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Teures Parken

HINGESCHAUT. (9)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Das hat man davon, wenn man nicht aufpasst! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Das hat man davon, wenn man nicht genau auf die Verkehrszeichen achtet! Als ich kürzlich den jüdischen Friedhof besuchte, parkte ich gegenüber und „entdeckte“, dass es bis zum Klinikum nur 100 Meter sind. „Super“, dachte ich mir, „wenn ich das nächste Mal hin muss, kann ich hier kostenlos parken und mir die Parkhausgebühren sparen!“

Das nächste Mal war jetzt am Montag. Ich blieb dort für eine Nacht, freute mich über den kurzen Weg zum Auto – und dann kam der Schock, als ich mir die zwei Verwarnungszettel unter dem Scheibenwischer ansah. Kleine Verwarnungen (z. B. über zehn Euro) habe ich manchmal gehabt. Aber was las ich da? Zweimal 55,00 Euro! Für den Montag 55,00 und für den Dienstag denselben Betrag!

Ich fiel aus allen Wolken, war mir keiner Schuld bewusst: Ich blockierte keine Einfahrt, daneben standen andere Autos, sogar ein Wohnmobil. Inzwischen weiß ich, was ich falsch gemacht habe: Ich bin nicht nur durch eine „Anlieger frei“-Straße gefahren, sondern habe auch dort fast zwei volle Tage geparkt. (Allerdings frage ich mich, wie Besucher des jüdischen Friedhofs dorthin fahren sollen und ob sie auch nicht während des Friedhofsbesuchs gegenüber parken dürfen. Ich werde beim Straßenverkehrsamt nachfragen.)

Der persönliche Ärger ist berechtigt: Für 110 Euro hätte ich viermal mit dem Taxi fahren oder elf Tage im Klinikum-Parkhaus parken können! Aber schuld bin nur ich, weil ich das Verkehrszeichen missachtet habe.

Dieses Schild habe ich missachtet.
Diese Schilder zu übersehen oder zu missachten kann sehr gefährlich sein!

Verkehrszeichen zu übersehen oder zu missachten kann sehr gefährlich werden, so zum Beispiel vor einem schrankenlosen Bahnübergang. Oder wenn man dem Navi im Auto mehr vertraut als dem Verkehrszeichen am Fähranleger. Oder wenn man in die falsche Autobahnspur einfährt und zum Blindfahrer wird.

Im übertragenen Sinne können uns „Warnschilder“ auch vor seelischen, geistigen und geistlichen Gefahren bewahren – wenn wir bereit sind, auf sie zu achten.

  • Da gibt es zum Beispiel das Warnschild „Achtung: falsche Richtung!“ Wenn wir merken, dass wir uns immer mehr von einem Menschen entfernen, den wir eigentlich lieben, wäre es vielleicht Zeit, innezuhalten und die eigene Richtung zu überprüfen.
  • Oder „Vorsicht: Schleudergefahr!“ Manchmal bringen uns Ärger, Enttäuschung oder verletzter Stolz so sehr ins Schleudern, dass wir Dinge sagen oder tun, die wir später bereuen.
  • „Abstand halten!“ kann ebenfalls ein guter Hinweis sein. Nicht nur im Straßenverkehr. Auch Beziehungen brauchen manchmal gesunden Abstand. Und manche Menschen tun gut daran, nicht jede Grenze anderer zu überschreiten.
  • „Sackgasse!“ – ein wichtiges Zeichen, wenn wir merken, dass ein eingeschlagener Weg uns nicht weiterbringt. Eine Gewohnheit, eine Einstellung, ein Umgang mit anderen oder eine Entscheidung kann sich als Sackgasse erweisen. Dann ist Umkehren keine Niederlage, sondern eine vernünftige Entscheidung.
  • Und schließlich gibt es das wohl wichtigste Verkehrszeichen überhaupt: „STOPP!“ Manchmal wäre es gut, wenn wir dieses Zeichen rechtzeitig erkennen würden: Stopp mit dem Streit. Stopp mit den Vorwürfen. Stopp mit dem Grübeln. Stopp mit einer Gewohnheit, die uns selbst oder anderen schadet.

Gott hat uns keine himmlischen Verwarnungszettel unter den Scheibenwischer geklemmt. Aber er hat uns in der Bibel erstaunlich viele Hinweise gegeben, die uns schützen können: vor falschen Entscheidungen, vor zerstörerischen Beziehungen, vor Selbstüberschätzung, Habgier, Unversöhnlichkeit oder einem Leben, das irgendwann in eine Sackgasse führt.

Viele dieser Hinweise sind keine Verbote um ihrer selbst willen. Sie sind eher wie Verkehrszeichen: Sie wollen uns nicht die Freude am Leben verderben, sondern uns einen sicheren Weg zum Ziel zeigen.

David dichtete in einem Lied: „Du sprichst zu mir: »Ich will dich lehren und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich berate dich, nie verliere ich dich aus den Augen.“ (Psalm 32,8)

Und das vielleicht Schönste daran: Wenn wir uns einmal völlig verfahren haben, gibt es nicht nur den Hinweis „Bitte wenden!“. Gott zeigt uns auch den Weg zurück.

