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Antisemitismus – Buchbesprechung

Michael Wolffsohns neues Buch.

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Alter und neuer Antisemitismus

Vor wenigen Tagen ist ein kleines Buch (96 Seiten) des bekannten Historikers und Publizisten Michael Wolffsohn erschienen mit dem Titel „Nie wieder? Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus“. Als Reaktion auf den terroristischen Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 herausgegeben, bezeichnet der Verlag (Herder, Freiburg) es als „eine scharfe Abrechnung“ und „leidenschaftlichen Aufruf, nicht billige Empörung zu inszenieren, sondern politische und gesellschaftliche Konsequenzen aus dem alten und neuen Antisemitismus zu ziehen“ (Einbandrückseite).

Im ersten Teil des Buches (S. 7-26) bezeichnet der Autor den Antisemitismus als „die Eintrittskarte in die europäische Gesellschaft“, ja es gehöre zum guten Ton in weiten Kreisen (S. 11 und S. 20). „Schon wieder“ sei insofern richtig und falsch, dass es sich heute nicht nur um deutsche Rechtsextremisten (wie zu Führers Zeiten) handle, sondern mehrheitlich um muslimische Neudeutsche, legitimiert durch alt-einheimisch deutsche Linksextremisten (S. 9). Das barbarische Geschehen am 7. Oktober 2023 lasse die Theodizee-Frage wieder aufleben: „Wie kann ein und derselbe Gott, der DEN Menschen schuf und eben nicht nur Juden oder Muslime, zulassen, dass die einen die anderen ermorden?“ (S. 19)

Die Frage, ob die Juden in Deutschland eine Zukunft hätten, beantwortet er negativ. Das gelte aber auch für die anderen Staaten der Diaspora. Daher sagt er über kurz oder lang einen zweiten Exodus nach Israel vorher – vorausgesetzt, es werde langfristig noch Israel geben, denn „jüdisches Leben ist, wie seit 3000 Jahren, ,Existenz auf Widerruf‘“ (S. 24f.). „Israel ist für die Juden, für alle Juden, erstmals seit rund 2000 Jahren eine Lebensversicherung, die Lebensversicherung.“ (S. 39)

Der zweite Teil des Buches (S. 27-67) enthält zwei Fassungen der Rede vor dem Berliner Abgeordnetenhaus zum 85. Jahrestag des 9. Novembers 1938. Die eine verfasst vor dem 7. Oktober 2023 und die andere danach. In beiden verarbeitet er persönliche-familiäre Erlebnisse. Eine Lehre aus der Shoah habe seine Familie gezogen: „Es reicht nicht, dass Christen Juden tolerieren. Es reicht nicht, Minderheiten zu tolerieren, wir müssen sie akzeptieren. Wir müssen und wollen Muslime inkludieren. Es müssten Christen und Juden auch einheimische Muslime integrieren.“ (S. 32) Zum Thema Vergangenheitsbewältigung schreibt er u.a.: „Das Recht sagt: Alles verjährt. Was sagt die Gerechtigkeit? Recht und Gerechtigkeit, beides hohe Güter. Ein noch höheres Gut ist Versöhnung – und durch Versöhnung innerer Frieden. Kollektiv und individuell.“ (S. 35)

Im Umgang mit Begriffen wie „Nazi“ mahnt er zur Differenzierung: Nicht jeder Andersdenkende sei automatisch ein Nazi. „Wer, wie im politischen Volkssport Deutschlands, leichtfertig jedem bei jeder unpassenden Gelegenheit den Nazi an den Kopf wirft, weiß nichts über oder verniedlicht den wahren Nazismus und macht ihn auf diese Weise zwar nicht gleich salonfähig, doch wählbar und bewirkt Abstumpfung.“ (S. 36)

Skeptisch zeigt sich Wolffsohn im Blick auf die Wirkung von Bildung, um den Antisemitismus zu stoppen: „National- und universalhistorisch ist die Annahme, Bildung fördere Menschlichkeit, leider widerlegt.“ (S. 44) Bildung sei gut und notwendig, „doch naiv ist es, Bildung, ja die Aufklärung als Allheilmittel zu betrachten … Bildung, verstanden als Addition von Wissen, bedeutet keineswegs auch Herzensbildung.“ (S. 52f.) Herzensbildung sei aber kein Schul- oder Universitätsfach, schreibt er später (S. 74) und pointiert formuliert er gegen Ende des Buches: „Wissen und akademische Titel schützen nicht vor Lügen und sind kein Zeichen für Klugheit bzw. Intelligenz.“ (S. 88)

Der Autor scheint die These zu vertreten, dass auf dem Volk der Juden ein Segen liegt, von dem die Nationen profitieren können: „Seit rund 3000 Jahren beweist die Jüdische Weltgeschichte den sogenannten Gastvölkern: Wenn es ihren Juden gut geht, geht es auch ihnen gut und besser, weil Juden in der Regel nicht nur absolut loyale Staatsbürger, sondern auch vorzüglich ausgebildet und deshalb innovativ sind. Das wiederum ist ein wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Modernisierungsmotor. Wo es Juden gut geht, geht es allen gut und besser.“ (S. 45)

Obwohl er auch Kritik an der deutschen Politik übt (z. B. bemängelt er, dass die Sicherheit aller Bürger nicht als staatliche Bringschuld gesehen werde, sondern an die Zivilcourage der Bürger appelliert wird, S. 55), findet Wolffsohn, dass trotz aller Defizite dieses Deutschland das beste Deutschland sei, das es je gab (S. 27) bzw. „ein gutes Deutschland“ (S. 65).

