Schlagwortarchiv: Sorgen

Weit weg kann plötzlich ganz nah werden!

HINGESCHAUT. (5)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Ist das wahr oder fake? Kaum zu fassen, was zu sehen ist! (Foto: Wolfgang Staehle, publ. domain; American Airlines Flight 11 Anflug in den Nordturm des WTC, von automatischer Kamera in Brooklyn aufgenommen)
Plötzlich ist man kein kühler Beobachter mehr! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

11. September 2001.
Meine Frau und ich bekommen noch heute Gänsehaut, wenn wir an diesen Abend vor 25 Jahren zurückdenken.

Schon am Nachmittag hatten wir eine Sitzung des Aufsichtsrats im Verlag in Lüneburg vorzeitig beendet. Einer der Teilnehmer hatte uns die Bilder gezeigt: Passagierflugzeuge, die in die Türme des World Trade Centers flogen. Am Abend saßen meine Frau und ich vor dem Fernseher und konnten noch immer nicht fassen, was wir sahen.

New York ist rund 6.000 Kilometer Luftlinie von Lüneburg entfernt. Ziemlich weit weg, oder?

Plötzlich klingelte das Telefon. Unser jüngerer Sohn rief vom Flughafen Frankfurt an – völlig aufgeregt. Da waren wir irritiert: Er ist doch auf dem Weg nach Mexiko! Oder besser gesagt: Er war auf dem Weg nach Mexiko. Seine Maschine musste vor dem sogenannten „Point of no Return“ kehrtmachen und nach Frankfurt zurückfliegen. Unser Sohn wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, was eigentlich geschehen war.

Seine Aufregung hatte allerdings einen anderen Grund: Seine junge Ehefrau war ebenfalls unterwegs nach Mexiko, denn beide wollten dort ihre Familie besuchen. Nur saß sie aus buchungstechnischen Gründen in einer anderen Maschine. Und von ihr wussten wir nichts.

Wir baten unseren Sohn, nach Hamburg weiterzufliegen und zu uns zu kommen. Und dann begann die verzweifelte Suche nach unserer Schwiegertochter.

Halifax ist die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia in Kanada. Sie liegt an der Ostküste der Nova-Scotia-Halbinsel am Nordatlantik.

Wegen der unterschiedlichen Flugnummern ließ sich stundenlang nicht herausfinden, was mit ihrer Maschine geschehen war. Erst am folgenden Abend kam der erlösende Anruf: Das Flugzeug hatte den „Point of no Return“ bereits überschritten, war weiter nach Westen geflogen und schließlich mit 46 weiteren Maschinen im kanadischen Halifax gelandet.

Die Passagiere waren dort praktisch abgeschnitten. Sie hatten keine Informationen darüber, was geschehen war – geschweige denn, wann und wie es weitergehen würde. Schließlich war der Kapitän des Wartens müde. Er beschloss, einen großen Bogen um den amerikanischen Luftraum zu fliegen und direkt nach Mexiko-Stadt weiterzufliegen.

Wir ermutigten unseren Sohn, nach einer beruhigenden Zwischenphase ebenfalls nach Mexiko zu fliegen. Dort konnte er seine Frau und ihre Familie endlich wiedersehen – und hoffentlich nach all der Aufregung eine schöne gemeinsame Zeit verbringen.

Dieses traumatische Erlebnis hat mir etwas sehr deutlich gemacht: Was sehr weit entfernt geschieht, kann plötzlich ganz nah sein, wenn Menschen, die wir lieben, mittendrin sind und unmittelbar davon betroffen werden.

Zu viel Leid und Gewalt. Frei Haus. Abschalten? (Foto: Tumisu, pixabay.com)
Wenn die Welt ins Wohnzimmer kommt

Heute bekommen wir praktisch alles, was irgendwo auf der Welt geschieht, frei Haus geliefert – oft sogar während wir am Esstisch sitzen. Kriege, Naturkatastrophen, Terroranschläge, Hungersnöte und persönliche Schicksale. Ein Klick genügt, und wir sind dabei.
Die Entfernung kann dabei täuschen. Kiew liegt beispielsweise nur rund 1.500 Kilometer von Hamburg entfernt. Aber selbst wenn ein Ereignis 10.000 Kilometer entfernt stattfindet: Für die Menschen, die es erleben, gibt es kein „weit weg“.

