, dieses Wort aus dem Buch Hiob (14,7) zu verstehen und zu glauben, was darinsteht:

Für einen Baum gibt es immer noch Hoffnung, selbst wenn man ihn gefällt hat; aus dem Stumpf wachsen wieder frische Triebe nach.

Weil es vom Textzusammenhang her nicht nur um Bäume, sondern um Menschen geht, weiß ich nun: Man darf einen Menschen niemals aufgeben, solange er lebt. Wie wenig versprechend oder aussichtslos uns seine Zukunft auch erscheinen mag: Derselbe Gott, der neue Triebe aus einem Baumstumpf wachsen lässt, kann einem Menschen, der sein bisheriges Leben verwirkt hat, zu einem neuen Anfang verhelfen. Gott muss das nicht tun, denn er respektiert unseren freien Willen. Aber er kann es tun, wenn wir es wollen.

Was für eine wunderbare Lektion, die wir im Umgang mit jungen und auch alten Menschen nicht vergessen sollten! Dieses Wunder gilt auch für deine Kinder, für deinen Ehepartner – und für dich! Du brauchst dich nicht aufzugeben, weil Gott dir neues Leben – einen neuen Frühling – schenken kann!


 

Caution: amateur gardener in action!

Our gardener has started his well-earned retirement, so I had to prune this week the garden hedge. The hedge is metres high, so a pair of telescopic pruning shears came in handy. However, my gardening skills are very modest.

Whenever I prune the hedge, I have to remind myself of my „heroic“ achievement one autumn day more then 25 years ago. I was busy with the hedge for hours and waited anxiously to see what my wife would think of my achievement. When she came home in the evening, she couldn’t believe what she saw: the bushes, some of which were metres high, had shrunk to centimetre-high stumps and there was almost nothing left of the two fruit trees.

Understandably, I checked the hedge and the two small trees almost daily the following spring for signs of life. It took a long time, but in the end my overzealousness was rewarded. Not only did the bushes and trees grow plenty of fresh shoots, which later made them even bushier, but I had also learnt an extremely memorable lesson in the laws of nature and the wonders of creation. After this experience, it is easier for me to understand this word from the Book of Job (14:7) and to believe what it says:

There is still hope for a tree, even if it has been cut down; fresh shoots grow again from the stump.

Because the context is not just about trees, but about people, I now know that we must never give up on a person as long as they are alive. No matter how unpromising or hopeless his future may seem to us, the same God who makes new shoots grow from a tree stump can help a person who has forfeited his previous life to make a new start. God does not have to do this, because he respects our free will. But he can do it if we want him to.

What a wonderful lesson that we should not forget when dealing with young and old people! This miracle also applies to your children, to your spouse – and to you! You don’t have to give up, because God can give you new life – a new springtime!


 

Cuidado: jardinero aficionado en acción

Nuestro jardinero se ha jubilado. Por ello tuve que dedicarme esta semana a podar el seto del jardín, ya que después del 1 de marzo está prohibido hacerlo. El seto tiene varios metros de altura, así que unas tijeras de podar telescópicas me vinieron de perlas. Sin embargo, mis conocimientos de jardinería son muy modestos. No te fijes demasiado en las fotos.

Cada vez que me ocupo del seto del jardín, tengo que acordarme de mi „hazaña* un día de otoño hace más de 25 años. Después de dedicarme al seto durante horas esperaba ansioso a ver qué pensaba mi mujer de mi trabajo. Cuando llegó a casa por la tarde, no podía creer lo que veía: los arbustos, algunos de los cuales tenían metros de altura, se habían reducido a tocones de centímetros y de los dos árboles frutales no quedaba casi nada.

