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Sabbatruhe: Zeitvergeudung?


Ob da, wo heute in Jerusalem die Grabeskirche steht, oder im Gartengrab: Den Sabbat verbrachte Jesus im Grab. Er ruhte – wie einst am Ende der Schöpfungswoche. Dabei gab es noch so viel zu tun! So viele Menschen, die auf Heilung und Heil warteten … in Jerusalem, Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde! Sabbatruhe: War das nicht Zeitvergeudung?

Nein, war es nicht. Warum nicht? Weil Jesus zwar „schlief“, der Heilige Geist aber nicht. D. h. Gott hörte nicht auf zu wirken, und zwar im Herzen vieler Menschen: Beim Hauptmann, dessen Glaube wie eine zarte Pflanze vor ein paar Stunden aufgegangen war; bei dem einen oder anderen Soldaten, der sein Bekenntnis gehört hatte (Mt 27,54). Bei einigen der vielen Beobachter, denn 50 Tage später sollte Petrus das „ernten“, was Jesus gesät hatte – auch durch seinen Tod am Kreuz. Diese Saat begann aufzugehen, während Jesus Pause machte im Grab. Bei Simon von Kyrene, der einen Teil der Via Dolorosa für Jesus das Kreuz trug (Mk 15,21): Was er wohl seiner Familie am Abend erzählte?

Während Jesus ruhte, wirkte der Heilige Geist und brachte die Saat im Herzen dieser Menschen in Bewegung. Indem Jesus sich wie ein Weizenkorn in die Erde senken und begraben ließ, nahm er freiwillig die letzte Ohnmacht an, die uns Menschen widerfährt. Nun konnte er nichts mehr tun, nichts mehr sagen – es war alles in seines Vaters Hand gelegt.

Loslassen können, alles in die Hand eines Größeren, in Gottes Hand legen, darin will ich mich mehr üben. Nicht nur am Sabbat-Ruhetag, sondern täglich. Ich will lernen: Von Gott verordnete Ruhe ist immer heilsame Ruhe, die Gutes bewirkt!

Das dürfen bzw. müssen wir auch manchmal erleben: Übergangsphasen, in denen wir nicht die Macher sind, sondern die Ruhenden, die Vertrauenden, die Beter. Weil uns die Kräfte einfach verlassen (z. B. im Alter). Oder weil wir den Einfluss nicht mehr haben (z. B. auf unsere erwachsenen Kinder). Oder weil uns Gott in der einen oder anderen Form „aus dem Verkehr zieht“ und wir nur mit Jesus beten können: „In deine Hände lege ich mein Lebenswerk, meine Träume, meine Ziele. In deine Hände lege ich meine Mühe, meine Erfolge, mein Versagen, meine unerledigten To-Do-Listen. Mach du etwas Brauchbares daraus!“


Sabbath rest: waste of time?
Jesus spent the Sabbath in the tomb. He rested – as once at the end of the creation week. Yet there was still so much to do! So many people waiting for healing and salvation …

Wasn’t that a waste of time? No, it wasn’t. Jesus was „sleeping“, but the Holy Spirit was not. That is, God did not stop working in the hearts of many people while they were thinking about what they had experienced. Now Jesus could do nothing, say nothing – it was all placed in his Father’s hand.

Letting go, putting everything into the hand of a greater, into God’s hand, I want to be able to do that better. Not only on the Sabbath day of rest, but every day. I want to learn: Rest ordained by God is always healing rest that accomplishes good!


El descanso sabático: ¿una pérdida de tiempo? 
Jesús pasó el sábado en la tumba. Descansó – como ya lo había hecho al final de la semana de la creación. Pero, ¡todavía quedaba muchísimo por hacer! Tanta gente esperando la curación y la salvación…

¿No era este sábado una pérdida de tiempo? No, no lo era. Jesús „dormía“, pero el Espíritu Santo no. Es decir, Dios no dejó de obrar en los corazones de muchas personas mientras pensaban en lo que habían vivido. Ahora no había nada que Jesús pudiera hacer, nada que pudiera decir – todo estaba confiado a las manos de su Padre.

Soltar, poner todo en las manos de uno más grande, en las manos de Dios: quiero aprender a practicarlo mejor. No sólo en el día de descanso del sábado, sino diariamente. Quiero aprender: ¡El descanso que Dios ordena es siempre un descanso saludable, un descanso que nos beneficia!