Ich hätte mir die 110 Euro gern erspart. Aber vielleicht waren die beiden Zettel unter meinem Scheibenwischer doch eine ziemlich teure – und zugleich nützliche Erinnerung: Es lohnt sich, die Schilder ernst zu nehmen. Auf der Straße. Und im Leben.

 

Abstract:
Failing to notice or disregarding road signs can be very dangerous – for example, at an unguarded level crossing. Or if you trust your sat-nav in the car more than the road sign at the ferry terminal. Or if you merge into the wrong lane on the motorway and become a driver who puts lives at risk.
In a figurative sense, ‘warning signs’ can also protect us from emotional, mental and spiritual dangers – if we are prepared to pay attention to them.
In the Bible, God has given us an astonishing number of guidelines that can protect us: from wrong decisions, from destructive relationships, from overconfidence, greed, unforgiveness or a life that eventually leads to a dead end.

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Resumen
Pasar por alto o ignorar las señales de tráfico puede ser muy peligroso, por ejemplo, ante un paso a nivel sin barreras. O cuando confías más en el navegador del coche que en la señal de tráfico del embarcadero del ferry. O cuando te metes en el carril equivocado de la autopista y te conviertes en un conductor peligroso.
En sentido figurado, las «señales de advertencia» también pueden protegernos de peligros emocionales, mentales y espirituales, si estamos dispuestos a prestarles atención.
Dios nos ha dado en la Biblia una cantidad asombrosa de consejos que pueden protegernos: de decisiones equivocadas, de relaciones destructivas, de la sobrestima de uno mismo, de la codicia, de no querer perdonar o de una vida que, tarde o temprano, acaba en un callejón sin salida.

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Erntedank – noch zeitgemäß?

Für unsere Groß- und Urgroßeltern konnte eine schlechte Ernte über Wohlstand oder Not entscheiden.
Wir leben von der Ernte anderer – und merken es kaum noch. (Foto: analogicus, pixabay.com)

Erntedank. Für viele gehört das Wort irgendwie zum Herbst: geschmückte Kirchen, Körbe mit Äpfeln, Kartoffeln und Kürbissen, vielleicht ein Gottesdienst am Sonntag. Schön – aber auch ein bisschen aus der Zeit gefallen?

Schließlich leben die meisten von uns nicht mehr davon, was auf dem eigenen Feld wächst. Wir gehen in den Supermarkt und finden dort fast alles, was wir brauchen. Erdbeeren im Winter, Bananen aus Südamerika, Tomaten aus Spanien. Die Regale sind voll. Und wenn einmal etwas fehlt, ist das meistens nur eine kurze Irritation.

Unsere Groß- und Urgroßeltern erlebten das anders. Eine schlechte Ernte konnte über Wohlstand oder Not entscheiden. Frost zur falschen Zeit, zu viel Regen oder eine lange Trockenheit waren keine Nachrichten aus der Wetter-App, sondern konnten existenzielle Folgen haben. Man wusste noch sehr unmittelbar: Von der Ernte hängt vieles ab.

Erntedank war deshalb mehr als ein hübscher Brauch. Es war ein Ausdruck der Erleichterung und der Dankbarkeit: Die Ernte ist eingebracht. Wir haben genug zu essen. Wir können dem Winter entgegengehen.

Was ist davon geblieben?

Heute haben wir uns weitgehend von dieser unmittelbaren Abhängigkeit entfernt. Zumindest scheint es so. Denn eigentlich sind wir nach wie vor abhängig – nur sehen wir die Zusammenhänge kaum noch:

  • Hinter einem Brot stehen Getreide, Boden, Regen und Sonne, aber auch die Arbeit eines Landwirts, Maschinen, Transport und viele weitere Menschen.
  • Hinter einem Apfel stehen nicht nur ein Baum und ein Stück Erde, sondern auch Pflege, Wetter, Ernte und Vermarktung.
  • Unser voller Kühlschrank ist das Ergebnis eines riesigen Zusammenspiels.

Vielleicht ist genau das eine moderne Bedeutung des Erntedankfestes: Es erinnert uns daran, dass unser Leben nicht nur aus dem besteht, was wir selbst leisten.

Danken für das, was wir nicht gemacht haben

Das ist auch der ursprüngliche christliche Gedanke des Erntedanks:

  • Der Mensch arbeitet – aber er lässt die Sonne nicht scheinen.
  • Er sät – aber er kann das Wachstum nicht erzwingen.
  • Er kann vieles planen und organisieren, aber längst nicht alles liegt in seiner Hand.

Die Bibel erinnert deshalb immer wieder daran, dass wir Menschen letztlich Empfangende sind. Wir leben von Dingen, die wir uns nicht selbst gegeben haben.

