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Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt?

HINGESCHAUT. (10)

Kleine Beobachtungen. Große Gedanken.

Welche Schicksale sind mit einer Hochwasserkatastrophe verbunden! (Kurzfassung auf Instagram: #edp51)

Die „Jahrhundertflut“ ist inzwischen 23 Jahre her. Ein Bild von damals ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben: Zwei Männer waten durch die Wassermassen. Jeder trägt einen Rucksack und eine Plastiktüte.

Der Fernsehreporter erklärt: „In diesem Rucksack und in dieser Plastiktüte tragen sie alles, was sie retten konnten.“

Ein Rucksack und eine Plastiktüte – das ist nicht viel. Aber es bringt mich zu einer Frage:

Was würde ich retten, wenn ich plötzlich alles zurücklassen müsste?

Wenn ich daran denke, was ich normalerweise auf eine Reise mitnehme, würde mir wahrscheinlich nicht einmal ein mittelgroßer Lkw reichen. Kleidung, Bücher, Computer, Erinnerungsstücke, Dinge, die mir wichtig sind …

Doch irgendwann kommt der Moment, in dem wir uns von allem trennen müssen. Haus, Auto, Geld, Kleidung, berufliche Erfolge, technische Geräte – nichts davon können wir für immer behalten.

„Mein Haus, mein Boot, mein Auto!“ – Nichts davon kann man eines Tages mitnehmen!

Das klingt vielleicht zunächst bedrückend. Aber eigentlich steckt darin eine wichtige Lebensfrage:

Was ist wirklich wertvoll, wenn das wegfällt, was wir besitzen?

Der Apostel Paulus hat vor fast 2000 Jahren einen bemerkenswerten Rat gegeben: „Kauft ein, als ob ihr das Gekaufte nicht behalten würdet, und geht so mit der Welt um, dass ihr nicht darin aufgeht.“ (1. Korinther 7,30–31)

Das bedeutet nicht: Wir sollen nichts besitzen, kein schönes Zuhause haben oder auf moderne Technik verzichten. Im Gegenteil: Wir dürfen unser Leben genießen. Aber wir sollten uns nicht von unseren Dingen besitzen lassen.

  • Wir können in einem schönen Haus wohnen, ohne zu vergessen, dass ein Zuhause mehr ist als vier Wände.
  • Wir können moderne Technik nutzen, ohne unser Leben von ihr bestimmen zu lassen.
  • Wir können soziale Medien genießen, ohne dabei die Menschen neben uns aus den Augen zu verlieren.
  • Wir können beruflich erfolgreich sein, ohne unseren Wert davon abhängig zu machen.

Vielleicht ist das eine gute Lebenshaltung: dankbar besitzen, aber innerlich frei bleiben. Denn irgendwann werden wir alles zurücklassen müssen, was wir heute unser Eigen nennen. Aber eines bleibt: die Menschen.

  • Die Kinder, denen wir Zeit und Liebe geschenkt haben.
  • Freunde, die uns begleitet haben.
  • Menschen, denen wir Mut gemacht haben.
  • Menschen, deren Leben durch eine Begegnung mit uns ein wenig heller, leichter oder hoffnungsvoller geworden ist.

Aus christlicher Sicht ist genau das kein Zufall. Jesus hat sein Leben für Menschen eingesetzt – und lädt uns ein, dasselbe zu tun: nicht nur Dinge anzuhäufen, sondern in Menschen zu investieren.

Wenn am Ende unseres Lebens tatsächlich nur eine Plastiktüte übrigbliebe, wäre die entscheidende Frage deshalb nicht: Was konnte ich alles hineinpacken? Sondern:

  • Wen habe ich mitgenommen?
  • Wen habe ich geliebt?
  • In wessen Leben habe ich etwas Gutes hinterlassen?

Vielleicht ist das die wichtigste Investition unseres Lebens. Eine, die man nicht in einen Rucksack packen kann – und die trotzdem bleibt.

 

Abstract:
A man is carrying a backpack and a plastic bag in the wake of a devastating flood. Inside are all the possessions he managed to save. How big would ‘my plastic bag’ have to be to hold everything that matters to me?
A good life philosophy would be to be grateful for what we have, whilst remaining free at heart. For one day we will have to leave behind everything we now call our own. But one thing remains: the people we have invested in.
At the end of our lives, what matters is not: what possessions and wealth have we amassed – in other words, what have we packed into our ‘plastic bag’? But rather: who have I taken with me? Who have I loved? And in whose life have I left something good behind?

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Resumen
Un hombre lleva una mochila y una bolsa de plástico tras una inundación. Ahí está todo lo que ha podido salvar. ¿Qué tamaño tendría que tener «mi bolsa de plástico» para meter en ella todo lo que es importante para mí?
Una buena forma de ver la vida sería poseer con gratitud, pero mantenerse libre por dentro. Porque, tarde o temprano, tendremos que dejar atrás todo lo que hoy llamamos nuestro. Pero hay algo que permanece: las personas en las que hemos invertido.
Al final de nuestra vida, lo que cuenta no es: ¿qué bienes y riquezas hemos acumulado, es decir, qué hemos metido en la «bolsa de plástico»? Sino: ¿a quién me he llevado conmigo? ¿A quién he amado? ¿Y en la vida de quién he dejado un legado positivo?

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