In seiner zweiten Rede bezeichnet Wolffsohn den Antisemitismus in Deutschland als ein „Eigengewächs“, denn es gebe sowohl einen hausgemachten als auch einen importierten Antisemitismus. Zum ersten nennt er Beispiele ehemaliger Bundeskanzler, zum zweiten bemängelt er das Totschweigen der muslimischen Dimension aus moralisch-migrationspolitischen Motiven und geht auf theologische und historische Hintergründe ein (S. 60ff.).

Im dritten Teil des Buches (S. 69-93) geht es darum, wie es von Wut, Empörung und Resignation zum Denken und zum Handeln kommen kann. Dabei ist der erste Satz ernüchternd: „Ein sympathischer Tor, wer meint, der Antisemitismus wäre zu überwinden.“ (S. 69) Überwinden sei nicht möglich, aber eindämmen könne man ihn. Unter anderem durch „funktionale Toleranz“, Sicherheit für alle Bürger, Herzensbildung und Differenzierung.

„Funktionale Toleranz“ beschreibt Wolffsohn als ein Leben und leben lassen, auch wenn einem der Lebensstil des Anderen nicht behagt. „Diese funktionale Toleranz ist alles andere als perfekt, doch sie ist vor allem nicht tödlich. Wie im Straßenverkehr. Ich muss meinen Nächsten nicht lieben, ich ihn (aus meinem geschlossenen Auto) mit Schimpfworten überhäufen, ohne dass er meine Flüche hört. Er schießt nicht auf mich und ich nicht auf ihn, und der Straßenverkehr fließt. Wir mögen uns nicht, was auch unsere Körper- und ,Autosprache‘ signalisiert, aber wir beide halten an der Ampel bei Rot. Regelbrüche werden bestraft. Unabhängig von Herkunft und ,kulturellem Hintergrund‘. Funktionale Toleranz entspricht nicht dem Toleranzideal, ist jedoch weitaus besser als gar keine Toleranz.“ (S. 71)

Ich habe dieses kleine Buch mit persönlichem Gewinn gelesen. Manche Zusammenhänge waren mir nicht bewusst. Meines Erachtens ist das Buch weder polemisch noch unangemessen parteiisch. Klar, Michael Wolffsohn ist jüdischer Abstammung und hat in der israelischen Armee gedient. Studiert hat er aber nicht nur in Tel Aviv, sondern auch in Berlin und New York. Er macht auf mich einen versöhnten Eindruck, was auch durch sein Engagement im gemeinnützigen deutsch-jüdisch-islamisch-interkulturellen Kultur- und Integrationsprojekt „Gartenstadt Atlantic“ in Berlin (zusammen mit seiner Frau) zum Ausdruck kommt. Sein Buch hinterlässt nicht Hoffnungslosigkeit oder Resignation, sondern Zuversicht, denn „Das Gute bzw. Ethische, Moralische mag im Hier und Heute untergehen, langfristig obsiegt es“, sowie es bei Jesus nicht alles mit dem erbärmlichen Kreuzestod als Niederlage endete, sondern es durch die Auferstehung von der Niederlage zum Sieg kam (S. 81).

edp, 16.02.2024

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, auch als EPUB verfügbar.

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., geb. 1947, ist Historiker und Publizist. Von 1981 bis 2012 arbeitete er als Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. kürte der Deutsche Hochschulverband Michael Wolffsohn 2017 zum Hochschullehrer des Jahres.


 

Old and new anti-Semitism

Book review. Summary. The book „Nie wieder? Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus“ [Never again? Again! Old and new anti-Semitism ]by Michael Wolffsohn addresses the resurgence of antisemitism in Europe, particularly in the context of the terrorist attack by Hamas on October 7, 2023. Wolffsohn argues that antisemitism remains prevalent and has evolved, with a significant portion now originating from Muslim communities, often supported by left-wing extremists. He predicts a potential second exodus to Israel. The book also contains two versions of a speech reflecting on the Holocaust and the need for reconciliation and inclusion of minorities. Overall, the book also discusses the importance of tolerance („functional tolerance“), education, and differentiated discourse in combating antisemitism, while acknowledging the challenges and complexities involved. It concludes with a message of hope, emphasizing the triumph of ethical values in the long run.

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, also available as EPUB.

Michael Wolffsohn, Prof Dr, born in Tel Aviv in 1947, is a historian and journalist. From 1981 to 2012, he was Professor of Modern History at the University of the Federal Armed Forces in Munich. He has received numerous prizes and awards, including being named University Lecturer of the Year by the German University Association in 2017.


 

Viejo y nuevo antisemitismo

Reseña de libro (resumida). El libro „¿Nie wieder? ¡Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus“ [¿Nunca más? ¡Otra vez! Viejo y nuevo antisemitismo ] de Michael Wolffsohn aborda el resurgimiento del antisemitismo en Europa, especialmente en el contexto del atentado terrorista perpetrado por Hamás el 7 de octubre de 2023. Wolffsohn sostiene que el antisemitismo sigue siendo frecuente y ha evolucionado, y que una parte significativa procede ahora de comunidades musulmanas, a menudo apoyadas por extremistas de izquierda. Predice un posible segundo éxodo a Israel. El libro también contiene dos versiones de un discurso en el que reflexiona sobre la necesidad de reconciliación e inclusión de las minorías. El autor también analiza la importancia de la tolerancia („tolerancia funcional“), la educación y el discurso diferenciado en la lucha contra el antisemitismo, al tiempo que reconoce los retos y las complejidades que entraña. Concluye con un mensaje de esperanza, haciendo hincapié en el triunfo de los valores éticos a largo plazo.

Herder Verlag, Freiburg, 2024, ISBN 978-3-451-07239-0, también disponible en formato EPUB.