Das Kreuz? Unsinn!


Jesu Sterben am Kreuz? „Unsinn!“, sagten damals viele. Auch heute löst die Predigt vom Kreuz häufig ein skeptisches Kopfschütteln aus.

War der Gekreuzigte „nur“ ein Mensch, dann war dies die grausame Hinrichtung eines Märtyrers unter anderen. War Jesus aber der menschgewordene Gott, wie die Bibel es bezeugt, verlangt dies eine weitergehende Beschäftigung damit. Und, früher oder später, auch eine Entscheidung: Halte ich an meinem Unverständnis fest, oder gebe ich Gott die Chance, mir die tiefere Bedeutung des Kreuzes in der Geschichte der Welt und möglicherweise auch in meinem Leben zu zeigen?

Wer am Unverständnis für diese auf den ersten Blick „unsinnige“ Botschaft vom Kreuz festhält, lehnt den einzigen Ausweg aus der Verlorenheit ab, den Gott jedem anbietet. Jedem, der sich nach einem ewigen Leben ohne Leid und Tod sehnt.

Ja, Jesus starb am Kreuz, weil er es nicht ertragen konnte, dass wir nie wieder nach Hause, in die vollkommene Welt Gottes, zurückkehren könnten. Alle Nägel der Welt hätten ihn nicht daran hindern können, vom Kreuz abzusteigen, hätte er sich das anders überlegt. Allein seine unermesslich große Liebe zu uns hielt ihn am Kreuz fest.

Da kann man nur Staunen … und Danken!


The message of the cross: nonsense?
Jesus‘ dying on the cross? „Nonsense!“ said many at the time. Even today, the preaching of the cross often triggers a skeptical shake of the head.

If the crucified was „only“ a human being, then this was the cruel execution of one martyr among others. If, however, Jesus was God incarnate, as the Bible testifies, this demands a more extensive investigation. And, sooner or later, also a decision: Do I hold on to my lack of understanding, or do I give God the chance to show me the deeper meaning of the cross in the history of the world and perhaps also in my life?

Those who hold on to their lack of understanding of this, at first sight, „nonsensical“ message of the cross, reject the only way out of hopelessness that God offers to everyone. To everyone who longs for an eternal life without suffering and death.

Yes, Jesus died on the cross because he could not bear that we could never return home, to God’s perfect world. All the nails in the world could not have hindered him from descending from the cross had he changed his mind. His immeasurable love for us alone kept him on the cross.

One can only be amazed … and thankful!



El mensaje de la cruz: ¿un disparate?

¿La muerte de Jesús en la cruz? “ ¡Qué locura!“, dijeron muchos en su momento. Todavía hoy, la predicación sobre la cruz suscita a menudo reacciones escépticas.

Si el crucificado era „sólo“ un hombre, entonces se trataba de la cruel ejecución de un mártir entre otros. Pero si Jesús era Dios encarnado, como atestigua la Biblia, esto exige un estudio más amplio. Y, tarde o temprano, también una decisión: ¿Me aferro a mi falta de comprensión, o le doy a Dios la oportunidad de mostrarme el significado más profundo de la cruz en la historia del mundo y posiblemente en mi vida?

Los que se aferran a su incomprensión de este, a primera vista „disparatado“ mensaje de la cruz están rechazando el único camino para salir de la perdición que Dios ofrece a todos. A todos los que añoran una vida eterna sin sufrimiento ni muerte.

Sí, Jesús murió en la cruz porque no podía soportar el que nosotros nunca pudiéramos regresar al hogar, al mundo perfecto de Dios. Todos los clavos del mundo no habrían podido impedirle bajar de la cruz si hubiera cambiado de opinión. Sólo su inconmensurable amor por nosotros lo mantuvo en la cruz.

Uno no puede más que maravillarse de ello… ¡y dar las gracias!

Liebe vorgelebt

Donnerstagabend. Jesus ist sehr traurig. Und besorgt – vor allem um seine Schüler (Jünger). Um sie zu stärken, feiert er mit ihnen das Abendmahl. Vorher aber greift er zur Wasserschüssel und beginnt, ihnen die staubigen Füße zu waschen. Ein Sklave war nicht im Haus und von den Zwölf hatte keiner Anstalten gemacht, diesen niedrigen Dienst übernehmen zu wollen.

