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Vom Wissen erschlagen?

Zu Hause in der „virtuellen Welt“? (Foto: kalhh, pixabay.com)

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Vom Wissen erschlagen?

Der beständige Zuwachs an Wissen überfordert die Menschen. Davon ist Peter Weibel, der Leiter des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, überzeugt. Um die Informations-Revolution zu überstehen, müsse der Mensch die Rechnerleistung seines Gehirns und seiner Sinnesorgane verbessern, sagte er in einem Gespräch mit Medienvertretern.

Ist das wirklich die Lösung? Die Möglichkeiten in der „virtuellen Welt“, die der moderne Mensch sich erschaffen hat, sind beeindruckend, aber hält auch die moralische Stärke diesem Fortschritt stand? Weibel meint, dass der Mensch an der von ihm selbst geschaffenen künstlichen Umwelt zu scheitern droht.

Im Umgang mit dem Fortschritt mangelt es an Demut, im Umgang mit dem Wissen fehlt uns die Weisheit. Im Blick auf beides ist mir der König Salomo ein Vorbild. Wir lesen über seine Selbsteinschätzung: „Ich bin noch viel zu jung und unerfahren und fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen.“ 1. Könige 3,7 (GNB)

Mit dieser Einstellung trat er vor Gott, um das zu erbitten, wonach er sich am meisten sehnte: „Schenke mir ein Herz, das auf deine Weisung hört.“ (1. Könige 3,9) Gott gab ihm beides, Wissen und Weisheit. Dafür wurde er so berühmt, dass Menschen aus allen Völkern – darunter auch die Königin von Saba – zu ihm kamen, um ihn zu hören! Und als Zugabe beschenkte ihn Gott auch noch mit großem Reichtum (V. 12–13).

Ich sehne mich danach, beides zu sein: weise und bescheiden. Weisheit brauche ich, um beispielsweise das Wissen, das man im Laufe des Lebens erworben hat, richtig zu verarbeiten, und auch, um die vielen Informationen gewichten und sortieren zu können, mit denen wir täglich überflutet werden. Demut brauche ich, damit die Weisheit Gottes deutlicher zum Vorschein kommt und meine Person auf Jesus Christus hinweist und nicht von ihm ablenkt.

Vielen Dank, lieber Gott, dass du uns immer wieder klarmachst, wo es uns mangelt. Danke, dass du uns von der Sucht befreist, glänzen und imponieren zu wollen. Danke, dass du uns hilfst, Lernende zu bleiben – ein Leben lang! Danke, Herr Jesus, dass wir von dir lernen können, von Herzen demütig zu sein (Matthäus 11,29). Danke, dass wir uns in jeder Situation die Weisheit bei dir abholen dürfen, die uns fehlt (Jakobus 1,5)!

(Veröffentlicht in „Atem holen“, S. 201)


 

Overwhelmed by knowledge?

The constant influx of knowledge overwhelms people, according to Peter Weibel, director of the Center for Art and Media Technology in Karlsruhe. To survive the information revolution, he believes humans must enhance the computational power of their brains and sensory organs. However, is this truly the solution? While the capabilities in the virtual world are impressive, does moral strength withstand this progress? Weibel suggests that humans risk failure in the artificial environment they have created.

In dealing with progress, humility is lacking, and in dealing with knowledge, wisdom eludes us. King Solomon serves as an example of humility and wisdom, seeking God’s guidance despite his own shortcomings. Longing to be both wise and humble, we need wisdom to process acquired knowledge and humility to reflect God’s wisdom, drawing attention to Jesus Christ.

Gratitude is expressed for God’s reminders of our deficiencies, for freeing us from the desire to impress, for helping us remain learners for life, and for the opportunity to seek wisdom from Him in every situation. (Abridged with AI support)


 

¿Abrumados por tanto conocimiento?

La constante afluencia de conocimientos abruma a la gente, según Peter Weibel, director del Centro de Arte y Tecnología Mediática de Karlsruhe. Para sobrevivir a la revolución de la información, cree que el ser humano debe aumentar la capacidad de cálculo de su cerebro y sus órganos sensoriales. Pero, ¿es ésta realmente la solución? Aunque las capacidades del mundo virtual son impresionantes, ¿soporta la fuerza moral este progreso? Weibel sugiere que los humanos corren el riesgo de fracasar en el entorno artificial que han creado.

Al tratar con el progreso, falta humildad, y al tratar con el conocimiento, se nos escapa la sabiduría. El rey Salomón sirve de ejemplo de humildad y sabiduría, buscando la guía de Dios a pesar de sus propios defectos. Anhelando ser sabios y humildes a la vez, necesitamos sabiduría para procesar el conocimiento adquirido y humildad para reflejar la sabiduría de Dios.

Agradezco a Dios que me recuerde mis deficiencias, que me libere del deseo de impresionar, que me ayude a seguir aprendiendo durante toda la vida y que me dé la oportunidad de buscar su sabiduría en cualquier situación. (Versión abreviada con ayuda de IA)

Vorsicht: Hobby-Gärtner in action!

Elí wagt sich an die Hecke. Ob das gut ausgeht? (Foto: 21.2.2024)

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Vorsicht: Hobby-Gärtner in action!

Unser Gärtner hat seine wohlverdiente Rente angetreten. Daher durfte/musste ich mich diese Woche dem Beschnitt der Gartenhecke widmen, denn der 1. März steht vor der Tür. Die Hecke ist meterhoch, daher leistet eine Teleskop-Baumschere gute Dienste. Mein Können als Gärtner ist allerdings sehr bescheiden.