Michael Wolffsohn, Prof. Dr., nacido en 1947 en Tel Aviv, es historiador y periodista. De 1981 a 2012 trabajó como profesor de Historia Moderna en la Universidad de las Fuerzas Armadas Federales de Múnich. Ha recibido numerosos premios y galardones, entre ellos el de Profesor Universitario del Año otorgado por la Asociación Alemana de Universidades en 2017.

Dein Bart stört mich!

Meiner Frau gefiel mein Bart gut. (Foto: Standesamtliche Trauung 1976 in Darmstadt)

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„Dein Bart stört mich!“ Heute schon gemeckert?

Als junger Pastor habe ich bereits einen Bart getragen – zum Leidwesen eines älteren männlichen Gemeindegliedes, das strikt gegen Bärtige auf der Kanzel war. Weil meine Mutter damals meinen Bart nicht so toll fand, habe ich ihn zu Beginn eines längeren Urlaubs abrasiert. Das neue Aussehen gefiel weder mir noch meiner Frau, daher habe ich ihn wieder wachsen lassen – trotz der Ansichten des Gemeindegliedes und der Bemerkungen meiner Mutter.

Ist es nicht bedauerlich, dass wir häufig so viel Energie dafür ausgeben (und sei es nur gedanklich), uns über Dinge aufzuregen, die bei genauer Betrachtung irrelevant sind? Ich denke an Äußerlichkeiten oder Lebensstilfragen, die uns über andere Menschen die Stirn runzeln lassen. Und die, bewusst oder unbewusst, Barrieren oder gar Mauern entstehen lassen.

Der Apostel Paulus gab den Christen in der Stadt Philippi folgenden Rat (Philipper 4,8 Bibelübersetzung Neues Leben):

Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen.

Wäre es nicht viel effektiver und schöner, das Augenmerk auf die positiven Eigenschaften des Gegenübers zu richten? Auf das, was „liebenswert und bewunderungswürdig“ ist? Auf das, was eine „Auszeichnung und Lob“ verdient?

Jesus war ein Spezialist darin, das Positive in Menschen zu erkennen, sogar im bescheidenen Ansatz, um das zu fördern und sie zu motivieren. Hätte er sich mit meinem kritischen Blick auf die Suche nach Mitarbeitern für sein Team begeben, hätte er keine zwölf Männer rekrutieren können – vermutlich nicht einmal drei! Mich hätte er zweitausend Jahre später auch aussortiert.

Es ist bitter, dass wir die Macken an unseren Mitmenschen sofort erkennen und uns darüber ärgern, äußerst träge aber darin sind, das zu erkennen, was liebenswert und bewunderungswürdig ist. Da können wir noch viel von Jesus lernen.
Zu achten ist diesbezüglich darauf, welchen Einflüssen wir uns aussetzen: Lassen wir uns nicht von denen anstecken, die vehement die Suche nach dem Haar in der Suppe betreiben! Zum Thema Macken schreibt der US-amerikanische Bestsellerautor Max Lucado: „Wenn wir nachsichtig miteinander umgehen, bewahren wir uns unsere Freude … Das ist doch leicht, oder? Nein, ist es nicht. Aber es ist wichtig. Das Leben ist zu kostbar und zu kurz, um sich die ganze Zeit aufzuregen.“

Dem habe ich nichts hinzuzufügen außer der Bitte an Gott, er möge mir helfen, nachsichtiger zu sein und das Positive an meinen Mitmenschen zu erkennen und zu fördern.


 

„Your beard bothers me!“ Already grumbling today?

As a young pastor, I already had a beard – to the chagrin of an older male member of the church who was strictly against beards in the pulpit. Because my mother didn’t like my beard back then, I shaved it off at the beginning of a long holiday. Neither I nor my wife liked the new look, so I let it grow back – despite the views of the church member and my mother’s comments.

Isn’t it sad that we often spend so much energy (even if only mentally) getting upset about things that are irrelevant on closer inspection? I’m thinking of outward appearances or lifestyle issues that make us frown at other people. And which, consciously or unconsciously, create barriers or even walls.

The apostle Paul gave the following counsel to the Christians in the city of Philippi (Philippians 4:8):

Think about what is noble, right and pure. Think about what is lovely and worthy of respect. If anything is excellent or worthy of praise, think about those kinds of things.

Wouldn’t it be much more effective and beautiful to focus on the positive qualities of the other person? On what is „lovely and worthy of respect“?

Jesus was a specialist in recognising the positive in people, even in a humble beginning, in order to encourage and motivate them. If he had set out to find people for his team with my critical eye, he would not have been able to recruit twelve men – probably not even three! Two thousand years later, he would have discarded me too.

It is bitter that we immediately recognise the flaws in our fellow human beings and get angry about them, but are extremely slow to recognise what is lovable and admirable. We can still learn a lot from Jesus in this respect.
In this respect, we need to pay attention to the influences we expose ourselves to: Let us not be infected by those who vehemently search for the fly in the ointment! The US bestselling author Max Lucado writes on the subject of quirks: „If we treat each other with forbearance, we preserve our joy … That’s easy, isn’t it? No, it’s not. But it is important. Life is too precious and too short to be upset all the time.“

I have nothing to add to this except to ask God to help me to be more forgiving and to recognise and promote the positive in my fellow human beings.


 

„¡Tu barba me molesta!“ ¿Ya has refunfuñado hoy?

Cuando era un joven pastor, ya llevaba barba, para disgusto de un hombre mayor de la congregación que estaba estrictamente en contra de las barbas en el púlpito. Como a mi madre no le gustaba mi barba de entonces, me la afeité al principio de unas largas vacaciones. Ni a mí ni a mi mujer nos gustaba el nuevo aspecto, así que dejé que volviera a crecer, a pesar de las opiniones del miembro de la iglesia y de los comentarios de mi madre.