Markus Spieker schreibt: „Der Mann, der vier Tage zuvor noch als König in Jerusalem eingeritten ist, verrichtet den niedrigsten Dienst überhaupt. Ein modernes Äquivalent wäre ein Staatspräsident, der bei einem Staatsbankett den Toilettendienst übernimmt.“ (JESUS. Eine Weltgeschichte, S. 459)

Was für ein Vorbild! Jesus predigte nicht nur über die Liebe: Er lebte vor, was wahre Liebe ist!



Love exemplified
Thursday evening. Jesus is very sad. And worried – especially about his disciples. To strengthen them, he celebrates the Lord’s Supper with them. But before that, he reaches for the water bowl and begins to wash their dusty feet. A slave was not in the house and from the twelve none had signaled to want to take over this low service.

Markus Spieker writes: „The man, who four days before had ridden into Jerusalem as king, performs the lowest service of all. A modern equivalent would be a president taking over the toilet service at a state banquet.“ (JESUS. Eine Weltgeschichte, p. 459).

What a role model! Jesus not only preached about love: He exemplified what true love is!


Amor ejemplificado
Es jueves por la noche. Jesús está muy triste. Y preocupado – especialmente por sus discípulos. Para fortalecerlos, celebra la Santa Cena con ellos. Pero antes de eso, coge una palangana y empieza a lavarles los pies polvorientos. No había ningún esclavo presente y ninguno de los doce había mostrado querer asumir este humillante servicio.

Markus Spieker escribe: „El hombre que cuatro días antes había entrado en Jerusalén como rey está realizando el servicio más inferior de todos. Un equivalente moderno sería un presidente limpiando los baños durante un banquete de Estado“. (JESUS. Eine Weltgeschichte, p. 459)

¡Qué modelo tan asombrante! Jesús no se limitó a predicar sobre el amor: ¡Él ejemplificó lo que es amar de verdad!

Die kleine Tür von Bethlehem

An der „Demutspforte“ muss sich jeder bücken, der zur Geburtskirche in Bethlehem möchte. (Fotos: edp, 2017)

Normalerweise betritt man berühmte Kirchen durch große, prächtig verzierte Portale. Das ist bei der Geburtskirche in Bethlehem nicht der Fall. Von drei Eingängen sind zwei zugemauert und der bis heute genutzte wurde zweimal verkleinert, sodass er heute nur noch bescheidene 1,20 Meter hoch ist. Er erhielt den Beinamen „Demutspforte“. Mehr als zwei Millionen Besucher müssen sich jährlich tief bücken, um den Gebäudekomplex zu betreten.

Angeblich soll das ursprüngliche Spitzbogenportal in osmanischer Zeit verkleinert worden sein, um zu verhindern, dass Eindringlinge zu Pferd die Kirche betraten. Mir gefällt diese Symbolik: Keiner sollte auf dem hohen Ross jenen Ort betreten, wo Gott selbst vom hohen Ross gestiegen ist.

Wie tief der Sohn Gottes herunterstieg, um uns zu erlösen und wieder emporzuheben, beschreibt der Apostel Paulus sehr plastisch in seinem sogenannten Christushymnus (Philipper 2,7-11): Er verzichtete auf seine Vorrechte und erniedrigte sich selbst – bis hin zum Sklavendienst, den er beispielsweise verrichtete, als er seinen Schülern die Füße wusch. Und dann weiter bis zum damals qualvollsten Tod: den Verbrechertod durch Kreuzigung.

Saulus von Tarsus erlebte buchstäblich, wie ihn die Begegnung mit dem Auferstandenen vom hohen Ross hinunterwarf. Aus dem eingebildeten Hassprediger und Christenverfolger wurde Paulus („der Geringe“) der Christenmissionar und Prediger der Freiheit und der Demut. Aus eigener Erfahrung konnte er warnend schreiben: „Seid vorsichtig! Gerade wer meint, er stehe besonders sicher, muss aufpassen, dass er nicht fällt.“ (1. Korinther 10,12 Hfa) Nun bildete er sich nur noch etwas auf Jesus ein: Was ihm früher höchst erstrebenswert war, das hielt er jetzt für Gülle im Vergleich dazu, Christus gewonnen zu haben (vgl. Philipper 3,8).

