SO SCHÖN IST LÜNEBURG – Teil 13
Every year in August, the Lüneburg Heath nature reserve (around 35 km south-west of Lüneburg) is transformed into a vast sea of purple flowers.
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Cada año, en agosto, la reserva natural de Lüneburger Heide (a unos 35 km al suroeste de Lüneburg) se convierte en un enorme mar de flores violetas.
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Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide breitet sich etwa 35 km südwestlich von Lüneburg über 234 qkm aus. Jedes Jahr im August verwandelt sich die Lüneburger Heide in ein riesiges violettes Blütenmeer. Tausende Besucher kommen dann in unsere Region – und das aus gutem Grund. Die Heideblüte gehört zu den schönsten Naturschauspielen Deutschlands. An jeder Ecke möchte man stehenbleiben, um zu fotografieren. Aber die Lüneburger Heide ist weit mehr als nur ein schönes Fotomotiv.
Eine Landschaft, die eigentlich gar nicht existieren dürfte
Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Heide sei eine ursprüngliche Naturlandschaft. Das Gegenteil ist der Fall. Nach der letzten Eiszeit war die Region dicht bewaldet. Erst als die Menschen begannen, Wälder zu roden und Landwirtschaft zu betreiben, veränderte sich das Landschaftsbild. Die nährstoffarmen Sandböden wurden immer karger. Genau dort fühlte sich die Besenheide wohl – und nach und nach entstand die Heidelandschaft, wie wir sie heute kennen. Sie ist also eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft, die bis heute gepflegt werden muss. Ohne diese Pflege würde die Heide innerhalb weniger Jahrzehnte wieder zum Wald werden.
Ist die Heide nicht etwas eintönig?
Wir wohnen seit 35 Jahren in Lüneburg, also am Tor der Lüneburger Heide. Am Anfang hatte ich tatsächlich den Eindruck, die Heide wäre langweilig. Eintönig. Nach einigen Spaziergängen und Fahrten mit der Kutsche musste ich meine Meinung korrigieren: Mal führen die Wege über sanfte Hügel, dann durch stille Kiefern- und Birkenwälder, vorbei an Wacholderhainen, Mooren oder kleinen Bächen. Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke, die je nach Sonnenstand völlig unterschiedlich wirken.
Besonders am frühen Morgen oder in den Abendstunden liegt ein ganz besonderer Zauber über der Landschaft. Dann hört man fast nur noch den Wind, das Summen der Bienen und gelegentlich den Ruf eines Kranichs. Gerade diese Ruhe macht den Reiz der Heide aus. (Mich faszinieren die Aufnahmen, die regelmäßig auf dem Kanal Lüneburger Heide bei Instagram gepostet werden.)
Die heimlichen Stars: die Heidschnucken
Untrennbar mit der Lüneburger Heide verbunden sind die Heidschnucken, von denen derzeit noch 13 Herden in der gesamten Heide leben. Die genügsamen, grau gehörnten Schafe sind die natürlichen Landschaftspfleger der Heide. Beim Grasen halten sie junge Birken und Kiefern klein und verhindern so, dass die Heide wieder zuwächst. Ohne ihre tägliche Arbeit gäbe es das berühmte Heidepanorama längst nicht mehr. Früher lieferten sie außerdem Wolle, Fleisch und Dünger für die Heidebauern – heute sind sie vor allem unverzichtbare Helfer des Naturschutzes.
Mögliche Wanderziele
Wer die Heide zum ersten Mal besucht, sollte sich diese Ziele nicht entgehen lassen:
- Als der schönste und ursprünglichste Ort in der Lüneburger Heide gilt das autofreie Heidedorf Wilsede, das mitten im Naturschutzgebiet liegt und nur zu Fuß, per Rad oder Kutsche erreichbar ist. Der Wilseder Berg ist mit 169 Metern die höchste Erhebung Nordwestdeutschlands mit herrlichem Rundblick.
- Totengrund – wahrscheinlich das berühmteste Heidepanorama überhaupt.
- Büsenbachtal – besonders reizvoll mit Heide, Wald und kleinen Tälern.
- Brunsberg – ein Geheimtipp mit wunderschönen Ausblicken.
- Heidschnuckenweg – einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands mit rund 220 Kilometern Länge.
Die Heide ganz entspannt erleben
- Nicht jeder möchte viele Kilometer wandern. Zum Glück gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Landschaft bequem zu genießen. Sehr beliebt sind die traditionellen Kutschfahrten. Gemächlich ziehen Pferde durch die blühende Heide, während die Kutscher Wissenswertes über Landschaft, Geschichte und Tierwelt erzählen. Gerade für Familien oder ältere Besucher ist das ein unvergessliches Erlebnis.
- Auch Radfahrer kommen auf ihre Kosten. Gut ausgeschilderte Wege führen durch Heideflächen, Wälder und kleine Heidedörfer.
- Wer ohne Auto unterwegs ist, kann während der Saison sogar den kostenlosen Heide-Shuttle nutzen und verschiedene Wandergebiete miteinander verbinden.
Übrigens: Die Lüneburger Heide ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Im Frühjahr blühen Ginster und Obstbäume, im Herbst leuchten Birken und Buchen in warmen Farben, und im Winter entfaltet die Landschaft eine fast meditative Ruhe.
Sehr informative Website einschl. Heidenblüte-Barometer
Buchempfehlungen:
„Lüneburger Heide. Ausflugsparadies Deutschland“ (Weltbild; antiquarisch und bei ebay erhältlich)
„MARCO POLO Reiseführer Lüneburger Heide“ (inkl. Touren-App)
Übersicht der bisherigen Beiträge der Reihe „So schön ist Lüneburg“
Weitere Folgen in Vorbereitung:
– Bei der Ratsmühle
– Deutsches Salzmuseum
– Leuphana-Universität (Libeskind-Bau)
– Bardowik (Dom)
– Museum Lüneburg
– Jüdisches Leben in Lüneburg
– Rote Schleuse – Ilmenau
– Kirchen in Lüneburg
– Lopausee Amelinghausen
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