GEDANKEN ZUM SABBAT – Beitrag vom 7.8.2026
(Mit diesem Beitrag endet die Reihe GEDANKEN ZUM SABBAT)

Der erste Sabbat der Menschheit war sicher ein Höhepunkt: für den gerade ein Tag zuvor erschaffenen Menschen – Adam, aber auch für Jesus, seinen Schöpfer. Für Adam war alles neu und spannend, aber für Jesus war auch dieses Wesen etwas ganz Besonderes. Wie wird er wohl dieses neue Geschöpf angeblickt haben! Und worüber mögen sie sich alles unterhalten haben – in einer Sprache, die Adam auf Anhieb verstand und beherrschte.
Und welcher mag wohl danach der größte Sabbat für Jesus und für die Menschheit gewesen sein? Meiner Meinung nach der Sabbat, an dem Jesus am Grab ruhte. Nach dreieinhalb Jahren im Einsatz für die Schwachen und Kranken, für Frauen und Kinder, für Abgeschriebene und Verachtete war er am Ende mit seiner Kraft – körperlich, als er auf dem Hügel Golgatha ankam; seelisch, als er – seinem Vater zugewandt ihn fragte: Warum hast auch du mich verlassen? Aber das waren nicht seine letzte Worte. Siegesgewiss rief er aus: „Es ist vollbracht!“
Und dann? Dann ruhte er. Er schlief ganz fest. Tot im Grab. Dabei hätte es noch so viel zu tun gegeben! So viele Menschen, die auf Heil und Heilung warteten … in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde! Sabbatruhe: Wie konnte er sich das „leisten“? Wie gelang es ihm, loszulassen? Die Antwort liegt für mich in seinen (je nach Bericht letzten oder vorletzten) Worten: „Vater, ich lege meinen Geist in deine Hände!“
Damit legte er das Abgeschlossene und das noch Unvollendete in die Hände eines Größeren, seines Vaters! Der Vater und der Heilige Geist sorgten dafür, dass die Saat im Herzen unzähliger Menschen keimte und wuchs. Indem Jesus sich wie ein Weizenkorn in die Erde senken und begraben ließ, nahm er freiwillig die letzte Ohnmacht an, die uns Menschen widerfährt. Nun konnte er nichts mehr tun, nichts mehr sagen – es war alles in seines Vaters Hand gelegt.
Loslassen können, alles in die Hand eines Größeren, in Gottes Hand legen, darin will ich mich mehr üben. Nicht nur am Sabbat-Ruhetag, sondern täglich. Ich will lernen: Von Gott verordnete Ruhe ist immer heilsame Ruhe, die Gutes bewirkt!
Das dürfen bzw. müssen wir auch manchmal erleben: Übergangsphasen, in denen wir nicht die Macher sind, sondern die Ruhenden, die Vertrauenden, die Beter. Weil uns die Kräfte einfach verlassen (z. B. im Alter). Oder weil wir den Einfluss nicht mehr haben (z. B. auf unsere erwachsenen Kinder). Oder weil uns Gott in der einen oder anderen Form „aus dem Verkehr zieht“ und wir nur mit Jesus beten können: „In deine Hände lege ich mein Lebenswerk, meine Träume, meine Ziele. In deine Hände lege ich meine Mühe, meine Erfolge, mein Versagen, meine unerledigten To-Do-Listen. Mach du etwas Brauchbares daraus!“