Immer, wenn ich mich der Gartenhecke widme, muss ich mich an meine „heroische“ Leistung an einem Herbsttag vor über 25 Jahren erinnern. Am freien Tag war ich stundenlang mit der Hecke beschäftigt und wartete gespannt darauf, was meine Frau von meiner Leistung halten würde. Als sie abends nach Hause kam, war sie entsetzt! Sie wollte nicht glauben, was sie sah: Die teilweise meterhohen Sträucher waren zu zentimeterhohen Stümpfen geschrumpft, von den zwei Obstbäumchen war fast nichts mehr zu sehen.

Verständlich, dass ich die Hecke und die beiden Bäumchen im darauffolgenden Frühjahr fast täglich nach Lebenszeichen absuchte. Es dauerte lange, aber am Ende wurde mein Übereifer doch belohnt. Nicht nur, dass an den Sträuchern und Bäumen reichlich frische Triebe nachwuchsen, die sie später noch buschiger machten; ich hatte auch in Sachen Naturgesetze und Wunder der Schöpfung eine äußerst einprägsame Lektion gelernt.

Nach dieser Erfahrung fällt es mir leichter, dieses Wort aus dem Buch Hiob (14,7) zu verstehen und zu glauben, was darinsteht:

Für einen Baum gibt es immer noch Hoffnung, selbst wenn man ihn gefällt hat; aus dem Stumpf wachsen wieder frische Triebe nach.

Weil es vom Textzusammenhang her nicht nur um Bäume, sondern um Menschen geht, weiß ich nun: Man darf einen Menschen niemals aufgeben, solange er lebt. Wie wenig versprechend oder aussichtslos uns seine Zukunft auch erscheinen mag: Derselbe Gott, der neue Triebe aus einem Baumstumpf wachsen lässt, kann einem Menschen, der sein bisheriges Leben verwirkt hat, zu einem neuen Anfang verhelfen. Gott muss das nicht tun, denn er respektiert unseren freien Willen. Aber er kann es tun, wenn wir es wollen.

Was für eine wunderbare Lektion, die wir im Umgang mit jungen und auch alten Menschen nicht vergessen sollten! Dieses Wunder gilt auch für deine Kinder, für deinen Ehepartner – und für dich! Du brauchst dich nicht aufzugeben, weil Gott dir neues Leben – einen neuen Frühling – schenken kann!


 

Caution: amateur gardener in action!

Our gardener has started his well-earned retirement, so I had to prune this week the garden hedge. The hedge is metres high, so a pair of telescopic pruning shears came in handy. However, my gardening skills are very modest.

Whenever I prune the hedge, I have to remind myself of my “heroic” achievement one autumn day more then 25 years ago. I was busy with the hedge for hours and waited anxiously to see what my wife would think of my achievement. When she came home in the evening, she couldn’t believe what she saw: the bushes, some of which were metres high, had shrunk to centimetre-high stumps and there was almost nothing left of the two fruit trees.

Understandably, I checked the hedge and the two small trees almost daily the following spring for signs of life. It took a long time, but in the end my overzealousness was rewarded. Not only did the bushes and trees grow plenty of fresh shoots, which later made them even bushier, but I had also learnt an extremely memorable lesson in the laws of nature and the wonders of creation. After this experience, it is easier for me to understand this word from the Book of Job (14:7) and to believe what it says:

There is still hope for a tree, even if it has been cut down; fresh shoots grow again from the stump.

Because the context is not just about trees, but about people, I now know that we must never give up on a person as long as they are alive. No matter how unpromising or hopeless his future may seem to us, the same God who makes new shoots grow from a tree stump can help a person who has forfeited his previous life to make a new start. God does not have to do this, because he respects our free will. But he can do it if we want him to.

What a wonderful lesson that we should not forget when dealing with young and old people! This miracle also applies to your children, to your spouse – and to you! You don’t have to give up, because God can give you new life – a new springtime!


 

Cuidado: jardinero aficionado en acción

Nuestro jardinero se ha jubilado. Por ello tuve que dedicarme esta semana a podar el seto del jardín, ya que después del 1 de marzo está prohibido hacerlo. El seto tiene varios metros de altura, así que unas tijeras de podar telescópicas me vinieron de perlas. Sin embargo, mis conocimientos de jardinería son muy modestos. No te fijes demasiado en las fotos.

Cada vez que me ocupo del seto del jardín, tengo que acordarme de mi “hazaña* un día de otoño hace más de 25 años. Después de dedicarme al seto durante horas esperaba ansioso a ver qué pensaba mi mujer de mi trabajo. Cuando llegó a casa por la tarde, no podía creer lo que veía: los arbustos, algunos de los cuales tenían metros de altura, se habían reducido a tocones de centímetros y de los dos árboles frutales no quedaba casi nada.

Comprensiblemente, la primavera siguiente revisé casi a diario el seto y los dos arbolitos en busca de señales de vida. Tardó bastante, pero al final mi celoso trabajo se vio recompensado. No sólo los arbustos y los árboles crecieron con abundantes brotes frescos, que más tarde los hicieron aún más frondosos, sino que también aprendí una lección importante sobre las leyes de la naturaleza y las maravillas de la creación. Después de esta experiencia, me resulta más fácil entender esta palabra del Libro de Job (14:7) y creer en lo que dice:

Aún hay esperanza para un árbol, aunque haya sido cortado; del tronco vuelven a crecer brotes frescos. 