¿No es lamentable que a menudo gastemos tanta energía (aunque sólo sea mentalmente) disgustándonos por cosas que, bien miradas, son irrelevantes? Estoy pensando en la apariencia externa o en cuestiones de estilo de vida que nos hacen fruncir el ceño ante otras personas. Y que, consciente o inconscientemente, crean barreras o incluso muros.

El apóstol Pablo dio el siguiente consejo a los cristianos de la ciudad de Filipos (Filipenses 4:8):

Pensad más sobre lo que es verdadero, respetable, justo, puro, amable, digno de admiración, en fin, sobre todo lo que sea excelente o merezca elogio.

¿No sería mucho más efectivo y hermoso centrarse en las cualidades positivas de la otra persona? ¿En lo que es „amable y digno de admiración“?

Jesús era un especialista en reconocer lo positivo de las personas, incluso en los comienzos humildes, para animarlas y motivarlas. Si se hubiera puesto a buscar personas para su equipo con mi ojo crítico, no habría sido capaz de reclutar a doce hombres, ¡probablemente ni siquiera a tres! Dos mil años después, también me habría descartado a mí.

Es amargo que reconozcamos inmediatamente los defectos de nuestros semejantes y nos enfademos por ello, pero seamos extremadamente lentos para reconocer lo que es amable y digno de admiración. Todavía podemos aprender mucho de Jesús.
A este respecto, debemos prestar atención a las influencias a las que nos exponemos: No nos dejemos contagiar por quienes buscan con vehemencia la mosca en el ungüento. El autor estadounidense Max Lucado escribe sobre el tema de las rarezas: „Si nos tratamos con benevolencia, conservamos nuestra alegría… Eso es fácil, ¿no? No, no lo es. Pero es importante. La vida es demasiado preciosa y demasiado corta para estar constantemente disgustado“.

No tengo nada que añadir a esto, salvo pedir a Dios que me ayude a ser más comprensivo y a reconocer y promover lo positivo en mis semejantes.

Geschenk verweigert!

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Habt ihr jemals ein Geschenk abgelehnt? Seid ihr mit euren Weihnachtsgeschenken zufrieden? In vielen Städten gibt es seit dem 2. Januar regen Kundenverkehr in den Geschäften. Manche lösen Geschenkgutscheine ein, viele kommen, um Geschenke umzutauschen, die nicht gefallen oder nicht passen. Den Spaniern stehen die Umtauschaktionen noch bevor, denn dort findet erst am 6. Januar (am Tag der heiligen Drei Könige) die größte und teuerste Bescherung des Jahres statt. (Mehr darüber.)

Bei sehr anspruchsvollen Empfängern landen viele Päckchen direkt in die Kiste „Zum Weiterschenken“. Unausgepackt! Hoffentlich steckt nicht ein teurer, besonders wertvoller Gegenstand in der unauffälligen Verpackung!

Es gibt ein Geschenk, dessen Preis unmöglich zu beziffern ist, das aber von den meisten heutzutage unausgepackt bleibt: die Liebe Gottes, sichtbar, hörbar und fühlbar geworden in einer Person – Jesus von Nazareth. Zuerst als Kind in der Krippe zu bestaunen, später als machtvoller, zum Teil unbequemer Redner zu hören, am Ende als Retter der Welt am Kreuz hängend. Noch neben dem Kreuz nahmen ein Verbrecher und ein römischer Soldat dieses Geschenk Gottes dankbar an und für sie begann ein völlig neues Leben. Das Kreuz war aber für Jesus Christus nicht das Ende. Einige Stunden später auferstanden, ist er nun im Himmel der Ansprechpartner für jeden, der dieses Geschenk der Liebe Gottes gern annimmt, weil er spürt: Ohne Gott endet das Leben im Nichts.

Dass viele dieses Geschenk Gottes an die Menschheit ablehnen würden, ist seit knapp 2000 Jahren in der Bibel zu lesen: Gott wurde Mensch und kam auf die Erde, um unter den Menschen als einer von ihnen zu leben; sehr viele lehnten ihn ab. Jenen aber, die ihn als Retter anerkannten, gab er einen neuen Status: erbberechtigte Königskinder, Kinder des Höchsten im Universum (nach Johannes 1,11-14).

Jesus Christus bezeichnete sich als das Licht der Welt: Wer in unserer orientierungslosen, unruhigen Zeit ihn, das Licht der Welt, ablehnt, gleicht einem Menschen, der die Sonne ausknipst, um mit einer Kerze in der Hand seinen Weg fortzusetzen. Die Annahme eines Geschenks zu verweigern, mag im Alltag berechtigt sein. Im Blick auf das Angebot Gottes hat dieses Verweigern tödliche Folgen!


 

Gift refused!

Are you happy with your Christmas presents? In many cities, there has been a lot of customer traffic in the shops since 2 January. Some are redeeming gift vouchers, many are coming to exchange gifts that they don’t like or don’t fit. In Spain, the exchange campaigns are still to come, as the biggest and most expensive gift-giving of the year does not take place until 6 January (the day of the Three Wise Men). (More here)

For very sophisticated receivers, many presents end up directly in the „To give away“ box. Unwrapped! Hopefully there is not an expensive, particularly valuable item in the inconspicuous packaging!

