Tag 10: Baden und schnorcheln im Roten Meer

Sabbat, 3. Juni 2017. Der vorletzte Tag unserer Reise war ein echter Ruhetag: ein Sabbat zum Entspannen am Roten Meer – auf und unter dem Wasser, mit der Gelegenheit, einen Blick in die verborgene Schönheit der Schöpfung zu werfen.

Der Bus brachte uns gleich am Morgen zur Schiffsanlegestelle, vorbei am 130 Meter hohen Flaggenmast, der einer der höchsten der Welt ist. Vom Glasbodenboot aus, über das wir als Gruppe allein verfügen konnten, sahen wir die ganze Zeit auf der gegenüberliegenden Seite Eilat. Mit ca. 50.000 Einwohnern ist Eilat die südlichste Stadt Israels und dessen einziger Zugang zum Roten Meer und damit zum Indischen Ozean. Der israelische Küstenabschnitt ist knapp zwölf Kilometer lang, dann beginnt Ägypten: Zwischen zwei gut sichtbaren Hotels verläuft die Grenze, die beide Länder trennt.

Der Golf von Aqaba, ein Seitenarm des Roten Meeres, hat eine Länge von etwa 175 km. An der breitesten Stelle misst er 29 km, die maximale Tiefe beträgt 1.850 Meter. Der jordanische Küstenabschnitt ist etwa 30 km lang, dann beginnt Saudi-Arabien.

Die beschauliche Fahrt mit dem Glasbodenboot führte am Industriehafen von Aqaba vorbei, von dem unter anderem Phosphatdünger exportiert wird. Bald danach gelangten wir schon an eine der Stellen, wo wir durch den Glasboden die schöne Unterwasserlandschaft sehen konnten. Es war eine enorme Leistung für den jungen Kapitän der Discovery 667, so nah am Strand bei so wenig Wassertiefe das Boot zu manövrieren.

Hier, im Golf von Aqaba, gibt es mit die schönsten Schnorchel- und Tauchreviere der Welt. Das gemäßigte Klima und die milden Wasserströmungen sind perfekte Voraussetzungen für das Wachstum von Korallen und eine unglaubliche Vielfalt an Meerestieren. Obwohl die jordanische Küste nur etwa 30 Kilometer Länge misst, bilden über 150 verschiedene Arten von Hart- und Weichkorallen, Felsnadeln und Schwämmen eine fantastische Unterwasserlandschaft und den Lebensraum für unzählige tropische Fische. Da ziehen riesige Schwärme von Schmetterlingsfischen, Seejungfrauen oder Clownfischen über die Taucher hinweg, lassen sich auch größere Arten wie Zackenbarsche, Oktopusse, Kaiser- und Papageifische beobachten und zwischen Seegras versteckte Seepferdchen und Geisterpfeifenfische entdecken. Steigen die Lufttemperaturen von 20 bis 24 Grad im Frühjahr auf bis zu 42 Grad im Sommer an, so bleibt doch die Wassertemperatur ganzjährig zwischen 20 bis 27 Grad.

Wir hatten an diesem Tag 36 Grad um 15 Uhr, die aber dank der Meeresbrise gut auszuhalten waren und zum Baden und Schnorcheln einluden. Die Schnorchler-Ausrüstung (einschl. Flossen) gab es in verschiedenen Größen auf dem Boot, ebenso Handtücher. Ein „Unterwasser-Guide“ des Sindbad-Wassersport-Teams, das uns an diesem Tag betreute, führte uns zu den besonders schönen Stellen – alle so um die 30 Meter vom Strandufer entfernt. Natürlich konnten wir nicht das sehen, was Taucher an diesen Gewässern zu sehen bekommen (siehe extra Fotos), aber es war dennoch ein schöner Unterwasserausflug.

Ein beliebtes Ziel für Taucher ist beispielsweise die Cedar Pride, ein Frachtschiff, dessen Wrack sich zwischen neun und rund 30 Meter Tiefe befindet. Wir konnten durch den Glasboden einen kurzen Blick darauf werfen. Die Cedar Pride wurde 1985 auf Befehl des jordanischen Königshauses versenkt und ist inzwischen schön mit Korallen besiedelt.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Berenice Beach Club, wo es neben dem Baden am Strand auch die Möglichkeit gab, die großzügige Poolanlage zu benutzen – oder sich einfach auf einer Liege zu sonnen. Hier wartete ein prächtiges Mittagsbuffet auf uns, vorher hielt Elí seine Predigt, in der er zwei „Trugschlüsse“ hinterfragte: Wüstenzeiten seien Zeitvergeudung, und: Der Weg sei das Ziel.

Nach dem Abendessen im Hotel fand der offizielle Abschluss unserer Reise mit einer kurzen Auswertung statt, dem Dank an Wael und Elí, einer kurzen Besinnung und dem gesungenen „Vaterunser“ Hand in Hand. Danach, während sich die Müderen im Hotel ausruhten bzw. zu Bett gingen, machten die Unermüdlichen einen letzten Spaziergang durch die Stadt, vorbei an der zu dieser Zeit wunderschön beleuchteten Sharif Hussein bin Ali-Moschee (siehe extra Bilder), die sich strahlend weiß vom nächtlichen Himmel abhob.

Zur Vertiefung:

 

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edp – Eine Denk-Pause