Como el contexto no se refiere sólo a los árboles, sino también a las personas, ahora sé que nunca debemos perder la esperanza en una persona mientras viva. Por muy poco prometedor o desesperanzador que nos parezca su futuro, el mismo Dios que hace crecer nuevos brotes del tocón de un árbol puede ayudar a una persona que ha desperdiciado su vida a empezar de nuevo. Dios no está obligado a hacerlo, porque respeta nuestro libre albedrío. Pero puede hacerlo si nosotros queremos.

¡Qué maravillosa lección que no debemos olvidar cuando tratamos con jóvenes y ancianos! Este milagro también se aplica a tus hijos, a tu cónyuge… ¡y a ti! No tienes que rendirte, porque Dios puede darte una nueva vida: ¡una nueva primavera!

Antisemitismus – Buchbesprechung

Michael Wolffsohns neues Buch.

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Alter und neuer Antisemitismus

Vor wenigen Tagen ist ein kleines Buch (96 Seiten) des bekannten Historikers und Publizisten Michael Wolffsohn erschienen mit dem Titel „Nie wieder? Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus“. Als Reaktion auf den terroristischen Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 herausgegeben, bezeichnet der Verlag (Herder, Freiburg) es als „eine scharfe Abrechnung“ und „leidenschaftlichen Aufruf, nicht billige Empörung zu inszenieren, sondern politische und gesellschaftliche Konsequenzen aus dem alten und neuen Antisemitismus zu ziehen“ (Einbandrückseite).

Im ersten Teil des Buches (S. 7-26) bezeichnet der Autor den Antisemitismus als „die Eintrittskarte in die europäische Gesellschaft“, ja es gehöre zum guten Ton in weiten Kreisen (S. 11 und S. 20). „Schon wieder“ sei insofern richtig und falsch, dass es sich heute nicht nur um deutsche Rechtsextremisten (wie zu Führers Zeiten) handle, sondern mehrheitlich um muslimische Neudeutsche, legitimiert durch alt-einheimisch deutsche Linksextremisten (S. 9). Das barbarische Geschehen am 7. Oktober 2023 lasse die Theodizee-Frage wieder aufleben: „Wie kann ein und derselbe Gott, der DEN Menschen schuf und eben nicht nur Juden oder Muslime, zulassen, dass die einen die anderen ermorden?“ (S. 19)

Die Frage, ob die Juden in Deutschland eine Zukunft hätten, beantwortet er negativ. Das gelte aber auch für die anderen Staaten der Diaspora. Daher sagt er über kurz oder lang einen zweiten Exodus nach Israel vorher – vorausgesetzt, es werde langfristig noch Israel geben, denn „jüdisches Leben ist, wie seit 3000 Jahren, ,Existenz auf Widerruf‘“ (S. 24f.). „Israel ist für die Juden, für alle Juden, erstmals seit rund 2000 Jahren eine Lebensversicherung, die Lebensversicherung.“ (S. 39)

Der zweite Teil des Buches (S. 27-67) enthält zwei Fassungen der Rede vor dem Berliner Abgeordnetenhaus zum 85. Jahrestag des 9. Novembers 1938. Die eine verfasst vor dem 7. Oktober 2023 und die andere danach. In beiden verarbeitet er persönliche-familiäre Erlebnisse. Eine Lehre aus der Shoah habe seine Familie gezogen: „Es reicht nicht, dass Christen Juden tolerieren. Es reicht nicht, Minderheiten zu tolerieren, wir müssen sie akzeptieren. Wir müssen und wollen Muslime inkludieren. Es müssten Christen und Juden auch einheimische Muslime integrieren.“ (S. 32) Zum Thema Vergangenheitsbewältigung schreibt er u.a.: „Das Recht sagt: Alles verjährt. Was sagt die Gerechtigkeit? Recht und Gerechtigkeit, beides hohe Güter. Ein noch höheres Gut ist Versöhnung – und durch Versöhnung innerer Frieden. Kollektiv und individuell.“ (S. 35)

Im Umgang mit Begriffen wie „Nazi“ mahnt er zur Differenzierung: Nicht jeder Andersdenkende sei automatisch ein Nazi. „Wer, wie im politischen Volkssport Deutschlands, leichtfertig jedem bei jeder unpassenden Gelegenheit den Nazi an den Kopf wirft, weiß nichts über oder verniedlicht den wahren Nazismus und macht ihn auf diese Weise zwar nicht gleich salonfähig, doch wählbar und bewirkt Abstumpfung.“ (S. 36)

Skeptisch zeigt sich Wolffsohn im Blick auf die Wirkung von Bildung, um den Antisemitismus zu stoppen: „National- und universalhistorisch ist die Annahme, Bildung fördere Menschlichkeit, leider widerlegt.“ (S. 44) Bildung sei gut und notwendig, „doch naiv ist es, Bildung, ja die Aufklärung als Allheilmittel zu betrachten … Bildung, verstanden als Addition von Wissen, bedeutet keineswegs auch Herzensbildung.“ (S. 52f.) Herzensbildung sei aber kein Schul- oder Universitätsfach, schreibt er später (S. 74) und pointiert formuliert er gegen Ende des Buches: „Wissen und akademische Titel schützen nicht vor Lügen und sind kein Zeichen für Klugheit bzw. Intelligenz.“ (S. 88)

Der Autor scheint die These zu vertreten, dass auf dem Volk der Juden ein Segen liegt, von dem die Nationen profitieren können: „Seit rund 3000 Jahren beweist die Jüdische Weltgeschichte den sogenannten Gastvölkern: Wenn es ihren Juden gut geht, geht es auch ihnen gut und besser, weil Juden in der Regel nicht nur absolut loyale Staatsbürger, sondern auch vorzüglich ausgebildet und deshalb innovativ sind. Das wiederum ist ein wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Modernisierungsmotor. Wo es Juden gut geht, geht es allen gut und besser.“ (S. 45)

Obwohl er auch Kritik an der deutschen Politik übt (z. B. bemängelt er, dass die Sicherheit aller Bürger nicht als staatliche Bringschuld gesehen werde, sondern an die Zivilcourage der Bürger appelliert wird, S. 55), findet Wolffsohn, dass trotz aller Defizite dieses Deutschland das beste Deutschland sei, das es je gab (S. 27) bzw. „ein gutes Deutschland“ (S. 65).