Weil Paulus diese Umkehrung der Prioritäten selbst erlebt hatte, konnte er den Christen der griechischen Stadt Philippi Folgendes schreiben (Philipper 2,3):

In Demut achte einer den andern höher als sich selbst!

Diese Empfehlung hat an Relevanz nichts verloren. Im Gegenteil: Heute wird die Selbstverwirklichung so betont, dass es nur so an Zeitgenossen wimmelt, die sich für den Nabel der Welt halten, um die sich alles und alle zu drehen hat bzw. haben. Ich empfinde diese Menschen als sehr unangenehm.

Wenn ich manchem dieser arroganten Zeitgenossen begegne, denke ich mir: Den würde ich gern bei der nächsten Kapriole von seinem hohen Ross fallen sehen – je spektakulärer desto besser. Sogleich folgt aber die gedankliche Warnung: Vorsicht, Elí! Das Ross, auf dem du sitzt, ist nicht gerade ein Pony!

Eine Andacht von Johann Pock im Österreichischen Rundfunk, in der er Bezug auf das „Demutstor“ in Bethlehem nimmt, hat mich sehr angesprochen. Hier ein Ausschnitt:

Die kleine Tür zwingt mich,
meinen Blick auf den Boden vor mir zu richten
und nicht hochnäsig in die Weite zu blicken.
Sie fordert Achtsamkeit beim Schritt über die Schwelle zum Heiligen,
weil der Kopf ansonsten draußen bleibt.

Oder ist es so gedacht –
diesen Ort mit dem Herzen
und nicht mit dem Kopf zu betreten?

Nicht um Demütigung geht es dabei,
sondern um Demut.
Nicht um ein Brechen des Willens
sondern um ein Beugen des Hauptes.

Die Tür zur Menschwerdung Gottes
ist heute ebenfalls noch sehr klein,
aber sie steht offen.

Wir finden sie jedoch nicht in Bethlehem,
denn sie hat Platz
in meiner Brust.


The small door of Bethlehem
Normally, one enters famous churches through large, magnificently decorated portals. This is not the case with the Church of the Nativity in Bethlehem. Of three entrances, two have been bricked up and the one still in use today has been reduced in size twice, so that today it is only a modest 1.20 meters high. It was given the nickname „the gate of humility“. More than two million visitors a year have to stoop low to enter the building complex.

Supposedly, the original pointed arch portal was made smaller in Ottoman times to prevent intruders on horseback from entering the church. I like this symbolism: no one on a high horse should enter that place where God himself descended from his high horse.

How low the Son of God descended in order to redeem us and lift us up again is described very vividly by the apostle Paul in his so-called Christ hymn (Philippians 2:7-11): He renounced his prerogatives and humbled himself – even to the point of slave service, which he performed, for example, when he washed the feet of his disciples. And then further to the most agonizing death at that time: the criminal death by crucifixion.

Saul of Tarsus literally experienced how the encounter with the Risen Lord threw him down from his high horse. The preacher of hate and persecutor of Christians became Paul („the lowly one“) the Christian missionary and preacher of freedom and humility. From his own experience he could write: „Be careful! The very one who thinks he stands especially secure must be careful not to fall.“ (1 Corinthians 10:12) Now he was just imagining things about Jesus: What had once been highly desirable to him, he now considered to be manure compared to having won Christ (cf. Philippians 3:8).
Because Paul had experienced this reversal of priorities himself, he was able to write the following to the Christians of the Greek city of Philippi (Philippians 2:3):

In humility, each esteem other more highly than himself!

This recommendation has lost none of its relevance. On the contrary: Today, self-fulfillment is so emphasized that it is teeming with contemporaries who consider themselves to be the navel of the world, around whom everything and everyone has to revolve. I find these people very unpleasant.

When I meet some of these arrogant contemporaries, I think to myself: I’d like to see him fall off his high horse at the next caper – the more spectacular the better. But immediately follows the mental warning: Be careful, Elí! The horse you’re sitting on is not exactly a pony!


