GEDANKEN ZUM SABBAT – Beitrag vom 17.7.2026

Gewohnheiten haben nicht den besten Ruf. Schnell denken wir an schlechte Angewohnheiten, die uns schaden oder von denen wir nur schwer wieder loskommen. Doch Gewohnheiten sind nicht grundsätzlich etwas Negatives. Im Gegenteil: Sie können unserem Leben einen gewissen Halt, Orientierung und innere Ruhe geben.
Jeder von uns pflegt gute Gewohnheiten. Manche beginnen und beenden ihren Tag mit einem Gebet. Andere nehmen sich morgens ein paar Minuten Zeit für Stille, lesen in der Bibel oder schreiben auf, wofür sie dankbar sind. Manche sprechen vor jeder Mahlzeit ein Dankgebet – auch im Restaurant. Wieder andere gehen regelmäßig spazieren, lesen täglich einige Seiten eines guten Buches, rufen ihre Eltern an, nehmen sich bewusst Zeit für ihren Ehepartner oder schalten das Handy am Abend aus, um zur Ruhe zu kommen. Solche Gewohnheiten sind keine Fesseln. Sie helfen uns, das Wichtige nicht aus den Augen zu verlieren.
Problematisch werden Gewohnheiten erst dann, wenn sie gedankenlos ablaufen und nur noch aus Routine bestehen. Was einmal mit Überzeugung begann, kann zur leeren Pflicht werden. Dann zählt nur noch das Äußere, während das Herz nicht mehr beteiligt ist. Gute Gewohnheiten brauchen deshalb immer wieder neue Aufmerksamkeit und einen lebendigen Inhalt.
Von Jesus wird berichtet, dass auch er gute Gewohnheiten pflegte. Immer wieder zog er sich an einen einsamen Ort zurück, um mit seinem Vater im Himmel zu sprechen und neue Kraft zu schöpfen. Und von seinem Besuch in der Synagoge heißt es: Er ging am Sabbat dorthin „nach seiner Gewohnheit“ (Lukas 4,16). Das war keine lieblose Routine, sondern Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu Gott.
Gute Gewohnheiten sind keine Ersatzreligion – aber sie schaffen einen Raum, in dem Glaube leichter wachsen kann. Den Sabbat als Ruhetag zu feiern, gemeinsam Gottesdienst zu erleben, die Arbeit bewusst ruhen zu lassen und Zeit für Gott, die Familie und das Leben zu haben – all das kann zu einer guten Gewohnheit werden. Nicht als starre Pflicht, sondern als wohltuender Rhythmus, der uns Woche für Woche daran erinnert, dass unser Wert nicht von Leistung abhängt. Und dass wir von einem Größeren geliebt, gehalten und begleitet werden.


- Zur Übersicht der Reihe GEDANKEN ZUM SABBAT (i. V.)
- Zurück zur aktuellen Wochenseite