In seiner zweiten Rede bezeichnet Wolffsohn den Antisemitismus in Deutschland als ein „Eigengewächs“, denn es gebe sowohl einen hausgemachten als auch einen importierten Antisemitismus. Zum ersten nennt er Beispiele ehemaliger Bundeskanzler, zum zweiten bemängelt er das Totschweigen der muslimischen Dimension aus moralisch-migrationspolitischen Motiven und geht auf theologische und historische Hintergründe ein (S. 60ff.).

Im dritten Teil des Buches (S. 69-93) geht es darum, wie es von Wut, Empörung und Resignation zum Denken und zum Handeln kommen kann. Dabei ist der erste Satz ernüchternd: „Ein sympathischer Tor, wer meint, der Antisemitismus wäre zu überwinden.“ (S. 69) Überwinden sei nicht möglich, aber eindämmen könne man ihn. Unter anderem durch „funktionale Toleranz“, Sicherheit für alle Bürger, Herzensbildung und Differenzierung.

„Funktionale Toleranz“ beschreibt Wolffsohn als ein Leben und leben lassen, auch wenn einem der Lebensstil des Anderen nicht behagt. „Diese funktionale Toleranz ist alles andere als perfekt, doch sie ist vor allem nicht tödlich. Wie im Straßenverkehr. Ich muss meinen Nächsten nicht lieben, ich ihn (aus meinem geschlossenen Auto) mit Schimpfworten überhäufen, ohne dass er meine Flüche hört. Er schießt nicht auf mich und ich nicht auf ihn, und der Straßenverkehr fließt. Wir mögen uns nicht, was auch unsere Körper- und ,Autosprache‘ signalisiert, aber wir beide halten an der Ampel bei Rot. Regelbrüche werden bestraft. Unabhängig von Herkunft und ,kulturellem Hintergrund‘. Funktionale Toleranz entspricht nicht dem Toleranzideal, ist jedoch weitaus besser als gar keine Toleranz.“ (S. 71)

Ich habe dieses kleine Buch mit persönlichem Gewinn gelesen. Manche Zusammenhänge waren mir nicht bewusst. Meines Erachtens ist das Buch weder polemisch noch unangemessen parteiisch. Klar, Michael Wolffsohn ist jüdischer Abstammung und hat in der israelischen Armee gedient. Studiert hat er aber nicht nur in Tel Aviv, sondern auch in Berlin und New York. Er macht auf mich einen versöhnten Eindruck, was auch durch sein Engagement im gemeinnützigen deutsch-jüdisch-islamisch-interkulturellen Kultur- und Integrationsprojekt „Gartenstadt Atlantic“ in Berlin (zusammen mit seiner Frau) zum Ausdruck kommt. Sein Buch hinterlässt nicht Hoffnungslosigkeit oder Resignation, sondern Zuversicht, denn „Das Gute bzw. Ethische, Moralische mag im Hier und Heute untergehen, langfristig obsiegt es“, sowie es bei Jesus nicht alles mit dem erbärmlichen Kreuzestod als Niederlage endete, sondern es durch die Auferstehung von der Niederlage zum Sieg kam (S. 81).

edp, 16.02.2024

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, auch als EPUB verfügbar.

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., geb. 1947, ist Historiker und Publizist. Von 1981 bis 2012 arbeitete er als Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. kürte der Deutsche Hochschulverband Michael Wolffsohn 2017 zum Hochschullehrer des Jahres.


 

Old and new anti-Semitism

Book review. Summary. The book “Nie wieder? Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus” [Never again? Again! Old and new anti-Semitism ]by Michael Wolffsohn addresses the resurgence of antisemitism in Europe, particularly in the context of the terrorist attack by Hamas on October 7, 2023. Wolffsohn argues that antisemitism remains prevalent and has evolved, with a significant portion now originating from Muslim communities, often supported by left-wing extremists. He predicts a potential second exodus to Israel. The book also contains two versions of a speech reflecting on the Holocaust and the need for reconciliation and inclusion of minorities. Overall, the book also discusses the importance of tolerance (“functional tolerance”), education, and differentiated discourse in combating antisemitism, while acknowledging the challenges and complexities involved. It concludes with a message of hope, emphasizing the triumph of ethical values in the long run.

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, also available as EPUB.

Michael Wolffsohn, Prof Dr, born in Tel Aviv in 1947, is a historian and journalist. From 1981 to 2012, he was Professor of Modern History at the University of the Federal Armed Forces in Munich. He has received numerous prizes and awards, including being named University Lecturer of the Year by the German University Association in 2017.


