SO SCHÖN IST LÜNEBURG – Teil 11
We continue our tour of Lüne Abbey, starting with the abbey church and the Museum of Sacred Textile Art. As with the rest of the abbey, the best way to gain an insight into both the visible and the invisible aspects (history, background) is to join one of the daily guided tours.
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Seguimos con la visita al monasterio de Lüne, concretamente a la iglesia del monasterio y al museo de arte textil sacro. Al igual que con el resto del monasterio, la mejor forma de conocer lo visible y lo invisible (la historia y los trasfondos) es participando en una de las visitas guiadas diarias.
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Wir setzen die Besichtigung des Klosters Lüne fort, und zwar mit der Klosterkirche und dem Museum für sakrale Textilkunst. Wie beim Rest des Klosters bekommt man den besten Einblick in das Sichtbare und Unsichtbare (Geschichte, Hintergründe) während einer der täglichen Führungen.
Die Klosterkirche St. Bartholomäi ist das geistliche Herz des Klosters Lüne. Sie wurde zwischen 1373 und 1479 im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut und dient bis heute sowohl dem Kloster als auch der evangelischen Kirchengemeinde. Vor und nach der Reformation verfügte die Kirche über eine hochwertige Ausstattung.
Besonders sehenswert ist der reich geschnitzte Heilig-Kreuzaltar aus dem Jahr 1524, ein Meisterwerk spätgotischer Holzschnitzkunst mit Darstellungen der Passion Jesu. Ein weiterer Blickfang ist die prächtige Barockorgel aus dem 17. Jahrhundert; farbenreich und mit vergoldeten Verzierungen zählt sie zu den schönsten in Norddeutschland. Die lateinische Inschrift an der Orgel (untere Zeilen) lautet: KEINE STIMME, SONDERN EIN GELÜBDE; KEINE HARFE, SONDERN EIN HERZ; KEIN AUFSCHREI, SONDERN LIEBE; HALLT IM ATEM GOTTES NACH
Ebenfalls bemerkenswert ist die achtseitige kunstvoll geschnitzte Kanzel von 1608, die mit Szenen aus dem Leben Jesu und den vier Evangelisten geschmückt ist.
Ein besonderer Schatz ist das Museum für sakrale Textilkunst. Es gehört zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland. Selbst wer sich sonst wenig für Stoffe oder Stickereien interessiert (wie ich), erkennt, wie lebendig hier Geschichte und Glaube miteinander verbunden werden.


Besonders sehenswert ist das Museum aus mehreren Gründen:
• Eine europaweit seltene Sammlung am Originalschauplatz: Die meisten mittelalterlichen Textilien sind im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen. Im Kloster Lüne dagegen ist eine außergewöhnlich große Sammlung dort erhalten geblieben, wo sie einst von den Nonnen gefertigt wurde – ein seltener Glücksfall der Kulturgeschichte.
• Über 700 Jahre alte Kunstwerke: Zu den ältesten Exponaten gehören Altardecken und Fastentücher aus dem 13. und frühen 14. Jahrhundert. Sie zeigen, mit welcher Geduld und Präzision die Benediktinerinnen arbeiteten.
• Beeindruckende Bildteppiche: Besonders eindrucksvoll sind die bis zu fünf Meter breiten, reich bestickten Wandteppiche. Sie erzählen biblische Geschichten nicht mit Worten, sondern mit Bildern – denn viele Menschen des Mittelalters konnten nicht lesen. Die Teppiche waren gewissermaßen die „Bilderbibel“ ihrer Zeit.
• Einblicke in das Leben der Nonnen: Die ausgestellten Banklaken, Altardecken, Prozessionsfahnen und liturgischen Gewänder sind keine bloßen Kunstobjekte. Sie geben einen authentischen Einblick in den Alltag, den Glauben und die Spiritualität der Frauen, die über Jahrhunderte im Kloster lebten.
• Handwerk auf höchstem Niveau: Gold- und Seidenfäden, feinste Leinenstickerei, Flussperlen und kunstvolle Webtechniken zeugen von einem handwerklichen Können, das heute nur noch wenige beherrschen.
• Die Tradition lebt weiter: Das Museum schlägt die Brücke zur Gegenwart. In der benachbarten Weberei kann man erleben, wie traditionelle Webkunst auch heute noch gepflegt wird. So wird Geschichte nicht nur ausgestellt, sondern weitergeführt.
Wer das Museum besucht, bewundert nicht nur wunderschöne Stickereien. Man begegnet dem Glauben vergangener Generationen. Jeder Faden erzählt davon, dass Menschen ihre Begabungen nicht nur für sich selbst, sondern zur Ehre Gottes und zur Freude anderer eingesetzt haben. Vielleicht liegt gerade darin die zeitlose Botschaft dieser einzigartigen Sammlung: Schönheit kann Glauben sichtbar machen.
Das Kloster ist weit mehr als ein Museum. Regelmäßig finden Führungen, Ausstellungen, Konzerte und das stimmungsvolle Vesper-Singen auf dem Nonnenchor statt. Wer möchte, kann den Besuch anschließend im Klostercafé oder im Garten ausklingen lassen.
Zzt. ist bis Ende August das Fotoprojekt „Obdach“ des Fotografen und Autors Mathias Mensch zu sehen. Es geht um Menschen aus unserer Gesellschaft, die kein Zuhause haben oder auf der Straße leben. Wie sieht ihr Alltag aus, und wie gehen sie mit dieser besonderen Situation um?
Übersicht aller Beiträge der Reihe „So schön ist Lüneburg“
Weitere Folgen in Vorbereitung (u.a.):
– Die drei großen Kirchen
– Die Universität (Leuphana)
– Das Schiffshebewerk
– Die Lüneburger Heide



