Kategoriearchiv: Erlebtes

Die „Höhlenkirche“ in Alt-Kairo

Die Heilige Familie unterwegs in Ägypten. Eine Darstellung in der „Höhlenkirche“ in Alt-Kairo. (Fotos: edp)

[nx_spacer size=“5″]Über den Weg und den Aufenthalt der Heiligen Familie (Maria, Joseph und das Kind Jesus) in Ägypten ist in der Bibel wenig zu lesen (Matthäusevangelium 2,13), dafür umso mehr in den außerkanonischen Schriften (Apokryphen) und in der koptischen Tradition. Demnach soll die Heilige Familie an dem Ort, wo heute die Sergios-und-Bakchos-Kirche im koptischen Viertel Alt-Kairos steht, eine Zeitlang gerastet haben.

Diese (imaginäre) Karte mit der Route der Heiligen Familie in Ägypten ist in fast jeder koptischen Kirche zu sehen.

Die Geschichte der Sergios-und-Bakchos-Kirche, auch Abu Serga (Heiliger Sergios) oder Höhlenkirche genannt, geht bis zum 4. Jhdt. zurück, gehört also zu den ältesten koptischen Kirchen Ägyptens. Sergios und Bakchos waren zwei Soldatenheiligen, die im 4. Jahrhundert in Syrien den Märtyrertod starben.

An den angeblichen Aufenthalt der Heiligen Familie an diesem Ort wird in der Krypta erinnert, die zehn Meter tief liegt und bei Hochwasser vom ca. 500 Metern entfernten Nil überflutet wird.

Die Holzdecke im Mittelschiff soll an die Arche Noah erinnern.

Als im 11. Jhdt. der Sitz des koptisch-orthodoxen Papstes von Alexandrien nach Kairo verlegt wurde, kam es zu Streitigkeiten mit der nur 150 Meter entfernten „Hängenden Kirche“ um den Sitz bzw. die Residenz der koptischen Päpste (der 1047 von der „Hängenden Kirche“ gewonnen wurde).

Nur ein paar Meter entfernt steht die Ben-Ezra-Synagoge, die auch ein Besuch wert ist.

Weitere Bilder hier in der Bildergalerie (erstes Bild anklicken; beim Klicken auf das i unten erscheint oben rechts eine kurzer Information zum Bild):

Weitere Beiträge dieser Reise:

Yad Vashem: No pueden ser olvidados

Yad Vashem en 2013, cuando Israel celebró su 60º aniversario. (Foto: Plaza del Gueto de Varsovia, Muro de la Memoria. Todas las fotos: edp)

[Update 18.04.2023] He visitado ya tres veces el Monumento del Holocausto Yad Vashem en Jerusalén; una de ellas estuve allí casi todo el día. De cada visita quedé profundamente impresionado. A continuación, una breve selección de fotos.

El nombre Yad Vashem se deriva del texto bíblico del profeta Isaías (56:5): “Les daré en mi templo y en mi ciudad un monumento [Yad] en el que esté grabado su nombre [Vashem] … Les daré un nombre eterno que jamás será borrado.”

Corto video (55 seg.) de la Sala del Recuerdo con los nombres de los campos de concentración:

En la Avenida de los Justos hay un árbol en honor de Oskar Schindler y su esposa Emilie.

Oskar Schindler fue (conforme a su deseo) enterrado en Jerusalén. Aquí se ve su tumba en el cementerio católico de los franciscanos en el monte Sion. La cantidad de piedras sobre su tumba (según la costumbre judía) muestran cuánta gente aún lo admira y honra. (Más sobre Oscar Schindler)

Por todas partes en el parque hay árboles en honor de personas de todas las nacionalidades que colaboraron para salvar a los judíos.

Aquí estoy de pie junto al árbol que fue plantado en honor del adventista Johan (Jean) H. Weidner.