La bajita puerta de Belén
Normalmente, se entra en las iglesias famosas a través de grandes portales magníficamente decorados. No es así en la Iglesia de la Natividad de Belén. De las tres entradas, dos han sido tapiadas y la que todavía se utiliza hoy en día ha sido reducida en tamaño dos veces, por lo que hoy sólo tiene una modesta altura de 1,20 metros.
Se la llama la „puerta de la humildad“. Más de dos millones de visitantes al año tienen que agacharse para entrar.

Se supone que el portal original de arco apuntado se hizo más pequeño en la época otomana para evitar que intrusos entraran en la iglesia a caballo. Me gusta este simbolismo: nadie puede entrar „a caballo“ en el lugar donde Dios mismo bajó de su caballo para pasar a nuestro encuentro.

La profundidad a la que descendió el Hijo de Dios para redimirnos y levantarnos de nuevo lo describe muy vívidamente el apóstol Pablo (Filipenses 2:7-11): renunció a sus prerrogativas y se humilló, hasta el servicio de esclavo, que realizó, por ejemplo, cuando lavó los pies de sus discípulos. Y luego a la muerte más agónica de la época: la muerte destinada a los criminales por crucifixión.

Saulo de Tarso experimentó literalmente cómo el encuentro con el Señor Resucitado lo derribó de su caballo. El predicador del odio y perseguidor de los cristianos se convirtió en Pablo („el humilde“), el misionero cristiano y predicador de la libertad y la humildad. Por experiencia propia escribió: „¡Cuidado! El que se crea especialmente seguro debe tener cuidado de no caer“. (1 Corintios 10:12) Lo que ahora más le interesaba era Jesús: Lo que antes era lo más valioso para él, ahora lo consideraba estiércol en comparación con haber ganado a Cristo (cf. Filipenses 3:8).

Después de haber experimentado esta inversión de prioridades, pudo escribir lo siguiente a los cristianos de la ciudad griega de Filipos (Filipenses 2:3):

Con humildad cada uno considere a los demás como superiores a sí mismo.

Esta recomendación no ha perdido nada de su relevancia. Por el contrario: hoy en día se hace tanto hincapié en la autorrealización que abundan los contemporáneos que se consideran el ombligo del mundo, en torno al cual tienen que girar todo y todos. Este tipo de personas me resulta muy desagradable.

Cuando me encuentro con algunos de estos arrogantes contemporáneos, pienso: Me gustaría verle caer del caballo en la próxima cabriola; cuanto más espectacular, mejor. Pero inmediatamente me viene la advertencia a la cabeza: ¡Cuidado, Elí! El caballo en el que tú vas sentado es mucho más alto que un poni.

Einsam und auf der Flucht

Die Oase En Gedi (auch Ein Gedi) liegt am Westufer des Toten Meeres, 44  km südlich von Jericho. Heute befinden sich dort ein Kibbuz, ein israelischer Nationalpark und mehrere archäologische Stätten.

An einem schattigen Platz (es ist recht heiß am Toten Meer) erzähle ich den Reiseteilnehmern vom designierten König David auf der Flucht. Vor uns sehen wir den Wasserfall, an dem wir uns gleich erfrischen werden. Hinter uns haben wir am Hügel einige Höhlen gesehen: Ob eine davon jene ist, in der sich David auf der Flucht vor Saul versteckte? Als gehörte er zur Gruppe, beobachtet uns über unsere Köpfe ein niedlicher Klippdachs, der eine Weile neugierig zuhört.

Irgendwo hier, in der Oase En Gedi, schrieb der junge gesalbte aber noch nicht inthronisierte König David den Psalm 142: „Ein Gedicht Davids, ein Gebet. Er verfasste es, als er in der Höhle war.“ (V. 1 GNB) Im 5. Vers heißt es:

Ich schaue mich um: da ist niemand, der mich beachtet. Ich habe keine Zuflucht mehr, keinen Menschen, der sich um mich kümmert.

Wie kann er behaupten, einsam zu sein? Er hatte um die 600 Männer um sich, die ihm treu folgten und ihn beschützten! Ob er keinen unter ihnen fand, dem er sein Herz ausschütten, mit dem er offen über seine Ängste, seine Enttäuschungen, seine Träume, reden konnte?

