Cäsarea Maritima „schreibt“ Geschichte

Im 3. Beitrag der Reihe DIE ZUVERLÄSSIGKEIT DER BIBEL geht es um die Frage, ob Pontius Pilatus nur eine literarische Figur oder eine reale Person gewesen ist. Die Antwort lieferte 1961 ein Stein, der in Cäsarea Maritima am Mittelmeer entdeckt wurde: eine beeindruckende Ausgrabungsstätte! (Fotos anklicken zum Vergrößern.)

 

The third article in the series THE RELIABILITY OF THE BIBLE examines the question of whether Pontius Pilate was merely a literary figure or a real person. The answer was provided in 1961 by a stone discovered in Caesarea Maritima on the Mediterranean coast: an impressive archaeological site!

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En la tercera parte de la serie LA FIABILIDAD DE LA BIBLIA se aborda la cuestión de si Poncio Pilato fue solo un personaje literario o una persona real. La respuesta la dio en 1961 una piedra descubierta en Cesarea Marítima, a orillas del Mediterráneo: ¡un yacimiento arqueológico impresionante!

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Die Lage direkt am Mittelmeer ist sehr schön und bei jeder Besichtigung der archäologischen Stätte auf halbem Weg zwischen Tel Aviv und Haifa gibt es etwas Neues zu entdecken.

Zu Ehren des Kaisers Augustus (Caesar) gebaut

Kurz vor der Zeitenwende von Herodes dem Großen gegründet, stattete er sie mit einer Vielzahl von Bauwerken sehr luxuriös aus. Außerdem ließ er einen Hafen anlegen, damals der zweitgrößte im Mittelmeerraum. (Hobbytaucher fanden 2015 fast 2000 Goldmünzen mit einem Gewicht von insgesamt neun Kilo.) Weiter baute Herodes einen Tempel, einen Palast, ein Theater mit damals ca. 4.000 Plätzen (das älteste in Israel gefundene Theater). Darüber hinaus wurden Bäder, Geschäftsstraßen und eine Pferderennbahn (Hippodrom) mit 10.000 Sitzplätzen ausgegraben. Außerdem ein Aquädukt, das die Stadt mit Wasser aus dem Karmelgebirge versorgte.

Hier könnte einmal der Palast des Herodes gestanden haben. (Foto: edp, 2022)
Das Mittelmeer ist nicht immer ganz ruhig, aber immer schön. (Foto: 2022)
Das wiederaufgebaute Amphitheater hat heute 15.000 Sitzplätze. Hier werden Musik- und Theateraufführungen vor der Kulisse des Mittelmeers veranstaltet. (Foto: edp, 2019+2022)
Das Hippodrom diente während der ganzen römischen Zeit für Pferderennen, Sportwettbewerbe und Unterhaltungsveranstaltungen. Die Arena war 250 m lang und 50 m breit und hatte in zwölf Reihen 10.000 Sitzplätze. (Foto: edp, 2022)
Nördlich des eigentlichen Stadtgebietes stehen die Überreste eines sechs Kilometer langen Aquädukts, das die Stadt mit Wasser aus dem etwa zehn Kilometer entfernten Karmelgebirge versorgte. (Foto: edp, 2019)
Mehrfach in der Bibel erwähnt

In Cäsarea Maritima wurde biblische Geschichte geschrieben: Das Neue Testament berichtet davon, wie Petrus zum Hauptmann Kornelius gesandt wurde, um ihm von Jesus zu erzählen, und wie er ihn als den ersten Nichtjuden taufte (Apostelgeschichte 10). Hier verbrachte Paulus zwei Jahre im Gefängnis, bevor er nach Rom zum Kaiser Nero aufbrechen durfte (Apostelgeschichte 27).

Pontius Pilatus: Mythos oder reale Person?

Lange Zeit bewegte sich Pontius Pilatus im Spannungsfeld zwischen Überlieferung und Skepsis. Bekannt vor allem aus den biblischen Evangelien als römischer Statthalter, der die Kreuzigung Jesu anordnete, galt seine historische Existenz für viele Forscher über Jahrhunderte hinweg als unsicher. Außerhalb religiöser Texte gab es nur literarische Belege bei Flavius Josephus und Tacitus. Kritiker zweifelten daran, ob es sich bei Pilatus um eine reale Person oder eine literarische Figur handelte.

Ein sensationeller Fund

Das änderte sich schlagartig im Jahr 1961. Bei archäologischen Ausgrabungen im Theater von Cäsarea Maritima stießen italienische Archäologen auf einen unscheinbaren Kalksteinblock, ursprünglich einfach eine Treppenstufe im Amphitheater – heute bekannt als der „Pilatus-Stein“. Die Inschrift darauf, wenn auch teilweise beschädigt, enthielt eine eindeutige Widmung: den Namen „Pontius Pilatus“ sowie seinen Titel als Präfekt von Judäa.

Die Inschrift lautet: …S TIBERIEVM …NTIVS PILATVS …ECTVS IVDAEAE …E´… (Buchstaben fehlen; V = U). Als Rekonstruktion des Textes wurde 1964 vorgeschlagen: „Pontius Pilatus, Präfekt von Judäa, erbaute (und) weihte das Tiberieum den seligen Göttern“. (Foto: edp, 2019)
Der Pilatus-Stein in Cäsarea Maritima ist eine Kopie: Das Original wird im Israel-Museum in Jerusalem gezeigt. (Foto: edp, 2022)
Die Archäologie bestätigt die Bibel

Dieser Fund war eine kleine Sensation. Er lieferte erstmals einen direkten, zeitgenössischen Beleg aus der römischen Verwaltung selbst – unabhängig von religiösen Quellen. Damit wurde aus einer lange umstrittenen Figur eine historisch greifbare Persönlichkeit. Der Stein verband schriftliche Überlieferung mit archäologischer Realität und zeigte, wie eng politische Macht, religiöse Geschichte und archäologische Forschung miteinander verflochten sind. Ein einzelnes Artefakt kann jahrhundertelange Debatten verändern: Pilatus gehört nun zu den biblischen Personen, deren Existenz sowohl literarisch als auch archäologisch eindeutig bestätigt ist. Pontius Pilatus gilt nicht mehr als bloße Figur der Überlieferung, sondern als historisch belegter römischer Beamter – ein Beispiel dafür, wie Archäologie die Bibel bestätigt!

Siehe auch:

Beiträge der Reihe DIE ZUVERLÄSSIGKEIT DER BIBEL:

  • 01 Belsazar – eine Märchenfigur? i.V.
    Lange Zeit wurde der babylonische König Belsazar von Bibelkritikern als literarische Figur betrachtet … bis zur Entdeckung des sogenannten Nabonid-Zylinders.
  • 02 Petra: Die legendäre Wüstenstadt
    Petra ist eines der sieben modernen Weltwunder. In dieser Ruinenstadt hat sich eine biblische Vorhersage (Prophezeiung) auf erstaunlicher Weise erfüllt.
  • 03 Cäsarea Maritima „schreibt“ Geschichte

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Elí Diez-Prida online
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