Johan Weidner fundó y dirigió la Red Clandestina “Dutch-París”, a través de la cual se salvaron más de 1.000 perseguidos, huyendo por los Pirineos a España. (Más sobre él aquí.)

Lo que más me conmovió en cada visita fueron los memoriales para los niños. En esta foto nos recuerdan las estelas rotas a diferentes alturas al millón y medio de niños asesinados.

En la entrada a una sala subterránea se pueden ver las caras de algunos niños. Después se pone muy oscuro.

Sólo poco a poco se consigue ver un cielo estrellado en la bóveda, creado por cinco velas y espejos. El reflejo mil veces mayor crea un tamaño enorme, simbolizando el gran número de niños asesinados. El silencio lo interrumpe sólo una voz de grabación que lee los nombres, la edad y el lugar de nacimiento del millón y medio de niños. Sin parar. La interminable cinta lleva unos tres meses para reproducir todos los nombres.

En el exterior, una escultura y una placa conmemoran al militar y pediatra polaco, así como autor de libros infantiles y pedagogo Janusz Korczak.

Korczak fundó un orfanato en Varsovia, con el que más tarde tuvo que trasladarse al gueto de Varsovia. Finalmente, en 1942, acompañó a „sus“ 200 niños al campo de exterminio de Treblinka donde murieron.

Aquí está lo que escribí el 10 de abril de 2013 en el libro de visitas: “Esta página oscuro de la historia (quizás la más oscura después del asesinato del judío Jesús) muestra de qué es capaz el hombre cuando da la espalda a su Creador y no quiere saber nada más de él, pisotea sus mandamientos y desprecia su amor. Porque sólo el amor de Dios puede hacer de todos nosotros seres humanos que respeten y honren a los que piensan de forma diferente.
Con gran consternación …”

Yad Vashem: Sie sollen nicht vergessen werden

Yad Vashem in 2013, als Israel sein 60-jähriges Bestehen gefeiert hat. (Foto: Warschauer Ghetto-Platz, Mauer des Gedenkens. Alle Fotos: edp)

[Update 18.4.2023] Sechsmal war ich inzwischen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, einmal fast den ganzen Tag. Jedes Mal war ich schwer beeindruckt. Hier folgt eine kleine Fotoauswahl.

Die Bezeichnung Yad Vashem ist vom biblischen Text des Propheten Jesaja (56,5) abgeleitet.

Videoclip (55 Sek.) von der Halle der Erinnerung mit den Namen der KZs:

In der Allee der Gerechten steht ein Baum zu Ehren von Oskar Schindler und seiner Frau Emilie.

Oskar Schindler wurde – so sein Wunsch – in Jerusalem begraben. Hier sein Grab auf dem katholischen Friedhof der Franziskaner am Zionsberg. Die vielen Steinen auf seinem Grab (nach jüdischem Brauch) zeigen, wie viele Menschen ihn noch bewundern und ehren. (Mehr über Oscar Schindler hier und hier.)

Überall auf dem parkähnlichen Gelände stehen Bäume zu Ehren von Menschen aller Nationalitäten, die sich für die Rettung von Juden einsetzten.

Hier stehe ich am Baum, der für den Adventisten John (Jean) H. Weidner gepflanzt wurde.

John Weidner gründete und leitete das Dutch-Paris-Fluchtnetzwerk, durch das mehr als 1.000 verfolgte Menschen gerettet werden konnten. (Mehr über ihn hier.)

Am meisten haben mich bei jedem Besuch die Gedenkstätten für die Kinder bewegt. Die abgebrochenen, unterschiedlich hohe Stelen erinnern an die 1,5 Millionen (!) ermordeten Kinder.

Am Eingang der Halle sieht man ein paar Kindergesichter abgebildet. Danach wird es ganz dunkel.