Zugleich kann die ständige Flut schlechter Nachrichten überfordern. Wer jeden Tag mit neuen Bildern von Leid und Gewalt konfrontiert wird, stumpft leicht ab. Manchmal ist die Versuchung groß, einfach abzuschalten: Nachrichten aus, Handy weg – und weiterleben. Das kann durchaus sinnvoll sein. Niemand muss sich permanent mit allem beschäftigen, was in der Welt geschieht.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: nicht wegzusehen, ohne sich vom Leid überwältigen zu lassen.

Ich versuche deshalb, Nachrichten, die mich beschäftigen, in meine Gebete aufzunehmen.

  • Die Menschen, die leiden.
  • Die Angehörigen, die um jemanden bangen oder trauern.
  • Die Rettungskräfte, die helfen.
  • Und auch die Politiker und andere Entscheidungsträger, die Einfluss darauf haben, ob Konflikte eskalieren oder beendet werden.

Dabei geht es nicht darum, Gott über die neuesten Ereignisse zu informieren. Er weiß längst, was geschehen ist – und kennt auch die Dinge, die wir nicht sehen: die Hintergründe, die Motive, die Ängste und die persönlichen Schicksale hinter einer Nachricht.

Das Leid an einen Größeren abgeben. Wohl die bessere Alternative.
Ein noch Größerer hat das letzte Wort

Für mich verändert das Gebet dennoch etwas. Es hilft mir, das Leid nicht einfach nur zu konsumieren. Ich kann es abgeben – und zugleich daran festhalten, dass diese Welt nicht das letzte Wort hat.

Ich glaube daran, dass Gott für Gerechtigkeit sorgen wird und dass er einen dauerhaften Frieden schaffen möchte, der diesen Namen wirklich verdient. Zugegeben: Es dauert lange. Sehr lange. Für uns jedenfalls. Und für Menschen, die unmittelbar von Krieg, Gewalt oder Verlust betroffen sind, muss die Zeit bis dahin oft unendlich lang erscheinen.

Warum greift Gott nicht früher ein? Warum lässt er manches zu? Auf viele dieser Fragen habe ich keine befriedigende Antwort. Vielleicht hilft mir gerade deshalb ein Satz aus dem Buch Jesaja. Gott erinnert uns daran, dass unsere Perspektive begrenzt ist:

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“, sagt der HERR, „und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.“ (Jesaja 55,8.9 NLB)

Das bedeutet für mich nicht, dass ich alles verstehen muss. Aber ich darf darauf vertrauen, dass Gott mehr sieht als ich.

Und dann ist da noch diese Zusage, die Jeremia übermittelt bekam – Worte, die auch heute Hoffnung geben können:

„Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!“ (Jeremia 29,11 Hfa)

Vielleicht ist das eine gute Antwort auf die vielen Nachrichten, die täglich auf uns einstürzen: nicht gleichgültig werden, nicht verzweifeln – sondern hinschauen, mitfühlen, beten und darauf vertrauen, dass Gott das letzte Wort haben wird.

 

Abstract:
How we, as a family, experienced 11 September 25 years ago, when our son and his young wife were on their way to Mexico – on separate flights. His flight had to turn back to Frankfurt, whilst hers continued on …
What happens far away can suddenly feel very close when people we love are right in the thick of it and are directly affected.
What is the best way to deal with the flood of negative news that the media delivers to our doorsteps?

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Resumen
Cómo vivimos como familia el 11 de septiembre de hace 25 años, cuando nuestro hijo y su joven esposa iban de camino a México, cada uno en un avión diferente. Su avión tuvo que dar media vuelta hacia Fráncfort, el de ella siguió su ruta…
Lo que ocurre muy lejos puede estar de repente muy cerca cuando las personas a las que queremos se ven envueltas en ello y se ven directamente afectadas.
¿Cuál es la mejor manera de hacer frente a la avalancha de noticias negativas que nos traen los medios de comunicación directamente a casa?

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Sorglos über den Wolken?