Das kann man sehr religiös verstehen. Man muss es aber nicht. Denn auch wer mit Kirche und Glauben wenig anfangen kann, kennt vermutlich Augenblicke, in denen ihm bewusst wird: Da ist vieles in meinem Leben, das ich nicht selbst gemacht habe.

Menschen, die uns begleiten. Eine Familie. Freundschaften. Gesundheit. Ein Zuhause. Ein Arbeitsplatz. Eine Landschaft, in der wir gerne leben. Ein gutes Gespräch zur richtigen Zeit. Ein Mensch, der uns geholfen hat, ohne etwas dafür zu verlangen. Nichts davon wächst auf einem Feld. Und trotzdem sind es Ernten unseres Lebens.

Vielleicht ist Erntedank heute wichtiger denn je

Früher erinnerte Erntedank daran, dass eine gute Ernte nicht selbstverständlich war. Heute könnte es uns daran erinnern, dass unser ganzes Leben nicht selbstverständlich ist.

Wir haben uns daran gewöhnt, vieles als gegeben hinzunehmen. Wir erwarten, dass Wasser aus dem Hahn kommt, Strom aus der Steckdose und Lebensmittel im Supermarkt liegen. Wir planen unseren Alltag Monate im Voraus und ärgern uns, wenn etwas nicht funktioniert.

Dankbarkeit unterbricht diese Selbstverständlichkeit. Sie zwingt uns nicht, alles schönzureden. Es gibt auch in unserem Leben Missernten: Krankheiten, Enttäuschungen, Verluste und Dinge, die anders gekommen sind, als wir gehofft hatten. Aber vielleicht bedeutet Dankbarkeit gerade nicht, dass alles gut ist. Vielleicht bedeutet sie, das Gute nicht zu übersehen, obwohl nicht alles gut ist.

Was bleibt vom Erntedank? Vielleicht braucht Erntedank deshalb gar nicht unbedingt einen großen Erntealtar. Vielleicht reicht manchmal ein Augenblick, in dem wir innehalten und uns fragen:

  • Was ist mir in diesem Jahr geschenkt worden?
  • Was habe ich bekommen, ohne es verdient oder geplant zu haben?
  • Wofür könnte ich einmal ganz bewusst „Danke“ sagen?

Das christliche Erntedankfest gibt darauf eine klare Antwort: Hinter allem Guten steht letztlich Gott als der Geber des Lebens. Wer das glaubt, kann seinen Dank an Gott richten. Wer sich mit dieser Antwort schwertut, kann trotzdem mit der Frage beginnen. Denn vielleicht ist das Wichtigste am Erntedankfest gar nicht die Ernte. Vielleicht ist es das Danken.

 

Abstract:
In the past, the harvest festival (Thanksgiving) served as a reminder that a good harvest was not something to be taken for granted. Today, it could serve as a reminder that our whole life is not something to be taken for granted.
People work – but they cannot make the sun shine.
They sow – but they cannot force growth.
They can plan and organise many things, but by no means everything is in their hands.
The Bible therefore reminds us time and again that we humans are, ultimately, recipients. We live on things that we have not given to ourselves.

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Resumen
Antes, la fiesta de la cosecha nos recordaba que una buena cosecha no era algo que se diera por sentado. Hoy en día, podría recordarnos que toda nuestra vida tampoco es algo que se dé por sentado.
El ser humano trabaja, pero no hace que luzca el sol.
Siembra, pero no puede forzar el crecimiento.
Puede planificar y organizar muchas cosas, pero no todo está en sus manos, ni mucho menos.
Por eso, la Biblia nos recuerda una y otra vez que, en última instancia, los seres humanos somos receptores. Vivimos de cosas que no nos hemos dado a nosotros mismos.

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Das Puzzle meines Lebens

HINGESCHAUT. (8)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Da liegt einiges vor. Eine kurzweilige Herbstbeschäftigung. (Bild: FotoRieth, pixabay.com)
Je näher am Ziel, desto größer die Aufregung: Wird ein Teil fehlen? (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Ob alle Puzzleteile da sind? Oder hat der Staubsauger welche geschluckt? Unsere Kinder haben begeistert gepuzzelt. Bei 3.000er- und 5.000er-Puzzles konnte das schon einmal wochenlang dauern. Je näher sie sich dem Abschluss näherten, desto aufregender wurde es: Ob auch das letzte Stück vorhanden sein wird?

Wir, meine Frau und ich, staunten darüber, in welcher Geschwindigkeit sie die Teile einsetzten, nachdem der Rahmen erst einmal gelegt war. Eine große, eigentlich unentbehrliche Hilfe war dabei die Schachtel, auf der das fertige Puzzle abgebildet war. Immer wieder wurde darauf geschaut: Wie sieht das Bild eigentlich aus? Wo könnte dieses Teil hingehören?

Und am Schluss war die Schachtel manchmal sogar die letzte Rettung, wenn tatsächlich ein Teil fehlte: Die ungefähre Stelle wurde ausgeschnitten und so passend wie möglich in die Lücke geklebt. Aus der Entfernung fiel die kleine Kaschierung kaum auf.

