All the lights that we light bear witness to THE LIGHT that has appeared in the darkness. // Todas las luces que encendemos dan testimonio de LA LUZ que ha aparecido en la oscuridad. (Foto: edp, 2013, Jerusalem)
JESUS STELLT SICH VOR (2) Licht der Welt
JESUS: Light of the World // JESÚS: La luz del mundo (Foto: LeoVullings, pixabay.com)
Jesus über Jesus: Ich bin das Licht der Welt. Ohne Licht gibt es kein Leben. Alles verkümmert. Alles verwelkt. Alles vergeht. Ich scheine in die Welt mit der Liebe des Vaters. Ich scheine in die finstersten Winkel der Erde. In Gefängniszellen und Folterkammern, in Flüchtlingscamps und Vernichtungslager. Ich scheine, auch wenn Menschen die Fensterläden noch so fest verschließen. Ich scheine in die finstersten Winkel eurer Seele. In eure Ängste und Sorgen und Sünden. Ich scheine, auch wenn ihr euch in noch so dunkle Winkel verkriecht. Macht die Fenster der Welt weit auf. Und die Fenster eurer Seele. Damit es hell wird. Und lebendig. Und hoffnungsvoll. Damit die Welt aufblüht. Und euer Leben. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin das Licht. Ich bin Gott.
(Aus: Jürgen Werth, Einfach lesenswerth, SCM, 2014 – mit freundlicher Genehmigung)
Ein passendes Lied dazu: „Herr, das Licht Deiner Liebe leuchtet auf“:
Alle sieben Beiträge der Reihe JESUS STELLT SICH VOR (Fortsetzung jeden Freitagabend):
Als Jesus beim Abendmahl vor seiner Kreuzigung das Brot brach, zeigte er seinen Jüngern: Ich opfere mein Leben zur Vergebung der Sünden – für euch und für die ganze Welt.
JESUS STELLT SICH VOR (1) Brot des Lebens
Jesus über Jesus: Ich bin das Brot des Lebens. In Bethlehem bin ich geboren. In Beth-Lechem, dem „Haus des Brotes“, wie das auf Deutsch heißt. Weil es hier viele Getreidefelder gab. Und Bäckereien, in denen die Nomaden aus der nahen Wüste ihr tägliches Brot gekauft haben. Ich, der Mann aus dem Haus des Brotes, bin das Brot des Lebens. Aber ich bin mehr als das tägliche Brot. Ich bin das ewige Brot. Ich stille euren Hunger nach Leben, nach Liebe, nach Würde, nach Sinn. Ich stille euren Hunger nach dem Himmel, nach der Ewigkeit, nach Gott. Ich mache euch satt. Nehmt mich zu euch, immer wieder. Beim Abendmahl. Nehmt mich in euch auf. Bei jeder noch so kleinen Begegnung mit meinem Wort. Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das Leben. Ich bin Gott.
(Aus: Jürgen Werth, Einfach lesenswerth, SCM, 2014 – mit freundlicher Genehmigung)
Ein passendes Lied dazu: „Brich mir das Lebensbrot“ (“Break Thou the Bread of Life”, Salvation Army Band Tune Book, „Lathbury“)
Alle sieben Beiträge der Reihe JESUS STELLT SICH VOR (Fortsetzung jeden Freitagabend):
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Gibt es einen Ausgang aus dem Käfig von Schuld und Versagen? (Foto: KI-gen.)
Bei meinem morgendlichen Nordic Walking lief ich an einem weitläufig-eingezäunten Gelände mit mehreren Fußballfeldern entlang. Plötzlich sah ich zwei Rehe, die davonliefen, als sie mich kommen sahen. Sie waren auf der anderen Seite des Drahtzaunes, also auf dem Sportplatz, und suchten unruhig nach einem Ausgang. Sie hatten anscheinend vergessen, wo bzw. wie sie in das Gelände gekommen waren.
Die zwei Rehe haben vergessen, wie sie in den eingezäunten Platz geraten sind.