HINGESCHAUT. (3)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Mehr Freiheit ist kaum möglich, aber grenzenlose? (Foto:Leszek Stepien, pixabay.com)

Während unserer jährlichen Urlaube am Bodensee beobachte ich gerne die Flugzeuge, die über uns hinwegziehen. Wegen der Nähe zum Flughafen Zürich sind es mehr als genug. Besonders spannend wird es, wenn ich auf Flightradar nachsehe, woher sie kommen und wohin sie fliegen. Dabei bekomme ich jedes Mal Lust, selbst wieder einmal über den Wolken zu schweben.
Obwohl ich schon unzählige Male geflogen bin, fasziniert mich der Blick aus dem Flugzeugfenster immer wieder: Die Landschaft wird kleiner, Straßen und Häuser verschwimmen zu Linien und Punkten. Was mir am Boden groß und wichtig erscheint, wirkt plötzlich erstaunlich klein.

Fast jedes Mal muss ich dabei an Reinhard Meys berühmtes Lied denken. Er beschreibt darin den Wunsch eines Menschen, der am Flugplatz einem startenden Flugzeug hinterherschaut und selbst gerne mitgeflogen wäre:
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“
„Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen …“
Und schließlich:
„… und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.“ (Lied live beim ZDF)

Kurzfassung auf Instagram abrufbar: @edp51
Die „Zerrissene Perlenkette“ bei Überlingen ist eine Gedenkstätte für die 71 Opfer des schweren Flugzeugabsturzes im Jahr 2002. Die Künstlerin Andrea Zaumseil schuf eine neunteilige Plastik aus großen Edelstahl-Kugeln und einem gerissenen Stahlseil im Wald bei Brachenreuthe. Die Kugeln liegen an den Stellen, an denen Trümmer auf den Boden trafen. Sie symbolisieren den abrupt abgebrochenen Lebensfaden der Opfer. (Foto: Thomas Berendes, pd)

Aber wie grenzenlos ist die Freiheit über den Wolken wirklich?
Selbst wer im Cockpit sitzt und ein Flugzeug steuert, ist keineswegs grenzenlos frei. Er muss sich an Navigationsregeln halten, Naturgesetze beachten, den Treibstoff im Blick behalten und auf die Anweisungen der Flugkontrolle reagieren.

Mit Entsetzen denke ich dabei an die Flugzeugkollision von Überlingen im Juli 2002 – nur etwa 20 Kilometer Luftlinie von unserem gewohnten Urlaubsort entfernt. In rund 10.600 Metern Höhe kollidierten kurz vor Mitternacht zwei Flugzeuge. 71 Menschen kamen ums Leben, darunter 49 Kinder. Ausgerechnet dort oben, in dem scheinbar grenzenlosen Himmel, wurde auf erschütternde Weise deutlich: Auch über den Wolken gibt es Grenzen. Und es gibt Gefahren.

Auch Ängste und Sorgen verschwinden natürlich nicht einfach, nur weil wir höher fliegen. Wir nehmen sie mit. Manchmal sitzen sie neben uns im Flugzeug – unsichtbar, aber sehr real. Was allerdings stimmt, ist Reinhard Meys anderer Gedanke: Mit zunehmender Höhe verändert sich unser Blick auf die Dinge. Was uns unten riesig und unüberwindbar erscheint, wird plötzlich klein.

Vielleicht kennen wir das auch aus unserem Alltag. Ein Streit, der uns tagelang beschäftigt, wirkt nach ein paar Wochen schon ganz anders. Eine berufliche Niederlage, die sich zunächst wie eine Katastrophe anfühlt, verliert mit der Zeit an Gewicht. Und manchmal braucht es nur ein wenig Abstand, um zu erkennen: Ich habe gerade etwas viel größer gemacht, als es wirklich war.

Genau hier wird für mich der Gedanke an Gott wichtig. Gott steht nicht nur über den Wolken. Er hat den Überblick, den wir selbst niemals haben können. Er sieht mein ganzes Leben – auch dort, wo ich selbst nur den nächsten Schritt erkennen kann. Das verändert nicht automatisch die schwierigen Situationen. Aber es kann meinen Blick auf sie verändern.