In dieser Stimmung tat er das, was garantiert hilft: Sich an den zu wenden, der David nicht einen Augenblick aus den Augen verloren hatte. „Zu dir, Herr, schreie ich! Ich sage: Du bist meine Zuflucht, mit dir habe ich alles, was ich im Leben brauche!“ (V. 6)

„Alles, was ich im Leben brauche.“ Wirklich? Gottes Hand trägt uns, gewiss! Aber wie gut tut es, wenn uns jemand fest umarmt. Er hört immer unsere Gebete, gewiss! Aber wie wohltuend ist es, wenn uns ein Mensch akustisch hörbar eine Zusage Gottes in Erinnerung ruft. Oder uns per E-Mail oder sonst wie schreibt, dass er/sie heute für uns gebetet hat.

In der Zeitung las ich: Ärzte dürfen in England ab 2023 Rezepte gegen Einsamkeit ausstellen, so z. B. Gruppenaktivitäten wie gemeinsames Spazierengehen oder Malen; denn Einsamkeit sei eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit.
Wohl jedem, der in seiner Kirchengemeinde, in einem Hauskreis oder in einer Aktionsgruppe Gleichgesinnte hat, die zuhören können und wollen.

Auf die Gemeinschaft mit solchen Menschen freute sich David, als er am Schluss dichtete: „Im Kreise aller, die dir die Treue halten, werde ich dir dafür danken, Herr, dass du so gut zu mir gewesen bist.“ (V. 8)


Lonely and on the run
At a shady place (it is quite hot at the Dead Sea) I tell the tour participants about the designated King David on the run. In front of us we see the waterfall where we are about to refresh ourselves. Behind us we have seen some caves on the hill: I wonder if one of them is the one where David hid when he was fleeing from Saul. As if he belonged to the group, a cute clipped badger watches us over our heads, listening curiously for a while.

Somewhere here, in the oasis of En Gedi, the young anointed but not yet enthroned King David wrote Psalm 142: „A poem of David, a prayer. He composed it while he was in the cave.“ (v. 1 GNB) The 5th verse reads:

I look around: there is no one to heed me. I have no refuge anymore, no one who cares for me.

How can he claim to be lonely? He had about 600 men around him who followed him loyally and protected him! Could he find no one among them to whom he could pour out his heart, with whom he could talk openly about his fears, his disappointments, his dreams?

In this mood, he did what is guaranteed to help: turn to the One who had not lost sight of David for a moment. „To you, Lord, I cry out! I say, You are my refuge; with You I have everything I need in life!“ (V. 6)

„Everything I need in life.“ Really? God’s hand carries us, certainly! But how good it feels to have someone hug us tightly. He always hears our prayers, certainly! But how comforting it is when a person audibly reminds us of a promise from God. Or writes us by e-mail or otherwise that he/she has prayed for us today.

I read in the newspaper that doctors in England will be allowed to issue prescriptions against loneliness from 2023, for example group activities such as walking or painting together, because loneliness is one of the greatest health challenges of our time. It is good for everyone who has like-minded people in their church community, in a house group or in an action group who can and want to listen.

David was looking forward to fellowship with such people when he concluded by writing, „In the company of all who are faithful to you, I will thank you, Lord, for having been so good to me.“ (V. 8)


A solas y huyendo
En un lugar sombreado (hace bastante calor cerca del Mar Muerto) hablo al grupo de turistas sobre el designado Rey David que está huyendo. Delante de nosotros vemos la cascada, donde pronto nos refrescaremos. Detrás hemos visto algunas cuevas en la colina: Me pregunto si una de ellas es aquella en la que David se escondió mientras huía de Saúl. Como si perteneciera al grupo, un simpático damán roquero nos observa, escuchando con curiosidad durante un rato.

Por aquí, en el oasis de En Gedi, el joven ungido pero aún no entronizado rey David escribió el Salmo 142: „Un poema de David, una oración. Lo compuso mientras estaba en la cueva“ (v. 1). El quinto verso dice:

Miro a mi alrededor: no hay nadie que me preste atención. No me queda ningún refugio, nadie que se se preocupe por mí.

¿Cómo puede decir que está solo? Tenía unos 600 hombres a su alrededor, que le seguían y protegían fielmente. Me pregunto si no encontró a nadie entre ellos a quien pudiera desahogar su corazón, con quien pudiera hablar abiertamente de sus miedos, sus decepciones, sus sueños.