Diese Beobachtung beschäftigte mich eine Weile. Gleichen nicht viele Menschen den zwei Rehen? Sie leben nicht in einem Gefängnis, nein: Ihr Lebensraum ist groß genug. Manchen reicht er allerdings nicht, daher versuchen sie, ihn außerhalb unseres Planeten zu erweitern. Der Lebensraum ist groß genug, die Bewegungsfreiheit ist kaum zu steigern, dennoch geht es ihnen wie den zwei Rehen: Sie fühlen sich nicht wirklich frei, suchen verzweifelt nach … Ja, wonach suchen sie denn?
Es ist so, als fühlten sie sich wie gebunden, eingesperrt durch Sorgen und Ängste, durch Belastungen aus der Vergangenheit, durch Fremderwartungen, die sie nicht erfüllen können, durch Versagen, durch die Unsicherheit darüber, was die Zukunft bringen mag. Wie die zwei Rehe rennen sie von einem Angebot zum anderen und finden den Ausgang aus ihrem großen, unsichtbaren Käfig nicht. Sie finden ihn nicht, weil sie noch nicht erkannt haben, wie sie in den Käfig geraten sind.
Die Bibel beschreibt auf den ersten Seiten, wie der Mensch willentlich und trotz Vorwarnung diesen großen Käfig betrat: Durch die Trennung von seinem Schöpfer (in der Bibel „Sünde“ genannt) gerieten die ersten Menschen (und danach alle ihre Nachkommen bis zu uns heute) in den Machtbereich des Feindes Gottes.
Wo der Eingang ist, ist auch der Ausgang: Zurück in die Gemeinschaft mit dem Schöpfer durch die Tür, die Jesus uns geöffnet hat. Er selbst ist diese Tür zurück in ein befreites, erfülltes Leben in Harmonie mit Gott. Woanders wird man den Ausgang nie finden. Der Evangelist Johannes formulierte es so (Johannes 8,36 Gute Nachricht Bibel):
Wenn der Sohn [Jesus Christus] euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.
Der Kirchenvater Augustinus hat es in seinen Bekenntnissen so formuliert: „Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“
Den Rehen kann man schwer helfen, den Ausgang zu finden. Aber viele Suchende warten darauf, von Christen zu erfahren, wie sie Befreiung und Frieden gefunden haben.
[Shortened] During my morning Nordic walking, I saw two deer inside a fenced sports field. They were restlessly searching for a way out, apparently unaware of how they had gotten in.
The scene reminded me of many people. They don’t live in a prison—their living space is vast—yet they feel trapped. Worries, fears, expectations, failures, and anxiety about the future create an invisible cage. Like the deer, they rush from one opportunity to another in search of freedom, without realizing how they ended up in this state.
The Bible explains that humanity entered this condition through separation from God. But there is a way out: a return to fellowship with the Creator—through Jesus, who is Himself the door. “So if the Son sets you free, you will be free indeed” (John 8:36).
It’s not easy to help the deer find the exit—but we can help people. Christians are called to share the path that truly leads out.
¿Dónde está la salida?
[Abreviado] Durante mi matutino nordic walking pasé junto a un campo deportivo cercado. Vi a dos ciervos dentro, buscando inquietos una salida, aparentemente sin saber cómo habían entrado.
Esta escena me hizo pensar en muchas personas. No viven en una prisión; su espacio vital es amplio, y sin embargo, se sienten atrapadas. Preocupaciones, miedos, expectativas, fracasos y la incertidumbre del futuro forman una jaula invisible. Como los ciervos, corren de una oportunidad a otra, buscando libertad, sin comprender cómo llegaron a esa situación.
La Biblia dice que el ser humano cayó en este estado por separarse de Dios. Pero hay una salida: volver a la comunión con el Creador, a través de Jesús, quien es la puerta: “Así que, si el Hijo os hace libres, seréis verdaderamente libres” (Juan 8:36).
A los ciervos difícilmente se les puede ayudar a encontrar la salida —pero a las personas sí. Los cristianos pueden explicar por experiencia propia cual es el camino que realmente conduce a la libertad.