Gleicht unser Leben nicht auch einem riesigen Puzzle?

Tag für Tag kommen neue Teile dazu. Manche werden nach einem gewissen System eingefügt, andere eher willkürlich platziert. Manchmal lässt sich ein Muster erkennen, manchmal sehen wir nur ein verwirrendes Durcheinander. Manche Puzzleteile setzen wir bewusst. Andere werden uns einfach vorgegeben oder sogar aufgedrängt. Und manchmal halten wir ein Teil in der Hand und wissen überhaupt nicht, wohin es gehört.

Wie hilfreich wäre es, wenn es einen Rahmen und ein Bild zur Orientierung gäbe – so wie auf der Puzzleschachtel! Gibt es so etwas tatsächlich?

Wer davon ausgeht, dass unser Leben nicht einfach ein Zufallsprodukt ist, sondern dass hinter diesem Leben ein Schöpfer steht, darf auch nach einer Orientierung fragen. Nach einem Bild, das uns hilft, die einzelnen Teile einzuordnen.

Christen glauben, dass Gott uns eine solche Orientierung gegeben hat: in seinem Wort, der Bibel. Sie ist keine Gebrauchsanweisung, in der für jede einzelne Lebenssituation die passende Antwort auf Seite 247 steht. Aber sie enthält so etwas wie einen Rahmen, der unserem Leben Halt und Richtung geben kann.

Jesus fasste diesen Rahmen einmal erstaunlich einfach zusammen: Liebe Gott – und liebe deinen Mitmenschen (vgl. Matthäus 22,37–40).

Das ist kein fertiges Lebenspuzzle. Aber es kann helfen, die vielen einzelnen Teile einzuordnen: unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen, unseren Umgang mit anderen, unseren Umgang mit uns selbst.

Und dann kommt irgendwann der Moment, an dem das Puzzle fertig sein sollte. Vielleicht stellen wir dann fest: Manche Teile fehlen. Nicht weil der Staubsauger sie verschluckt hat. Sondern weil wir selbst sie verloren haben.

  • Verpasste Gelegenheiten.
  • Ungesagte Worte.
  • Nicht ausgesprochene Bitten um Verzeihung.
  • Gebrochene Versprechen.
  • Entscheidungen, die wir heute anders treffen würden.

Solche Lücken lassen sich nicht einfach mit einem ausgeschnittenen Stück von einer Puzzleschachtel kaschieren. Unser Leben ist eben kein Puzzle, bei dem man am Ende fehlende Teile einfach nachbestellen kann. Und genau hier wird für mich der Gedanke an Gott wichtig.

  • Ich muss am Ende meines Lebens kein perfektes Kunstwerk abliefern.
  • Ich darf darauf vertrauen, dass ein Größerer als ich mein Zukurzkommen ausgleicht.
  • Dass er mein Versagen vergeben und meinen Mangel ausfüllen kann.
  • Dass er nicht nur das sieht, was in meinem Leben fehlt, sondern auch meine Motive, meine Sehnsucht und mein Bemühen.

Der Gedanke macht mir Mut: Gott erwartet kein perfektes Puzzle. Er kann auch mit den Lücken etwas anfangen.

 

Abstract:
Doing puzzles is exciting, especially towards the end: are all the pieces really there? Our lives are like a jigsaw puzzle. Some pieces are missing: missed opportunities. Words left unsaid. Unspoken pleas for forgiveness. Broken promises. As I reach the end of my life, I can trust that Someone greater than myself will make up for what I have fallen short of, and forgive my failures. He sees not only what is missing from my life, but also my motives, my longings and my efforts. God does not expect a perfect jigsaw puzzle. He can still make sense of it, even with the gaps.

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Resumen
Hacer un puzle es emocionante, sobre todo al final: ¿están realmente todas las piezas? Nuestra vida se parece a un puzle. Faltan algunas piezas: oportunidades perdidas. Palabras que no se han dicho. No haber pedido perdón. Promesas incumplidas. Al final de mi vida, puedo confiar en que alguien más grande que yo compensará mis carencias y perdonará mis fracasos. Alguien que no solo ve lo que falta en mi vida, sino también mis motivos, mis anhelos y mi esfuerzo. Dios no espera un puzle perfecto. Él también sabe qué hacer con las piezas que faltan.

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Vergleichen macht nicht glücklich

HINGESCHAUT. (7)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Wir vergleichen dabei meistens Dinge, die sich gar nicht sinnvoll vergleichen lassen. Denn der äußere Schein kann täuschen. (Foto KI generiert)
Wer von beiden hat mehr? (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Unser vierjähriger Enkel weint, obwohl er gerade 50 Euro für seine Sparbüchse bekommen hat. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Seiner Schwester haben wir drei Geldscheine gegeben: 20+20+10 Euro. Er hat aber nur einen einzigen bekommen: einen 50-Euro-Schein!

Wir mussten lachen. Aber es war gar nicht so einfach, dem Vierjährigen zu erklären, dass sein einer Schein genauso viel wert ist wie die drei Scheine seiner Schwester.