Erst nach und nach sieht man im Gewölbe einen Sternenhimmel, der durch fünf Kerzen und Spiegel entsteht. Die tausendfache Spiegelung erzeugt eine enorme Größe – symbolisch für die riesige Anzahl der ermordeten Kinder. Die Stille wird nur durch eine Tonbandstimme unterbrochen: Sie liest die Namen, das Alter und den Geburtsort der Kinder vor. Pausenlos. Ungefähr drei Monate braucht das Endlosband, um alle Namen wiederzugeben.


Außen erinnern eine Skulptur und eine Gedenktafel an den polnischen Militär- und Kinderarzt sowie Kinderbuchautor und Pädagoge Janusz Korczak.

Korczak gründete ein Waisenhaus in Warschau, musste mit diesem später ins Warschauer Ghetto umziehen und begleitete letztendlich 1942 „seine“ 200 Kinder zum Vernichtungslager Treblinka in den Tod.

Hier mein Eintrag vom 10. April 2013 im Gästebuch: „Diese dunkle Seite der Geschichte (die dunkelste nach der Ermordung des Juden Jesus?) zeigt, wozu der Mensch fähig ist, wenn er seinem Schöpfer den Rücken kehrt und nichts mehr von ihm wissen will, seine Gebote mit Füßen tritt und seine Liebe verachtet. Denn nur die Liebe Gottes kann aus uns allen Menschen machen, die Andersdenkende achten und ehren. In großer Betroffenheit …“

Die hängende Kirche in Alt-Kairo

Eine der biblischen Szenen (die Flucht nach Ägypten) auf dem Hof. (Fotos: edp)

[nx_spacer size=“5″]In Alt-Kairo kann man eine der ältesten Kirchen Ägyptens besuchen, deren Geschichte bis auf das 3. Jahrhundert zurückgeht: die Koptisch-Orthodoxe „Hängende Kirche“. Sie wird so genannt, weil sie über einem Torhaus der Festung Babylon, einer Römischen Zitadelle, gebaut wurde und über 29 Stufen zu erreichen ist.

Diese Kirche ist bekannt für ihre 110 Ikonen. Besonders hervorgehoben wird die Jungfrau Maria im Hauptaltar. Darüber sind sieben Ikonen zu sehen: In der Mitte sitzt Jesus Christus auf dem Thron, links von ihm sind Maria, der Erzengel Gabriel und der Apostel Petrus; auf der rechten Seite sind Johannes der Täufer, der Erzengel Michael und der Apostel Paulus abgebildet.

1027 wurde die Hängende Kirche zur offiziellen Residenz des Koptischen Papstes, als der Sitz der Koptisch-Orthodoxen Kirche von Alexandrien nach Kairo verlegt wurde.

Als wir dort waren, trafen wir auf eine Gruppe von Kleinkindern, die sehr neugierig alles untersuchten und aufmerksam den Erklärungen der Erzieherin zuhörten. Wir hörten gespannt zu, als ein netter koptischer Priester mit voller Überzeugung von seinem Glauben erzählte.

Sehr erfrischend dürfte der Innenhof vor dem Kircheneingang im Sommer sein, der mich mit seinem Brunnen an die Innenhöfe Andalusiens erinnerte. Erfrischend fand ich auch die Offenheit der Kinder und auch der Jugendlichen, die uns immer wieder auf Englisch ansprachen, sich gern mit uns fotografieren ließen und nie (während der ganzen Reise) die Hand hingehalten haben.

Wie bei allen Kirchen in Ägypten wurde auch hier jeder Besucher am Straßeneingang kontrolliert, wobei mir diese Sicherheitskontrolle (bis zum Ende der Reise) eher symbolisch vorkam.

Weitere Beiträge dieser Reise:

Beten für Lüneburg

Das Gemeindehaus in der Friedenstraße kauften vor vielen Jahren die Adventisten den Baptisten ab, weil diesen die Räume zu klein geworden waren.