En este estado de ánimo hizo lo que siempre ayuda: dirigirse a Aquel que no había perdido de vista a David ni por un momento. „¡A ti, Señor, clamo! Yo digo: „Tú eres mi refugio; ¡en ti tengo todo lo que necesito para vivir!“. (V. 6)

„Todo lo que necesito para vivir“. ¿De verdad? La mano de Dios nos sostiene, sin duda. Pero qué bien sienta que alguien nos dé un fuerte abrazo. Él siempre escucha nuestras oraciones, ciertamente. Pero qué reconfortante es cuando una persona nos recuerda con palabras audibles una promesa de Dios. O nos escribe por correo electrónico o de otra manera que ha orado hoy por nosotros.

Leí en el periódico que a partir de 2023 los médicos de Inglaterra podrán dar recetas contra la soledad, como actividades en grupo, caminar o pintar juntos, porque la soledad es uno de los mayores retos sanitarios de nuestro tiempo. Es un privilegio tener personas afines en la iglesia o en un grupo social que puedan y quieran escucharnos.

David anhelaba el contacto con esas personas cuando concluyó escribiendo: „En compañía de todos los que te son fieles, te daré gracias, Señor, por haber sido tan bueno conmigo.“ (V. 8)

Bezahlt und nicht archiviert

Ich blicke auf zwei bemerkenswerte Erlebnisse im Straßenverkehr zurück. Im Ergebnis waren sie gleich, im Ablauf aber unterschiedlich. Das erste hatte ich vor ein paar Jahren unweit von Madrid. Ich fuhr auf der Autobahn ein Mietauto und merkte sehr spät, dass ich dabei war, die falsche Ausfahrt zu nehmen. Regelwidrig kam ich dann im letzten Augenblick auf die Hauptfahrbahn zurück. Ein paar Wochen später kam eine Rechnung vom Autovermieter für die Übermittlung meiner Daten an die Verkehrspolizei. Von dieser bekam ich aber keine Post. Nach einem Jahr wusste ich: Mein Vergehen würde keine Konsequenzen haben.

Das zweite Erlebnis liegt nur ein paar Wochen zurück. Um Post bei einem Freund in den Briefkasten einzuwerfen, missachtete ich das Halteverbot. Es würde nicht lange dauern! Als ich nach zwei Minuten zurückkam, hatte der Verkehrspolizist die Daten bereits in seinem Gerät erfasst. Ich erklärte kurz den Grund und fragte sehr freundlich, ob es eine Lösung gäbe, da es sich nur um ein paar Sekunden gehandelt hätte. Er überlegte eine Weile, dann druckte er einen Beleg aus und gab ihn mir. Oben stand: „Glück gehabt!“. Dann, nach einem kurzen Text: „Verwarnungsgeld: 0,00 EUR“

Die spanische Polizeiverwaltung schaffte es nicht, die Ordnungswidrigkeit zu bearbeiten. Der freundliche Polizist erließ mir das Bußgeld.

Gott ist weder vergesslich noch überfordert: Wenn er uns die Lebensschuld vergibt, dann tut er es freiwillig und gern! Wir müssen nicht um Gnade betteln, es genügt, wenn wir unser Versagen eingestehen. In der Bibel steht das Wort (Hebräerbrief 8,12 GNB):

Ich will ihnen ihren Ungehorsam vergeben und will nie mehr an ihre Sünden denken.

Noch eins: Wenn er unsere Sünden vergibt, dann archiviert er sie nicht, um sie uns bei passender Gelegenheit aufzutischen. Er will nie mehr daran denken – lesen wir im Hebräerbrief und auch in anderen Bibelstellen, wie Micha 7,19:

„Glück gehabt!“ kann man im Zusammenhang mit der Vergebung überhaupt nicht sagen: Es ist nicht so, als würde Gott einfach ein Auge zudrücken, wie ich es beim Halteverbot erlebte. Auch reichte nicht ein Knopfdruck aus, um den Stand unseres Schuldenkontos auf Null zu setzen: Er selbst bezahlte die Schuld, und zwar mit dem Tod seines Sohnes am Kreuz!