Und plötzlich dachte ich: Machen wir Erwachsenen nicht manchmal genau denselben Fehler – nur auf einem etwas höheren Niveau?

Wir schauen auf andere und vergleichen:

  • Er hat das größere Haus.
  • Sie fährt das bessere Auto.
  • Er ist beruflich erfolgreicher.
  • Sie kann etwas, das mir nicht gelingt.
  • Andere reisen mehr, haben mehr Freunde, sehen jünger aus, sind sportlicher, kreativer, erfolgreicher …

Und schon beginnt unsere eigene Rechnung: Was habe ich – und was haben die anderen?

Das Problem: Wir vergleichen dabei meistens Dinge, die sich gar nicht sinnvoll vergleichen lassen. Denn der äußere Schein kann täuschen. Wir sehen bei anderen das, was nach außen sichtbar ist. Nicht aber ihre Sorgen, ihre Enttäuschungen, ihre schlaflosen Nächte oder den Preis, den sie für manches bezahlt haben. Wir vergleichen unser ganzes Leben mit dem Schaufenster eines anderen.

Und noch etwas: Wir sind nicht dafür gemacht, eine Kopie eines anderen zu sein. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit, seine Erfahrungen, seine Möglichkeiten, seine Grenzen, seine Begabungen. Der eine hat vielleicht zehn Dinge gelernt, die der andere nicht kann. Dafür kann dieser etwas, das jenem völlig fehlt.

Ein 50-Euro-Schein wird nicht dadurch weniger wert, dass daneben drei Geldscheine (20+20+10) liegen.

Vielleicht gilt das auch für uns. Mein Wert hängt nicht davon ab, ob jemand anderes mehr kann, mehr besitzt oder mehr erreicht hat als ich. Ich bin einmalig. Wertvoll. Nicht erst dann, wenn ich mich im Vergleich mit anderen als „gut genug“ erweisen kann.

Vergleiche können uns in zwei ganz unterschiedliche Richtungen treiben: Sie können uns überheblich machen, wenn wir uns für besser halten. Oder sie können uns klein und unzufrieden machen, wenn wir uns für schlechter halten. Beides führt weg von dem, was wirklich zählt.

Vielleicht sollten wir deshalb gelegentlich aufhören, die Geldscheine neben uns zu zählen. Und genauer hinschauen:

  • Was habe ich eigentlich selbst in der Hand?
  • Was kann ich daraus machen?

Für mich gehört dazu auch der Gedanke: Gott hat mir Gaben und Fähigkeiten gegeben – nicht die eines anderen, sondern meine eigenen. Manche davon sind vielleicht noch verborgen. Andere kann ich weiterentwickeln und einsetzen.

Es geht nicht darum, möglichst viel von dem zu werden, was andere sind. Es geht darum, mit dem etwas zu machen, was mir anvertraut ist. Und es meinen Mitmenschen zur Verfügung zu stellen. Nicht ständig mehr erreichen und andere übertrumpfen, sondern zu dienen. So wie der Apostel Petrus in der Bibel schreibt: „Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat.“ (1. Petrus 4,10)

Vielleicht ist mein „einer Schein“ viel wertvoller, als ich gerade denke!

 

Abstract:
We gave our four-year-old grandson 50 euros for his piggy bank – and he burst into tears! His sister, you see, had been given three notes: 20, 20 and 10 euros. He found it hard to understand that a 50-euro note is worth just as much as three smaller notes.
And what about us adults? We sometimes do the same. We compare what others have, can do or have achieved – with what we ourselves have. Yet we often only see the outward appearance. But appearances can be deceiving. We don’t see other people’s worries, their disappointments, their sleepless nights or the price they’ve paid for certain things. We compare our whole lives with someone else’s shop window. And we forget: every person is unique. Nobody needs to measure themselves against others to determine their worth.

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Resumen
A nuestro nieto de cuatro años le dimos 50 euros para su hucha… y se puso a llorar. Y es que su hermana había recibido tres billetes: 20 + 20 + 10 euros. No podía comprender que un billete de 50 euros valiera lo mismo que tres billetes más pequeños.
¿Y qué hay de nosotros, los adultos? A veces hacemos lo mismo. Comparamos lo que los demás tienen, pueden hacer o han conseguido con lo que tenemos nosotros. Pero a menudo solo vemos la imagen exterior. Y las apariencias pueden engañar. No vemos en los demás sus preocupaciones, sus decepciones, sus noches de insomnio ni el precio que han pagado por algunas cosas. Comparamos toda nuestra vida con el escaparate de otra persona. Y nos olvidamos de que cada persona es única. Nadie tiene que medirse con los demás para determinar su valor.

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Wenn das Etikett falsch ist

HINGESCHAUT. (6)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Hier sind Etiketten hilfreich, aber: bei Menschen?
Die Beschriftung war irreführend. (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Wenn das Etikett falsch ist.
Erst nach vier Tagen im Krankenhaus entdeckte ich, dass im Kleiderschrank ein Kühlschrank steckte! Wie konnte ich das bloß übersehen? Ganz einfach: Auf der kleinen Tür klebte ein Schild. Darauf stand der Hersteller und darunter – in großen Buchstaben – TRESOR.