There is a gift whose price is impossible to quantify, but which remains unwrapped by most people today: the love of God, made visible, audible and tangible in one person – Jesus of Nazareth.
First to be wondered at as a child in the manger, later to be heard as a powerful, sometimes uncomfortable speaker, and finally hanging on the cross as the Saviour of the world. Next to the cross, a criminal and a Roman soldier gratefully accepted this gift from God and a completely new life began for them. But the cross was not the end for Jesus Christ. Resurrected a few hours later, he is now the contact person in heaven for everyone who gladly accepts this gift of God’s love because they feel that without God, life ends in emptiness.

The fact that many would reject this gift from God to humanity has been written in the Bible for almost 2000 years: God became man and came to earth to live among mankind as one of them; very many rejected him. But to those who accepted him as Saviour, he gave them a new status: royal children entitled to inherit, children of the Most High in the universe (according to John 1:11-14).

Jesus Christ described himself as the light of the world: anyone who rejects him, the light of the world, in our disorientated, restless times is like a person who turns off the sun in order to continue on his way with a candle in his hand. Refusing to accept a gift may be justified in everyday life. In view of God’s offer, this refusal has deadly consequences!


 

¡Regalo rechazado!

¿Estás contento con tus regalos de Navidad? En muchas ciudades aquí en Alemania, desde el 2 de enero hay mucha afluencia de clientes en las tiendas. Algunos están canjeando cheques regalo, muchos vienen a cambiar regalos que no les gustan o no les quedan bien. Para los españoles, las devoluciones o intercambios están aún por llegar, ya que allí la mayor y más cara entrega de regalos del año no tiene lugar hasta el 6 de enero (día de los Reyes Magos). (Más aquí)

Para los agraciados más refinados, muchos paquetes acaban directamente en el cajón „Para regalar“. Sin desenvolver. Esperemos que en el discreto envoltorio no haya un artículo caro o especialmente valioso.

Hay un regalo cuyo precio es imposible de cuantificar, pero que la mayoría de la gente sigue sin desenvolverlo: el amor de Dios, hecho visible, audible y tangible en una persona: Jesús de Nazaret.
Primero para ser contemplado como bebé en un pesebre, más tarde para ser escuchado como un orador poderoso, a veces incómodo, y finalmente colgado de la cruz como el Salvador del mundo. Junto a la cruz, un criminal y un soldado romano aceptaron agradecidos este regalo de Dios y comenzó para ellos una vida completamente nueva. Pero la cruz no fue el final para Jesucristo. Resucitado unas horas después, ahora es la persona de contacto en el cielo para todos los que aceptan de buen grado este regalo del amor de Dios porque sienten que sin Él, la vida termina en la nada.

El hecho de que muchos rechacen este regalo de Dios a la humanidad está escrito en la Biblia desde hace casi 2000 años: Dios se hizo hombre y vino a la tierra a vivir entre los hombres como uno de ellos; muchos le rechazaron. Pero a los que le aceptaron como Salvador, les dio un nuevo estatus: hijos reales con derecho a heredar, hijos del Altísimo en el universo (según Juan 1:11-14).

Jesucristo se describió a sí mismo como la luz del mundo: quien le rechaza a Él, la luz del mundo, en nuestros tiempos desorientados e inquietos es como quien apaga el sol para seguir su camino con una vela en la mano. Rechazar un regalo puede estar justificado en la vida cotidiana. Tratándose de la oferta de Dios, ¡este rechazo tiene consecuencias mortales!

Ganz gewiss!

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Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) ist ein bedeutender evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer gewesen. Am 19. Dezember 1944 schrieb er aus einem Gestapo-Gefängnis in einem Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer das Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das weltberühmt und auch vielfach vertont wurde.

Ohne Gerichtsverhandlung wurde er ins Konzentrationslager Flossenbürg verlegt, wo er zum Tode durch den Strang verurteilt und am 9. April 1945 im Alter von nur 39 Jahren hingerichtet wurde.

Hier der vollständige Text:
Von guten Mächten treu und still umgeben,behütet und getröstet wunderbar,so will ich diese Tage mit euch lebenund mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,noch drückt uns böser Tage schwere Last,ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelendas Heil, für das Du uns bereitet hast.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,die Du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag.Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiss an jedem neuen Tag.


 

And certainly on every new day

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) was an important Lutheran theologian and resistance fighter. On 19 December 1944, he wrote the poem „Wonderfully protected by good powers“ from a Gestapo prison in a letter to his fiancée Maria von Wedemeyer, which became world-famous and was also set to music many times.

He was transferred to Flossenbürg concentration camp without a trial, where he was sentenced to death by hanging and executed on 9 April 1945 at the age of just 39.

The last stanza of the poem reads:
Wonderfully protected by good powers,
we confidently await whatever may come.
God is with us in the evening and in the morning
and certainly on every new day.


 

Y ciertamente en cada nuevo día

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) fue un importante teólogo protestante y combatiente de la resistencia. El 19 de diciembre de 1944 escribió desde una prisión de la Gestapo el poema „Maravillosamente protegido por las buenas potencias“ en una carta a su prometida Maria von Wedemeyer, que se hizo mundialmente famoso y al que también se puso música en numerosas ocasiones.

Fue trasladado al campo de concentración de Flossenbürg sin juicio previo, donde fue condenado a morir en la horca y ejecutado el 9 de abril de 1945 con sólo 39 años.

La última estrofa del poema dice así:
Maravillosamente protegidos por buenos poderes,
esperamos con confianza lo que venga.
Dios está con nosotros cuando anochece y al amanecer
y ciertamente en cada nuevo día.

