Geborgen

Deutsch:   Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem Tag. Dietrich Bonhoeffer
English:   By gracious powers so wonderfully sheltered and confidently waiting, come what may, we know that God is with us night and morning, and never fails to meet us each new day. Dietrich Bonhoeffer
Español:   Maravillosamente protegidos por poderes afables, esperamos con confianza lo que pueda venir. Dios está con nosotros día y noche, y ciertamente lo estará en cada nuevo día. Dietrich Bonhoeffer

Eine Kerze für Kinder anzünden

Lüneburg: Wasserturm mit Adventkranz (Foto: edp).

Auf dem 55 Meter hohen (ehemaligen) Wasserturm Lüneburgs wurde nun zum elften Mal der sogenannte Wichern-Adventskranz installiert. Er ist 1,5 Tonnen schwer, hat 24 Kerzen und gehört zu den größten Adventskränzen Europas. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet. Per SMS (83090) bzw. über die Nummer 09003 9424376 (1,99 Euro) wird der Kranz zusätzlich beleuchtet. Die Einnahmen sind in diesem Jahr dem sozialen Projekt „Unterstützung für junge Familien – Zeit für Kinder“ der Evangelischen Familien-Bildungsstätte gewidmet. Um den CO2-Ausstoß für zehn Jahre auszugleichen, wurden 800 Bäume gepflanzt.
Mehr: https://www.wichernkranz-lueneburg.de/

Diese Aktion startete im Jahr 2008 als Erinnerung an den Hamburger Theologen, Kirchenpolitiker und Erfinder des Adventskranzes  Johann Hinrich Wichern, der vor 200 Jahren geboren wurde. Der erste Adventskranz stand im Winter 1839: Um seinen Schülern die Wartezeit bis Heiligabend zu verkürzen, stellte er ein großes hölzernes Wagenrad in den Betsaal, schmückte es mit 24 Kerzen und zündete jeden Morgen bei der Andacht eine Kerze an, während die Kinder sangen.
Mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Hinrich_Wichern


English:

We can’t fight the night, but we can light a candle. Francis of Assisi

Merry Christmas and God’s blessings for 2019!

On the 55 meter high (former) water tower of Lüneburg the so-called Wichern Advent wreath was installed for the eleventh time. It weighs 1.5 tons, has 24 candles and is one of the largest Advent wreaths in Europe. One more candle is lit every day. By SMS (83090) or via the number 09003 9424376 (1,99 Euro) the wreath is additionally illuminated. This year the income is dedicated to the social project “Support for young families – time for children” of the Evangelische Familien-Bildungsstätte. 800 trees were planted to offset CO2 emissions for ten years.

This campaign started in 2008 as a reminder of the Hamburg theologian, church politician and inventor of the Advent wreath Johann Hinrich Wichern, who was born 200 years ago. The first Advent wreath was created in the winter of 1839: To shorten the waiting time for his pupils until Christmas Eve, he placed a large wooden wagon wheel in the prayer room, decorated it with 24 candles and lit a candle every morning during the devotion while the children sang.
More about Johann Hinrich Wichern: https://en.wikipedia.org/wiki/Johann_Hinrich_Wichern

Staunen können

Deutsch:   Wer noch staunen und lieben kann, gehört zu den Gesegneten dieser Erde. Manfred Hausmann
English:   He who can still marvel and love belongs to the blessed of this earth. Manfred Hausmann
Español:   Aquel que todavía es capaz de asombrarse y de amar pertenece a los bienaventurados de esta tierra. Manfred Hausmann

Zu Weihnachten fasten?

100 Peseten: heute nur 0,60 Euro wert, um die 1960er Jahre gefühlt 40-50 DM.

Wir würden zum ersten Mal Weihnachten ohne meinen Vater feiern. Er war im August bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückt. Wir, das waren meine Mutter, mein 10-jähriger Bruder und ich (12). Es war finanziell sehr knapp, da mein Vater seine Lebensversicherung gekündigt hatte, um einen besseren Vertrag abzuschließen. Dazu kam es nicht mehr. In den ersten Monaten konnte uns unsere Mutter dadurch über Wasser halten, dass sie fleißig Jacken und Pullover für Privatkunden mit einer Strickmaschine fertigte. Manchmal halfen wir ihr ein wenig dabei.