Vielleicht ist das eine der großen Fragen unseres Lebens: Was erscheint mir gerade riesig – und was ist es tatsächlich wert, so viel Raum in meinem Leben einzunehmen?
Die Bibel lädt uns immer wieder dazu ein, das Leben aus einer größeren Perspektive zu betrachten. Nicht, um unsere Sorgen kleinzureden. Sondern um sie in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Denn wir können Ängste und Sorgen manchmal verdrängen, überspielen oder für eine Weile unter den Teppich kehren. Aber wirklich frei werden wir dadurch nicht. Die Freiheit, von der Reinhard Mey singt, ist deshalb für mich mehr als ein schönes Bild vom Fliegen.

Ich glaube: Wirklich frei werden wir dort, wo wir nicht mehr alles selbst kontrollieren müssen. Wo wir unsere Grenzen akzeptieren – und darauf vertrauen, dass einer den Überblick behält, wenn wir ihn verlieren.

Vielleicht beginnt genau dort eine Freiheit, die tatsächlich grenzenlos ist: eine Freiheit, die nicht darin besteht, keine Grenzen zu haben, sondern darin, innerhalb unserer Grenzen nicht von Angst beherrscht zu werden. Eine Freiheit, die nur eine Grenze kennt: die Liebe. (edp)

 

Abstract:
Limitless freedom above the Clouds?
Whenever I watch planes flying overhead, I am fascinated by the thought of travelling above the clouds. From that height, everything that seems so large and important on the ground suddenly looks tiny and insignificant.
Reinhard Mey’s famous song captures this longing: “Above the clouds, freedom must surely be limitless.” But is it really? Even pilots are bound by rules, nature, fuel and air traffic control. And the tragedy of the 2002 Überlingen mid-air collision, in which 71 people died, reminds us painfully that there are dangers and boundaries even in the seemingly limitless sky.
Our worries do not simply disappear when we rise above them. But distance can change our perspective: problems that seem overwhelming today may look much smaller with time.
For me, this is where faith in God becomes important. God sees the bigger picture when we cannot. True freedom, I believe, does not mean having no boundaries or worries. It means accepting our limits and trusting that we do not have to control everything ourselves. Perhaps that is where a truly limitless freedom begins: not in being free from all boundaries, but in no longer being ruled by fear.

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Resumen
¿Libertad sin límites por encima de las nubes?
Cada vez que veo aviones volando sobre mi cabeza, me fascina la idea de viajar por encima de las nubes. Desde esa altura, todo lo que en tierra parece tan grande e importante de repente se vuelve pequeño e insignificante.
La famosa canción de Reinhard Mey expresa precisamente ese anhelo: «Sobre las nubes, la libertad debe de ser ilimitada». Pero ¿lo es realmente? Incluso los pilotos están sujetos a reglas, a las leyes de la naturaleza, al combustible y a las instrucciones del control aéreo. Y la tragedia de la colisión aérea de Überlingen, en 2002, en la que murieron 71 personas, nos recuerda dolorosamente que incluso en un cielo aparentemente infinito existen límites y peligros.

Nuestras preocupaciones tampoco desaparecen simplemente cuando nos elevamos por encima de ellas. Pero la distancia puede cambiar nuestra perspectiva: los problemas que hoy parecen insuperables pueden adquirir otra dimensión con el tiempo.
Para mí, aquí es donde cobra importancia la fe en Dios. Dios ve el panorama completo cuando nosotros no podemos hacerlo. Creo que la verdadera libertad no consiste en vivir sin límites ni preocupaciones, sino en aceptar nuestras propias limitaciones y confiar en que no tenemos que controlarlo todo. Quizá ahí comienza una libertad realmente ilimitada: no en vivir sin fronteras, sino en no dejar que el miedo gobierne nuestra vida.

 

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Sorgenlos „über den Wolken“?

Flugzeuge faszinieren nicht nur Kinder!

Kinder lieben es, Flugzeuge zu beobachten. Als unsere Kinder klein waren, sind wir ab und zu mit ihnen zum Flughafen (damals Stuttgart) gefahren, um das Landen und Starten der Flugzeuge zu beobachten. Nicht nur die zwei Jungs haben es sehr genossen! Inzwischen sind sie sehr häufig geflogen. Zuletzt der Jüngere mit seiner Familie nach Mexiko. Und wir, meine Frau und ich, sind virtuell „mitgeflogen“: dank der App Flightradar24.