 

Viejo y nuevo antisemitismo

Reseña de libro (resumida). El libro “¿Nie wieder? ¡Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus” [¿Nunca más? ¡Otra vez! Viejo y nuevo antisemitismo ] de Michael Wolffsohn aborda el resurgimiento del antisemitismo en Europa, especialmente en el contexto del atentado terrorista perpetrado por Hamás el 7 de octubre de 2023. Wolffsohn sostiene que el antisemitismo sigue siendo frecuente y ha evolucionado, y que una parte significativa procede ahora de comunidades musulmanas, a menudo apoyadas por extremistas de izquierda. Predice un posible segundo éxodo a Israel. El libro también contiene dos versiones de un discurso en el que reflexiona sobre la necesidad de reconciliación e inclusión de las minorías. El autor también analiza la importancia de la tolerancia (“tolerancia funcional”), la educación y el discurso diferenciado en la lucha contra el antisemitismo, al tiempo que reconoce los retos y las complejidades que entraña. Concluye con un mensaje de esperanza, haciendo hincapié en el triunfo de los valores éticos a largo plazo.

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, también disponible en formato EPUB.

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., nacido en 1947 en Tel Aviv, es historiador y periodista. De 1981 a 2012 trabajó como profesor de Historia Moderna en la Universidad de las Fuerzas Armadas Federales de Múnich. Ha recibido numerosos premios y galardones, entre ellos el de Profesor Universitario del Año otorgado por la Asociación Alemana de Universidades en 2017.

Dein Bart stört mich!

Meiner Frau gefiel mein Bart gut. (Foto: Standesamtliche Trauung 1976 in Darmstadt)

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„Dein Bart stört mich!“ Heute schon gemeckert?

Als junger Pastor habe ich bereits einen Bart getragen – zum Leidwesen eines älteren männlichen Gemeindegliedes, das strikt gegen Bärtige auf der Kanzel war. Weil meine Mutter damals meinen Bart nicht so toll fand, habe ich ihn zu Beginn eines längeren Urlaubs abrasiert. Das neue Aussehen gefiel weder mir noch meiner Frau, daher habe ich ihn wieder wachsen lassen – trotz der Ansichten des Gemeindegliedes und der Bemerkungen meiner Mutter.

Ist es nicht bedauerlich, dass wir häufig so viel Energie dafür ausgeben (und sei es nur gedanklich), uns über Dinge aufzuregen, die bei genauer Betrachtung irrelevant sind? Ich denke an Äußerlichkeiten oder Lebensstilfragen, die uns über andere Menschen die Stirn runzeln lassen. Und die, bewusst oder unbewusst, Barrieren oder gar Mauern entstehen lassen.

Der Apostel Paulus gab den Christen in der Stadt Philippi folgenden Rat (Philipper 4,8 Bibelübersetzung Neues Leben):

Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.

Wäre es nicht viel effektiver und schöner, das Augenmerk auf die positiven Eigenschaften des Gegenübers zu richten? Auf das, was „liebenswert und bewunderungswürdig“ ist? Auf das, was eine „Auszeichnung und Lob“ verdient?

Jesus war ein Spezialist darin, das Positive in Menschen zu erkennen, sogar im bescheidenen Ansatz, um das zu fördern und sie zu motivieren. Hätte er sich mit meinem kritischen Blick auf die Suche nach Mitarbeitern für sein Team begeben, hätte er keine zwölf Männer rekrutieren können – vermutlich nicht einmal drei! Mich hätte er zweitausend Jahre später auch aussortiert.

Es ist bitter, dass wir die Macken an unseren Mitmenschen sofort erkennen und uns darüber ärgern, äußerst träge aber darin sind, das zu erkennen, was liebenswert und bewunderungswürdig ist. Da können wir noch viel von Jesus lernen.
Zu achten ist diesbezüglich darauf, welchen Einflüssen wir uns aussetzen: Lassen wir uns nicht von denen anstecken, die vehement die Suche nach dem Haar in der Suppe betreiben! Zum Thema Macken schreibt der US-amerikanische Bestsellerautor Max Lucado: „Wenn wir nachsichtig miteinander umgehen, bewahren wir uns unsere Freude … Das ist doch leicht, oder? Nein, ist es nicht. Aber es ist wichtig. Das Leben ist zu kostbar und zu kurz, um sich die ganze Zeit aufzuregen.“

Dem habe ich nichts hinzuzufügen außer der Bitte an Gott, er möge mir helfen, nachsichtiger zu sein und das Positive an meinen Mitmenschen zu erkennen und zu fördern.


 

“Your beard bothers me!” Already grumbling today?

As a young pastor, I already had a beard – to the chagrin of an older male member of the church who was strictly against beards in the pulpit. Because my mother didn’t like my beard back then, I shaved it off at the beginning of a long holiday. Neither I nor my wife liked the new look, so I let it grow back – despite the views of the church member and my mother’s comments.

Isn’t it sad that we often spend so much energy (even if only mentally) getting upset about things that are irrelevant on closer inspection? I’m thinking of outward appearances or lifestyle issues that make us frown at other people. And which, consciously or unconsciously, create barriers or even walls.

The apostle Paul gave the following counsel to the Christians in the city of Philippi (Philippians 4:8):

Think about what is noble, right and pure. Think about what is lovely and worthy of respect. If anything is excellent or worthy of praise, think about those kinds of things.

Wouldn’t it be much more effective and beautiful to focus on the positive qualities of the other person? On what is “lovely and worthy of respect”?

Jesus was a specialist in recognising the positive in people, even in a humble beginning, in order to encourage and motivate them. If he had set out to find people for his team with my critical eye, he would not have been able to recruit twelve men – probably not even three! Two thousand years later, he would have discarded me too.

It is bitter that we immediately recognise the flaws in our fellow human beings and get angry about them, but are extremely slow to recognise what is lovable and admirable. We can still learn a lot from Jesus in this respect.
In this respect, we need to pay attention to the influences we expose ourselves to: Let us not be infected by those who vehemently search for the fly in the ointment! The US bestselling author Max Lucado writes on the subject of quirks: “If we treat each other with forbearance, we preserve our joy … That’s easy, isn’t it? No, it’s not. But it is important. Life is too precious and too short to be upset all the time.”