Meiner Sünden will Gott nie mehr gedenken. Den Preis dafür will ich nie im Leben vergessen.


Paid and not archived!
I look back on two striking experiences in road traffic. In the result they were the same, but in the process they were different. The first I had a few years ago not far from Madrid. I was driving a rental car on the highway and realized very late that I was about to take the wrong exit. Against the rules, I got back on the main lane at the last moment. A few weeks later I received an invoice from the car rental company for the transmission of my data to the traffic police. But I did not receive any mail from them. After a year, I knew that my failure would have no consequences.

The second experience was only a few weeks ago. In order to put mail in a friend’s mailbox, I disregarded the no-parking sign. It wouldn’t take long! When I returned two minutes later, the traffic cop had already recorded the data in his device. I briefly explained the reason and asked very nicely if there was a solution, since it had only been a few seconds. He thought for a while, then printed out a receipt and gave it to me. At the top it said, „Lucky you!“. Then, after a short text: „Warning charge: 0,00 EUR“.

The Spanish police administration did not manage to process the infraction. The friendly policeman waived the fine.

God is neither forgetful nor overburdened: When He forgives our life’s debt, He does it willingly and gladly! We do not have to beg for mercy, it is enough to admit our failure.

In the Bible the word is written (Hebrews 8:12): „I will forgive their disobedience and will never again remember their sins“.

One more thing: When He forgives our sins, He doesn’t archive them to serve them up to us when the opportunity arises. He never wants to think about them again – we read in the Letter to the Hebrews and also in other Bible passages, such as Micah 7:19:

„Lucky!“ cannot be said at all in connection with forgiveness: it is not as if God would simply turn a blind eye, as I experienced with the no-stopping order. Nor was one push of a button enough to set the balance of our debt account to zero: He Himself paid the debt with the death of His Son on the cross!

God never wants to remember my sins. I never want to forget the price for it in my life.


¡Pagado y no archivado!
Recuerdo dos experiencias que hice conduciendo. Fueron iguales en el resultado, pero diferentes en la trayectoria. La primera la hice hace unos años no muy lejos de Madrid. Estaba conduciendo un coche de alquiler por la autopista y me di cuenta muy tarde de que estaba a punto de tomar la salida equivocada. En contra de las reglas, volví al carril principal en el último momento. Unas semanas después recibí una factura de la empresa de alquiler de coches por pasar mis datos a la policía de tráfico. Pero de ésta no recibí ningún correo. Después de un año estaba claro: mi infracción no tendría consecuencias.

La segunda experiencia la hice hace sólo unas semanas. Para depositar correo en el buzón de un amigo, hice caso omiso de la señal de prohibido aparcar. No tardaría mucho. Cuando volví dos minutos después, el policía de tráfico ya había registrado los datos en su aparato. Le expliqué brevemente el motivo y le pregunté muy amablemente si había una solución, ya que sólo habían pasado unos segundos. Se quedó pensando un rato, luego imprimió un recibo y me lo entregó. Arriba decía: „¡Ha tenido suerte!“ A continuación, tras un breve texto: „Importe de la multa: 0,00 EUR“.

La policía española no consiguió tramitar la infracción. El amable policía renunció a poner la multa.

Dios no es olvidadizo ni tiene demasiado trabajo: Cuando Él perdona la deuda de nuestros pecados, lo hace voluntariamente y con gusto. No tenemos que mendigar clemencia, basta con admitir y confesar nuestros pecados.

La Biblia dice (Hebreos 8:12): „Perdonaré su desobediencia y no me acordaré nunca de sus pecados.“

Es más: cuando Él perdona nuestros pecados, no los archiva para servírnoslos cuando se presente la oportunidad. No quiere volver a pensar en ellos – leemos en Hebreos y también en otras escrituras, como Miqueas 7:19:

„¡Has tenido suerte!“ no puede decirse en absoluto en el contexto del perdón: no es como si Dios se limitara a hacer la vista gorda, como lo hizo el policía. Tampoco bastó con pulsar un botón para poner a cero el saldo de nuestra cuenta moral: Él mismo pagó la deuda, y lo hizo con la muerte de su Hijo Jesucristo en la cruz.

Mis pecados Dios nunca los recordará. Yo quiero recordar toda mi vida el precio que Él pagó.