Da ich keinen so großen Tresor benötigte, war die Sache für mich erledigt. Ich hatte ihn gewissermaßen gedanklich abgeheftet: Nicht interessant, brauche ich nicht. Bis ich eines Tages beobachtete, wie eine Krankenschwester beim Bettnachbarn seinen „Tresor“ öffnete. Und siehe da: Es war gar kein Tresor. Dahinter verbarg sich ein kleiner Kühlschrank – so, wie man ihn aus Hotels kennt.

Ich musste schmunzeln. Vier Tage lang hatte ich einen Kühlschrank direkt vor der Nase gehabt und ihn nicht einmal wahrgenommen. Ein einziges kleines Etikett hatte dafür gesorgt, dass ich gar nicht genauer hinsah.

Plötzlich wurde aus der kleinen Begebenheit eine große Frage: Machen wir das nicht manchmal auch mit Menschen? Wir versehen sie mit einem Etikett – und glauben anschließend zu wissen, wer oder wie sie sind.
Der ist schwierig.
Die ist arrogant.
Mit dem kann man nicht reden.
Die ist unzuverlässig.
Der hält sich wohl für etwas Besseres.
Die ist eben so.

Manchmal sind die Etiketten weniger offensichtlich. Dann heißen sie vielleicht
zu alt,
zu jung,
zu unerfahren,
zu erfolgreich,
zu still,
zu laut,
zu fremd,
nicht mein Typ.

  • Wenn das Etikett erst einmal klebt, schauen wir häufig gar nicht mehr genau hin.
  • Wir hören nicht mehr richtig zu, weil wir ohnehin schon zu wissen meinen, was der andere sagen wird.
  • Wir interpretieren sein Verhalten entsprechend unserer vorgefassten Meinung.
  • Ein unfreundlicher Blick bestätigt dann unseren Eindruck, während wir zehn freundliche Begegnungen längst vergessen haben.

Das Problem mit solchen Etiketten ist: Sie reduzieren einen ganzen Menschen auf ein einziges Merkmal – oder manchmal sogar auf eine einzige Erfahrung. Dabei kennen wir die Geschichte dieses Menschen vielleicht gar nicht. Wir wissen nicht, warum jemand gerade so reagiert.

  • Vielleicht trägt er eine Enttäuschung mit sich herum.
  • Vielleicht ist er unsicher.
  • Vielleicht hat er gerade einen schlechten Tag.
  • Vielleicht kämpft er mit etwas, von dem wir nichts ahnen.

Und selbst wenn unser Eindruck tatsächlich zutrifft:
Kein Mensch besteht nur aus seinen Schwächen, Fehlern oder Eigenheiten.

  • Der vermeintlich „schwierige“ Kollege kann ein wunderbarer Freund werden.
  • Die zurückhaltende Nachbarin kann ein großes Herz haben.
  • Der Mensch, den wir für arrogant halten, ist vielleicht einfach schüchtern.
  • Und hinter demjenigen, den wir vorschnell als unzuverlässig abgestempelt haben, kann ein Mensch stehen, der gerade selbst kaum noch den Überblick über sein Leben hat.

Natürlich müssen wir nicht naiv sein. Menschen können uns enttäuschen, verletzen oder ausnutzen. Grenzen zu setzen ist deshalb manchmal notwendig und richtig. Aber Grenzen sind etwas anderes als Vorurteile.
Ein Etikett sagt: Ich weiß, wie du bist.
Eine Grenze sagt: Ich habe erlebt, was passiert ist, und ich entscheide deshalb, wie ich damit umgehe.
Das ist ein großer Unterschied.

Vielleicht sollten wir uns deshalb angewöhnen, bei Menschen gelegentlich das Etikett abzunehmen und noch einmal genauer hinzusehen.

  • Nicht sofort urteilen, sondern nachfragen.
  • Nicht vorschnell einordnen, sondern zuhören.
  • Nicht nur auf das achten, was uns stört, sondern auch auf das, was wir bisher übersehen haben.

Vielleicht entdecken wir dabei etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet haben. So wie ich nach vier Tagen einen Kühlschrank entdeckt habe, den ich für einen Tresor gehalten hatte.
Und vielleicht liegt darin sogar eine kleine geistliche Lektion:

Gott lässt sich von unseren Etiketten nicht beeindrucken:

  • Er sieht nicht nur das, was andere über uns sagen.
  • Er sieht nicht nur unsere Erfolge und schon gar nicht nur unsere Fehler.
  • Er kennt unsere Geschichte, unsere Motive, unsere Verletzungen, unsere Ängste und unsere Hoffnungen.
  • Er kennt uns durch und durch.
    Und das Erstaunliche ist: Er liebt uns trotzdem. Oder besser gesagt: gerade deshalb.