Sechsmal durfte ich mich inzwischen vergewissern: Dieses Grab ist leer. (Foto: edp)
Ob Jesus hier im Gartengrab (unweit vom Damaskustor in Jerusalem) gelegen hat oder nicht: Hauptsache, das Grab ist leer. Es war leer, als Maria Magdalena ihren Meister salben wollte. Nicht, weil seine Schüler den Leichnam gestohlen und versteckt hätten, sondern weil er wirklich, leibhaftig auferstanden ist!
Das Schild an der Tür lautet: ER IST NICHT HIER, DENN ER IST AUFERSTANDEN. (Foto: edp)
Das Schlusswort in der Passionswoche hat nicht der Tod, sondern das Leben: Bevor die Sonne am Sonntag aufgeht, beginnt das Herz Jesu zu schlagen. Wie glücklich und erleichtert muss er sich gefühlt haben! Maria Magdalena wollte ihn gleich festhalten aus Sorge, er könnte verschwinden. Sie hatte ihn erst erkannt, als er sie bei ihrem Namen rief. Sie hatte ihm so viel zu verdanken! Ihr Name aus dem Mund Jesu: Das verwandelte diese Frau zum zweiten Mal. Jesus kennt auch deinen und meinen Namen und spricht uns zu: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)
Viele Menschen, auch Märtyrer, sind gekreuzigt worden. Allein das beweist nicht, dass am Kreuz Gott selbst zum Retter der Welt wird: Es ist seine Auferstehung, die den sonnenklaren Beweis dafür liefert. Wohl dem, der bereit ist, zu glauben: Weil Jesus auferstanden ist, werden auch wir eines Tages, wenn er wiederkommt, auferstehen und ihn sehen, wie er ist.
Ein schönes Lied dazu von Martin Pepper:
Ein wunderbarer Spruch von Axel Kühner:
Lied Because He Lives, gesungen auf English und Hebräisch vor dem Gartengrab in Jerusalem (6:23 Min)
Jesus wird hin- und hergeschoben. Es findet die reinste Justizfarce statt. Er wird bespuckt, verhöhnt, gepeitscht, der Blasphemie beschuldigt. Am Ende bekommt er die Maximalstrafe: Er erleidet nicht irgendeinen Tod, sondern den grausamsten, denn die Kreuzigung ist die qualvollste Art, einen Menschen langsam zu Tode zu foltern. Bis zuletzt provoziert der Widersacher Gottes ihn.
Nicht alle Nägel der Welt könnten ihn hindern, vom Kreuz herunterzusteigen. 72.000 Engel (12 Legionen) hätte er sich vom Vater kommen lassen können, um ihn zu befreien. Stattdessen bittet er für die, die ihn kreuzigen, trifft Vorsorge für seine Mutter, verspricht einem Mitgekreuzigten das ewige Leben …
„Es ist vollbracht“: Die Schuldenlast, die uns von Gott trennte, ist beseitigt. Der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel zerreißt von oben bis unten. Der direkte Zugang zum Vater ist für alle frei – Juden wie Nichtjuden, Frauen wie Männer, für dich und für mich!
Darstellung der Grablegung in der Jerusalemer Grabeskirche (Foto: edp).
Zwei Lieder, die mir besonders gefallen:
Jesu letztes Wort: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ aus dem Musical „7 Worte vom Kreuz“
„Agnus Dei“ (Lamm Gottes), Ukrainischer Chor, auf Englisch und Ukrainisch:
Was für ein Abend, was für eine Nacht! Am Donnerstag war das Abschiedsmahl Jesu mit seinen Schülern angesagt. Vermutlich zogen sie das Passahmal um einen Tag vor und diesem Erinnerungsmahl schloss sich dann das an, was wir Christen „Abendmahl“ bzw. „Eucharistie“ oder „Kommunion“ nennen. Den Raum, in dem dieses Abschiedsessen stattgefunden haben könnte, kann man auf dem Zionsberg neben der Dormitio-Abtei besichtigen.