Comprensiblemente, la primavera siguiente revisé casi a diario el seto y los dos arbolitos en busca de señales de vida. Tardó bastante, pero al final mi celoso trabajo se vio recompensado. No sólo los arbustos y los árboles crecieron con abundantes brotes frescos, que más tarde los hicieron aún más frondosos, sino que también aprendí una lección importante sobre las leyes de la naturaleza y las maravillas de la creación. Después de esta experiencia, me resulta más fácil entender esta palabra del Libro de Job (14:7) y creer en lo que dice:

Aún hay esperanza para un árbol, aunque haya sido cortado; del tronco vuelven a crecer brotes frescos. 

Como el contexto no se refiere sólo a los árboles, sino también a las personas, ahora sé que nunca debemos perder la esperanza en una persona mientras viva. Por muy poco prometedor o desesperanzador que nos parezca su futuro, el mismo Dios que hace crecer nuevos brotes del tocón de un árbol puede ayudar a una persona que ha desperdiciado su vida a empezar de nuevo. Dios no está obligado a hacerlo, porque respeta nuestro libre albedrío. Pero puede hacerlo si nosotros queremos.

¡Qué maravillosa lección que no debemos olvidar cuando tratamos con jóvenes y ancianos! Este milagro también se aplica a tus hijos, a tu cónyuge… ¡y a ti! No tienes que rendirte, porque Dios puede darte una nueva vida: ¡una nueva primavera!

Der Blick nach vorn

Der Kontext bei Paulus:
Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen. Philipperbrief 3,13-14 (Hfa)

Meine besten Wünsche fürs noch junge Jahr für alle Besucher und Leser dieser Seiten!


The look ahead
I forget what is behind me. I push hard toward what is ahead of me. I move on toward the goal to win the prize. God has appointed me to win it. The heavenly prize is Christ Jesus himself. Philippians 3:13-14 (NIRV)

My best wishes for the still young year to all visitors and readers of these web site!


Mirando hacia adelante
Olvidando lo que queda atrás y esforzándome por alcanzar lo que está delante, sigo avanzando hacia la meta para ganar el premio que Dios ofrece mediante su llamamiento celestial en Cristo Jesús. Filipenses 3:13-14 (NVI)

¡Mis mejores deseos para el aún joven año a todos los visitantes y lectores de esta página web!

Keine endlose Nacht

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!
Bist du der eig‘nen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht!
Weil Gott in tiefster Nacht erschien, kann unsre Nacht nicht endlos sein!
(Dieter Trautwein, 1963)

Möge Gott dein Leben erhellen, dein Herz erwärmen, deinen Weg erleuchten und dich durch das Licht am Ende des Tunnels mit Zuversicht erfüllen!


The night is not endless!
Because God appeared in the deepest night, our night cannot be sad!
Are you tired of your own enigmas? He who knows and sees all is coming!
Because God appeared in deepest night, our night cannot be endless!
(Dieter Trautwein, 1963)

May God illuminate your life, warm your heart, light your wayand fill you with confidence through the light at the end of the tunnel!


¡La noche no es interminable!
Porque Dios apareció en la noche más oscura, ¡nuestra noche no puede ser triste!
¿Estás cansado de tus propios enigmas? ¡Él que sabe y ve todo, regresa!
Porque Dios apareció en la noche más oscura, ¡nuestra noche no puede ser interminable!
(Dieter Trautwein, 1963)

¡Que Dios ilumine tu vida, caliente tu corazón, alumbre tu camino y te llene de confianza con la luz al final del túnel!

Kein Abschied? Kein Wiedersehen!

[nx_spacer size=“10″]
Deutsch
:
Leben ohne Kämpfe ist Leben ohne Frieden,
wer nie im Sturm war, freut sich nicht an glatter See.
Leben ohne Trauer ist Leben ohne Hoffnung,
wer keinen Abschied kennt, kennt auch kein Wiedersehn.
(Jürgen Werth, aus dem Musical Josef – Eine Traumkarriere)

Mit dem ersten Teil dieser vierten und letzten Strophe habe ich kaum Erfahrungen: Innere Kämpfe kenne ich wohl, nennenswerte Auseinandersetzungen mit anderen Menschen sind mir (bis jetzt) erspart geblieben. Stürme kenne ich wohl vom Meeresufer aus, war jedoch nie an Bord eines Schiffes o. ä. während eines Sturmes.