Seine Liebe hängt nicht davon ab, welches Etikett andere Menschen uns aufgeklebt haben. Und auch nicht davon, ob wir dem Bild entsprechen, das wir gerne von uns selbst vermitteln.

  • Gott sieht den ganzen Menschen.
  • Mit allem, was gelungen ist.
  • Mit allem, was misslungen ist.
  • Mit allem, was andere sehen – und mit dem, was niemand sieht.

Vielleicht ist das ein guter Grund, auch bei unseren Mitmenschen etwas vorsichtiger mit Etiketten zu sein. Denn vielleicht steckt hinter einem Menschen, den wir längst abgestempelt haben, viel mehr, als wir bisher entdeckt haben.

 

Abstract:
It wasn’t until I’d been in hospital for four days that I realised there was a fridge in the wardrobe! How on earth could I have missed it? Quite simply: there was a label stuck to the little door. It listed the manufacturer and, underneath – in large letters – ‘TRESOR’. For four days, I’d had a fridge right under my nose and hadn’t even noticed it. A single little label had ensured that I didn’t look any closer.
Suddenly, this little incident turned into a big question: don’t we sometimes do the same with people? We stick a label on them – and then think we know who or what they are.

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Resumen
¡No fue hasta después de cuatro días en el hospital cuando me di cuenta de que en el guardarropa había una nevera! ¿Cómo se me pudo pasar por alto? Muy sencillo: en la puerta pequeña había una etiqueta pegada. En ella ponía el nombre del fabricante y, debajo, en letras grandes, «TESORO». Durante cuatro días había tenido una nevera justo delante de las narices y ni siquiera me había dado cuenta. Una simple etiquetita había hecho que no me fijara.
De repente, ese pequeño suceso se convirtió en una gran pregunta: ¿no hacemos a veces lo mismo con las personas? Les ponemos una etiqueta… y luego creemos saber quiénes son o cómo son.

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Weit weg kann plötzlich ganz nah werden!

HINGESCHAUT. (5)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Ist das wahr oder fake? Kaum zu fassen, was zu sehen ist! (Foto: Wolfgang Staehle, publ. domain; American Airlines Flight 11 Anflug in den Nordturm des WTC, von automatischer Kamera in Brooklyn aufgenommen)
Plötzlich ist man kein kühler Beobachter mehr! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

11. September 2001.
Meine Frau und ich bekommen noch heute Gänsehaut, wenn wir an diesen Abend vor 25 Jahren zurückdenken.

Schon am Nachmittag hatten wir eine Sitzung des Aufsichtsrats im Verlag in Lüneburg vorzeitig beendet. Einer der Teilnehmer hatte uns die Bilder gezeigt: Passagierflugzeuge, die in die Türme des World Trade Centers flogen. Am Abend saßen meine Frau und ich vor dem Fernseher und konnten noch immer nicht fassen, was wir sahen.

New York ist rund 6.000 Kilometer Luftlinie von Lüneburg entfernt. Ziemlich weit weg, oder?

Plötzlich klingelte das Telefon. Unser jüngerer Sohn rief vom Flughafen Frankfurt an – völlig aufgeregt. Da waren wir irritiert: Er ist doch auf dem Weg nach Mexiko! Oder besser gesagt: Er war auf dem Weg nach Mexiko. Seine Maschine musste vor dem sogenannten „Point of no Return“ kehrtmachen und nach Frankfurt zurückfliegen. Unser Sohn wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, was eigentlich geschehen war.

Seine Aufregung hatte allerdings einen anderen Grund: Seine junge Ehefrau war ebenfalls unterwegs nach Mexiko, denn beide wollten dort ihre Familie besuchen. Nur saß sie aus buchungstechnischen Gründen in einer anderen Maschine. Und von ihr wussten wir nichts.

Wir baten unseren Sohn, nach Hamburg weiterzufliegen und zu uns zu kommen. Und dann begann die verzweifelte Suche nach unserer Schwiegertochter.

Halifax ist die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia in Kanada. Sie liegt an der Ostküste der Nova-Scotia-Halbinsel am Nordatlantik.

Wegen der unterschiedlichen Flugnummern ließ sich stundenlang nicht herausfinden, was mit ihrer Maschine geschehen war. Erst am folgenden Abend kam der erlösende Anruf: Das Flugzeug hatte den „Point of no Return“ bereits überschritten, war weiter nach Westen geflogen und schließlich mit 46 weiteren Maschinen im kanadischen Halifax gelandet.

Die Passagiere waren dort praktisch abgeschnitten. Sie hatten keine Informationen darüber, was geschehen war – geschweige denn, wann und wie es weitergehen würde. Schließlich war der Kapitän des Wartens müde. Er beschloss, einen großen Bogen um den amerikanischen Luftraum zu fliegen und direkt nach Mexiko-Stadt weiterzufliegen.

Wir ermutigten unseren Sohn, nach einer beruhigenden Zwischenphase ebenfalls nach Mexiko zu fliegen. Dort konnte er seine Frau und ihre Familie endlich wiedersehen – und hoffentlich nach all der Aufregung eine schöne gemeinsame Zeit verbringen.

