Kultur, Kunst, Knast: der Marktplatz

SO SCHÖN IST LÜNEBURG – Teil 6
 

In the Middle Ages, the market square was one of the town’s most important public spaces: merchants traded in salt here, townspeople discussed the town’s affairs, and councillors made decisions. What are the must-see sights around the market square?

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En la Edad Media, la plaza del mercado era uno de los espacios públicos más importantes de la ciudad: los comerciantes vendían sal aquí, los ciudadanos debatían sobre el futuro de la ciudad y los concejales tomaban decisiones. ¿Qué cosas hay que ver en los alrededores de la plaza del mercado?

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Lüneburgs Marktplatz gehört zu den schönsten historischen Plätzen Norddeutschlands. Umgeben von prächtigen Backsteinfassaden, Giebelhäusern und traditionsreichen Geschäften vermittelt er bis heute das Bild einer wohlhabenden Hansestadt. Foto: das Landgericht-Gebäude, davor der Luna-Brunnen. (Alle Fotos: edp, 2025/2026)

Im Mittelalter war der Marktplatz einer der wichtigsten öffentlichen Bereiche der Stadt: Kaufleute handelten hier mit Salz, Bürger diskutierten über die Geschicke der Stadt, Ratsherren trafen Entscheidungen. Heute finden hier regelmäßig Markttage statt. Hin und wieder werden auch Szenen für die Telenovela „Rote Rosen“ gedreht.

Was ist nennens- und sehenswert rund um den Marktplatz?

Die Westseite des Platzes beherrscht die barocke Rathausfassade aus dem Jahr 1720. Mehr dazu hier. Teil 1 der Serie. Unmittelbar vor dem Rathaus findet mittwochs und samstags der Wochenmarkt statt. Stadtfeste und zahlreiche Veranstaltungen sorgen dafür, dass der Platz nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt ist.

Häufiges Ziel von Vandalismus: der Luna-Brunnen.

Ein besonderer Blickfang auf dem Markt ist der Luna-Brunnen mit der bronzenen Statue der Artemis, der Mondgöttin (Luna), mit Pfeil und Bogen in der Hand – vorausgesetzt, das Pfeil ist nicht zum x-ten Mal gestohlen worden (bis 2024 mindestens zehnmal). Die Originalfigur von 1532 wurde 1970 gestohlen und eingeschmolzen; die heutige Statue ist eine Nachbildung von 1972.

Luna, die römische Mondgöttin mit Pfeil und Bogen, ist leider bei Souvenirjägern beliebt. Daher steht sie zzt. mit leeren Händen da.
Früher ein Schloss, jetzt Landgericht.

An der Nordseite des Marktplatzes steht das ehemalige herzogliche Schloss, 1693 bis 1696 vom italienischen Baumeister Domenico Antonio Rosse errichtet, und zwar im Auftrag von Herzog Georg Wilhelm, Regent des Fürstentum Lüneburg mit Sitz in Celle. Es wurde eine Dreiflügelanlage nach französischem Vorbild gebaut, in die einzelne Mauern der alten Häuser integriert waren. Ab 1871 diente es als Kaserne, 1925 zog das Landgericht ein.
Links davon sieht man die Einfahrt zur JVA, Abt. Lüneburg, mit über 50 Haftplätzen. Sie ist zuständig für den Vollzug der Untersuchungshaft an männlichen erwachsenen Inhaftierten aus den Gerichtsbezirken Lüneburg, Dannenberg, Uelzen und Winsen/Luhe. Bedingt durch die Untersuchungshaft besteht ein ständiger Wechsel der Inhaftierten, was zu einer Fluktuation von ca. 450 Personen pro Jahr führt.

Das Landgericht Lüneburg ist eines von sechs Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichtes Celle. Hier landen regelmäßig überregional bekannte und aufsehenerregende Straf- und Zivilprozesse. 2015 fand hier einer der letzten großen NS-Prozesse: Der ehemalige SS-Mann Oskar Gröning wurde wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.
Das Heinrich-Heine-Haus erinnert an einen der bedeutendsten deutschen Autoren des 19. Jahrhunderts.

Ein kultureller Höhepunkt am Markt ist das Heinrich-Heine-Haus. Die Eltern des berühmten deutschen Dichters und Schriftstellers Heinrich Heine (1797-1856) wohnten von 1822 bis 1826 im zweiten Obergeschoss. Heine hielt sich während seiner Studienzeit in Lüneburg auf und wohnte zeitweise hier bei den Eltern. Wer seine Gedichte oder seine Reisebeschreibungen kennt, kann sich gut vorstellen, wie der junge Student durch die Straßen der alten Salzstadt ging. Während aufwendiger Restaurierungsarbeiten in den 1980er Jahren kamen prächtige Gemälde an Decken, Wänden und auf dem Fußboden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert ans Licht.

1993 zog das Literaturbüro Lüneburg ein: Hier finden über 30 Abendveranstaltungen im Jahr mit deutschen und internationalen Autorinnen und Autoren statt. Mit dem Heinrich-Heine-Stipendium wird der literarische Nachwuchs gefördert. Außerdem befindet sich im barocken Tanzsaal im Erdgeschoss das Trauzimmer der Stadt.
Das Haus in der Waagestraße gegenüber des Rathausgartens hat einen „Wasserbauch“.

Ein beliebtes Fotomotiv der Altstadt ist das sogenannte „Schwangere Haus“. Junge Paare fotografieren sich gern vor dem „schwangeren Haus“ mit einer Hand auf den „Bauch“ der Fassade in der Hoffnung auf baldigen Nachwuchs. Direkt daneben steht das Geburtshaus des Komponisten Johann Abraham Peter Schulz. Er ist der Urheber von bekannten Melodien, wie „Der Mond ist aufgegangen“ und „Ihr Kinderlein kommet“.

In zahlreichen Häusern der Lüneburger Altstadt sind die Fugen aus Gipsmörtel des nahe gelegenen Kalkbergs (eigentlich Gipsberg) hergestellt worden. Durch falsche Brennmethoden ist in einigen Fällen der Gips „totgebrannt“ worden, wodurch sich Fugen und Wände durch Feuchtigkeitsaufnahme ausdehnen.
Lüneburg zum Anfassen!

Neben der Tourist-Information am Rathaus gibt es ein Stadtmodell zum Abtasten – nicht nur für Blinde. Der Farbton lässt darauf schließen, dass die Kirchtürme und die Spitze des Rathauses am meisten angefasst werden.

Wer sich einen Moment Zeit nimmt und die Fassaden betrachtet, entdeckt viele liebevolle Details: kunstvoll verzierte Giebel, alte Inschriften und Spuren vergangener Jahrhunderte.

Alle Beiträge der Reihe „So schön ist Lüneburg“:

Übersicht i. V.