I have nothing to add to this except to ask God to help me to be more forgiving and to recognise and promote the positive in my fellow human beings.


 

“¡Tu barba me molesta!” ¿Ya has refunfuñado hoy?

Cuando era un joven pastor, ya llevaba barba, para disgusto de un hombre mayor de la congregación que estaba estrictamente en contra de las barbas en el púlpito. Como a mi madre no le gustaba mi barba de entonces, me la afeité al principio de unas largas vacaciones. Ni a mí ni a mi mujer nos gustaba el nuevo aspecto, así que dejé que volviera a crecer, a pesar de las opiniones del miembro de la iglesia y de los comentarios de mi madre.

¿No es lamentable que a menudo gastemos tanta energía (aunque sólo sea mentalmente) disgustándonos por cosas que, bien miradas, son irrelevantes? Estoy pensando en la apariencia externa o en cuestiones de estilo de vida que nos hacen fruncir el ceño ante otras personas. Y que, consciente o inconscientemente, crean barreras o incluso muros.

El apóstol Pablo dio el siguiente consejo a los cristianos de la ciudad de Filipos (Filipenses 4:8):

Pensad más sobre lo que es verdadero, respetable, justo, puro, amable, digno de admiración, en fin, sobre todo lo que sea excelente o merezca elogio.

¿No sería mucho más efectivo y hermoso centrarse en las cualidades positivas de la otra persona? ¿En lo que es “amable y digno de admiración”?

Jesús era un especialista en reconocer lo positivo de las personas, incluso en los comienzos humildes, para animarlas y motivarlas. Si se hubiera puesto a buscar personas para su equipo con mi ojo crítico, no habría sido capaz de reclutar a doce hombres, ¡probablemente ni siquiera a tres! Dos mil años después, también me habría descartado a mí.

Es amargo que reconozcamos inmediatamente los defectos de nuestros semejantes y nos enfademos por ello, pero seamos extremadamente lentos para reconocer lo que es amable y digno de admiración. Todavía podemos aprender mucho de Jesús.
A este respecto, debemos prestar atención a las influencias a las que nos exponemos: No nos dejemos contagiar por quienes buscan con vehemencia la mosca en el ungüento. El autor estadounidense Max Lucado escribe sobre el tema de las rarezas: “Si nos tratamos con benevolencia, conservamos nuestra alegría… Eso es fácil, ¿no? No, no lo es. Pero es importante. La vida es demasiado preciosa y demasiado corta para estar constantemente disgustado”.

No tengo nada que añadir a esto, salvo pedir a Dios que me ayude a ser más comprensivo y a reconocer y promover lo positivo en mis semejantes.

28 Jahre vergeudet!

Nachbau der Höhle, in der sich Yokoi versteckte.

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Er vergeudete 28 Jahre seines Lebens, so lange verbrachte er im Dschungel versteckt: der japanische Unteroffizier Yokoi Shōichi. Mit anderen Soldaten seiner Einheit versteckte er sich auf der Insel Guam im Sommer 1944. Zuerst erfuhr er nicht von der Kapitulation Japans, acht Jahre später traute er der Information eines Flugblattes nicht bzw. hielt eine persönliche Kapitulation für unehrenhaft. Nach weiteren zwölf Jahren starben seine beiden letzten Gefährten und so harrte er allein weiter aus: Er lebte in einer kleinen, selbst gegrabenen Erdhöhle und ernährte sich unter anderem von Nüssen, Schnecken, Fröschen, Krebsen, Vögeln und Ratten.

Am 24. Januar 1972, also am vergangenen Mittwoch vor 52 Jahren, wurde er schlussendlich von Fischern entdeckt. Das Medienaufsehen war riesengroß! Wie bitter, so viel Zeit in selbstgewählter Isolation und in einem unwürdigen Zustand zu verbringen, obwohl er ein Leben in Freiheit hätte genießen können!

Nicht weniger bitter ist die Tatsache, dass so viele Menschen heute eine Existenz zweiter oder dritter Klasse dahinfristen, weil sie nicht erfahren haben oder nicht glauben wollen: Gott hat Frieden mit den Menschen geschlossen! Jeder darf sein selbst-gewähltes Gefängnis der Angst, der Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit verlassen, ein Leben in Freiheit und Würde führen und sich über die Aussicht freuen, die Ewigkeit im Reich Gottes zu verbringen. Dort, wo es keinen Krieg und keine Katastrophen, keine Krankheit und keinen Tod geben wird.

Diese gute Nachricht darf jeder als „Botschafter“ des Himmels weitergeben, der diese Befreiung erfahren hat. Daher schrieb der Apostel Paulus vor 2000 Jahren an die Christen in der griechischen Stadt Korinth (2. Korinther 5,20 Neues Leben Bibel):

So sind wir Botschafter Christi, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen. Wir bitten inständig, so, als würde Christus es persönlich tun: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“

Yokoi konnte sich bei seiner Befreiung nicht richtig freuen, weil er sich dafür schämte, nicht im Krieg gefallen zu sein, daher sagte er: „Es ist mir sehr peinlich, lebend zurückzukehren.“ Keiner von uns muss sich dafür schämen, die Freiheit unverdienterweise in Anspruch zu nehmen, die Gott uns anbietet.