Wie eine wärmende Seelenmassage

Wasserturm, Industrie- und Handelskammer am Sande, Am Stint, Rathaus (Fotos: edp)

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Wie eine wärmende Seelenmassage

Die Weihnachtsbeleuchtung in Lüneburg ist – verständlicherweise – etwas bescheidener als vor einigen Jahren. Dennoch übt sie auf mich und auf tausende Besucher der Weihnachtsmärkte eine unbestrittene Faszination aus. Der beleuchtete Wasserturm (leider ohne Lichterkranz), die angestrahlte Rathausfassade, die beleuchteten Giebelhäuser, die Lichtspiegelungen im Wasser: Das alles ist nicht nur schön anzusehen, es bewirkt so etwas wie eine wärmende Seelenmassage!
Licht, besonders das Licht der Sonne – seit einigen Tagen vermisse ich ihre Strahlen – macht nicht nur alles bunter, sondern ist für uns Menschen lebenswichtig (Stichwort Vitamin D). Daher wundert es mich nicht, dass in der Heiligen Schrift, in der Bibel, so häufig von Gott und seinem Wort die Rede in Verbindung mit dem Licht ist. So heißt es zum Beispiel in einem alttestamentlichen, von David komponierten Lied: „Du selbst bist die Quelle, die uns Leben schenkt. Deine Liebe ist die Sonne, von der wir leben.“ (Psalm 36,10 GNB) Oder: „Dein Wort ist wie ein Licht in der Nacht, das meinen Weg erleuchtet.“ (Psalm 119,105 Hfa)
Als vor ca. 2000 Jahren Gott in der Person Jesus Christus Mensch wurde – eigentlich das, was wir in diesen Tagen feiern – bezeichnete er sich als das Licht der Welt und erklärte: „Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit umherirren, sondern er hat das Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Johannes 8,12 Hfa) Für mich völlig unverständlich bleibt, dass so viele Menschen die Finsternis in der Gottesferne mit ihren Folgen vorziehen: Hass und Terror, Neid, Arroganz und Unversöhnlichkeit.
Vor einigen Jahren zog ich von meinem großen Arbeitszimmer im Keller in ein kleineres, freigewordenes Kinderzimmer im ersten Stock um, weil ich mich nach dem Tageslicht sehnte. Vor noch mehr Jahren habe ich Jesus Christus gesagt: Du sollst die Sonne meines Lebens sein und alles Dunkle vertreiben. Daher singe ich sehr gern das alte Lied von Caroline Rhiem (1902): „Jesus, meine Sonne in der dunklen Nacht, Jesus, meine Wonne, wenn mir Freude lacht … Deinen tiefen Frieden spür ich täglich nun, darf in deiner Liebe Stund um Stunde ruhn … Du willst für mich kämpfen, ich darf stille sein, mich in deine Gnade hüllen fester ein. Niemand kann mich reißen, Herr, aus deiner Hand, bis du mich aus Gnaden bringst ins Heimatland.“
Das bald zu Ende gehende Jahr ist für viele Menschen ein dunkles Jahr gewesen, zuletzt für die Angehörigen der Opfer in Israel und im Gazastreifen. Davor und schon länger für tausende Familien in der Ukraine. Dazu für jene, die unter den Folgen von Naturkatastrophen oder Hunger leiden. Sie sehnen sich danach, dass die Sonne in ihrem Leben aufgeht. Das wird sie tun, wenn der Tag der Wiederkunft Jesu anbricht und er für immer die Dunkelheit vertreibt und sein Reich aufrichtet, in dem es keine Schatten des Leides und des Todes geben wird. Bis es so weit ist, können uns die Worte des Weihnachtliedes trösten: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht endlos sein!“


 

Like a warming massage for the soul

The Christmas lights in Lüneburg are – of course – somewhat more modest than they were a few years ago. Nevertheless, they still exert an undeniable fascination on me and on thousands of visitors to the Christmas markets. The illuminated water tower (sadly without a crown of lights), the illuminated town hall façade, the illuminated gabled houses, the reflections of light in the water: it’s not just beautiful to look at, it’s something of a warming massage for the soul!
Light, especially the light of the sun – I’ve been missing its rays for a few days now – not only makes everything more colourful, but is also vital for us humans (keyword vitamin D). I am therefore not surprised that the Holy Scriptures, the Bible, so often speak of God and his word in connection with light. For example, in an Old Testament song composed by David, it says: „You yourself are the source that gives us life. Your love is the sun from which we live.“ (Psalm 36:10) Or: „Your word is like a light in the night that illuminates my path.“ (Psalm 119:105)
When God became man in the person of Jesus Christ around 2000 years ago – which is actually what we are celebrating these days – he described himself as the light of the world and declared: „Whoever follows me will not wander in darkness, but will have the light that leads him to life.“ (John 8:12) It remains completely incomprehensible to me that so many people prefer the darkness of being far from God with all its consequences: Hatred and terror, envy, arrogance and unreconcilability.
A few years ago, I moved from my large office in the basement to a smaller, vacant children’s room on the first floor because I longed for daylight. Even more years ago, I told Jesus Christ: You shall be the sun of my life and dispel all darkness. That’s why I love to sing the old song by Caroline Rhiem (1902): „Jesus, my sun in the dark night, Jesus, my delight, when I laugh with joy … I feel your deep peace every day now, I can rest in your love hour after hour … You want to fight for me, I can be still, wrap myself more firmly in your grace. No one can snatch me out of your hand, Lord, until you bring me home by grace.“
The year that is soon coming to an end has been a dark one for many people, most recently for the relatives of the victims in Israel and Gaza. Before that and for a long time for thousands of families in Ukraine. And for those suffering from the consequences of natural disasters or hunger. They long for the sun to rise in their lives. It will do so when the day of Jesus‘ return dawns and he dispels the darkness forever and establishes his kingdom, in which there will be no shadow of suffering and death. Until then, we can take comfort in the words of the Christmas carol: „Because God appeared in deepest night, our night cannot be endless!“


