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Das Puzzle meines Lebens

HINGESCHAUT. (8)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Da liegt einiges vor. Eine kurzweilige Herbstbeschäftigung. (Bild: FotoRieth, pixabay.com)
Je näher am Ziel, desto größer die Aufregung: Wird ein Teil fehlen? (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Ob alle Puzzleteile da sind? Oder hat der Staubsauger welche geschluckt? Unsere Kinder haben begeistert gepuzzelt. Bei 3.000er- und 5.000er-Puzzles konnte das schon einmal wochenlang dauern. Je näher sie sich dem Abschluss näherten, desto aufregender wurde es: Ob auch das letzte Stück vorhanden sein wird?

Wir, meine Frau und ich, staunten darüber, in welcher Geschwindigkeit sie die Teile einsetzten, nachdem der Rahmen erst einmal gelegt war. Eine große, eigentlich unentbehrliche Hilfe war dabei die Schachtel, auf der das fertige Puzzle abgebildet war. Immer wieder wurde darauf geschaut: Wie sieht das Bild eigentlich aus? Wo könnte dieses Teil hingehören?

Und am Schluss war die Schachtel manchmal sogar die letzte Rettung, wenn tatsächlich ein Teil fehlte: Die ungefähre Stelle wurde ausgeschnitten und so passend wie möglich in die Lücke geklebt. Aus der Entfernung fiel die kleine Kaschierung kaum auf.

Gleicht unser Leben nicht auch einem riesigen Puzzle?

Tag für Tag kommen neue Teile dazu. Manche werden nach einem gewissen System eingefügt, andere eher willkürlich platziert. Manchmal lässt sich ein Muster erkennen, manchmal sehen wir nur ein verwirrendes Durcheinander. Manche Puzzleteile setzen wir bewusst. Andere werden uns einfach vorgegeben oder sogar aufgedrängt. Und manchmal halten wir ein Teil in der Hand und wissen überhaupt nicht, wohin es gehört.

Wie hilfreich wäre es, wenn es einen Rahmen und ein Bild zur Orientierung gäbe – so wie auf der Puzzleschachtel! Gibt es so etwas tatsächlich?

Wer davon ausgeht, dass unser Leben nicht einfach ein Zufallsprodukt ist, sondern dass hinter diesem Leben ein Schöpfer steht, darf auch nach einer Orientierung fragen. Nach einem Bild, das uns hilft, die einzelnen Teile einzuordnen.

Christen glauben, dass Gott uns eine solche Orientierung gegeben hat: in seinem Wort, der Bibel. Sie ist keine Gebrauchsanweisung, in der für jede einzelne Lebenssituation die passende Antwort auf Seite 247 steht. Aber sie enthält so etwas wie einen Rahmen, der unserem Leben Halt und Richtung geben kann.

Jesus fasste diesen Rahmen einmal erstaunlich einfach zusammen: Liebe Gott – und liebe deinen Mitmenschen (vgl. Matthäus 22,37–40).

Das ist kein fertiges Lebenspuzzle. Aber es kann helfen, die vielen einzelnen Teile einzuordnen: unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen, unseren Umgang mit anderen, unseren Umgang mit uns selbst.

Und dann kommt irgendwann der Moment, an dem das Puzzle fertig sein sollte. Vielleicht stellen wir dann fest: Manche Teile fehlen. Nicht weil der Staubsauger sie verschluckt hat. Sondern weil wir selbst sie verloren haben.

  • Verpasste Gelegenheiten.
  • Ungesagte Worte.
  • Nicht ausgesprochene Bitten um Verzeihung.
  • Gebrochene Versprechen.
  • Entscheidungen, die wir heute anders treffen würden.

Solche Lücken lassen sich nicht einfach mit einem ausgeschnittenen Stück von einer Puzzleschachtel kaschieren. Unser Leben ist eben kein Puzzle, bei dem man am Ende fehlende Teile einfach nachbestellen kann. Und genau hier wird für mich der Gedanke an Gott wichtig.

  • Ich muss am Ende meines Lebens kein perfektes Kunstwerk abliefern.
  • Ich darf darauf vertrauen, dass ein Größerer als ich mein Zukurzkommen ausgleicht.
  • Dass er mein Versagen vergeben und meinen Mangel ausfüllen kann.
  • Dass er nicht nur das sieht, was in meinem Leben fehlt, sondern auch meine Motive, meine Sehnsucht und mein Bemühen.