Yokoi lebte noch 25 Jahre nach seiner Rückkehr in die Zivilisation: Er heiratete, arbeitete als Überlebenstrainer und schrieb Ratgeber über gesunde Ernährung. So hat seine Geschichte ein gewisses Happy End gehabt. Trotz allem.


 

28 wasted years!

He wasted 28 years of his life, spending that long hiding in the jungle: Japanese non-commissioned officer Yokoi Shōichi. Together with other soldiers from his unit, he went into hiding on the island of Guam in the summer of 1944. At first he did not learn of Japan’s surrender, but eight years later he did not trust the information in a leaflet and considered a personal capitulation dishonourable. After another twelve years, his last two companions died and so he endured alone: He lived in a small burrow he had dug himself and fed on nuts, snails, frogs, crabs, birds and rats, among other things.

On 24 January 1972, 52 years ago last Wednesday, he was finally discovered by fishermen. The media attention was huge! How bitter to spend so much time in self-imposed isolation and in an inhumane conditions when he could have enjoyed a life in freedom!

No less bitter is the fact that so many people today live a second or third class existence because they have not heard or do not want to believe: God has made peace with mankind! Everyone can leave their self-imposed prison of fear, disorientation and hopelessness, lead a life of freedom and dignity and enjoy the perspective of spending eternity in the kingdom of God. Where there will be no war and no catastrophes, no illness and no death.

Anyone who has experienced this deliverance can pass on this good news as an “ambassador” from heaven. This is why the apostle Paul wrote to the Christians in the Greek city of Corinth 2000 years ago (2 Corinthians 5:20):

So we are Christ’s ambassadors, and God uses us to speak through us. We ask fervently, as if Christ were doing it personally: ” Let yourselves be reconciled to God!”

Yokoi couldn’t really rejoice at his liberation because he was ashamed of not having fallen in the war, so he said, “I’m very embarrassed to come back alive.” None of us need to be ashamed of undeservedly claiming the freedom that God offers us.

Yokoi lived for 25 years after his return to civilisation: he married, worked as a survival trainer and wrote guidebooks on healthy eating. So his story had something of a happy ending. Despite everything.


 

¡28 años desperdiciados!

Desperdició 28 años de su vida, pasando ese tiempo escondido en la selva: el suboficial japonés Yokoi Shōichi. Junto con otros soldados de su unidad, se escondió en la isla de Guam en el verano de 1944. Al principio no se enteró de la capitulación de Japón, ocho años después no se fiaba de la información de un panfleto y consideraba deshonrosa una rendición personal. Al cabo de otros doce años, murieron sus dos últimos compañeros, por lo que perseveró solo: Vivía en una pequeña madriguera que él mismo había cavado y se alimentaba, entre otras cosas, de nueces, caracoles, ranas, cangrejos, pájaros y ratas.

El 24 de enero de 1972, hace ahora 52 años, fue descubierto por unos pescadores. La atención mediática fue enorme. ¡Qué amargo pasar tanto tiempo en un aislamiento autoimpuesto y en una condición indigna cuando podría haber disfrutado de una vida en libertad!

No menos amargo es el hecho de que tantas personas vivan hoy una existencia de segunda o tercera clase porque no han sabido o no quieren creer: ¡Dios ha hecho las paces con la humanidad! Todos pueden salir de su prisión autoimpuesta de miedo, desorientación y desesperanza, llevar una vida de libertad y dignidad y disfrutar de la perspectiva de pasar la eternidad en el reino de Dios, donde no habrá guerras ni catástrofes, ni enfermedades ni muerte.

Cualquiera que haya experimentado esta liberación debe transmitir esta buena noticia como “embajador” del cielo. Por eso el apóstol Pablo escribió a los cristianos de la ciudad griega de Corinto hace 2000 años (2 Corintios 5:20):

Así que somos embajadores de Cristo, y Dios se sirve de nosotros para hablar a través de nosotros. Pedimos con fervor, como si Cristo lo hiciera personalmente: “¡Reconciliaos con Dios!”.

Yokoi no conseguía alegrarse de su liberación porque se avergonzaba de no haber caído en la guerra, así que dijo: “Me da mucha vergüenza volver vivo”. Ninguno de nosotros tiene por qué avergonzarse de aceptar inmerecidamente la libertad que Dios nos ofrece.

Yokoi vivió 25 años tras su regreso a la civilización: se casó, trabajó como entrenador de supervivencia y escribió guías sobre alimentación sana. Así que su historia tuvo algo parecido a un final feliz. A pesar de todo.

Geschenk verweigert!

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Habt ihr jemals ein Geschenk abgelehnt? Seid ihr mit euren Weihnachtsgeschenken zufrieden? In vielen Städten gibt es seit dem 2. Januar regen Kundenverkehr in den Geschäften. Manche lösen Geschenkgutscheine ein, viele kommen, um Geschenke umzutauschen, die nicht gefallen oder nicht passen. Den Spaniern stehen die Umtauschaktionen noch bevor, denn dort findet erst am 6. Januar (am Tag der heiligen Drei Könige) die größte und teuerste Bescherung des Jahres statt. (Mehr darüber.)

Bei sehr anspruchsvollen Empfängern landen viele Päckchen direkt in die Kiste „Zum Weiterschenken“. Unausgepackt! Hoffentlich steckt nicht ein teurer, besonders wertvoller Gegenstand in der unauffälligen Verpackung!