[nx_spacer size=“5″]Auch am Mittwoch hatten wir einen sehr besinnlichen Gebetsabend, diesmal in der Adventgemeinde Friedenstraße (so die Aufteilung im Rahmen der Allianzgebetswoche).

Die Kurzansprache zum Tagesthema „Wo gehöre ich hin? … In das Kraftfeld des Heiligen Geistes“ hielt Pastor Jürgen Bohle, von der Baptistengemeinde. Er sprach über die Charismata, die (Gnaden-)Gaben des Geistes, und auch über die Frucht des Geistes, so wie sie in Galater 5,22-23 beschrieben wird: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Dann stellte er uns die Frage: „Ist diese Frucht des Geistes in uns persönlich und in unseren Gemeinden sichtbar?“

Gebetet haben wir an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Formen. Ein besonderes Anliegen war (wieder) unsere Stadt Lüneburg, konkret haben wir dann für die Arbeit mit den Flüchtlingen in unserer Stadt, für die ehrenamtlichen Helfer und auch für die Verantwortungsträger. So hieß es u. a. „Menschen in Not sollen kein Spielball der Politik sein.“

Das Singen begleiteten Pastor Timo Grebe mit der Gitarre und Daniel Diez (wie immer sehr dynamisch) am Flügel.

Gott sei Dank für seinen Geist, der Brücken zwischen den Konfessionen baut und uns befähigt, die Gute Nachricht der Erlösung glaubwürdig weiterzugeben!

Ein paar Fotos von diesem Abend:
(Erstes Bild anklicken, um die Bilder automatisch laufen zu lassen.)

 

Schleifstein Gemeinde

Ich habe sie als Kind noch gesehen: die ambulanten Messer- und Scherenschleifer. In gewisser Hinsicht ist jeder Christ ein „Schleifer“ in seiner Kirchengemeinde. (Foto: Lito Encinas, wikipedia.es, CCA 3.0)

[nx_spacer size=“5″]In dieser Woche findet weltweit die jährliche Allianzgebetswoche statt: Christen verschiedener evangelischer Konfessionen beten miteinander, auch hier in Lüneburg. Gestern, Dienstag, war ich mit meiner Frau zum ersten Mal in der Matthäus-Gemeinde. Heute, Mittwoch, ist meine Adventgemeinde Gastgeber. Es war eine herzliche Gemeinschaft in der Matthäus-Gemeinde.

Der Schwerpunkt lag – nach einer kurzen Ansprache von Pastor Timo Grebe – auf dem Gebet in kleinen Gruppen. Beim heutigen (vorgegebenen) Thema ging es um die Gemeinde als „Schleifstein“. Hier ein Satz von Pastor Grebe, der mir sehr gut gefiel: „Schärfen will gelernt sein, Kritik üben auch – denn der Ton macht die Musik.“

Im Begleitmagazin zu dieser Gebetswoche war zum Thema zu lesen: „Ein Schwert taugt nichts für den Kampf und ein ungeschliffenes Messer ist eine Plage in jeder Küche … So unerlässlich wie das Schleifen einer Klinge ist, so soll auch das gegenseitige Schleifen des Charakters in der Gemeinschaft unter Christen sein … Nur in der Gemeinschaft mit anderen kann ich mich in Geduld, Liebe, Vergebung, Annahme und vielen anderen Lebensbereichen üben und so geformt werden, wie es Jesus gefällt.“

Und als persönliches Gebet war im Heft abgedruckt:

„Ich bitte um Vergebung, wo ich ein hartes Herz für Korrektur hatte. Ich bitte um Vergebung, wo ich andere verletzt und hartherzig korrigiert habe.
Himmlischer Vater, schenke mir die Bereitschaft, mich von anderen Menschen schleifen zu lassen. Herr Jesus, forme du meinen Charakter durch andere, damit ich dir besser dienen kann. Heiliger Geist, hilf mir, Kritik zu prüfen und anzunehmen.“

Diesem Gebet will ich nichts hinzufügen.