Im Sommer habe ich manchmal im Garten gelegen, die Flugzeuge beobachtet und in der App geprüft, woher sie kamen (viele natürlich aus Hamburg) und wohin sie unterwegs waren. Sehr spannend! Da bekomme ich jedes Mal Lust, wieder über den Wolken zu schweben. Obwohl ich so häufig geflogen bin, fasziniert mich immer wieder der Blick durchs Fenster auf die immer kleiner werdende Landschaft. Und fast jedes Mal kommt mir der Song von Reinhard Mey in den Sinn, in dem er die Gedanken eines Menschen beschreibt, der auf einem Flugplatz einem Flugzeug beim Abheben zusieht und gerne mitgeflogen wäre:

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen
und dann würde was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein.

Grenzenlos ist die Freiheit über den Wolken auch nicht: Selbst wenn man im Cockpit sitzt und das Flugzeug steuert, ist man an Navigationsregeln, Naturgesetze und Spritvorrat gebunden. Und meistens fliegen die Ängste und Sorgen ebenfalls mit, selbst Richtung Urlaub. Was wirklich stimmt, ist der Gedanke, dass alles, was uns hier unten groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein wird.

Gott steht viel höher als die Wolken. Er steht am Höchsten! Daher hat er den allerbesten Überblick. Er kann uns helfen zu erkennen, was im Blick auf das Ziel unseres Lebens wirklich groß und wichtig ist. Durch sein Wort will er uns helfen, die Erfahrungen und Herausforderungen unseres Alltags in den Dimensionen zu sehen, die ihnen wirklich zustehen.

Nur der Schöpfer kann uns eine Freiheit schenken, die das Prädikat grenzenlos verdient, weil sie nur die Grenzen der Liebe kennt. Nur er kann uns von den Ängsten und Sorgen befreien, die wir nur vorübergehend unterdrücken können oder erfolglos unter den Teppich kehren. Wir haben einen Vater im Himmel, dem nichts zu groß oder zu schwer ist. Sehr schön besingt das Sefora Nelson:

Lege deine Sorgen nieder / Leg sie ab in meiner Hand / Du brauchst mir nichts zu erklären / Denn ich hab dich längst erkannt / Lege sie nieder in meine Hand / Komm, leg sie nieder, lass sie los in meine Hand / Lege sie nieder, lass einfach los / Lass alles fall’n, nichts ist für deinen Gott zu groß … / Lege deine Ängste nieder … / Lege deine Sünden nieder / Lege deine Zweifel nieder …

Reinhard Mey ist ein deutscher Liedermacher (Jahrgang 1942), der für seine humorvollen und politischen Lieder in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden recht bekannt geworden ist. Er war seit seiner Jugend am Fliegen interessiert und erfüllte sich mit dem Erwerb der Pilotenlizenz einen Kindheitstraum. Während der Ausbildungszeit in Wilhelmshaven wohnte Mey auch am Flugplatz und seine täglichen Eindrücke und Beobachtungen verarbeitete er in seinem Lied.

 
Worry-free “above the clouds”?

[Shortened Version] When I see an airplane flying high in the sky, I think of the song by German singer Reinhard Mey, „Above the Clouds.“ It reflects the thoughts of someone at an airfield watching a plane take off, wishing they could have been on board:

Above the clouds, freedom must be borderless.
All the fears, all the worries, they say, remain hidden below,
And then whatever seems big and important to us
Suddenly becomes insignificant and small.

Freedom above the clouds is not truly boundless: Even if you’re sitting in the cockpit and piloting the plane, you’re bound by navigation rules, natural laws, and fuel reserves. And most of the time, fears and worries fly along with you—even when heading on vacation. What does hold true is the thought that everything that seems big and important to us down here suddenly becomes trivial and insignificant.

God is much higher than the clouds. He is the Most High! Therefore, He has the ultimate perspective. He can help us recognize what is truly big and important in light of the purpose of our lives. Through His Word, He wants to help us see the experiences and challenges of our everyday lives in the dimensions they truly deserve.