 

Como un masaje para el alma

La iluminación navideña de Luneburgo es – comprensiblemente – algo más modesta que hace unos años. Sin embargo, sigue ejerciendo una innegable fascinación sobre mí y sobre miles de visitantes de los mercadillos navideños. La torre del agua iluminada (lamentablemente sin corona de luces), la fachada iluminada del ayuntamiento, las casas iluminadas, los reflejos de la luz en el agua: no es sólo bonito de ver, es una especie de masaje para calentar el alma.
La luz, sobre todo la luz del sol – hace unos días que echo de menos sus rayos – no sólo hace que todo sea más colorido, sino que también es vital para nosotros los humanos (p.ej. vitamina D). Por eso no me sorprende que las Sagradas Escrituras hablen tan a menudo de Dios y de su palabra relacionándolos con la luz. Por ejemplo, en una canción del Antiguo Testamento compuesta por David, se dice: „Tú mismo eres la fuente que nos da vida. Tu amor es el sol del que vivimos“. (Salmo 36:10) O: „Tu palabra es como una luz en la noche que ilumina mi camino“. (Salmo 119:105)
Cuando Dios se hizo hombre en la persona de Jesucristo hace unos 2000 años -que es en realidad lo que celebramos estos días-, se describió a sí mismo como la luz del mundo y declaró: „El que me sigue no andará en tinieblas, sino que tendrá la luz que le lleva a la vida.“ (Juan 8:12) Me sigue resultando totalmente incomprensible que tantas personas prefieran la oscuridad lejos de Dios, con todas sus consecuencias: Odio y terror, envidia, arrogancia e irreconciabilidad.
Hace unos años, me mudé de mi grande oficina en el sótano a una habitación más pequeña en el primer piso porque anhelaba ver la luz del día. Hace aún más años, le dije a Jesucristo: Quiero que seas el sol de mi vida y disipes todas las tinieblas. Por eso me encanta cantar la antigua canción de Caroline Rhiem (1902): „Jesús, mi sol en la noche oscura, Jesús… Siento tu profunda paz cada día, puedo descansar en tu amor hora tras hora… Nadie podrá arrebatarme de tu mano, Señor, hasta que me lleves a casa por gracia“.
El año que pronto termina ha sido oscuro para muchas personas, actualmente para los familiares de las víctimas de Israel y de Gaza. Antes y durante mucho tiempo para miles de familias en Ucrania. Y para quienes sufren las consecuencias de catástrofes naturales o del hambre. Anhelan que salga el sol en sus vidas. Lo hará cuando amanezca el día del regreso de Jesús y disipe para siempre las tinieblas e instaure su reino, en el que no habrá sombra de sufrimiento ni de muerte. Hasta entonces, podemos consolarnos con las palabras del villancico: „Porque Dios apareció en la noche más profunda, nuestra noche no puede ser interminable“.

Ein Dom, einige Fragen

Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian in Paderborn. Westturm. (Foto: edp)

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Gedanken und Fragen nach dem Besuch des Doms von Paderborn

Die Kathedrale (Hoher Dom) des Erzbistums von Paderborn stammt im Wesentlichen aus dem 13. Jhdt. Ein paar Dinge sind mir bei der kurzen Besichtigung am vergangenen Freitagnachmittag (3.11.2023) aufgefallen: die stattliche Figur der Maria, die in der Mitte der dreischiffigen Kirchenhalle hängt; die große Krypta, in der sich u.a. die Reliquien des Heiligen Liborius befinden; der Beichtstuhl aus dem Jahr 1725; die Turmorgel (mit 80 Registern) und das mächtige Glockengeläut (eine der Glocken gehört zu den größten in Deutschland).

Auf dem Marienaltar des Jahres 1653 steht S MARIA ORA PRO NOBIS = Heilige Maria bete für uns. Wie ich hier ausgeführt habe, lehrt die Heilige Schrift nirgendwo, dass wir einen Vermittler brauchen, der für uns betet, denn dies tut bereits unser Hoherpriester Jesus Christus im Himmel [1].

Was die Reliquien betrifft, so entbehrt nicht nur deren Verehrung jeglicher biblischen Grundlage, sondern auch deren Echtheit ist recht zweifelhaft: Von manchen Heiligen gibt es bis zu 28 Beinen und bei eBay kann man angebliche Reliquien (teilweise samt Zertifikat) für 100 bis 600 Euro kaufen! [2]

Zur Beichte, wie sie in der römisch-katholischen Kirche praktiziert wird, habe ich einige Fragen:

  • Wer oder was berechtigt uns Menschen, die Sünden verschiedenen Kategorien wie Todsünde oder lässliche Sünde zuzuordnen, da die Heilige Schrift solche Abstufungen nicht kennt?
  • Woher nimmt sich ein Mensch (der Priester) das Recht, eine Absolution („Ich spreche dich los von deinen Sünden“) zu erteilen?
  • Warum muss auch hier ein menschlicher „Vermittler“ zwischen uns Sündern und Gott eingeschaltet werden, nachdem die priesterliche Vermittlung des Alten Testaments mit dem Kommen und Sterben von Jesus Christus am Kreuz ein Ende fand? Im Neuen Testament werden wir immer wieder eingeladen, direkt zu Gott/Jesus Christus mit unserer Sündenlast zu kommen! [3]