Dieses traumatische Erlebnis hat mir etwas sehr deutlich gemacht: Was sehr weit entfernt geschieht, kann plötzlich ganz nah sein, wenn Menschen, die wir lieben, mittendrin sind und unmittelbar davon betroffen werden.

Zu viel Leid und Gewalt. Frei Haus. Abschalten? (Foto: Tumisu, pixabay.com)
Wenn die Welt ins Wohnzimmer kommt

Heute bekommen wir praktisch alles, was irgendwo auf der Welt geschieht, frei Haus geliefert – oft sogar während wir am Esstisch sitzen. Kriege, Naturkatastrophen, Terroranschläge, Hungersnöte und persönliche Schicksale. Ein Klick genügt, und wir sind dabei.
Die Entfernung kann dabei täuschen. Kiew liegt beispielsweise nur rund 1.500 Kilometer von Hamburg entfernt. Aber selbst wenn ein Ereignis 10.000 Kilometer entfernt stattfindet: Für die Menschen, die es erleben, gibt es kein „weit weg“.

Zugleich kann die ständige Flut schlechter Nachrichten überfordern. Wer jeden Tag mit neuen Bildern von Leid und Gewalt konfrontiert wird, stumpft leicht ab. Manchmal ist die Versuchung groß, einfach abzuschalten: Nachrichten aus, Handy weg – und weiterleben. Das kann durchaus sinnvoll sein. Niemand muss sich permanent mit allem beschäftigen, was in der Welt geschieht.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: nicht wegzusehen, ohne sich vom Leid überwältigen zu lassen.

Ich versuche deshalb, Nachrichten, die mich beschäftigen, in meine Gebete aufzunehmen.

  • Die Menschen, die leiden.
  • Die Angehörigen, die um jemanden bangen oder trauern.
  • Die Rettungskräfte, die helfen.
  • Und auch die Politiker und andere Entscheidungsträger, die Einfluss darauf haben, ob Konflikte eskalieren oder beendet werden.

Dabei geht es nicht darum, Gott über die neuesten Ereignisse zu informieren. Er weiß längst, was geschehen ist – und kennt auch die Dinge, die wir nicht sehen: die Hintergründe, die Motive, die Ängste und die persönlichen Schicksale hinter einer Nachricht.

Das Leid an einen Größeren abgeben. Wohl die bessere Alternative.
Ein noch Größerer hat das letzte Wort

Für mich verändert das Gebet dennoch etwas. Es hilft mir, das Leid nicht einfach nur zu konsumieren. Ich kann es abgeben – und zugleich daran festhalten, dass diese Welt nicht das letzte Wort hat.

Ich glaube daran, dass Gott für Gerechtigkeit sorgen wird und dass er einen dauerhaften Frieden schaffen möchte, der diesen Namen wirklich verdient. Zugegeben: Es dauert lange. Sehr lange. Für uns jedenfalls. Und für Menschen, die unmittelbar von Krieg, Gewalt oder Verlust betroffen sind, muss die Zeit bis dahin oft unendlich lang erscheinen.

Warum greift Gott nicht früher ein? Warum lässt er manches zu? Auf viele dieser Fragen habe ich keine befriedigende Antwort. Vielleicht hilft mir gerade deshalb ein Satz aus dem Buch Jesaja. Gott erinnert uns daran, dass unsere Perspektive begrenzt ist:

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“, sagt der HERR, „und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.“ (Jesaja 55,8.9 NLB)

Das bedeutet für mich nicht, dass ich alles verstehen muss. Aber ich darf darauf vertrauen, dass Gott mehr sieht als ich.

Und dann ist da noch diese Zusage, die Jeremia übermittelt bekam – Worte, die auch heute Hoffnung geben können:

„Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!“ (Jeremia 29,11 Hfa)

Vielleicht ist das eine gute Antwort auf die vielen Nachrichten, die täglich auf uns einstürzen: nicht gleichgültig werden, nicht verzweifeln – sondern hinschauen, mitfühlen, beten und darauf vertrauen, dass Gott das letzte Wort haben wird.

 

Abstract:
How we, as a family, experienced 11 September 25 years ago, when our son and his young wife were on their way to Mexico – on separate flights. His flight had to turn back to Frankfurt, whilst hers continued on …
What happens far away can suddenly feel very close when people we love are right in the thick of it and are directly affected.
What is the best way to deal with the flood of negative news that the media delivers to our doorsteps?

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Resumen
Cómo vivimos como familia el 11 de septiembre de hace 25 años, cuando nuestro hijo y su joven esposa iban de camino a México, cada uno en un avión diferente. Su avión tuvo que dar media vuelta hacia Fráncfort, el de ella siguió su ruta…
Lo que ocurre muy lejos puede estar de repente muy cerca cuando las personas a las que queremos se ven envueltas en ello y se ven directamente afectadas.
¿Cuál es la mejor manera de hacer frente a la avalancha de noticias negativas que nos traen los medios de comunicación directamente a casa?

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