HINGESCHAUT. (9)
Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.
Das hat man davon, wenn man nicht genau auf die Verkehrszeichen achtet! Als ich kürzlich den jüdischen Friedhof besuchte, parkte ich gegenüber und „entdeckte“, dass es bis zum Klinikum nur 100 Meter sind. „Super“, dachte ich mir, „wenn ich das nächste Mal hin muss, kann ich hier kostenlos parken und mir die Parkhausgebühren sparen!“
Das nächste Mal war jetzt am Montag. Ich blieb dort für eine Nacht, freute mich über den kurzen Weg zum Auto – und dann kam der Schock, als ich mir die zwei Verwarnungszettel unter dem Scheibenwischer ansah. Kleine Verwarnungen (z. B. über zehn Euro) habe ich manchmal gehabt. Aber was las ich da? Zweimal 55,00 Euro! Für den Montag 55,00 und für den Dienstag denselben Betrag!
Ich fiel aus allen Wolken, war mir keiner Schuld bewusst: Ich blockierte keine Einfahrt, daneben standen andere Autos, sogar ein Wohnmobil. Inzwischen weiß ich, was ich falsch gemacht habe: Ich bin nicht nur durch eine „Anlieger frei“-Straße gefahren, sondern habe auch dort fast zwei volle Tage geparkt. (Allerdings frage ich mich, wie Besucher des jüdischen Friedhofs dorthin fahren sollen und ob sie auch nicht während des Friedhofsbesuchs gegenüber parken dürfen. Ich werde beim Straßenverkehrsamt nachfragen.)
Der persönliche Ärger ist berechtigt: Für 110 Euro hätte ich viermal mit dem Taxi fahren oder elf Tage im Klinikum-Parkhaus parken können! Aber schuld bin nur ich, weil ich das Verkehrszeichen missachtet habe.
Verkehrszeichen zu übersehen oder zu missachten kann sehr gefährlich werden, so zum Beispiel vor einem schrankenlosen Bahnübergang. Oder wenn man dem Navi im Auto mehr vertraut als dem Verkehrszeichen am Fähranleger. Oder wenn man in die falsche Autobahnspur einfährt und zum Blindfahrer wird.
Im übertragenen Sinne können uns „Warnschilder“ auch vor seelischen, geistigen und geistlichen Gefahren bewahren – wenn wir bereit sind, auf sie zu achten.
- Da gibt es zum Beispiel das Warnschild „Achtung: falsche Richtung!“ Wenn wir merken, dass wir uns immer mehr von einem Menschen entfernen, den wir eigentlich lieben, wäre es vielleicht Zeit, innezuhalten und die eigene Richtung zu überprüfen.
- Oder „Vorsicht: Schleudergefahr!“ Manchmal bringen uns Ärger, Enttäuschung oder verletzter Stolz so sehr ins Schleudern, dass wir Dinge sagen oder tun, die wir später bereuen.
- „Abstand halten!“ kann ebenfalls ein guter Hinweis sein. Nicht nur im Straßenverkehr. Auch Beziehungen brauchen manchmal gesunden Abstand. Und manche Menschen tun gut daran, nicht jede Grenze anderer zu überschreiten.
- „Sackgasse!“ – ein wichtiges Zeichen, wenn wir merken, dass ein eingeschlagener Weg uns nicht weiterbringt. Eine Gewohnheit, eine Einstellung, ein Umgang mit anderen oder eine Entscheidung kann sich als Sackgasse erweisen. Dann ist Umkehren keine Niederlage, sondern eine vernünftige Entscheidung.
- Und schließlich gibt es das wohl wichtigste Verkehrszeichen überhaupt: „STOPP!“ Manchmal wäre es gut, wenn wir dieses Zeichen rechtzeitig erkennen würden: Stopp mit dem Streit. Stopp mit den Vorwürfen. Stopp mit dem Grübeln. Stopp mit einer Gewohnheit, die uns selbst oder anderen schadet.
Gott hat uns keine himmlischen Verwarnungszettel unter den Scheibenwischer geklemmt. Aber er hat uns in der Bibel erstaunlich viele Hinweise gegeben, die uns schützen können: vor falschen Entscheidungen, vor zerstörerischen Beziehungen, vor Selbstüberschätzung, Habgier, Unversöhnlichkeit oder einem Leben, das irgendwann in eine Sackgasse führt.
Viele dieser Hinweise sind keine Verbote um ihrer selbst willen. Sie sind eher wie Verkehrszeichen: Sie wollen uns nicht die Freude am Leben verderben, sondern uns einen sicheren Weg zum Ziel zeigen.
David dichtete in einem Lied: „Du sprichst zu mir: »Ich will dich lehren und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich berate dich, nie verliere ich dich aus den Augen.“ (Psalm 32,8)
Und das vielleicht Schönste daran: Wenn wir uns einmal völlig verfahren haben, gibt es nicht nur den Hinweis „Bitte wenden!“. Gott zeigt uns auch den Weg zurück.
Ich hätte mir die 110 Euro gern erspart. Aber vielleicht waren die beiden Zettel unter meinem Scheibenwischer doch eine ziemlich teure – und zugleich nützliche Erinnerung: Es lohnt sich, die Schilder ernst zu nehmen. Auf der Straße. Und im Leben.
Abstract:
Failing to notice or disregarding road signs can be very dangerous – for example, at an unguarded level crossing. Or if you trust your sat-nav in the car more than the road sign at the ferry terminal. Or if you merge into the wrong lane on the motorway and become a driver who puts lives at risk.
In a figurative sense, ‘warning signs’ can also protect us from emotional, mental and spiritual dangers – if we are prepared to pay attention to them.
In the Bible, God has given us an astonishing number of guidelines that can protect us: from wrong decisions, from destructive relationships, from overconfidence, greed, unforgiveness or a life that eventually leads to a dead end.
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Resumen
Pasar por alto o ignorar las señales de tráfico puede ser muy peligroso, por ejemplo, ante un paso a nivel sin barreras. O cuando confías más en el navegador del coche que en la señal de tráfico del embarcadero del ferry. O cuando te metes en el carril equivocado de la autopista y te conviertes en un conductor peligroso.
En sentido figurado, las «señales de advertencia» también pueden protegernos de peligros emocionales, mentales y espirituales, si estamos dispuestos a prestarles atención.
Dios nos ha dado en la Biblia una cantidad asombrosa de consejos que pueden protegernos: de decisiones equivocadas, de relaciones destructivas, de la sobrestima de uno mismo, de la codicia, de no querer perdonar o de una vida que, tarde o temprano, acaba en un callejón sin salida.
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