Neunte Minute im WM-Spiel Argentinien gegen Österreich. Elfmeter für Argentinien. Im Stadion herrscht gespannte Stille. Einer der größten Fußballer aller Zeiten läuft an: Lionel Messi. Millionen Augenpaare verfolgen den Schuss. Doch dann geht ein hörbares Raunen durch das Stadion: Messi schießt vorbei. Das Tor um wenige Zentimeter verfehlt.
Ein Fehlschuss. Mehr nicht. Und doch erinnert mich diese Szene an ein interessantes Wort aus dem Neuen Testament. Das griechische Wort „hamartía“, das meist mit „Sünde“ übersetzt wird, bedeutet ursprünglich: ein Ziel verfehlen. Viele Menschen verbinden mit dem Begriff „Sünde“ vor allem Verbote, Regeln oder moralische Fehler. Das griechische Grundwort beschreibt jedoch zunächst etwas anderes: Da ist ein Ziel vorgegeben, aber es wird nicht getroffen.
Das kennen wir alle. Nicht nur auf dem Fußballplatz:
- Wir nehmen uns vor, geduldiger zu sein – und werden doch laut.
- Wir möchten ehrlich sein – und verschweigen die Wahrheit.
- Wir wollen Zeit für Menschen haben, die uns wichtig sind – und vertrödeln Stunden mit Dingen, die am Ende keine Bedeutung haben.
- Wir möchten lieben, helfen, vergeben, verstehen – und schaffen es oft nicht.
Wir verfehlen Ziele. Nicht immer absichtlich. Manchmal aus Schwäche, manchmal aus Bequemlichkeit, manchmal aus Angst oder Gedankenlosigkeit.
Auch die Bibel beschreibt die Beziehung zwischen Mensch und Gott in dieser Weise. Gott hat sich das Leben des Menschen als etwas Gutes, Vertrauensvolles und Liebendes gedacht. Doch wir bleiben hinter diesem Ziel zurück. Wir leben oft so, als kämen wir auch ohne ihn aus. Wir drehen uns um unsere eigenen Interessen und verlieren dabei den Blick für das, was wirklich wichtig ist. Die Folgen spüren nicht nur wir selbst.
- Wer das Ziel der Liebe verfehlt, verletzt andere Menschen.
- Wer das Ziel der Ehrlichkeit verfehlt, zerstört Vertrauen.
- Wer das Ziel der Barmherzigkeit verfehlt, hinterlässt Wunden.
Viele Konflikte in Familien, Freundschaften oder sogar zwischen ganzen Völkern entstehen letztlich dadurch, dass Menschen an den eigentlichen Zielen des Lebens vorbeileben.
Der Fehlschuss eines Fußballstars ist nach wenigen Minuten vergessen (bei Messi zum Beispiel, als er 30 Minuten später das erste Tor für Argentinien schoss und in der 90. Minute auch noch das zweite). Das Spiel geht weiter. Im Leben tragen verfehlte Ziele manchmal längere Folgen nach sich. Aber gerade deshalb ist es wichtig, sie ehrlich wahrzunehmen.
Die gute Nachricht des christlichen Glaubens beginnt nicht damit, dass Menschen perfekt sein müssten. Sie beginnt mit der ehrlichen Einsicht: Ja, wir verfehlen immer wieder das Ziel. Doch Gott schreibt uns deshalb nicht ab. Er lädt uns ein, neu anzufangen, Kurskorrekturen vorzunehmen und uns wieder an dem auszurichten, was wirklich zählt. Vielleicht ist das eine der wichtigsten Fragen überhaupt: Auf welches Ziel richte ich mein Leben eigentlich aus? Und treffe ich es noch? Denn selbst die Größten können daneben schießen. Messi ebenso wie wir. (KI-unterstützt verfasst)
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