In diesem Raum oberhalb von Davids Grab neben der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg könnte das Abschiedsmahl stattgefunden haben. (Foto: edp)
Mir fallen die einleitenden Worte von Jesus auf: „Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Passahmal mit euch zu feiern, bevor mein Leiden beginnt.“ (Lukas 22,15 Übersetzung Neues Leben) Im Grundtext wird sogar die Sehnsucht betont: „Mit Sehnsucht habe ich mit gesehnt …“ Ich frage mich: Warum hat sich Jesus so danach gesehnt? Was erwartete er von dieser intimen, letzten Zusammenkunft? Was ihm beschäftigte, wissen wir: Die schwersten Stunden seines Aufenthalts hier auf der Erde standen ihm bevor. Es ist naheliegend, dass er sich aus diesem Beisammensein ermutigende Worte, Solidarität erhoffte. Aber – typisch Jesus – statt sich um die Befriedigung seiner Bedürfnisse zu bemühen, widmete er sich voll und ganz seinen Jüngern.
Bis zum bitteren Ende Markus Spieker schreibt: „Wenn Jesus von Traurigkeit und Angst erfüllt ist, lässt er sich davon nichts anmerken. Im Gegenteil. Er stellt nicht sich und seine bevorstehende Erlösungstag in den Mittelpunkt des Abends. Er widmet sich ganz seinen Jüngern.“ (JESUS. Eine Weltgeschichte, S. 458) Johannes betont diese Selbstlosigkeit seines Meisters mit den Worten: „Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.“ (Johannes 13,1) Interessanterweise hat das hier benutzte Wort „télos“ zwei Bedeutungen: Ende aber auch Ziel.
Jesus liebt uns nicht nur bis zum bitteren Ende, sondern er liebt uns so, dass wir am Ziel ankommen können. Wenn wir wollen. Judas wollte es nicht. Aber auch für ihn war Liebe genug da, denn: Auch Judas wusch Jesus die Füße nach dem Mahl. Und auch Petrus, der sich anfangs dagegen zu wehren versuchte. Was für eine Szene: Der Meister übernimmt einen Sklavendienst, indem er anfängt, einem nach dem anderen die staubigen Füße zu waschen! Während er besorgt an die bevorstehenden Stunden dachte, beschäftigte seine Schüler immer noch die Frage, wer von ihnen der Wichtigste sei. Jesus aber, der der Höchste war, fängt an, ihnen die Füße zu waschen. Was für eine wortlose Predigt!
Bronzestatue: Jesus wäscht Petrus die Füße (Foto: edp, ABC Potomac)
Wie ein Schuhputzer Auch hierzu Markus Spieker: „Der Mann, der vier Tage zuvor noch als König in Jerusalem eingeritten ist, verrichtet den niedrigsten Dienst überhaupt. Ein modernes Äquivalent wäre ein Staatspräsident, der bei einem Staatsbankett den Toilettendienst übernimmt.“ (Ebd. S. 459) Ich habe mich gefragt: Fiel Jesus das schwer? Musste er sich einen Ruck geben? Machte er sich keine Sorgen um seine Autorität? Nein, das war nicht der Fall. Weil er um seinen Wert wusste und um die Wertschätzung eines Höheren, des Höchsten (vgl. Johannes 13,3): Weil er wusste, dass ihm der Vater uneingeschränkte Macht über alles gegeben hatte, weil er um seine Herkunft und um seine Zukunft wusste, darum konnte er sich auf eine Stufe mit den Sklaven und den Schuhputzern stellen. Aus Liebe.
Roberto Badenas beschreibt im gerade auf Deutsch erschienenen Buch Jesus unter den Menschen (Advent-Verlag Lüneburg) diese Abendmahl-Szenerie sehr fein (Kap. 15), um dann diese Handlung auf uns zu beziehen: „Es erfordert viel Größe, andere als gleichwertig oder besser als sich selbst zu betrachten und, wenn sie am Boden liegen, ihnen zu helfen, aufzustehen – auch wenn sie nicht verstehen, warum wir das tun. Es erfordert viel Größe, jenen, die sich schmutzig gemacht haben, Wasser und Handtuch zu reichen und zu helfen, frei von dem zu werden, was sie erniedrigt, anstatt ihnen Vorhaltungen zu machen.“ (S. 184)
Beim Abschiedsmal bekam Jesus nicht die Unterstützung seiner Schüler, die ihm gutgetan hätte. Ob sie ihm anschließend in der Gebetsnacht im Garten Gethsemane am Ölberg beistehen würden?