Dankbar zurückschauen

GEDANKEN ZUM SABBAT – Beitrag vom 12.6.2026

Am Ende der Schöpfung geschieht etwas Besonderes: Gott hält inne. Sechs Tage lang gestaltet er Licht und Dunkelheit, Himmel und Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen. Dann kommt der siebte Tag. Kein neues Werk. Kein weiteres Projekt. Stattdessen ein Blick zurück: „Und siehe, es war sehr gut.“

Dieses Bild berührt mich. Gott wirkt hier wie ein Künstler, der einen Schritt zurücktritt und sein fertiges Gemälde betrachtet. Nicht aus Stolz. Sondern aus Freude. Aus Zufriedenheit. Weil etwas gelungen ist.

Vielleicht steckt darin eine Einladung für uns: Unser Alltag ist oft voller To-do-Listen, Erwartungen und dem Gefühl, noch nicht genug geschafft zu haben.

Kaum ist etwas erledigt, wartet schon das Nächste. Wir leben leicht im Modus des „Weiter, schneller, mehr“. Der Sabbat setzt einen anderen Akzent. Er fragt nicht zuerst: Was fehlt noch? Sondern: Was ist gewachsen? Was hat Gott in dieser Woche Gutes bewirkt? Wofür kann ich dankbar sein? Ein erhörtes Gebet. Eine schwere Woche überstanden. Ein Konflikt nicht eskaliert. Ein Moment von Frieden. Vielleicht war nicht alles perfekt – aber manches war gut.
Der siebte Tag erinnert daran: Leben besteht nicht nur aus Produzieren, sondern auch aus Betrachten. Nicht nur aus Leistung, sondern aus Dankbarkeit.

„In sechs Tagen hat der HERR den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was darin und darauf ist, erschaffen; aber am siebten Tag hat er geruht. Deshalb hat der HERR den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.“ Exodus 20,11 (NLB)

 

Elí Diez-Prida online
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