Trauer habe ich mehrmals erlebt, vor allem als mein Vater tödlich verunglückte (er war 34, ich 12). Weil er aufgrund eines Stromschlags auf der Stelle (vor meinen Augen) tot war, gab es auch keinen Abschied. Umso mehr freue ich mich aufs Wiedersehen, da er mit uns – meiner Mutter und uns Kindern – die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten hatte, wenn Jesus Christus wiederkommt. So wie es im Glaubensbekenntnis heißt.

Familienangehörige oder Freunde nach langer Zeit wiederzusehen, ist ein herrliches Erlebnis. Besonders wenn man in der Zwischenzeit miteinander verbunden geblieben ist, was heute recht einfach ist.

Kontakt mit seiner Familie halten, das konnte Josef, um den es in diesem Musical von Jürgen Werth geht, nicht. Weder wusste er, wie sich seine Brüder, die ihn als Sklaven verkauft hatten, entwickelten, noch konnte er seinem Vater ein Lebenszeichen übermitteln, der ihn für tot hielt und tief trauerte.

Welch freudiges Wiedersehen war es, als er viele Jahre später seine Brüder zu sehen bekam! Und wie sehr hatten sie sich verändert – das, was sie ihrem Bruder und ihrem Vater angetan hatten, war nicht ohne positive Folgen geblieben. Und was für eine Freude war es, als Josef seinen alten Vater in die Armen schließen und trösten konnte!

Josef erlebte alles, wovon in diesem Lied die Rede ist: Stürme, Trauer und unfreiwillige Trennung, Neid, Kälte und Verleumdung. Aber er erlebte auch, dass Gott ihn nicht verließ, sondern immer wieder Türen öffnete, seine Treue belohnte, ihn mit seinen Fähigkeiten zum Segen für ganze Völker gebrauchte und nicht zuletzt auch als Retter für seine Familie.

Weil Josef in allen schwierigen Situationen seines Lebens die schützende und zum Guten führende Hand Gottes spürte, konnte er seine Brüder trösten, als sie um ihr Leben bangend vor Josef als dem Vizekönig von Ägypten knieten: „Ihr braucht euch nicht zu fürchten. Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn Gott wollte es so! Er hat mich vorausgeschickt, um euch zu retten … Gott hat mich euch vorausgesandt, damit ihr mit euren Familien am Leben bleibt … Nicht ihr habt mich hierhergeschickt, sondern Gott! Er hat mir diese hohe Stellung gegeben: Ich bin der Berater des Pharaos und der Vorsteher seines Reiches.“ (1.Mose/Genesis 45,5-8 Hfa)

Glücklich jeder, der wie Josef erkennt: Ich bin nicht ein Spielball des Zufalls, ein Korken, der auf dem Ozean ziellos umhertreibt, sondern ein von Gott geliebtes, von ihm geführtes und in seiner Hand geborgenes Kind Gottes. Wer das so sehen gelernt hat, kann freudig dem Refrain des Liedes zustimmen: „Wir danken dir Gott für das, was du gibst. Wir danken dir Gott, weil du immer liebst.“

Das Lied auf YouTube / neuere Fassung

English:
Life without struggles is life without peace,
Who never was in the storm, is not glad at smooth sea.
Life without grief is life without hope,
who avoids saying goodbye does not experience the joy of meeting again.
(Jürgen Werth) [picture]

Español:
Una vida sin luchas es una vida sin paz,
quien nunca ha pasado por la tormenta, no apreciará un mar tranquilo.
Una vida sin penas es una vida vacía de esperanza,
quien evita las despedidas no disfrutará de la alegría del reencuentro.
(Jürgen Werth) [Foto]