Regenbogenzeit

GEDANKEN ZUM SABBAT – Beitrag vom 3.7.2026

Als Kind konnte ich nach einem Regenschauer kaum den Blick vom Himmel lösen. Ein Regenbogen war immer etwas Besonderes. Für die Bibel ist er noch mehr: ein Erinnerungszeichen. Nicht für Gott – sondern für uns. Er erinnert daran, dass Gott diese Welt nicht aufgegeben hat. Dass nach dunklen Wolken wieder Licht kommt. Dass nach Regen die Sonne scheint. Dass auf den Winter ein Frühling folgt, auf die Nacht ein neuer Morgen und nach schweren Zeiten wieder Hoffnung wachsen kann. Der Regenbogen sagt: Gott hat uns Menschen nicht vergessen.

Es gibt aber noch eine zweite Erinnerung – nicht am Himmel, sondern in der Zeit. Den Sabbat.

Während der Regenbogen nur gelegentlich erscheint, kommt der Sabbat zuverlässig jede Woche. Der Sabbat unterbricht den Alltag und erinnert an Dinge, die im Terminkalender leicht verloren gehen. Er erinnert daran, dass wir keine Laune der Natur und kein Zufallsprodukt des Universums sind, sondern gewollte Geschöpfe. Dass unser Wert nicht von Leistung, Erfolg oder Einkommen abhängt. Dass der Mensch wichtiger ist als seine To-do-Liste. Dass Arbeit wichtig ist – aber nicht alles. Dass Beziehungen gepflegt werden wollen. Dass unsere Seele ebenso Ruhe braucht wie unser Körper.
Der Sabbat erinnert auch daran, dass Gottes Gedanken über unser Leben größer sind als die durchschnittlichen 80 oder 90 Jahre, die uns geschenkt werden. Die Bibel beschreibt einen Gott, der Leben in Fülle will – und eine Zukunft, die über den Tod hinausreicht. So gesehen ergänzen sich Regenbogen und Sabbat auf wunderbare Weise.

Der Regenbogen spannt sich über den Himmel und sagt: Hab Vertrauen – Gott hat diese Welt nicht vergessen. Der Sabbat spannt sich über unsere Woche und sagt: Vergiss nicht, wofür du lebst. Der eine erscheint nach dem Regen, der andere kommt jede Woche. Beide laden dazu ein, den Blick zu heben – weg von den Sorgen des Augenblicks, hin zum Schöpfer.
Vielleicht brauchen wir gerade heute beides: den Regenbogen über uns und den Sabbat in unserem Kalender. Denn Erinnerungen können unser Leben verändern – besonders dann, wenn sie uns jede Woche neu daran erinnern, dass Hoffnung, Sinn und Zukunft stärker sind als Angst, Hektik und Resignation.

„Gott selbst blickt auf den Regenbogen und erinnert sich an seine Kinder auf Erden. Unsere Leiden, Gefahren und Prüfungen sind ihm nicht verborgen. Er wird die Kinder, die unter seiner Fürsorge stehen, niemals vergessen.“ Ellen G. White, God’s Amazing Grace, p. 159.

 

Elí Diez-Prida online
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