Der Gedanke macht mir Mut: Gott erwartet kein perfektes Puzzle. Er kann auch mit den Lücken etwas anfangen.

 

Abstract:
Doing puzzles is exciting, especially towards the end: are all the pieces really there? Our lives are like a jigsaw puzzle. Some pieces are missing: missed opportunities. Words left unsaid. Unspoken pleas for forgiveness. Broken promises. As I reach the end of my life, I can trust that Someone greater than myself will make up for what I have fallen short of, and forgive my failures. He sees not only what is missing from my life, but also my motives, my longings and my efforts. God does not expect a perfect jigsaw puzzle. He can still make sense of it, even with the gaps.

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Resumen
Hacer un puzle es emocionante, sobre todo al final: ¿están realmente todas las piezas? Nuestra vida se parece a un puzle. Faltan algunas piezas: oportunidades perdidas. Palabras que no se han dicho. No haber pedido perdón. Promesas incumplidas. Al final de mi vida, puedo confiar en que alguien más grande que yo compensará mis carencias y perdonará mis fracasos. Alguien que no solo ve lo que falta en mi vida, sino también mis motivos, mis anhelos y mi esfuerzo. Dios no espera un puzle perfecto. Él también sabe qué hacer con las piezas que faltan.

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Der Deckel meines Puzzles

Eine echte Herausforderung, die Teile richtig zuzuordnen! (Foto: pixabay)

Es macht Spaß, Kindern beim Puzzeln zuzuschauen. Wenn sie klein sind, nehmen sie es nicht immer so genau: Da wird ein Teil an der falschen Stelle einfach eingedrückt nach dem Motto „Passt schon!“.

Besonders aufregend wurde es für meine Frau und für mich, als unsere zwei Jungen sich mit großer Begeisterung den Riesenpuzzles mit 3.000 Teilen widmeten. Diese (später) fast wandfüllenden Gebilde blockierten das Kinderzimmer für Wochen. Der spannendste Augenblick kam gegen Ende, als nur noch wenige Lücken zu füllen waren: Wie viele Teile hat wohl Mamas Staubsauger verschluckt? Wird das Geduldswerk vollendet werden können? Einmal, bei einer Weltkarte, fehlte gerade an gut sichtbarer Stelle ein Puzzleteil. Wir kaschierten die Lücke mit einem zurechtgeschnittenen Teil der Verpackung. Es passte gerade so!

Wie ist das bei unserem Lebenspuzzle? Wie viele können wohl behaupten, alle Bereiche ihres Lebens seien bis in die kleinste Ecke geordnet, alle Aufgaben gelöst, alle Beziehungen intakt, alle Pläne erfüllt? Viele stochern im Dunkeln, versuchen ihren Lebensentwurf irgendwie zu verwirklichen („es passt schon!“), fragen sich im besten Fall: „Weiß denn niemand, wo der Deckel mit dem Bild für das ganze Puzzle ist?“

Ich habe entdeckt, dass Gott die Vorlage, an der wir uns ausrichten können, längst geliefert hat: Sein Wort, die Bibel, zeigt uns zuerst den besten Rahmen, an dem man sich orientieren kann, nämlich die Ordnungen Gottes. Und dann auch, wie wir diesen Rahmen mit Leben füllen können, und zwar nach dem Vorbild von Jesus Christus. Er ist für mich „der Deckel“ meines Lebenspuzzles. Eine bessere Vorlage kenne ich nicht!

Nicht nur das: Wie der Apostel Paulus den Christen der Gemeinde in Philippi schrieb (Philipperbrief 1,6), ist Gott dazu bereit, uns beim Zusammensetzen unseres Lebenspuzzles zu begleiten und es sogar abzuschließen, zu vollenden:

Ich bin ganz sicher, dass Gott, der sein gutes Werk in euch angefangen hat, damit weitermachen und es vollenden wird bis zu dem Tag, an dem Christus Jesus wiederkommt. (Neues Leben Bibel)

Wie wir aus dem Schöpfungsbericht wissen, ist das, was Gott tut und vollendet, immer sehr gut! Ich finde dieses Angebot regelrecht befreiend. Ich habe es angenommen und will weiterhin versuchen, die Vorlage meines Lebenspuzzles (das Vorbild von Jesus) nicht aus dem Blick zu verlieren.