Ich respektiere die Frömmigkeit katholischer Christen, die es nicht anders gelehrt bekommen haben, kann aber jeden nur ermutigen, die Jahrhunderte lang praktizierten Traditionen mit dem zu vergleichen, was die Heilige Schrift lehrt; denn schließlich liegt die Bibel in unserer Sprache in den verschiedensten Übersetzungen und Preisklassen vor. Und das 1229 unter Papst Gregor IX auf der Synode von Toulouse erlassene generelle Bibelverbot für „Laien“ gilt schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Papst Benedikt XVI. empfahl, im Urlaub die Bibel, statt Krimis zu lesen; denn die Kenntnisse vieler Katholiken seien „sehr begrenzt und oberflächlich“. [4] Und Papst Franziskus empfahl, in der Fastenzeit lieber die Bibel zu lesen, statt ständig fernzusehen oder mit dem Handy zu hantieren. [5]

Im „Katechismus der Katholischen Kirche“ wird die Bedeutung der Heiligen Schrift unterstrichen [6], ja die Kirche „ermahnt … alle Christgläubigen … besonders eindringlich“, die Schrift häufig zu lesen, denn „Unkenntnis der Schriften ist nämlich Unkenntnis Christi“ (Hieronymus). [7]

Fußnoten:
[1] Z.B. 1. Johannes 2,1; Hebräer 7,25; 1. Timotheus 2,5
[2] Z. B.: Außergewöhnlich schöne große Reliquienkapsel aus dem 17./18. Jhdt., Heiliger Oleguer Bonestruga Bischof von Barcelona, mit innen liegenden Reliquien. 575 Euro. eBay-Artikelnr.: 126144657436
[3] Z. B. Hebräer 4,15.-16; 10,22; 1. Johannes 2,1
[4] diepresse.com, 3.8.2011
[5] Vaticannews.va, 26.2.2020
[6] Artikel 131-133
[7] Artikel 133


 

Thoughts and questions after visiting the cathedral in Paderborn

Lightly abbreviated
On the Marian altar of 1653 is written S MARIA ORA PRO NOBIS = Holy Mary pray for us. As I have explained here, nowhere does the Holy Scripture teach that we need a mediator to pray for us, because our High Priest Jesus Christ already does this in heaven.

As far as relics are concerned, not only is their veneration lacking any biblical basis, but their authenticity is also quite dubious: there are up to 28 legs of some saints and on eBay you can buy alleged relics (sometimes with a certificate) for between 100 and 600 euros!

I have a few questions about confession as it is practised in the Roman Catholic Church:
– Who or what authorises us humans to assign sins to different categories such as mortal sin or venial sin, since Holy Scripture does not recognise such gradations?
– Where does a human being (the priest) get the right to grant absolution („I absolve you from your sins“)?
– Why does a human „mediator“ have to be interposed between us sinners and God, after the priestly mediation of the Old Testament came to an end with the coming and death of Jesus Christ on the cross? In the New Testament, we are repeatedly invited to come directly to God/Jesus Christ with our burden of sin!

I respect the piety of Catholic Christians who have not been taught otherwise, but I can only encourage everyone to compare the traditions that have been practised for centuries with what the Holy Scriptures teach; after all, the Bible is available in our language in a wide variety of translations and price ranges. And the general ban on the Bible for the „laity“ issued by Pope Gregory IX at the Synod of Toulouse in 1229 has long since ceased to apply. On the contrary: Both, Pope Benedict XVI and Pope Francis, as well as the Catechism of the Catholic Church recommend frequent reading of the Holy Scriptures, because „ignorance of the Scriptures is ignorance of Christ“ (St Jerome).


 

Reflexiones y preguntas tras visitar la catedral de Paderborn

Ligeramente abreviado
En el altar mariano de 1653 se lee S MARIA ORA PRO NOBIS = Santa María ruega por nosotros. Como ya he explicado aquí, la Sagrada Escritura no enseña en ninguna parte que necesitemos un mediador que ruegue por nosotros, pues esto ya lo hace nuestro Sumo Sacerdote Jesucristo en el cielo.

En cuanto a las reliquias, no sólo su veneración carece de base bíblica, sino que su autenticidad es bastante dudosa: hay hasta 28 piernas de algunos santos y en eBay se pueden comprar supuestas reliquias (a veces con certificado incluido) ¡por entre 100 y 600 euros!

Tengo algunas preguntas sobre la confesión tal como se practica en la Iglesia Católica Romana:
– ¿Quién o qué nos autoriza a los humanos a asignar los pecados a diferentes categorías como pecado mortal o pecado venial, ya que la Sagrada Escritura no reconoce tales gradaciones?
– ¿De dónde saca un ser humano (el sacerdote) el derecho a conceder la absolución („yo te absuelvo de tus pecados“)?
– ¿Por qué tiene que intervenir un „mediador“ humano entre nosotros, pecadores, y Dios, después de que la mediación sacerdotal del Antiguo Testamento llegara a su fin con la venida y muerte de Jesucristo en la cruz? En el Nuevo Testamento se nos invita repetidamente a acudir directamente a Dios/Jesucristo con nuestra carga de pecado.

Respeto la religiosidad de los cristianos católicos a los que no se les ha enseñado otra cosa, pero sólo puedo animar a todos a comparar las tradiciones que se han practicado durante siglos con lo que enseñan las Sagradas Escrituras; después de todo, la Biblia está disponible en nuestro idioma en una amplia variedad de traducciones y precios. Y la prohibición general de leer la Biblia para los „laicos“ dictada por el Papa Gregorio IX en el Sínodo de Toulouse de 1229 hace tiempo que no está en vigor. Al contrario: Tanto el Papa Benedicto XVI como el Papa Francisco como el Catecismo der la Iglesia Católica recomiendan leer las Sagradas Escrituras, porque „la ignorancia de las Escrituras es ignorancia de Cristo“ (Jerónimo).