Es gibt ein Geschenk, dessen Preis unmöglich zu beziffern ist, das aber von den meisten heutzutage unausgepackt bleibt: die Liebe Gottes, sichtbar, hörbar und fühlbar geworden in einer Person – Jesus von Nazareth. Zuerst als Kind in der Krippe zu bestaunen, später als machtvoller, zum Teil unbequemer Redner zu hören, am Ende als Retter der Welt am Kreuz hängend. Noch neben dem Kreuz nahmen ein Verbrecher und ein römischer Soldat dieses Geschenk Gottes dankbar an und für sie begann ein völlig neues Leben. Das Kreuz war aber für Jesus Christus nicht das Ende. Einige Stunden später auferstanden, ist er nun im Himmel der Ansprechpartner für jeden, der dieses Geschenk der Liebe Gottes gern annimmt, weil er spürt: Ohne Gott endet das Leben im Nichts.

Dass viele dieses Geschenk Gottes an die Menschheit ablehnen würden, ist seit knapp 2000 Jahren in der Bibel zu lesen: Gott wurde Mensch und kam auf die Erde, um unter den Menschen als einer von ihnen zu leben; sehr viele lehnten ihn ab. Jenen aber, die ihn als Retter anerkannten, gab er einen neuen Status: erbberechtigte Königskinder, Kinder des Höchsten im Universum (nach Johannes 1,11-14).

Jesus Christus bezeichnete sich als das Licht der Welt: Wer in unserer orientierungslosen, unruhigen Zeit ihn, das Licht der Welt, ablehnt, gleicht einem Menschen, der die Sonne ausknipst, um mit einer Kerze in der Hand seinen Weg fortzusetzen. Die Annahme eines Geschenks zu verweigern, mag im Alltag berechtigt sein. Im Blick auf das Angebot Gottes hat dieses Verweigern tödliche Folgen!


 

Gift refused!

Are you happy with your Christmas presents? In many cities, there has been a lot of customer traffic in the shops since 2 January. Some are redeeming gift vouchers, many are coming to exchange gifts that they don’t like or don’t fit. In Spain, the exchange campaigns are still to come, as the biggest and most expensive gift-giving of the year does not take place until 6 January (the day of the Three Wise Men). (More here)

For very sophisticated receivers, many presents end up directly in the “To give away” box. Unwrapped! Hopefully there is not an expensive, particularly valuable item in the inconspicuous packaging!

There is a gift whose price is impossible to quantify, but which remains unwrapped by most people today: the love of God, made visible, audible and tangible in one person – Jesus of Nazareth.
First to be wondered at as a child in the manger, later to be heard as a powerful, sometimes uncomfortable speaker, and finally hanging on the cross as the Saviour of the world. Next to the cross, a criminal and a Roman soldier gratefully accepted this gift from God and a completely new life began for them. But the cross was not the end for Jesus Christ. Resurrected a few hours later, he is now the contact person in heaven for everyone who gladly accepts this gift of God’s love because they feel that without God, life ends in emptiness.

The fact that many would reject this gift from God to humanity has been written in the Bible for almost 2000 years: God became man and came to earth to live among mankind as one of them; very many rejected him. But to those who accepted him as Saviour, he gave them a new status: royal children entitled to inherit, children of the Most High in the universe (according to John 1:11-14).

Jesus Christ described himself as the light of the world: anyone who rejects him, the light of the world, in our disorientated, restless times is like a person who turns off the sun in order to continue on his way with a candle in his hand. Refusing to accept a gift may be justified in everyday life. In view of God’s offer, this refusal has deadly consequences!


 

¡Regalo rechazado!

¿Estás contento con tus regalos de Navidad? En muchas ciudades aquí en Alemania, desde el 2 de enero hay mucha afluencia de clientes en las tiendas. Algunos están canjeando cheques regalo, muchos vienen a cambiar regalos que no les gustan o no les quedan bien. Para los españoles, las devoluciones o intercambios están aún por llegar, ya que allí la mayor y más cara entrega de regalos del año no tiene lugar hasta el 6 de enero (día de los Reyes Magos). (Más aquí)

Para los agraciados más refinados, muchos paquetes acaban directamente en el cajón “Para regalar”. Sin desenvolver. Esperemos que en el discreto envoltorio no haya un artículo caro o especialmente valioso.

Hay un regalo cuyo precio es imposible de cuantificar, pero que la mayoría de la gente sigue sin desenvolverlo: el amor de Dios, hecho visible, audible y tangible en una persona: Jesús de Nazaret.
Primero para ser contemplado como bebé en un pesebre, más tarde para ser escuchado como un orador poderoso, a veces incómodo, y finalmente colgado de la cruz como el Salvador del mundo. Junto a la cruz, un criminal y un soldado romano aceptaron agradecidos este regalo de Dios y comenzó para ellos una vida completamente nueva. Pero la cruz no fue el final para Jesucristo. Resucitado unas horas después, ahora es la persona de contacto en el cielo para todos los que aceptan de buen grado este regalo del amor de Dios porque sienten que sin Él, la vida termina en la nada.

El hecho de que muchos rechacen este regalo de Dios a la humanidad está escrito en la Biblia desde hace casi 2000 años: Dios se hizo hombre y vino a la tierra a vivir entre los hombres como uno de ellos; muchos le rechazaron. Pero a los que le aceptaron como Salvador, les dio un nuevo estatus: hijos reales con derecho a heredar, hijos del Altísimo en el universo (según Juan 1:11-14).

Jesucristo se describió a sí mismo como la luz del mundo: quien le rechaza a Él, la luz del mundo, en nuestros tiempos desorientados e inquietos es como quien apaga el sol para seguir su camino con una vela en la mano. Rechazar un regalo puede estar justificado en la vida cotidiana. Tratándose de la oferta de Dios, ¡este rechazo tiene consecuencias mortales!