Only the Creator can give us freedom that truly deserves to be called boundless—because it knows only the boundaries of love. Only He can free us from the fears and worries we can only suppress temporarily or unsuccessfully sweep under the rug. We have a Father in heaven for whom nothing is too big or too difficult.

¿Sin preocupaciones «por encima de las nubes»?

[Versión abreviada] Cuando veo un avión volar alto en el cielo, recuerdo la canción del cantante alemán Reinhard Mey, „Sobre las nubes“ („Über den Wolken“). Habla de los pensamientos de una persona que, en un aeropuerto, observa cómo un avión despega y desearía haber podido volar con él:

Sobre las nubes la libertad debe ser ilimitada.
Todos los miedos, todas las preocupaciones, dicen, quedan ocultos debajo,
y entonces lo que aquí nos parece grande e importante
de repente se vuelve insignificante y pequeño.

Sin embargo, la libertad sobre las nubes tampoco es completamente ilimitada: incluso si uno está sentado en la cabina pilotando el avión, está sujeto a las reglas de navegación, a las leyes de la naturaleza y a las reservas de combustible. Y, la mayoría de las veces, los miedos y las preocupaciones también vuelan con nosotros, incluso cuando vamos de vacaciones. Lo que sí es cierto es la idea de que todo lo que aquí abajo nos parece grande e importante, de repente se vuelve insignificante y pequeño.

Dios está mucho más alto que las nubes. ¡Él está en lo más alto! Por lo tanto, tiene la mejor perspectiva. Él puede ayudarnos a reconocer lo que es realmente grande e importante a la luz del propósito de nuestra vida. A través de su Palabra, quiere ayudarnos a ver las experiencias y desafíos de nuestra vida cotidiana en las dimensiones que realmente les corresponden.

Solo el Creador puede darnos una libertad que realmente merece ser llamada ilimitada, porque solo conoce los límites del amor. Solo Él puede liberarnos de los miedos y preocupaciones que solo podemos reprimir temporalmente o esconder sin éxito bajo la alfombra. Tenemos un Padre en el cielo para quien nada es demasiado grande ni demasiado difícil.

Beten befreit!

[nx_spacer size=“5″]Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorge. Helmut Gollwitzer

Helmut Gollwitzer  (1908-1993)  war evangelischer Theologe und Schriftsteller, ein Schüler  des Theologen Karl Barth.

Beten ist die Kraftquelle eines Christen. Auch wenn er allein ist, ist er nicht einsam, denn er spürt die Gegenwart dessen, der gesagt hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage“. (E. G. White, „Das Gebet“, Advent-Verlag Lüneburg, 2010, S. 17)

English:
Prayer is the door out of the prison of our anxiety. Helmut Gollwitzer (Foto)

Español:
La oración es la puerta de salida de la prisión de nuestra inquietud. Helmut Gollwitzer (Foto)

Sorgen? Ein bewährtes Rezept

Foto: Vokandapix, pixabay


Deutsch
:
Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (Abraham Lincoln)
Gott: Lade alle deine Sorgen bei mir ab, denn ich sorge für dich. (1. Petrus 5,7 Hfa)

Schönes Lied dazu von Sefora Nelson: „Lege deine Sorgen nieder“: https://youtu.be/qhMjqDhT26k

Auszug daraus:
Lege deine Sorgen nieder
Leg sie ab in meiner Hand
Du brauchst mir nichts zu erklären
Denn ich hab dich längst erkannt

Lege sie nieder in meiner Hand.
Komm leg sie nieder, lass sie los in meiner Hand.
Lege sie nieder, lass einfach los.
Lass alles fall‘n, nichts ist für deinen Gott zu groß.

English:
Keep 30 minutes every day free for your worries and take a nap during this time. (Abraham Lincoln)
God: Cast all your anxiety on me because I care for you. (1 Peter 5:7 NIV) [picture]

Español:
Reserva 30 minutos todos los días para tus temores y échate una siesta durante este tiempo. (Abraham Lincoln)
Dios: Deposita en mi toda ansiedad, porque yo cuido de ti. (1 Pedro 5:7 NVI) [Foto]