Es war der 24. Dezember, meine Mutter wollte gern, dass wir ein schönes Fest erleben – mit dem dazugehörigen Weihnachtsessen. Um dieses vorzubereiten, schickte sie meinen Bruder zum Einkaufen und gab ihm dafür den letzten Geldschein, den wir hatten: 100 Peseten. Als er nach einer Weile zurückkam, trug er keine Einkaufstüte, sondern kam weinend an: Er hatte den Geldschein unterwegs verloren.

Das Absuchen des Weges verlief erfolglos. Es half alles nichts: Meine Mutter machte schnell eine Jacke fertig, wir brachten sie zur Kundin und hofften dabei, dass sie gleich würde bezahlen können. So war es auch, wir konnten noch einkaufen und hatten ein einigermaßen schönes Fest.

Wir hätten nicht zu Weihnachten fasten müssen, gewiss. Trotzdem waren wir drei dankbar, dass Gott uns so aus der Bredouille heraus geholfen hatte. Wir erlebten, auch in den folgenden Jahren, bis unsere Mutter als Gastarbeiterin nach Deutschland kam, und auch hier in der neuen, zunächst fremden Heimat:

Vater der Waisen, Beistand der Witwen – das ist Gott in seiner heiligen Wohnung! (Psalm 68,6 GNB)

Ich denke, es war ein Jahr später, da konnten wir sogar einen Bettler, der zu Weihnachten vor unserer Tür stand, einladen, mit uns zu essen und zu feiern. Beide Weihnachtsfeiern habe ich in besonderer Erinnerung behalten.

Jammern oder danken?

 

Gestern Abend haben wir uns, meine Frau und ich, die Sendung “Ein Herz für Kinder” angesehen. Die Beiträge über Menschen, junge und ältere, die sich weltweit für Kinder in Not einsetzen, haben uns sehr berührt. Beispielhaft fanden wir u. a. den Einsatz des 14-jährigen Colin Rimbach aus Ludwigsau, der durch den Verkauf von  Badeentchen die Arbeit eines Kinderhospizes unterstützt. (1) Betroffen machte uns die Situation der Kinder, die im Wasserslum von Tondo in Manila zwischen dem Plastikmüll leben und diesen einsammeln und verkaufen, um überleben zu können – es ist unser aller Müll! (2)

Wenn ich das betrachte, so muss ich mich dafür schämen, auf welch einem hohen Niveau wir gern in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, jammern. Dabei haben wir Tausende Gründe, dankbar zu sein.

“Tausende Gründe, dankbar zu sein” – das ist übrigens der Titel der Predigt, die ich gestern in meiner Kirchengemeinde (Adventgemeinde Lüneburg) gehalten habe. (3)

Ausgangstext der Predigt waren die Worte Davids im 103. Psalm:

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat …

Aus dieser Predigt möchte ich hier die letzten Worte abdrucken:

  • Wenn du diese Predigt hören konntest, dann kannst du Gott dafür danken, denn es gibt 360 Millionen Menschen weltweit, die ein Hörproblem haben. Und davon sind 32 Millionen Kinder!
  • Wenn du ein eigenes Konto bei einer Bank hast, gehörst du zu den acht Prozent der Reichen dieser Welt. Und wenn du mehr als 100 g Reis pro Tag essen kannst, kannst du mehr essen als ein Drittel der Weltbevölkerung!
  • Wenn du zur Schule gehst/gegangen bist, kannst du Gott dankbar sein, denn 121 Millionen Kinder haben nicht die Chance, in die Schule zu gehen!
  • Wenn du nie die Gefahr eines Krieges, die Einsamkeit einer Gefangenschaft, den Schmerz von Folterung oder das Elend von Hunger erlebt hast, geht es dir besser als 500 Millionen anderer Menschen auf dieser Erde!
  • Wenn du Essen im Kühlschrank, ein Dach über dem Kopf und ein Bett hast, bist du reicher als 75 Prozent der Weltbevölkerung!
  • Wenn du immer frisches Trinkwasser zur Verfügung hast, geht es dir besser als 1 Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern.

Bevor du dich also das nächste Mal darüber beschwerst, wie unfair das Leben doch zu dir ist, denk an diese Beispiele. Es gibt tausende Gründe dankbar zu sein – Gott und unseren Mitmenschen gegenüber. Gott helfe uns, jeden Tag viele davon zu finden!

(1) Hier ist ein Kurzvideo davon zu sehen:  http://ogy.de/go96
(2) Hier ein Videoclip dieses Beitrags:  http://ogy.de/tq25
(3) Text der Predigt zum Herunterladen als PDF:  http://ogy.de/w489 und hier kann man sie hören:  http://ogy.de/j0r4